Unterkühlung bei ITS-Patienten!

Dieses Thema im Forum "Intensiv- und Anästhesiepflege" wurde erstellt von Ute, 21.04.2002.

  1. Ute

    Ute Poweruser

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    Hallo,

    die meisten Patienten, die weder eine Sepsis noch Temperaturen haben, sind oft unterkühlt wenn sie in der Abteilung ITS liegen. Diese Beobachtung beruht auf Eigenerfahrung! 8O

    Was macht Ihr, dass das nicht passiert ? Eine Decke mehr, oder habt Ihr spezielle Geräte zum Erwärmen ?
     
  2. Kps2001

    Kps2001 Stammgast

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    Hi!

    Ich kenne das zwar nicht von der ITS aber vom Aufwachraum... Da haben wir eine Wärmedecke, die über die Extremitäten gelegt wird und dann mit einem warmen Luftstrom den Patienten wärmt - weiß nur leider nicht, wie das Ding heißt! :? Ansonsten kenne ich nur noch die Vorwärmer fürs Bett und natürlich die Wärmflasche etc.!
     
  3. Suse

    Suse Senior-Mitglied

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    Hi!
    Wir nehmen auf der ITS auch diese Luftwärmekissen. Die Temp. lässt sich Gradgenau einstellen und bei uns heißt es " Snuggle warm". Gruß Suse
     
  4. Gerry Raßmann

    Gerry Raßmann Senior-Mitglied

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    Hey,
    ein anderes Produk der aktiven Erwärmung von Patienten heißt "Warm Touch" und arbeitet auch nach dem Prinzip der kontinuierlich erwärmten Luftkissen.
    In extremen Ausnahmefällen ist eine Hypothermie allerdings erwünscht. Nämlich dann, wenn der Patient unter einem massiven Hirndruck leidet (z.B. bei Schädel-Hirn-Trauma) oder die Gefahr besteht, dass er einen Hirndruck entwickelt. Auch nach Reanimationen oder in der Herzchirurgie ist eine Hypothermie manchmal sinnvoll.
     
  5. Schöhler

    Schöhler Junior-Mitglied

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    Hallo allerseits,

    unsere oft unterkühlten Patienten (nach cradiochir. Eingriffen) werden mit Rotlichtlampen wieder erwärmt. Vielleicht nicht up-to date, bei korrekter Anwendung (Bett ganz runter, Lampe ganz rauf, Patienten komplett abdecken) bis dato komplikationslos.

    Manche Patieneten werden bereits im OP auf eine Wärmematte gelegt, allerdings eine besondere. Wir nennen das Teil nur "israelische Wärmematte" weil die Firma, die das herstellt, wohl aus Israel ist. Das g anze wird dann mit temperiertem Wasser gespült, was eine rasche, trotz allem verträgliche Erwärmung ermöglicht. Soll aber teuer sein.

    Bis dann

    Christian aka Schöhler
     
  6. Dorothee

    Dorothee Stammgast

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    Hallo Ute,

    Grunde für Hypothermie auf unserer Intensiv sind meist:
    1. postoperativ, z.B. bei größeren abdominellen Eingriffen
    2. längere Diagnostik in anderen Abteilung (z.B. Röntgen)
    3. CVVH

    Wie auch Christian verwenden wir Rotlichlampen, die wirklich nicht mehr up-to-date, aber leider fehlen uns ím Moment die Mittel geeignetere Geräte zu kaufen.
    In Extremfällen verwenden wir auch leicht angewärmte Infusionen.

    Das von uns verwendete Gerät zur Nierenersatztherapie verfügt zwar über eine Heizung, die aber manchmal ein Unterkühlen des Patienten nicht verhindern kann.

    Grüße
    Dorothee
     
  7. Schöhler

    Schöhler Junior-Mitglied

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    Hallo allerseits, Hallo Dorothee,

    ja, die Mittel, die fehlen..*heul, was könnte man nicht alles machen*

    Auch wir müssen oft künstl, Nierenersatzverfahern anwenden, mi der Temperaturregelung übder die geräte haben wir sehr gute erfahrungen gemacht..bringt aber leider im akuten postop Verlauf wenig, es wuird ja nicht jeder gleich dialysiert.

    Angewärmte Infusionen? Mit bestimmten Systemen, oder einfach so? Mir wurde mal gesagt (hörensagen nervt, ich weiss..;-(..) daß, bedingt durch die grosse Oberfläche der Infusionsleitung, die warme Brühe nur noch mit Raumtemperatur im Patienten ankommt..weiß da jemand was genaues, oder hat sogar mal nachgemessen?


    Gruss

    Christian
     
  8. Dorothee

    Dorothee Stammgast

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    Hi Christian,

    wir verwenden die Prisam der Firma Hospal und erzielen mir der dazugehörigen Wärmeregulation auch gute Ergebnisse, nur eben nicht immer.

    Angewärmte Infusionen fallen unter "Verzweifelungstat", wenn wir uns absolut nicht mehr anders zu helfen wissen. Ich denke es tut unserer Psyche mehr gut als dem Patienten. Gemessen hat das meines Wissens nach noch keiner von uns, dafür kommt es auch zu selten vor.
    In einem anderen Zusammenhang haben wir mal ein Gerät verwendet, was aber auch schon mehrere Jahre her ist. Da wurde ein sehr langes Infusionssystem spiralförmig um ein Heizsystem gewickelt, was dann zum Erwärmen der Infusionstemperatur führte. Verwendet haben wir es bei unserem alten Nierenersatzverfahren, die "Gambro". Im nachhinein mutet mir dieses gesamte Verfahren sehr vorsintflutlich an.

