"Unqualifiziertes" Personal im OP

Dieses Thema im Forum "Praxisanleiter und Mentoren" wurde erstellt von IllumiNathie, 31.01.2012.

  1. IllumiNathie

    IllumiNathie Newbie

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    Hallo Ihr lieben Kollegen!
    Ich bin neu hier und möchte erst einmal Hallooooo sagen!
    Ich bin keine Praxisanleiterin im offiziellen Sinn, d.h. ich habe keinen Kurs gemacht, aber leite viel neue Kollegen und Schüler an.
    Die einzige in unserem Team die den Mentoren-Kurs hat, ist Krankenschwester aber ohne Fachkurs für OP. Ich arbeite in einer orthopädisch/neurologischen Klinik mit einem rein orthopädischen OP. Unser Träger ist zu 50% ein großes privates Unternehmen, seit nicht allzu langer Zeit. Seit dem, muss ich leider sagen, geht es ein wenig bergab....überall wird gespart (was ja nichts neues ist). Wir dürfen unser Material nur noch aus dem Träger-Pool bestellen. Die Qualität lässt zu wünschen übrig. Die Ops laufen wie am Fließband ab, um den Patienten geht es schon lange nicht mehr. Wir sollen immer mehr operieren, obwohl wir die Kapazitäten nicht haben, weder in den Rahmenbedingung noch personell.... und nun bin ich auch mal beim Thema angekommen (kann mich nicht kurz fassen...)

    Seit dieser Zeit haben wir sehr viel Fluktuation im OP und was wir an neuem Personal bekommen, sind immer unqualifizierte Leute. Es wird gar nicht mehr nach Fachpersonal gesucht. Seit kurzer Zeit steht eine Serviceassistentin bei uns am Tisch und instrumentiert....
    Das arme Ding macht sich nun echte Sorgen. Wenn was passiert ist Sie mit dran. Wir haben ihr schon angeraten sie solle sich wenigstens die Bestätigung von der PDL schriftlich geben lassen, dass es in Ordnung ist, dass sie am Tisch eingesetzt wird. Und auch sonst Tätigkeiten verrichtet, die sie eigentlich nicht dürfte. Aber rechtlich abgesichert ist sie deswegen doch trotzdem nicht! Ein klar definierter, transparenter, dokumentierter Einarbeitungsplan ist zwingend notwendig. Sie will die OTA-Ausbildung machen, ist aber letztes Jahr schon nicht genommen worden, dieses Jahr stehen ihre Chancen nicht besser.

    Unsere Chefin interessiert das alles nicht die Bohne. Egal was an Personal in den OP kommt, es wir an den Tisch gestellt, da im März wieder 4 MA weg gehen und sie die Neuen bis dahin fit bekommen will. Die sind total überfordert. Dabei gibt es bei uns weder Stellenbeschreibungen für solche Mitarbeiter, noch anständige Einarbeitungspläne oder eine klare Linie bei den Standards. Außerdem bekommen sie einen Hungerlohn dafür, dass sie die gleiche verantwortungsvolle Arbeit verrichten wie wir qualifizierten Kräfte.
    Dann werden die Mitarbeiter, die gerade mal so klar kommen, mit den ganz Neuen allein im Saal eingeteilt. Und erzählt ,es sei rechtlich egal ob eine Fachkraft oder angelernte Kraft ohne Qualifikation am Tisch steht, falls es zu einer Anklage kommen würde; die würden dann gleich behandelt werden.

    Was habt ihr mit solchen Kollegen für Erfahrungen gemacht? Wie sieht euer Einarbeitungskonzept aus?Gibts es Tätigkeiten die solche MA einfach nicht verrichten dürfen? (Arzthelferinnen, Serviceassistenten etc.)
    Oder seid ihr in einer ähnlichen Situation?
    Wie eng arbeitet ihr diesbezüglich mit der Pflegedienstleitung zusammen? Wie würdet Ihr euch absichern wenn ihr nicht den Rückhalt von Chef und PDL habt? (Die spielen alles immer nur herunter)
    Vielleicht ist das auch eher ein Thema für die rechtliche Rubrik hier.
    Ich freue mich auf Antworten....es liegt einiges im Argen....:angryfire:
     
  2. Schwester Rabiata 2

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    Ich würde dir dringend empfehlen den Namen deines Arbeitgebers sofort zu löschen!!!
     
  3. IllumiNathie

    IllumiNathie Newbie

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    Meinen Arbeitgeber habe ich ja nirgens erwähnt oder schon? Den Träger hab ich jetzt mal gelöscht, danke für den Hinweis....

