Unerfahrene Ärzte - wie soll man die ernst nehmen?

Dieses Thema im Forum "Talk, Talk, Talk" wurde erstellt von Lana86, 03.06.2011.

  1. Lana86

    Lana86 Junior-Mitglied

    Registriert seit:
    26.02.2008
    Beiträge:
    61
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Gesundheits- und Krankenpflegerin
    Akt. Einsatzbereich:
    Nephrologie
    Hallo,
    meine Frage ist, wie geht ihr mit sehr jungen und unerfahrenen Ärzten um?
    Ich arbeite in eine Universitätsklinik auf einer nephrologischen Station, wir haben die meiste Zeit sehr junge(25-28j) und vor allem sehr unerfahrene Ärzte als Stationsärzte die bestimmte Patientengruppen übernehmen.

    Das Problem das ich habe das die Ärzte oft so unerfahren und so ahnungslos sind das mir teilweise die Spucke wegbleibt. Ich bin selber 25 Jahre alt und seit 4 jahren examiniert, aber teilweise hab ich das Gefühl mehr Ahnung von den Krankheitsbildern zu haben als sie.

    Es werden endoskopische Untersuchungen mit PE angeordnet wenn der Pat. gerade Thrombos von 25000 hat, natürlich wird der Pat unverrichteter Dinge wieder hoch geschickt aber musste er dann wirklich die ganze Colovorbereitung über sich ergehen lassen damit die Untersuchung auf die nächste Woche verschoben wird.

    Es werden Nachrichtenzettel vom Nachtdienst( stellt Medis) ignoriert in denen steht das ein bestimmtes Medikament nicht gelistet ist und wir es dadurch nicht bestellen können. Dadurch bekommt der Pat Tagelang das Medikament nicht. Bis der Arzt nach dem man ihn täglich 2-3 mal anspricht mal reagiert.

    Der Höhepunkt war als heute bei einen agressiven dementen Patienten die Ärztin mich fragt was mann ihm den geben kann, meine Antwort war das wir solchen Patienten im Akutfall Tavor expidet geben.
    Sie: Wird er das schlucken
    Ich: Es muss ja nur im Mund zergehen wobei ich in seinen jetzigen Zustand nicht in die nähe seiner Zähne kommen will.
    Sie: Würde er ein Saft trinken?
    Ich: vielleicht den auf Schnäpschen reagiert er aus alter gewohnheit und trinkt sie.
    Sie: Dann nehmen wir wohl Atosil,das soll auch gut sein,kann mann das mit Wasser verdünnen und habt ihr das da?
    Ich:Ja haben wir (hol Flasche aus dem Kühlschrank)
    Sie: Wieviel soll ich denn ihm geben?
    Ich: Das übersteigt wohl meine Kompetenzen, da musst du schon kucken wievel mg er haben soll.

    Wie soll ich denn mit sowas umgehen? Ich weiß schon mal das ich Menschen die ich gerne hab nie auf diese Station lassen würde außer er ist Privat versichert.

    noch ein Beispiel ist mir gerade eingefallen, ein junger Arzt ordnet 2 Amp. "Foskavir" an ohne auf die mg zu achten....eine Kolegin hat ohne nach zu denken das angehangen und jeder der das Medikament kennt weiß das es sehr nierentoxisch wirken kann. Der Pat. hat die 12!!! fache Menge bekommen die er gebraucht hätte und ob er dadurch seine "neue" Niere verloren hat bleibt für immer verborgen.........

    Es ist mir einfach manchmal zu viel, ich muss an die Pflege und "unseren" Ablauf denken aber gleichzeitig muss ich die Ärzte "überwachen" wenn ein Pat. ein Kalium vin 2.6 hat und der Arzt macht sein hacken drunter, kann ich das natürlich ignorieren wie die meisten älteren Kollegen mir das raten.
    Aber das kann ich nicht, vielleicht liegt es daran das ich erst seit fast 1 Jahr auf der Station bin, vielleicht auch daran das mein Examen "erst" vier Jahre her ist.

    Aber eins habe ich mir geschworen das sobald ich anfange gleichgültig gegenüber den Patienten werde ergreife ich eben meinen persönlichen Plan "B" aber ich kann nicht auch noch das denken der Ärzte übernehmen.

