Unnötiges Blutdruckmessen

Dieses Thema im Forum "Fachliches zu Pflegetätigkeiten" wurde erstellt von Pierre25337, 03.06.2009.

  1. Pierre25337

    Pierre25337 Junior-Mitglied

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    Hallo!
    Wie oft wird bei Euch auf den Stationen bei den Patienten der Blutdruck gemessen? Gibt es dafür Anordnungen oder geschieht es einfach nur, weil es "ein Ritual" ist? Welche Regeln werden zugrunde gelegt für die Häufigkeit des Blutdruckmessens, wenn keine Anordnung vorliegt?

    Danke für die Antworten!
     
  2. Binca

    Binca Junior-Mitglied

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    Hallo Pierre,:nurse:
    RR-Messungen unterliegen der ärztlichen Anordnung. Deshalb werden bei uns nur Messungen durchgeführt, die auch angeordnet wurden, es sei denn, es tritt eine Akutsituation ein. Früher wurden bei alle Patienten 1xtgl. Messungen durchgeführt.

    LG Binca
     
  3. sommerwolke

    sommerwolke Stammgast

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    hallo zusammen.
    RR-messungen unterliegen der ä.A.??? ist es nicht im ermessen der jeweiligen schwester (keine notsituation), ob sie vitalzeichen mißt und damit den RR oder nicht? das ist mir neu:eek1:
     
  4. Binca

    Binca Junior-Mitglied

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    Ja, bei uns werden nur nach ärzlicher AO Messungen durchgeführt. Und die Schüler, die zu uns kommen, lernen es auch so in der Schule, das dafür eine AO in der Doku vorhanden sein muß. Bei Prüfungen müssen die Schüler diese AO auch immer ihren Lehrern vorweisen können, um dann zu dokumentieren.:-)

    LG Binca
     
  5. indy J

    indy J Poweruser

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    Hallo

    Kommt natürlich ein wenig auf die Station an. Allgemein wird bei uns jeden Morgen gemessen, außer vielleicht bei fitten Patienten, die man morgens schon nicht mal mehr im Zimmer antrifft.
    Nach Arztanordnung wird dann 2 - 6 mal täglich gemessen. Bei auffälligen Werten wird natürlich auch nachgemessen.

    Ich empfinde es nicht als ein Ritual, was man nur aus Gewohnheit macht. Der RR ist nun mal ein Vitalwert, der u. U. sehr aussagekräftig sein kann, auch im Verlauf betrachtet.
     
  6. Teilzeitschwester

    Teilzeitschwester Poweruser

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    die Anordnung der RR Kontrollen ergeben sich aus der PPR Einstufung (S-Kategorien-Parameterkontrollen)
    an derr Klinik in der ich tätig bin wurde,nach einigen Jahren Pause-jetzt wieder mit der PPR Einstufung begonnen. :knockin:
    So rückt vlt die Wichtigkeit der schriftlichen Anordnung wieder ins rechte Licht.
     
  7. mAr

    mAr Newbie

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    Hallo zusammen!
    Meine Erfahrungen sind unter anderem Folgende: Auf den Stationen der "Inneren" wird das RR-Messen durchaus von den Ärzten angeordnet (meist 3-5mal/tägl). Man bedenke dass die Patienten dort ja meistens wegen Problemen bezüglich Herz-Kreislauf aufgenommen sind. Ich arbeite jetzt auf einer chirurgischen Station. Bei uns wird nicht automatisch bei jedem Pat. RR gemessen. Natürlich am OP Tag z. B. vor der ersten Mobilisation, wenn Pat. Schmerzkatheter haben usw. Uns ordnen die Ärzte nur in seltenen Fällen die regelmäßige RR-Kontrolle an.
    Wenn ein Pat. aber z. B. über Schwindel klagt, messe ich ja automatisch die Vitalzeichen, auch ohne Arztanordnung. Nicht zuletzt zu meiner eigenen Sicherheit....

    :flowerpower:
     
  8. Julien

    Julien Poweruser
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    Es muß ja nicht immer wörtlich in der Anordnung stehen. Vor OPs zum Beispiel könnte es auch einfach im dazugehörigen Standard stehen. Und dann denk ich immer, daß den Patienten beobachten und fragen, wie er/sie sich fühlt, manches Nachmessen ersparen kann...
     
  9. Lin

    Lin Poweruser

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    Die erste Frage des Arztes wäre sowieso: "Wie hoch ist der Blutdruck?"
    Ich habe auch noch nie gehört, dass RR nach AVO gemessen wird.
    Es werden bei uns auch nicht alle Pat. gemessen, kommt auf das Befinden des Pat. an und natürlich seinen Erkrankungen bzw. Therapien.

    Gruß,
    Lin
     
  10. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Dies ist eine eindeutige Fehlinformation. Die PPR gibt nicht vor, welche Werte erhiben werden müssen/ sollen: quantitative oder qualitative. Ich empfehle stets zum "Punktesammeln" nicht nur die Messungen zu wählen. Man kann auch andere Parameter hinzunehmen: z.B. Bewußtseinslage, Orientierung, Übelkeit, Schmerzen, Schwitzen, usw..

    Bei den beliebten AO zum RR-Messen in der Inneren fällt mir immer der Satz ein: Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn. Wie oft werden unter diesen Vorgaben wohl Blutdruckveränderungen beobachtet bzw. nicht beobachtet?