    Und mit "die Qualität lässt zu wünschen übrig" meine ich das Material....wir tun was wir können um im Alltagsstress die Qualität unserer Arbeit nicht sinken zu lassen.
     
  4. Schwester Rabiata 2

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    Wie dem auch sei, du kannst sowohl mit dem Arbeitgeber als auch dem Träger einen Riesenkrach bekommen, wenn du deren Namen hier in nicht gerade positivem Zusammenhang erwähnst. Hat sich ja jetzt erledigt. :smoking:
     
  5. Tabea

    Tabea Junior-Mitglied

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    Moment. Nur, damit ich das richtig verstehe:

    Eure Serviceassisstentin (----> bei uns sind die z.B. für die Essensausgabe und die Küche zuständig) steht am OP-Tisch und reicht Instrumente an? Das kann nicht rechtens sein, oder?


    Bein uns gibt es leider auch kein Einarbeitungssystem, was ich bedauere. Jedoch schaffen wir es bisher trotzdem neue Kollegen und auch Schüler gut einzuarbeiten. Wir haben bei uns hauptsächlich GuKs, Schüler und Studenten machen strikt nur, was sie dürfen, den Rest machen wir. Diesbezüglich hat es von unserer Leitung auch noch keine anderen Forderungen gegeben, die PDL ist bei den kleineren Streitigkeiten auch meist auf unserer Seite.

    Ich denke, ich würde an eurer Stelle damit beginnen, Überlastungsanzeigen zu schreiben. Habt ihr eine Personalvertretung, an die man sich wenden könnte? Bist du in irgendeiner Form organisiert?
    Wissen eure Patienten, was bei euch los ist? I.d.R. reagieren Vorgesetzte eher auf Beschwerden von Patienten als auf die von Pflegekräften. In einem OP stelle ich mir das jedoch schwieriger vor als auf einer "Normalstation".

    Vielleicht übertreibe ich, aber in meinen Augen herrschen in eurem OP untragbare Verhältnisse und ich würde an deiner Stelle über einen Stellenwechsel nachdenken.

    Eine extreme Möglichkeit, sich zu wehren, wäre noch Whistle-blowing, aber das muss gut überlegt sein.
     
  6. opjutti

    opjutti Poweruser

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    Hallo illumiNathie!

    Ich finde das sind :angryfire:desaströse Zustände.
    Unsere Arzthelferinnen waren, bevor sie bei uns eingestellt wurden, mehrere Jahre als Assistenten im OP bei ihren vorherigen Arbeitgebern eingesetzt.
    Das war die Vorbedingung unsererseits, denn dann muss nicht bei "Adam und Eva" angefangen werden.
    Sie haben ihre Tätigkeiten in ihrem Arbeitsvertrag drinstehen und sind damit rechtlich abgesichert. Es gibt eine Aufgabenorientierung, in der hinterlegt ist, was sie dürfen und was nicht. Unsere Artzhelferinnen instrumentieren auch und machen das sehr gut. :daumen:

    Da wir ein zertifizierter OP sind, haben wir ein funktionierendes QM-System. Zu diesem gehören Stellenbeschreibungen und Tätigkeitsbeschreibungen für jede Berufsgruppe, die bei uns im OP arbeitet.
    Unser Einarbeitungskonzept ist strukturiert und zeigt an, in welchem Zeitraum was gelernt sein sollte. Wir haben 6 Praxisanleiter, so dass gewährleistet ist, dass die Arzthelferinnen bei allen neuen OP´s, die sie instrumentieren einen Mentor zur Seite gestellt bekommen können.
    QM bedeutet auch ein Fehlererfassungssystem, ein Beschwerdemanagement und ein Komplikationsprotokoll.

    Bei uns wird ebenfalls gespart, aber nicht auf Kosten der Qualität und des Personals.

    Ich habe, als ich vor 22 Jahren in diesem OP angefangen habe, selber Standard´s erstellt, die seither ein fester Bestandteil unserer Einarbeitung und täglichen Arbeit sind.

    An eurer Stelle würde ich allen "Serviceassistenten" und unqualifizierten MA empfehlen ihren Arbeitsvertrag zu durchleuchten. Wenn dort nicht genau ersichtlich ist, was sie dürfen und was nicht, würde ich ihnen raten, nur das zu tun, was sie rechtlich dürfen. Antwalt auch noch draufschauen lassen
    Die PDL müsste für jeden Mitarbeiter, der im Haus tätig ist eine Aufgabenorientierung haben, damit der MA weiss, wer was er darf und was er unbedingt zu unterlassen hat.