    Es ist einfach zu viel wenn ich meine Aufgaben mach dann noch die Ärzte beraten soll und natürlich auch auf ihre Fehler achten:(

    irgendwie ist das jetzt doch zu einen Ausheulthema geworden, was ich gar nicht wollte...aber man kann doch nicht die GANZE Verantwortung über die Station übernehmen....Die Älteren Pfleger sagen ich soll das nicht so ernst nehmen und die Ärzte lernen aus ihren fehlern aber ich will das ganze nicht auf den Rücken der Patienten austragen....
     
  2. aquarius2

    aquarius2 Poweruser

    Registriert seit:
    15.09.2006
    Beiträge:
    746
    Zustimmungen:
    2
    Beruf:
    Fachkrankenschwester für Anästhesie und Intensiv Studentin (Psychologie)
    Ort:
    München
    Akt. Einsatzbereich:
    Interdisziplinäre Intensivstation
    Funktion:
    Gerätebeauftragte
    Sowas würde mich auch an den Rand des Wahnsinns bringen, trotzdem: Für die Ausbildung der Ärzte bist nicht du verantwortlich!
    Haben die keinen Oberarzt, der sie anleitet und für Fragen zur Verfügung steht?
    Es gibt Pockets uber Medikamente, da steht fast alles drin, was man wissen muss. Auch die Normalwerte von Kalium oder Thrombozyten kann man als Assistenzarzt rauskriegen, Mensch, die Leute haben ein Medizinstudium absolviert, da werden die solche Sachen doch in den Griff kriegen!:motzen::evil:
    Wenn nicht dann wird irgendwann mal was richtig schlimmes passieren und sie dürfen diesen Beruf nicht mehr ausüben
    Sind alle Ärzte bei euch so oder nur einige?
    Ich würde dieses Problem bei den Ärzten lassen und mal mit eurer Leitung sprechen, die kann doch mal mit denen oder den Ober/Chefärzten reden, sowas darf nicht passieren.
    Aber leider muß ich Dir den Zahn ziehen, dass Du schlimmeres verhindern kannst, es sein denn du bist 24 Stunden, 7 Tage die Woche im Jahr auf Station... Aber das wirst du selbst nicht wollen :knockin:
     
  3. Markus23KP

    Markus23KP Stammgast

    Registriert seit:
    09.08.2006
    Beiträge:
    247
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Krankenpfleger, Praxisanleiter ;Rettungssanitäter
    Ort:
    Nähe Würzburg
    Akt. Einsatzbereich:
    Allgemeinchirurgie Normalstation
    Funktion:
    Praxisanleiter seit 03/13 , Aroma Experte Aromapflege
    Herzlich willkommen bei mir auf Viszeralchirurgischer Normalstation einer Uni Klinik...!

    Bei uns ist es ganz genau so! Sogar die Beispiele passen! Bei uns aktuell Problem (Abgesehen von dem massiven Unwissen der Jungen Doc´s): Frischoperierte Patienten die über Tage kein Niedermolekulares Heparin erhalten weil die Doc´s mich und die Kolleginnen über Tage ignorieren bei den Bitten nach Anordnungen! Bis wieder mal ein Pat. eine Lungenembolie schießt, dann bekommen die jungen Doc´s von OA und Prof auf den *** , es wird 2 Wochen besser bis wir wieder am Ursprünglichen Problem ankommen...

    Ich bin keiner von den Alten Kolleginnen, die ignorieren das Anordnungsproblem und Inkompetenzproblem Komplett (mit Ausnahme Leitung) und keiner von den ganz neuen denen das egal ist ( da Sie dann weniger Arbeit haben) sondern wir sind 5 Leute zwischen 27 und 30 Jahren die den "Kern" des Teams bilden... Und wir machen das so: 2 Tage lang in Früh und Spät weisen wir die Doc´s drauf an, am dritten Tag dokumentieren wir die ignorierten Bitten für Anordnungen, unterschreiben und überreichen an den Stationsoberarzt. Wenn sich am 4 ten Tag nichts tut, funken wir für jeden Pups den Diensthabenden an (und zwar den erfahreneren Assistenzarzt mit ca. 30-35 Jahren Alter)... Der betroffenen beklagt sich dann in der Morgenbesprechung beim Prof und den OA´s über die Probleme auf Station und dann wird es auf Station für einige Zeit deutlich besser. Wobei es in der letzten Woche einen Lichtblick gab... Ein 28 Jährigen Arzt der übergenau Anordnet seit er einmal nach unserer Methode "Erzogen" wurde... 3 Stunden Kurvenvisite am Nachmittag sind keine Seltenheit! Bei jedem Patient steht ein ausführliches Gespräch mit der Bereichspflegekraft bevor, dann schreibt der Doc mind. 5 Zeilen im Anordnungsbogen (Auch über aktuellen Zustand, etc...) und fragt uns nach was wir brauchen an AO´s, was wir von dieser oder jener AO halten und ist dankbar für diese Hilfe!

