Unglückliche Situation - Rat?

Dieses Thema im Forum "Talk, Talk, Talk" wurde erstellt von abc_nurse14, 13.05.2015.

  1. abc_nurse14

    abc_nurse14 Newbie

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    Hallöchen ihr Lieben,

    ich, stille Leserin, bin nun registriert. Da ich mich aktuell in einem Tiefpunkt befinde brauche ich nun euren Rat oder Tipp...

    Zum Ursprung: vor ca. 5 Jahren bin ich aus einem kleinem Dorf 500 km in den Norden nach Hamburg gezogen. Ich war zu dem Zeitpunkt 18, wollte in die große weite Welt und habe mich dann für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in einem kleinen Krankenhaus am Rande von Hamburg entschieden. Eine Erfahrung die ich nie bereuen werde.

    Mittlerweile bin ich eine staatlich examinierte Krankenschwester, ich habe in einem der größten Maximalversorgungs-Krankenhäuser in Hamburg gelernt. Ebenfalls eine Erfahrung die ich nie bereuen werde, dass Glück zu haben, so viele Fachbereiche zu sehen und in so vielen zu arbeiten...

    Seit über einem Jahr bin ich nun examiniert, mich hat es nach meinem Examen zurück in das Krankenhaus gezogen, wo ich mein FSJ gemacht habe. Dort hat es mir bis jetzt am Besten gefallen. Das Arbeitsklima, die Kollegen, usw.

    Ich bin dort auch überwiegend immer glücklich gewesen, doch leider kann ich das seit ca. 3 Monaten überhaupt nicht mehr sagen...

    Die "ältere" Generation verabschiedet sich so langsam, es kommen immer neue Kollegen. Natürlich alle ziemlich jung, somit auch vermehrt Lästereien, usw. Wir haben 4 offene Vollzeitstellen... das ist Arbeit, die wir, die eh schon arbeiten noch mehr ausgleichen müssen...

    Man merkt, dass das Arbeitsklima immer mehr nachlässt: motivationslos, Streitereien.
    Supervision hat irgendwie nichts gebracht. Hinzu kommt die Unzufriedenheit von Kleinigkeiten... Dienstplan, Schichtdienst, oft Schichtwechsel, usw.

    Dann häufen sich noch die privaten Sachen: Wohnung ist zu klein. Eine Größere in Hamburg ist fast unbezahlbar. Meine Freunde, die ich hier kennengelernt habe, verabschieden sich so langsam wieder zurück in die Heimat (Berlin, Rostock, usw.)

    Hinzu kommt, dass ich seit über einem halben Jahr einen Freund habe, der in meiner ehemaligen Heimat wohnt. Natürlich kann man sich dies nicht aussuchen, aber in den 5 Jahren, die ich nun hier bin, wohnt meine Mutter und meine Schwester (mit Kind + Freund) ebenfalls in Hamburg und Umgebung.

    Ich spiele mit dem Gedanken, Hamburg zu verlassen. Zurück in die Heimat bzw. dort in die Nähe. Ich möchte mich beruflich weiterentwickeln.

    Ich möchte gerne eine große bezahlbare Wohnung, ich möchte gerne eine Intensiv-Weiterbildung machen. In einer großen Uni-Klinik arbeiten. Quasi wieder von neu anzufangen... Aber dort habe ich dann auch meine Familie nicht mehr... Meine jetzige Fernbeziehung ist auch nervenraubend... aber daran will ich mich nicht festklammern. Möchte dann dort meine eigene Wohnung...

    Kennt ihr sowas? Habt ihr sowas schon mal durchgemacht? Habt ihr schon mal so einen Neustart hingelegt?

    Eine Phase?
     
  2. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Irgendwann muss man sich abnabeln bzw. muss sich entscheiden, was man will im Leben.