    Habt ihr einen BR oder eine MAV? Auch diese müssten darüber Bescheid wissen. Bei uns entscheidet bei jeder Neueinstellung der BR mit.

    Ihr qualifizierten OP-Leute solltet die Ärzte auf eure Seite ziehen. Die können doch solche Zustände nicht dulden. Das ist auch für sie extrem anstrengend, immer wieder "unqualifiziertes" Personal am Tisch zu haben.
    Ihr solltet euch auf jedem Fall für diese Arzthelferinnen einsetzen und sie nach Kräften unterstützen. Setzt ein Schreiben an die Verwaltung auf, schreibt die Zustände auf und unterschreibt alle. Nur wenn ihr alles öffentlich macht (natürlich hausöffentlich),
    kann reagiert werden.

    Ich wünsche dir viel Kraft

    opjutti
     
  7. pericardinchen

    pericardinchen Poweruser

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    Es gibt sehr gute freiberufliche fachweitergebildete OP- Pflegekräfte und ansonsten würde ich Überlastungsanzeigen konsequent schreiben mit dem Team (ist oft besser) und ebenso würde ich über einen Stellenwechsel nachdenken. Ganz ernsthaft. Willst du die Mitverantwortung tragen?
     
  8. IllumiNathie

    IllumiNathie Newbie

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    Eure Serviceassisstentin (----> bei uns sind die z.B. für die Essensausgabe und die Küche zuständig) steht am OP-Tisch und reicht Instrumente an? Das kann nicht rechtens sein, oder?
     
  9. IllumiNathie

    IllumiNathie Newbie

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    Ups da oben ist was schief gelaufen.....kapier das noch nicht hier sorry :mryellow:

    Danke für eure Antworten!

    Ja ich versteh manchmal die Welt auch nicht mehr. :schraube: Das war auch früher alles nicht so, hat sich erst in den letzten 1-2 Jahren so entwickelt

    Wir sind auch zertifiziert, aber was heißt das schon. Letztes Jahr war erst Rezertifizierung, die Komission war nicht mal im OP.

    Wir bekommen hauptsächlich Arzthelferinnen, der Großteil ist ohne OP-Erfahrung Ich selbst habe nach dem Abi auch ne Arzthelferinnen-Ausbildung gemacht, weiß also was man da lernt. Anatomie schon mal nur sehr grob, und auch sonst hat man da theoretisch nicht viel Grundlage, wenn man sich selbst nicht dahinterklemmt. Viele bringen gute Eigenschaften mit, sind fleißig, umsichtig, vorausschauend, verstehen schnell, da kann man nichts sagen. Aber es ist einfach sehr anstrengend immer von Null anzufangen. Normalerweise bringt man ja hauptsächlich das praktische Wissen bei....aber so muss man auch sehr sehr viel Theorie beibringen, die sie normal in der Ausbildung lernen. Spricht Anatomie, Krankeitslehre, Grundlagen im OP, OP-Abläufe, Komplikationen....etc. Das geht alles unter, wegen Zeitmangel und somit stehen wirklich die "dressierten Affen" am Tisch (Es reicht ja nicht erstmal kleine Ops zu machen, nein, die stellt man dann zu Knie-TEPs, weil das so schön nach Schema-F geht). Und da wir eben keine anständigen ausführlichen Standards haben, können sie noch nicht mal nachlesen....was ja auch die Einarbeitung nicht ersetzen soll.
    Die haben aber keinen Schimmer, was sie da eigentlich gerade tun, was alles passieren kann, was sie für ne Verantwortung tragen......das kommt alles erst sehr viel später, dieses Verständnis. Noch dazu kommt, dass bei uns der Ablauf im OP, für jemanden der aus einem anderen Haus kommt sehr konfus erscheint. nicht schön eine Op nach der anderen, es werden während der Op schon die nächste gerichtet, damit die Überlappungszeit minimiert wird. Das bedeutet zu zweit im Saal, das geht fast garnicht. Wenn man dann Neue dabei hat,ist man am rödeln den ganzen Tag.
    Und durch die verschobene Qualifikationsgrundlage, müssen wir eigentlich den ganzen Einarbeitungsplan ja umkonzipieren. Einen Plan den es irgendwie nicht gibt.
    Bekommen Eure Neuen dann eine Mappe in der alles drinsteht, und die man immer wieder durchgeht? Und wir häufig werden bei euch Zwischengespräche oder Probezeitgespräche geführt?
    Habt ihr unterschiedliche Pläne für die unterschiedlichen MA?