    Also Durchhalten...
     
  4. himbeerchen1

    himbeerchen1 Newbie

    Registriert seit:
    03.06.2011
    Beiträge:
    6
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    DKKS
    Akt. Einsatzbereich:
    Neonatologie
    ich denke das ist ein typisches uniklinik-problem. bei uns ist es nämlich genauso.

    :hippy:
     
  5. dieter70

    dieter70 Gast

    In den letzten 17 Jahren ist es mir auch schon diverse male schlecht geworden, weil plötzlich auf eine Frage eines unerfahrenen Arztes fundierte Diagnostik- und Therapievorschläge von mir erfragt wurden... wenn es um einfache Wundbehandlungskonzepte geht, lass ich mir das ja noch gefallen, aber bei allem darüber hinaus, gebe ich schon zu verstehen, dass ich für die Pflege zuständig bin.
    Ich glaube einfach, dass es grundsätzlich ein Problem der praktischen ärztlichen Ausbildung ist. Es gibt kein wirkliches System einer Praxisanleitung so wie bei uns.
    Solange Studierende und junge Ärzte keine gründliche, klinische Begleitung erfahren, bleibt ihnen nur die Lernmethode "Versuch und Irrtum", das kann am Krankenbett tödlich enden.
     
  6. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

    Registriert seit:
    29.05.2002
    Beiträge:
    19.812
    Zustimmungen:
    167
    Beruf:
    Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
    Akt. Einsatzbereich:
    Intensivüberwachung
    Vor vielen, vielen Jahren begab es sich, dass der junge hochmotivierte Doktor auf eine Station kam. Dort wurde er von einem altgedienten Stationsarzt mit viel Erfahrung begrüßt mit den Worten: Herzlichen Glückwunsch zum bestandenen Studium und jetzt lernst du, wie man Leute gesund macht... oder auch nicht.

    Es war einmal... und leider sieht es heute ganz anders aus. Der Stationsarzt wurde weggespart. Der JungDoc muss sich alleine durchwuseln. Dem einen gelingt es besser, dem anderen schlechter.

    Die Idee mit dem OA greift nur unzureichend. Wenn du einen JungDoc hast, der nur nach oberärztl Absegnung arbeitet dürftest du ein kleines Zeitproblem bekommen. OÄ sind ja net dauerhaft auf Station und damit jederzeit verfügbar.

    Btw. hier wird über den unerfahrenen Arzt geschimpft, der sich Hilfe bei der erfahrenen PK holt... in anderen Threads gehts dann wieder um Ärzte, die net auf die erfahrenen PKS hören. Die einen wollen gerne eigenverantwortlich entscheiden, wenn es um Medis geht. Die nächsten finden es eine Zumutung. Das Problem wird wohl nie zufriedenstellend gelöst werden können.

    Elisabeth
     
  7. HoneyBloom

    HoneyBloom Poweruser

    Registriert seit:
    16.02.2009
    Beiträge:
    413
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Azubine GuK
    Ort:
    Bayern
    Akt. Einsatzbereich:
    ITS
    Funktion:
    Oberkurs
    Find ich absolut schön und richtig gesagt.
    Finde es gut von unerfahrenen Ärzten, wenn sie sich an das exam. Personal wenden. Es ist auch kein Doktor-Meister vom Himmel gefallen. Und da sind nunmal die Anlaufstellen u.a. die Examinierten. Seid doch froh darüber.. denn so könnt ihr euch sogar die Ärzte "erziehen" ;)
     
