Unzufrieden in der ambulanten Pflege

Dieses Thema im Forum "Talk, Talk, Talk" wurde erstellt von Krissy84, 19.02.2008.

  1. Krissy84

    Krissy84 Junior-Mitglied

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    Hallo zusammen!

    Befinde mich zurzeit in einer Krise und würde gerne eure Meinung hören/lesen. Ich arbeite seit ca. einem Jahr in der ambulanten Pflege und war bis vor kurzem auch recht zufrieden. Seit einiger Zeit stören mich (und auch einige Kollegen) mehrer Dinge. Die gesamte Planung lässt zu wünschen übrig, oft werden Pat. in der Tourenplanung einfach vergessen, Mitarbeiter, die eigentlich frei haben, eingeplant (diese wissen dann allerdings nichts davon und kommen somit logischerweise auch nicht zum Dienst) usw. Wir haben eine sehr hohe Personalfluktuation, viele Kollegen haben wegen diesen Zuständen schon gekündigt, andere warten nur noch darauf, eine andere Stelle zu finden. Wir haben einige adipöse und immobile Pat., die wir alleine mobilisieren müssen. Ich habe schon einige Male vorgeschlagen, die Touren umzustellen, so dass sich nicht mehrerer solcher Pat. in einer Tour befinden, allerdings ohne Erfolg. Nun habe ich seit einiger Zeit massive Rückenprobleme, bin auch in ärztlicher Behandlung. Ich denke, dass ich über kurz oder lang aufhören muss, in der ambulanten zu arbeiten.
    Habe jetzt ein Stellenangebot entdeckt (Krankenschwester im Sanitätshaus, Auslieferung von Pflegehilfsmitteln, Beratung etc.), allerdings über eine Zeitarbeitsfirma... Was haltet ihr davon? Wer hat schonmal in einem Sanitätshaus gearbeitet? Erfahrungen?

    Bin für alle Antworten und Denkanstösse dankbar!!!!!!!!!


    Liebe Grüsse, K.
     
  2. Nutella Woman

    Nutella Woman Poweruser

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    Such dir einen neuen Job. Habe auch schon in einem solchen Pflegedienst gearbeitet - ändern wird sich da nie etwas! Nimm das erste gute Jobangebot und verschwinde da, denn es ist deine Gesundheit die dort leidet. Mit der Suchfunktion hier im Forum lassen sich auch deine Fragen zum Arbeiten im Sanitätshaus / in einer Zeitarbeitsfirma beantworten (ansonsten frage dort in den betreffenden Threads direkt nach, das gibt meist schnellere Antworten).


    Die besten Wünsche,
    Nutella Woman
     
  3. Krissy84

    Krissy84 Junior-Mitglied

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    Hallo!
    Danke für deine Antwort! Ja, mich stört halt einfach, dass es sich um eine Zeitarbeitsfirma handelt, deswegen meine Frage. Ich habe so meine Zweifel, ob das dann tatsächlich alles so klappt, wie versprochen. Habe mittlerweile schon recht viele Threads hier gelesen, wollte nur mal Meinungen zu meinem speziellen Problem lesen...

    LG, Krissy
     
  4. stormrider

    stormrider Poweruser

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    Bei einer Zeitarbeitsfirma würde ich auf keinen Fall anfangen. Ausnahme würde ich nur machen, wenn die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass man fest angestellt wird. Aber oft haben Zeitarbeitsfirmen Klauseln, die eine Übernahme verhindern.

    Es gibt auch Pflegedienste in denen es nicht so chaotisch zugeht.
     
  5. ozeana1986

    ozeana1986 Junior-Mitglied

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    Möchte auch gern mal eine Erfahrung mit der Ambulanten Pflege durch eine Zeitarbeitsfirma Erzählen....

    Brauchte ab Oktober 2008 eine neue Arbeitsstelle als Pflegehelferin.
    Durch die Seite der Agentur für Arbeit habe ich dann eine Zeitarbeitsfirma in meiner Nähe (Hildesheim)gefunden. Ich wohne bei Peine.
    Ich stellte mich also dort vor und habe später den unterschriebenen Vertrag abgegeben...
    Da ich noch nicht in der Ambulanten Pflege gearbeitet habe, kreuzte ich trotzdem auch diese Arbeitsstlle als möglichen Arbeitsort an. Schon kurze Zeit später rief mich meine Ansprechpartnerin an und fragte ob ich kurzfristig, es war ca 14:00 Uhr, um 16:00 Uhr in Hannover sein konnte.
    Sie sagte mir die Straße und ich sagte na klar.
    Was ich dort erleben musste,war unter aller Kanone. "Einarbeiten" war für die:
    Ich zeig dir wo die Schlüssel sind und eine Jacke von unserer Firma, damit dich die Patienten auch erkennen und dann gab sie mir noch ein Fahrrad und eine Karte von Hannover inklusiver einen Zettel,mit namen und Adresse der Patienten.
    So stand ich dann vor dem Ambulanten Dienst und durfte zu Patienten fahren, mit keinen guten Ortskenntnissen der Großstadt. Wirklich super kleine Infos standen auf dem Zettel mit den Namen...Aber wichtige Infos wie z.B. ob ich bei manchen erst klingeln muss, welche Pflegestufe sie sind, wie die Versorgung ist, was er/sie noch kann.....wurde mir alles nicht gesagt....Ich wurde ins kalte Wasser geworfen....
    Den nächsten Tag sollte ich auch wieder hin.....Ich kündigt dieses wirklich bescheidene Arbeitsverhältnis....