    Unsere Serviceassistentin war urspünglich gedacht, für die Peripherie. D.h. OP-Tische richten, beim Vordecken helfen, Patienten schleusen, außenrum aufräumen etc. was sie halt so nach ihrem Stand machen dürfte. Aber so schnell konnte man gar nicht schauen, wie sie plötzlich im Saal stand und springen musste, allein. gewehrt hat sie sich nicht, weil sie sich nicht traute, und weil wir ja hofften, dass sie kurz darauf in der OTA-Schule genommen werden würde.
    Wir wurden alle schön zu Duckmäusern erzogen, keiner traut sich was zu sagen, weil er Angst vor den Folgen hat. Und da scheinbar PDL und Chefin unter einer Decke stecken, und der BR, den wir durchaus haben, sich lieber mit der Geschäftsführung/Personalabteilung öffentliche Schlachten gibt, interessiert es niemanden was eigentlich unterm Dach im Haus passiert.
    Auch die Ärzte größtenteils nicht....unsere Wirbelsäulenchirurgin findets sehr schlimm, sagt aber auch nichts. Die mosern halt die, die am Tisch stehen an. Und die Neuen wollen ja auch am Tisch stehen, die werden n Teufel tun und sich beschweren, weil sie Angst haben, dass sie dann garnicht mehr dürfen.
    Ich fühl mich grad n bissl als Einzelkämpfer.

    Ich hab mich jetzt mit der anderen Mentorin geeinigt, dass wir einfach den Einarbeitungsplan engmaschig durchgehen und ihn zusammen mit der SA unterschreiben, in was sie alles eingewiesen wurde, damit sie wenigstens irgendeinen Nachweis hat. (was ja eigentlich ein normales Vorgehen sein sollte, bei den Schülern wirds ja auch so gemacht.)

    Und ich hoffe so, dass sie den Ausbildungsplatz bekommt!!
    Es wäre ihr zu wünschen!
    Wir bekommen ja keine Fachkräfte, angeblich bewerben sich keine. Deswegen bleibt uns fast nichts anderes übrig, als den zu nehmen, den wir bekommen. Aber dann müssen die Rahmenbedingungen stimmen....und das tun sie leider nicht. Aber wessen Aufgabe ist das, das zu regeln...eigentlich nicht meine.

    Überlastungsanzeige wurde letztes Jahr mal geschrieben, als ein Arzt instrumentieren musste, weil wir zu wenig Personal waren. Was wir laut Stellenplan aber nicht sind, wir sind sogar drüber. Die Überlastung wurde von der Geschäftsleitung dann auf die Urlaubszeit geschoben.

    So jetzt aber genug geschimpft. Lieber auf zu neuen Taten :mryellow:
    Schönen Arbeitstag euch!:flowerpower:
     
  10. IllumiNathie

    IllumiNathie Newbie

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    Unser Betriebsrat lehnt freiberufliche Kräfte ab....:schraube:
    Zwei meiner Kolleginnen machen sich dieses Jahr selbständig und haben angeboten, sich vom Haus buchen zu lassen wenns bei uns knapp wird. Der BR lehnte dies ab, und es dürfen in Zukunft im ganzen Haus keine Freiberufler eingestellt werden. Den Grund dafür habe ich nicht ganz verstanden.
     
  11. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Ich könnte mir nur denken, dass man befürchtet, dass das Personal weiter geschrumpft wird und man für Arbeitsspitzen dann Freiberufler holt, die man schnell wieder los werden kann.

    Elisabeth
     
  12. opjutti

    opjutti Poweruser

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    Hallo illimiNathie!

    Das verstehe ich jetzt aber nicht:
    Ihr seid zertifiziert und keiner prüft nach, ob bei euch die Standard´s eingehalten werden, die Arbeitsabläufe passen und die Arbeits- und Verfahrensanweisungen auf dem neuesten Stand sind.