  8. Lana86

    Lana86 Junior-Mitglied

    Registriert seit:
    26.02.2008
    Beiträge:
    61
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Gesundheits- und Krankenpflegerin
    Akt. Einsatzbereich:
    Nephrologie
    Hier kann ich dir absolut recht geben, im Prinzip sehe ich es auch das die jungen Ärzte absolut überfordert sind, nur schade ist es das sich 80% der Ärzte nichts sagen lassen. Wenn mann sie drauf hin weist das ein Pat. der noch nie auf der Waage war und ein RR von 76/35 hat und ich mich verweigere ihn zu mobilisieren.
    Dafür bekommt mann das ein Kommentar im Anordnungsbogen " warum wird der Pat. nicht gewogen????????"

    oder das Pat. permanent Drücke von 90/60 hat und dazu vier mal täglich Novalgin haben soll....und man täglich mehrmals ihn mehmals drauf hinweist das Novalgin ncht optimal ist in dieser Situation ist und trotz dem kommt erst nach einigen Tagen die Reaktion.....das ist einfach nur frustrierend....
     
  9. aquarius2

    aquarius2 Poweruser

    Registriert seit:
    15.09.2006
    Beiträge:
    746
    Zustimmungen:
    2
    Beruf:
    Fachkrankenschwester für Anästhesie und Intensiv Studentin (Psychologie)
    Ort:
    München
    Akt. Einsatzbereich:
    Interdisziplinäre Intensivstation
    Funktion:
    Gerätebeauftragte
    Denken wir mal zurück, versetzen wir uns in die Zeit wo wir selbst gerade Examen hatten oder neu auf einer Station waen, wo wir wenig bis gar keine Erfahrung mit dem Fach und den täglischen Anforderungen hatten...

    Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und eigentlich sollten wir ja ein Team sein. Neulich war auch der Teufel los und unsere Anästhesistin sollte einen Notfall prämedizieren. Da wir bei zwei Patienten PTT wirksam heparinisieren habe ich sie gebeten, doch noch mal zu gucken, wie die Werte sind (die waren kurz zuvor abgenommen worden). Die Ärztin guckte nach und siehe da, beide Heparinperfusoren wurden angepasst, hätte ich nichts gesagt, wäre das sicher erst 4 Stunden später bei der Übergabe aufgefallen.

    Ein Patient bekam drei Tage lang Heparin über einen Perfusor und Clexane, da habe ich beide Anordungen unterstrichen und da fiel es ihnen auch auf.

    Ein Patient kommt aus einem Pflegeheim auf unsere Station, er soll in eine Doppelbox, wir fragen nach den MRSA Abstrichen, in der Nothilfe werden die gemacht und die Tochter gibt an, ihr Vater hat den Keim schon mal gehabt, der Mann lag dann erst mal alleine, das war gut so denn er hatte diesen Keim.

    Ein weiterer Fall, eine alte Dame kommt zu uns, akutes Nierenversagen, die Frau hat nur noch eine Niere, der Arzt sagt, sie bekommt keine NSAR verschrieben. Beim morgentlichen Waschen sehe ich, die Frau hat diverse Hüft und Knie OP´s, ich frage sie mal und sie erzählt, als ich sie frage, ob sie nicht manchmal Schmerzen hat. Sie sagt natürlich ja und als ich sie frage, was ihr Arzt ihr denn verschreibt antwortet sie gar nichts. Da frage ich sie dann ob sie denn nie etwas einnimmt, da erst sagt sie mir, sie kauft sich die Tabletten immer selbst in der Apotheke. Natürlich hat der Apotheker sich nie für ihre Nierenwerte interessiert oder sie darauf hingewiesen, dass Voltaren in rauen Mengen eingenommen ihre verbliebene Niere ruinieren kann.

    Das sind nur die Sachen, die mir auffallen, wenn ich alle Kollegen fragen würde, dann käme noch einiges hinzu. Sicher will niemand dem Patienten schaden, von den juristischen Konsequenzen, wenn der Patient oder die Angehörigen das Krankenhaus verklagen mal abgesehen.

    Ich sehe zu, dass ich die Augen aufhalte und auf mein Bauchgefühl höre, wenn ich anfange über etwas nachzudenken ist das selten unbegründet.
    Leider ist im Stationsalltag selten Zeit und ich kann gar nicht mehr zählen, wie oft ich aus irgendeiner Arbeit herausgerissen werde, weil irgendjemand mich stört und den jungen Ärzten geht es sicher auch oft so. Die meisten wollen es ja richtig machen, aber sie stehen, wenn wir ehrlich sind oft alleine und der einzige Ansprechpartner sind nun mal wir.
     