    Elisabeth
     
  3. Kalimera

    Kalimera Poweruser

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    Möchtest Du einen Neustart, weil die Arbeitsbedingungen schlechter geworden sind? Oder weil Dein Freund dort ist? Oder weil Du eine größere Wohnung dort scheinbar bezahlen kannst? Oder, oder...

    Ein Neustart kann gut sein, muss oftmals auch sein. Er wird m.M. nach aber nicht gelingen, wenn Du erhoffst dadurch etwas zu finden, was Du evtl. gar nicht finden kannst. Darum würde ich mir gut überlegen was Dein Ziel ist bei einem Neustart, was ist Deine Motivation? Im zweiten Schritt dann natürlich was Du bereit bist dafür aufzugeben, ob Du den "Preis" bereit bist zu zahlen, es Dir das wert ist, denn irgendetwas gibt es immer, was einem in der momentanen Umgebung doch gut gefällt und man ungerne aufgeben möchte.

    Hamburg bietet arbeitstechnisch und weiterbildungstechnisch nun nicht gerade wenig. Ob das bei Dir eine vorübergehende Phase ist kannst nur Du wissen und herausfinden. Einen Neustart schaffen ist sicher das kleinste Übel... hast Du schon zweimal gemacht, warum sollte es nicht auch ein drittes Mal gelingen?

    Mir helfen bei solchen Entscheidungen immer Listen wie: was nervt? Was muss ich ändern, wie kann ich es ändern.? Dann überprüfen, ob die angedachten Änderungen auch wirklich das ändern was ich möchte. Was gebe ich auf, wenn ich etwas verändere, usw...

    Letzten Endes nichts anderes als die bekannte Pflegeplanung. Problem, Maßnahme, Ziel und Ressourcen. Ob eine solche Vorgehensweise für Dich eine Möglichkeit bietet weiß ich nicht. Mir persönlich hilft bei solchen "Phasen" immer die Ratio, weil der Bauch mich keinen Schritt weiter bringt.

    Eine, in meinen Augen weise, alte Patientin sagte mir kurz nach meinem Examen mal: Es gibt nichts Schlimmeres als im Alter über verpasste Chancen nachzudenken. Fließt bei all meinen Überlegungen über Veränderungen in meine Gedanken mit ein: "Könnte es sein, dass ich später einmal darüber nachgrübele was gewesen wäre, wenn ich dieses oder jenes jetzt nicht tue?"
     
  4. abc_nurse14

    abc_nurse14 Newbie

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    Vielen lieben Dank für deine Antwort, Kalimera!

    Nicht direkt wegen meinem Freund, eher der Gedanke, dass man das ganze dann mit dem verbinden kann. Die Mieten sind dort billiger, ich wäre nahe bei ihm und könnte dort neu starten, mit Glück auf einer ITS o.ä. einen Job zu ergattern... Und hoffen, dass sich der Personalmangel dort in Grenzen hält.

    Ich dachte erst es ist eine Phase... aber die zieht sich ja nun leider schon über Monate.

    Vielleicht ist die "Phase" auch in ein paar Wochen oder Monaten vorüber, ich weiss es selber momentan leider nicht.

    Vielleicht sollte ich eine Pro- & Kontra-Liste anlegen.

    Oder wie du sagtest, eine "Was-nervt-Liste".
     
  5. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Palliativstation, Bildungszentrum
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    Praxisanleiterin, Bachelor of Nursing, M.A. Pflegewissenschaft
    Mir half bei solchen Entscheidungen bisher, mir einen bestimmten Zeitraum zur Entscheidungsfindung zu gestatten, mir also eine Deadline zu setzen. Damit wollte ich sicherstellen, dass ich nur aus einem augenblicklichen Tief heraus handele - denn die kommen immer mal vor.

    Außerdem klärt sich manches in Gesprächen mit Unbeteiligten. Einmal hat ein Verwandter, mit dem ich keinen engen Kontakt habe, den Finger zum richtigen Zeitpunkt in die Wunde gelegt; ein anderes Mal hat mir Einzelsupervision geholfen.
     
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