    Bei uns wird alle 2 Jahre re-zertifiziert und das Jahr dazwischen wird auditiert (ebenfalls mit Prüfern), was bis zur Re-zertifizierung gemacht werden sollte und was passt.
    Bei uns werden bei der Zertifizierung das Einarbeitungskonzept auf Durchführbarkeit geprüft, die Fort-und Weiterbildungsmassnahmen für die Mitarbeiter nachkontrolliert. Desweiteren werden die Organisationsabläufe getestet.
    D. h., bei uns wird vom Einschleusen des Patienten über die Narkose bis zur Operation alles vom Prüfer begleitet und der schaut nach, ob es so gemacht wird, wie es niedergeschrieben steht.
    MPG und Arbeitssicherheit sind ebenfalls Punkte die geprüft werden.
    Die Prüfer schauen sich den Dienstplan an und ob auf diesem ersichtlich ist, wer welche Ausbildung hat. Sie prüfen die Aufgabenorientierungen jedes Mitarbeiters auf Richtigkeit und ob jeder auch nur das macht, was in seiner Aufgabenorientierung drinsteht.
    Unsere Zertifizierung dauert 2 Tage (mit Schnittstellen) und dort wird alles geprüft.

    Zum Thema Einarbeitungskonzept:
    Unsere neuen MA bekommen einen Hefter, in dem das Einarbeitungskonzept abgeheftet ist. Dort sind die Tätigkeitsberichte für den Springer und für die Instrumentierenden und das Tagesprofil (unser Arbeitsablauf) zur Orientierung aufgeschrieben. Auf Listen wird alles, was der neue MA gelernt hat, von der Telefonliste bis zur MPG-Einweisung per Handzeichen vom Mentor und von neuen MA abgezeichnet.

    Gespräche führen wir am ersten Tag, um dem MA nochmal die Räumlichkeiten, den Dienstplan und den Tagesablauf zu zeigen,
    nach 3 Monaten und vor Ablauf der Probezeit im 5. Monat.

    Unsere neuen MA bekommen einen Praxisanleiter zur Seite gestellt, der sie begleitet, bis sie selbständig arbeiten können. An den Tisch kommt man bei uns erst nach einem 2-wöchigen Sterieinsatz, dieser findet nach 2 Monaten statt. Nach dem Sterieinsatz geht es, wieder mit Praxisanleiter an den Tisch. Angefangen wird je nach Qualifikation mit kleinen (ASK, Fuss o.ä.) OP´s oder bei MA mit Erfahrung auch mal mit einer Hüfte, weil diese OP sehr standardisiert abläuft.
    Ich führe über alle Einsätze der MA ein Tagesliste und übertrage diese in eine Auswertung für jeden MA, so dass wir Leitungen immer sehen können, auf welchem Stand der Einarbeitung der MA sich befindet.
    Unsere PA sind sehr motiviert, so dass bei uns auch Trockenübungen durchgeführt werden.

    Ich kann dir nur raten, reibe dich nicht auf. Wenn du von deiner Leitung keine Unterstützung bekommst, such dir etwas anderes. Du bist nicht für die Organisationsmängel deines Hauses zuständig.
    Allerdings, wenn du eine Praxisanleiterweiterbildung hast, vertrete deine Rechte und auch Pflichten als PA. Und dazu gehört nun mal eine gezielte Weitergabe und Wissensvermittlung an neue und unerfahrene MA. Und dafür muss dir die Zeit gegeben werden.

    Noch Fragen: Was hat eure Serviceassistentin für eine Vorbildung? Lohnt es sich für dich deine Energie in sie zu stecken und sie zu fördern?

    Alles Gute und schau, was sich für dich für Wege eröffnen. Vielleicht schaffst du es, mit einem guten Konzept auch deine Geschäftsführung davon zu überzeugen, wie wichtig es gerade im OP ist, neue MA eine anständige Einarbeitung zukommen zu lassen.

    LG opjutti
     
  13. IllumiNathie

    IllumiNathie Newbie

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    @ opjutti
    Bei euch ist das alles aber sehr schön strukturiert. Danke für deine Antwort!! Ich stecke nur deswegen so viel Kraft da hinein, weil ich von diesem "Saal-klar-machen" wegkommen will. Das ist auf Dauer echt anstrengender als eine anständige Einarbeitung. Die Neuen werden die ersten paar Wochen schon mit erfahrenen im Saal eingeteilt, aber dann irgendwann, lässt man sie allein rumspringen.Dann sind sie Saal-klar und können dann zwar das Grobe, laufen aber mit einem gefährlichen Halbwissen herum und entwickeln sich nicht wirklich weiter.
    Ja zum Thema Zertifizierung: Es war eine Rezertifizierung, eine Komission ist 2 Tage durchs Haus gelaufen aber bei uns waren sie nicht. Wir wurden darauf vorbereitet, dass die kommen könnten, aber es war von Anfang an unklar...fand es auch komisch.