    Elisabeth
     
  11. Joerg

    Joerg Poweruser

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    Ach, echt? Also bei uns auf der Gastroenterologie haben die wenigsten Herz-Kreislaufprobleme. Ausnahme vieleicht ein akute GI-Blutung.
    Trotzdem setzen die meisten Ärzte, rein aus Gewohnheit 3mal tgl. RR Messungen an.
    Meist wird, wenn die Werte i.O. sind von uns das Ganze auf einmal reduziert, denn es interessiert den ärztl. Dienst ohnehin net.
    Das Ganze haben wir schon sehr oft "getestet".
     
  12. flip888

    flip888 Newbie

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    Hallihallo!
    RR Kontrollen reichen alleine nicht aus, um die Patienten in höhere PPR Stufen ein zu kategorisieren. Dazu sind immer noch andere Boabachtungen notwendig und auch zu dokumentieren.
    Ansonsten sind bei uns die Mindesthäufigkeit der RR Kontrollen auch ärztliche Anordnung......jedoch werden bei allen mindestens einmal täglich Vitalwertkontrollen durchgeführt. Wir sind sowohl Innere als auch Chirurgie
     
  13. Fast1engel

    Fast1engel Junior-Mitglied

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    Moin @ all,

    :mrgreen: Stimmt- unsere Internisten haben routinemäßig IMMER 3- 6 x RR aufgeschrieben- selbst wenn der Patient mit einem Erysipel kam und keine sonstigen Begleiterkrankungen hatte :gruebel:

    Erste Runde wurde natürlich gemacht, BEVOR die Pat. ihre RR- Medikation hatten, was dann zu einem nicht unerheblichen Verbrauch an Bayotensin akut (R) führte

    Richtig aussagekräftig ist doch eh meistens erst eine 24- h- Messung. Die meisten Antihypertonika werden bei uns aufgrund einer solchen Messung angesetzt, denn wie will ich sonst zB eine fehlende Nachtabsenkung erkennen? Der Patient und ich als Schwester würde mich bedanken, wenn ich alle halbe Stunde bzw. noch öfter bei ihm stehen würde...

    Meistens ist das Blutdruckmessen im täglichen Ablauf doch ein mehr oder weniger geliebtes Ritual- was mehr oder weniger konsequent durchgezogen wird. Ich kenne mehr als genug Kollegen, die einen Wert eintragen und wenn man den Pat. fragt, wann gemessen wurde, dann guggt der einen mit großen Augen an...

    Mich würde mal interessieren, ob es Untersuchungen dazu gibt, unter welchen Umständen eine Hypertonie diagnostiziert wird- und wie sinnvoll solche rituellen Messungen sind. Wenn jemand da also eine Info zu hat, würde ich mich freuen :-)

    Liebe Grüße vom
    Fast1Engel
     
  14. Leann

    Leann Stammgast

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    Bei Aufnahme wird gemessen ansonsten nur wenn es dem Pat. nicht gut geht.
     
  15. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Ich kenne einen Zivi der das gemacht hat, aber bei einer Fachkraft erwarte ich das so etwas NICHT vorkommt!

    Unglaublich...


    OnTopic: Die 3x RR-Anordnungen reduziere ich nach ein paar Tagen auch nach Gutdünken.
    Ansonsten ist das "Jeder wird täglich gemessen" abgeschafft worden. Nur nach Anordnung.

    Irgendwo hab ichs grad gelesen, RR vor dem Med-Einnahme, usw.
    Auch morgens, VOR der Med Einnahme darf der RR nicht 220/120 sein. Auch das ist nicht erwünscht, und somit macht die Messung dort ebenso Sinn.
     
  16. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Also doch Routine.Messung gemäß: auch ein blindes Huhn... ?

    Oder vielleicht doch die Symptome vom hohen Blutdruck kennen und dann handeln? Dein wert entspricht einer hypertensiven Krise- auch da gibts Symptome.

    Wer kennt von den Pflegepersonen schon die Nebenwirkungen mancher Medis bzw. die Symptome von Nebenerkrankungen? *grübel* Wahscheinlich ist es wirklich besser, man ordnet die RR- Messungen an. Da geht man wahrscheinlich sicher, dass vielleicht das eine oder andere Problem schneller erkannt wird.

    *argh*

    Elisabeth
     
  17. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Liest du bitte mein ganzes Post - und nicht nur meine Reaktion auf eine andere Aussage...
     
  18. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Du hast mich mit deinem Posting erst auf den Gedanken gebracht, dass es ebdn doch nicht einfach ist als Pflegekraft zu entscheiden, wann was korrekt ist und das es wohl besser ist auf das Wissen des Arztes zu vertrauen.

    Ist als nicht als Angriff gegen deine Aussage zu sehen. Hab bloß mal wieder "laut" gedacht. Entschuldige.

    Elisabeth
     
  19. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Ich meinte nur, eine Messung ist VOR der Med-Einhame genauso sinnig, wie danach. Oder eben genauso unsinnig.

    Nach deinen Gedanken müsste 2stündlich eine Messung erfolgen. Zu jeder Tageszeit.
    Dafür gibts 24h-Messgeräte.

    Entschuldigung angenommen ^^
     
  20. Jacaranda

    Jacaranda Stammgast

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    Es gibt auch hohe RR-Werte ohne Symptome!!!!! Hoher RR tut nun mal (leider)nicht weh(oder muss nicht wehtun) so sagen sogar die Laien.
     
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