  10. opjutti

    opjutti Poweruser

    Registriert seit:
    24.04.2011
    Beiträge:
    1.337
    Zustimmungen:
    30
    Beruf:
    Fachkrankenschwester OP, PA, OP-Managerin (IHK)
    Ort:
    Bayern
    Akt. Einsatzbereich:
    OP-Management im Orthopädischen OP
    Funktion:
    OP-Managerin + -Leitung
    Ich kann nur aus Erfahrungen vom OP berichten:

    Die jungen Ärzte kommen von der Uni und haben selten eine Ahnung vom OP.:?: Deshalb ist das OP-Pflegepersonal mitverantwortlich, damit alle Standard´s eingehalten werden.

    Natürlich werden die jungen Ärzte vom OA in den OP gebracht und vielleicht auf vieles hingewiesen, aber wir haben die Mitverantwortung, das es richtig umgesetzt wird.:idea:

    Chirurgische Händedesinfektion, Desinfektion des Patienten, steriles Arbeiten können sie meiner Meinung nach nur durch uns OP-Leute
    richtig lernen, in dem wir sie rechtzeitig auf evtl. Fehler hinweisen.
    :deal:
    Natürlich hat die OP-Pflege auch die "Macht", den jungen "Assi" auflaufen zu lassen, wenn er/sie einem blöd kommt.:lol:

    Aber im OP hat die OP-Pflege noch was zu sagen. Wir kriegen arrogante und ignorante Ärzte schnell auf die Spur, weil der CA oder OA sonst OP-Verbot ausspricht.:wut: Und alle Chirurgen wollen in den OP.
    Sprechstunde oder Ambulanz ist bei uns "Höchststrafe".:wut:

    Unser CA und unsere OÄ fragen sogar uns, wie er/sie sich macht und ob es Probleme gibt. :lol:

    Trotzdem setzen wir wenig voraus, aber erwarten leider viel. Aber wie sollen sie es können, ohne Erfahrung. "Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen!":idea:

    LG
    opjutti
     
  11. Maniac

    Maniac Poweruser

    Registriert seit:
    09.12.2002
    Beiträge:
    9.602
    Zustimmungen:
    81
    Akt. Einsatzbereich:
    Krankenhaus
    Funktion:
    Führungskraft
    Ohne alles gelesen zu haben: bei uns genauso. Wir bekommen auch immer die ganz neuen, frisch von der Uni, manchmal kein Deutsch...

    Dann werden die aus nem Mix zwischen Assitenzkollegen/Oberarzt/Pflege eingearbeitet und sind dann IRGENDWANN auch fit. Aber anfangs immer echt schlimm.

    Ich sag mal: Ist halt so :-/
     
  12. pollux

    pollux Senior-Mitglied

    Registriert seit:
    04.07.2007
    Beiträge:
    115
    Zustimmungen:
    0
    Akt. Einsatzbereich:
    Neuro-ICU
    Unfähige Ärzte kommen überall vor, auch auf Intensivstationen. Grosses Problem, die Assisstenten werden ins klate Wasser geworfen.

    Relaxierung eines wachen Patienten für den Transport, Arterenol Bolusgabe usw. und von Beatmung Lichtjahre entfernt.
    Die Liste könnte man ewig verlängern
     
  13. Paula Puschel

    Paula Puschel Poweruser

    Registriert seit:
    30.03.2007
    Beiträge:
    843
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Exam. Gesundheits- u. Krankenpflegerin, Medizinstudentin
    Ort:
    Bonn
    Akt. Einsatzbereich:
    Psychiatrie
    Amen!