    Unsere Serviceassistentin hat KEINERLEI medizinische Vorausbildung. Sie hat sich wie gesagt letztes Jahr für die OTA-Ausbildung beworben, aber keine Stelle bekommen und will es dieses Jahr wieder versuchen. Das ist aber noch bis Oktober hin.....Sie ist sehr motiviert, und bringt alles mit was man für den Beruf braucht. Aber, sie ist auch sehr einsichtig und will selbst abgesichert sein.

    Wir reden nochmal mit dem Betriebsrat. Kann ja nicht sein, dass er Freiberufler ablehnt, weil da das Haus angeblich nicht rechtlich abgesichert sei, aber sowas lässt er durchgehen.

    @Elisabeth
    Ja das dachte ich auch schon, vielleicht will der BR damit nur verhindern, dass garkeine neuen Mitarbeiter mehr gesucht werden, weil man ja alles im Notfall mit Leiharbeiter abdecken könnte....

    Naja ich wünsche euch einen wunderschönen Feierabend udn eine erholsame Nacht:schlafen:
     
  14. opjutti

    opjutti Poweruser

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    Was bedeutet: Saal-klar-machen?

    LG opjutti
     
  15. pericardinchen

    pericardinchen Poweruser

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    7. Semester Pflegepädagogik
    Die Begründung liegt darin, dass man als Freiberufler nicht bei dem vorherigen AG freiberuflich tätig werden darf, da ihm damit ganz eindeutig und verständlich suggeriert wird die Sozialversicherungen einzusparen. Dies würde dann für diese ehemaligen Kollegen die ganz sichere Scheinselbständigkeit bedeutet. Ein absolutes no go! Es ist am Besten immer 1-2 Jahre abzuwarten. Am Besten länger, um den ehemaligen AG ggfs. als Kunde zu aquirieren. Ich empfehle dahingehend auch ganz klar die Finger davon zu lassen. Ob Dein AG grundsätzlich Freiberufler ablehnt sei dahingestellt. In diesem von Dir berichteten Falle ist die Sachlage glasklar, weshalb der BR und der AG ablehnt. Dies zeigt mir als Freiberuflerin, dass sie sich mit der Materie beschäftigen und das dort kein Hopfen und auch kein Malz verloren zu sein scheint.
    Schreib mir doch bitte mal eine PN und nenne mir bitte die Klinik. Merci!
     
  16. IllumiNathie

    IllumiNathie Newbie

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    Das bedeutet, dass die ersten paar Wochen eine Einarbeitung stattfindet, bis die Neuen sich eben auskennen und man sie im Saal allein springen lassen kann und sie die wichtigsten Sachen können. Aber dann kümmert sich keiner mehr drum.wahrscheinlich nicht mal absichtlich. Und wenn ich dann mal nachhake, dann merkt man wieviel Defizite eigentlich da sind und wie oft der Satz fällt...."Das hat mir noch keiner gesagt/erklärt". Weil es leider auch einige im Team gibt, die keine Lust auf Einarbeitung haben und die offizielle Mentorin nicht immer da ist und ich sehr viel am Tisch stehe.
    Sofern sie nicht von selbst ankommen und nachfragen, und das tun manche, wenn sie im Alltagsstress mit sich beschäftigt sind, eben nicht, wird nicht mehr weiter in die tiefe gegangen. Deswegen das Halbwissen. So entwickeln sie sich wie gesagt weniger und langsamer weiter als sie könnten, wenn alle an einem Strang ziehen würden.
    Aber so lange sie im Saal einigermaßen zurecht kommen,also "Saal-klar" (blöder Ausdruck vielleicht) sind, interessiert es kaum einen. Und dadurch haben wir aber einige MA verloren, weil sie überfordert und unmotiviert wurden.
    Und diese Abwärtsspirale und ständige Fluktuation gilt es endlich zu stoppen. Eben weil wir mitlerweile nur noch neue MA ohne jegliche Vorkenntnisse bekommen. Und weil ich eigentlich lauter nette neue Kolleginnnen hab, und wir uns alle super verstehen. Das ist ja auch nicht so alltäglich, und schade um Jede die geht. Und da ich im eigenen Stamm-Team eben irgendwie schwer voran komme, wollte ich mich einfach mal hier melden, mal mit jemandem reden der einfach nicht drinsteckt im Debakel.....manchmal braucht man mal ne andere Sicht auf die Dinge, weil man sich verrennt, von jemandem von außerhalb. Dann gehts wieder besser voran.....:cheerlead:

    :smoking:

    LG
    IllumiNathie
     
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