    Grüße
    Dorothee
     
  9. Schöhler

    Schöhler Junior-Mitglied

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    Hallo allerseits, Hallo Dorothee,

    gut, so klingtr das schon ganz anders..als Vertzweiflungstat zum Gewissen beruhigen machen wir das auch manchmal..;o)

    Die Wärmer, die Du ansprichst, kenne ich auch..sihet zwar vorsintflutlich aus, soll aber tatsächlich funktionieren. Kenne ich von der Medizinischen Intensivstation...

    Leider genügt die Durchflussrate dieser Dinger nicht für unseren postOP Volumenbedarf..;) (und ob es neuere Modelle gibt, die schneller laufen, weiss ich nicht)...


    Gruss alsweilen

    Christian
     
  10. Gerry Raßmann

    Gerry Raßmann Senior-Mitglied

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    Hallo Leute,
    also wenn ihr die spiralförmigen Infusionswärmer meint, die ich kenne, so kann ich nur sagen, sie sind mitnichte veraltet. Wir setzen sie erfolgreich in jedem OP ein. Ein Fehler, den ich nur öfter beobachte ist eine zu lange Leitung zwischen Patient und Wärmer. Dann kann die Infusion wieder Auskühlen.
    Bei CVVH wickeln wir Filter und Schläuche prophylaktisch in Alufolie ein. Das bringts.
    Wenn ein Patient schon ausgekühlt ist geht nichts über eine Warm Toch Therapie. Hierzu habe ich einen netten Link gefunden: http://www.bibliomed.de/ARCHIV/SP2_01/THEMEN/OPPFLEGE.HTM
    Wie dem auch sei, eine iatrogene Hypothermie ist nur in ganz wenigen Fällen indiziert (Hirndruckpatienten oder kardiochirurgische Patienten). So sollte man alles versuchen, dem Patienten gar nicht erst auskühlen zu lassen, denn das ist nicht ganz ungefährlich.

    a. Hypothermie führt zu einer Erhöhung des perioperativen Infektionsrisikos
    b. Hypothermie erhöht das Risiko einer perioperativen Hypoxie und kardialer Komplikationen
    c. Eine Hypothermie steigert das Risiko perioperativer Gerinnungsstörungen
    d. Hypothermie beeinflußt Pharmakokinetik und -dynamik
    e. Hypothermie erhöht die perioperative Motalität: So ist die Mortalität hypothermer Patienten mit 24% signifikant höher als bei einem normothermen Patienten
    f. Hyothermie verlängert die postoperative Aufwachzeit
     
  11. Dorothee

    Dorothee Stammgast

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    Hallo Gerry,
    Infusionswärmer, wie Du sie beschreibst kenne ich ebenfalls aus dem OP, wo die Gefahr einer Hypothermie mitunter sehr gross ist.
    Alufolie als Wärmedämmung bei der Prisma ist meiner Ansicht nach nicht durchführbar. Die abgehenden und hinführenden Leitungen sind mit den Schläuchen der Heizung bereits schon umhüllt. Von unserem älteren Verfahren kenne ich diese Methode schon noch - damals gab es kaum Alternativen.
    Wenn ich von Hypothermie spreche, meine ich Temperaturen von 35,0 - 35,5°C, "kälter" wird es unsern Patienten selten. Es sei denn sie kommen aus dem OP und da gebe ich Dir recht, je kälter ein Patient ist (< 34,5°C), desto länger die postoperative Nachbeatmung und auch die Verweildauer.

    Ich fürchte wir arbeiten mehr mit Maßnahmen gegen die Hyperthermie.

    Grüße
    Dorothee
     
  12. Rabenzahn

    Rabenzahn Poweruser

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    Hallo,

    die Palette der Anbieter und Produkte zur Erhaltung der Körperwärme ist groß.

    Wir verwenden zum Wärmeerhalt im Aufwachraum postoperativ Rotlichtlampen, wärmen z.B. Kinderbetten auch vorher damit an.
    ( Hält aber nicht so lange vor )

    Eingeschleuste Patienten bekommen sofort eine Baumwolldecke aus dem Wärmeschranke übergelegt.

    Bei neurochirurgischen Eingriffen in liegender Position verwenden wir unter der Gelauflage eine Wärmematte ( Aquatherm ) und decken den Patienten mit einer Warm Touch Ganzkörperdecke ab.
    Da wir die Patienten bewusst bis auf 34° C auskühlen lassen, müssen wir nachher entsprechende Wärme zuführen. Bei Ausleitung zum Op-Ende liegt die Körpertemperatur bei 36° C und die Patienten sind wach.

    In der Gynäkologie verwenden wir Baer Hugger Systeme, die neben dem Warmluftgebläse und der Wärmedecke auch die Option haben, dass ein Spriralschlauch in den Gebläseschlauch eingelegt werden kann und dadurch die Infusionslösungen fließen, welche sich erwärmen.

    In der Urologie werden Wärmedecken ( Warm Touch ) eingesetzt, zusätzlich wegen den ebenfalls langen Eingriffen werden die Infusionen mittels einer Wärmespirale ( Biotest ) angewärmt.
    Die häufigen Blutgaben erfolgen mittels einer Druckpumpe und Wärmegerät ( Modell Ranger ) , die auch die schnelle Gabe von Blut direkt aus dem Kühlschrank erlaubt.

    Anwärmen von Infusionslösungen unter der Wärmedecke oder auf dem Monitor ( oft zu beobachten ) halte ich für Unsinn, da die Infusion schneller auskühlt als einläuft. Das ist Augenwischerei.

    PS. Letzte Studien deuten darauf hin, dass nicht ausgekühlte Patienten neben der geringeren Wundinfektionsrate und der besseren Wundheilung auch die Liegezeiten in den KLiniken um durchschnittlich 1 bis 2 Tage verkürzen.
     
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