    Meine Frage: Ist das so üblich in der Ambulanten Pflege????:gruebel:

    LG Julia
     
  6. stormrider

    stormrider Poweruser

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    Nein das ist nicht so üblich in der ambulanten Pflege.
    Problem hierbei ist, dass Zeitarbeiter nur dann geholt werden, wenn die Personalsituation katastrophal ist, also praktisch Dienste nicht mehr besetzt werden können. Das die Einarbeitung eine gewisse Zeit braucht, wird da nicht mehr eingeplant, obwohl sie gerade in der ambulanten Pflege dringend erforderlich ist.

    So ein Verhalten spricht auf jeden Fall nicht für den Pflegedienst. Sollte mir das als zu Pflegende oder Angehörige passieren wäre das ein Kündigungsgrund für den Pflegevertrag.
     
  7. male.nurse

    male.nurse Newbie

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    Ich schätze mal, die Zustände hängen direkt von der Größe der Sozialstation ab. Ich habe vor einem Halben Jahr bei der Caritas in München angefangen, weil ich´s im Krankenhaus nicht mehr ausgehalten habe. Die Touren hier sind gut auf die Fähigkeiten der Mitarbeiter zugeschnitten und variieren zwischen lächerlich und anspruchsvoll. Das ist jetzt mal meine Meinung, und ich halte mich für fit. Es ist schon mal stressig und es fällt auch mal jemand kurzfristig aus, dennoch geht es am Ende immer fair und ausgeglichen zu. Ich habe den Wechsel bislang noch nicht bereut und mit den neuerlichen Vereinbarungen, was eine bessere Betreuung der Schüler anbelangt, bin ich noch etwas zufriedener.
     
  8. stormrider

    stormrider Poweruser

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    Nein nicht wirklich: Es gibt gut geführte große Sozialstationen wie auch gut geführte kleine Sozialstationen und genausogut gibt es auch große und kleine schlecht geführte Sozialstationen.

    Ich habe als Aushilfe in einem großen Pflegedienst gearbeitet, katstrophale Zustände kann ich da nur sagen. Ich habe aber auch in einem kleinen Pflegedienst gearbeitet wo dieselbe Problematik bestand wie im Eingangsbeitrag.
     
  9. ozeana1986

    ozeana1986 Junior-Mitglied

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    Ich fand es einfach nur erschreckend als ich mich dort durchwurschteln musste...
    Und was ich noch wichtiger finde....wie ist das bloß für die Patienten,wenn dort jeden Tag aufs neue jemand Neues hinkommt.....
    Ich wurde auch bei fast jedem gefragt warum schon wieder eine andere kommt.....
    Ist echt traurig.
    Schön wenn es noch welche gibt, bei denen alles gut läuft.....

    LG
     
  10. Pierre

    Pierre Senior-Mitglied

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    Hallo Leute !

    Vielleicht lebe ich ja in einer anderen Welt und trotz meiner Qualifikationen bin ich immer noch nicht wieder in die stationäre Pflege geflüchtet,auch wenn ich da gute Jobaussichten hätte.
    Bitte (!) seht nicht alle ambulanten Dienste soooooooo negativ ! Bei uns ist auch nicht alles schön,doch solche Umstände die ihr hier berichtet kenne ich kaum.
    Jede Medaille hat zwei Seiten - die Betriebe lassen Mitarbeiter unter schlechten Möglichkeiten arbeiten,weil sie so besser Profit machen oder es nicht anders finanzieren können.Qualifizierte Kräfte,auch in Leitungsebene, kosten Geld.Doch wer bezahlt die Pflegedienste ? In der Regel Pflege- und Krankenkassen.Haben die das Geld um wirklich gute Pflege zu bezahlen ? Wenn Ja - dann beschwert euch bei denen und wenn Nein - dann bezahlt höhere Beiträge !
     
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