    Ist bei uns auch so, manchmal hat man nur noch junge, unerfahrene Assis auf ITS, dann muss man halt mal ne zeitlang für jeden Pups den OA anfunken... Solang die jungen Ärzte wissen, dass sie nix können und dementsprechend aufmerksam sind, hab ich auch kein Problem, denn woher sollten sie denn alles können?
    Ich kann ja auch nicht alles, und auch die Kollegen, die meinen sie könnten alles, machen Fehler.
    Richtig schlimm finde ich es, wenn Ärzte dann dazu noch total arrogant sind... Aber die werden bei uns meist schnell auf die harte Tour erzogen, wenns sein muss :boxen:
     
  14. Kajko

    Kajko Newbie

    Registriert seit:
    18.03.2009
    Beiträge:
    13
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Gesundheits- und Krankenpflegerin
    Akt. Einsatzbereich:
    Innere
    habe gedacht dieses Problem gäbe es nur bei uns im kh, aber wenn ich das hier alles so lese bin/sind wir nicht alleine.

    bei uns sieht es genauso aus wie bei euch schon beschreiben.

    beim aufnahmebogen keine mono embolex angeordnet, postop keine schmerzmed. angesetzt geschweige denn kg angemeldet sodass die pat. tagelang im bett liegen.

    man läuft wegen jeder kleinigkeit hinter den ärzten her und irgendwann nervt das schon.
    aber man kann die pat. ja auch nicht ihrem zufall überlassen, irgendwo hat man ja auch noch verantwortung für sie, und sie sind diejenigen die ins krankenhaus kommen und hoffen das ihnen geholfen wird durch fachliches personal.

    ich hoffe das sich da bald noch mal was ändern wird!!
     
  15. Sr. S.

    Sr. S. Poweruser

    Registriert seit:
    16.07.2008
    Beiträge:
    717
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Krankenschwester, Lehrerin für Pflegeberufe
    Akt. Einsatzbereich:
    Schule
    Klar ist es vernünftig, wenn ein unerfahrener Arzt sich an die Pflegenden wendet, wenn er Fragen hat. Aber das sollte die Ausnahme sein.
    Wenn ich daran denke, dass das Pflegethermometer 2009 u.a. ergeben hat, dass in Krankenhäusern die Stellen der Ärzte um 26% zugenommen und die der Pflege um 15 % abgenommen haben (Vergleich zwischen 1995 und 2008 ), sehe ich nicht ein, warum Pflegepersonal Ärzte beaufsichtig und mit ausbildet. Das gehört zum Job eines Oberarztes. Zumal Pflegende für die Anleitung der eigenen Auszubildende auf Station oft zu wenig Zeit haben, ebenso für eine angemessene aktivierende Pflege, Gesprächsführung usw..
     
  16. Ich fürchte, ich muß mich jetzt mal ins Abseits stellen.
    Junge, unerfahrene Ärzte sind ein Problem, keine Frage.
    Aber wenn ich einige Beiträge hier lese, sehe ich auch noch ein anderes Problem: "Wir" konnten wohl immer schon alles. "Wir" erziehen Ärzte, lassen sie "auflaufen" und haben, so könnte man meinen, die medizinische Weisheit mit Löffeln gefressen.
    Erziehung sollte man auf deine Kinder beschränken. Wer keine hat, kaufe sich einen Hund. Aber für derartige Profilneurosen ist der Arbeitsplatz Krankenhaus nicht der richtige Ort.
     
  17. mary_jane

    mary_jane Poweruser

    Registriert seit:
    14.06.2007
    Beiträge:
    1.436
    Zustimmungen:
    35
    Beruf:
    Gesundheits- und Krankenpflegerin/M.Ed.
    Akt. Einsatzbereich:
    BFS
    Funktion:
    Lehrerin
    Danke I. R. Rigator, dass du das ansprichst:up:, man muss sich fast schon etwas schämen bei manchen Aussagen.

    Ich muss auch sagen, dass mich auch Ärtze in meiner ahnungslosen Anfangszeit in gewisser Weise mit eingearbeitet haben und ich natürlich auch jetzt noch von ihrem Wissen profitiere.

    Das Problem ist vorhanden, auch bei uns ja.
    Jedoch lernen die meisten dann doch relativ schnell.
     
  18. sunjah

    sunjah Junior-Mitglied

    Registriert seit:
    20.05.2011
    Beiträge:
    42
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Gesundheits- und Krankenpflegerin
    Akt. Einsatzbereich:
    Wahlleistungsstation mit div. Fachbereichen
    Jeder fängt doch mal klein an. Ist doch gut, dass es "Nachwuchs" gibt. Man kann doch nicht alles sofort wissen. Ich konnte jedenfalls im Unterkurs noch nichts alles und ich denke, dass es den meisten anderen wohl auch so geht.
    Jeder muss halt erstmal seine Erfahrungen machen. Irgendwann sind nämlich die, die jetzt alles können und gut sind mal in Rente, und wenn dann die jetzigen Einsteiger nicht da wären sähe es schlecht aus.
    Und anstatt zu meckern sag ich: Werded doch selber Arzt und machts besser :P
    (Obwohl's natürlich auch unter den (angehenden) Ärzten immer die eine oder andere Flachpfeife gibt, die auch nach dem zehnten Mal erklären noch nichts auf die Reihe kriegt)
     
  19. Schwester Rabiata 2

    Registriert seit:
    17.08.2009
    Beiträge:
    1.342
    Zustimmungen:
    10
    Beruf:
    Krankenschwester
    Akt. Einsatzbereich:
    interdisziplinär
    Bei uns ist es überwiegend so, dass eine Hand die andere wäscht. Toi, toi, toi. Ich hab schön öfter mit der jungen Assi gelagert. Warum soll ich ihr dann nicht sagen, dass man Tazobac in Aqua auflöst, dass sie Fragmin vor ERCP pausieren soll, etc pp. Der junge Assi, der beim Krampfanfall überlegt, während ich schon ihm das Tavor in die Hand drücke. Dafür erklärt er mir irgendwelche Krankheitsbilder, die in den Tiefen meines Gedächtnisses verschollen sind. Die Assis können einem schon leid tun, denn die OA haben auch nicht viel Zeit. Aber ich gebe schon zu, dass es manchmal anstrengend ist "aufzupassen", dass alles läuft. WIr sind alles Menschen...
     
  20. dieter70

    dieter70 Gast

    Alle die besprochenen Probleme gründen sich doch nur im uralten ärztlichen Hierarchie-System. Da traut sich ein junger Arzt einfach nicht, den Oberarzt zu fragen, wenn es Unklarheiten gibt, allein aus Angst, als unfähig oder unwissend zu gelten. Da wendet er sich eben an die "ungefährliche" Schwester, mit der man ja in der Regel
    kumpelhafter und angstfreier umgehen kann.
    Sicherlich ist kein Meister vom Himmel gefallen, und wir waren alle mal im Unterkurs,
    aber wir sprechen hier von fertigen Ärzten...
    Gerne helfe ich, wenn Telefonnummern nicht gewusst, wenn online-Anforderungen nicht beherrscht oder die Umkleiden nicht gefunden werden.
    Aber bei Diagnostik und Therapie ist bei mir Schluss.
     
Die Seite wird geladen...
Ähnliche Themen - Unerfahrene Ärzte soll Forum Datum
News Augenärzte: Studie zeigt Defizite in Pflegeheimen Pressebereich 21.11.2016
News Medikationsplan unterstützt Patienten, Ärzte und Apotheker Pressebereich 30.09.2016
News Pflegebetrug: Ärzte Zeitung-Leser reagieren heftig Pressebereich 10.05.2016
News Betrugsvorwürfe in der Pflege: Waren auch Ärzte beteiligt? Pressebereich 29.04.2016
News Arzneien: Online - Plattform für Ärzte , Apotheker und Pflegende Pressebereich 29.01.2016

Diese Seite empfehlen

  • Über uns

    Unsere Online Community für Pflegeberufe ist eine der ältesten und mitgliederstärksten im deutschsprachigen Raum (D/A/CH) und wir sind stolz darauf, dass wir allen an der Pflege Interessierten seit dem Jahr 2000 eine Plattform für unvoreingenommene, kritische Diskussionen unter Benutzern unterschiedlicher Herkunft und Ansichten anbieten können. Wir arbeiten jeden Tag mit Euch gemeinsam daran, um diesen Austausch auch weiterhin in einer hohen Qualität sicherzustellen. Mach mit!

    ©2000-2016 - www.krankenschwester.de - Die Online Community für Pflegeberufe

  • Schnellnavigation

    Öffne die Schnellnavigation

  • Unterstützt uns!

    Unser Team von www.krankenschwester.de arbeitet jeden Tag daran, dass einerseits die Qualität sichergestellt wird, um kritische und informative Diskussionen zuzulassen, andererseits die technische Basis (optimale Software, intuitive Designs) anwenderorientiert zur Verfügung gestellt wird. Das alles kostet viel Zeit und Geld, deshalb freuen wir uns über jede kleine Spende!

Ich stimme zu Weitere Information

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.