Umgang mit Zytostatika

Dieses Thema im Forum "Pflege bei onkologischen und hämatologischen Erkrankungen" wurde erstellt von Henning, 04.02.2008.

  1. Henning

    Henning Junior-Mitglied

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    Hallo zusammen!

    Habe da mal eine ganz praktische Frage was den Umgang mit Zytostatika angeht. Mir konnte diese Frage nicht mal die Krankenhausapotheke 100% beantworten und mit Kollegen habe ich da auch schon des öfteren diskutiert. Und zwar gibt es bei vielen Chemo´s einen Vor-und Nachlauf. Wie geht man vor wenn die Chemo durchgelaufen ist? Stecke ich die Infusion um und sorge damit dafür,daß die komplette Wirkstoffmenge zum Pat. gelangt,habe aber auch die Möglichkeit mit Zytostase in Kontakt zukommen? Oder verwerfe ich den Chemobeutel komplett mit Infusionsbesteck und hänge den Nachlauf mit neum Infusionsbesteck an und ignoriere den Wirkstoffverlust?

    Vielen Dank Henning
     
  2. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Hallo Henning,

    bei uns läuft der Vor-/Bei- und Nachlauf über ein extra Besteck und wir verwerfen den Rest, der im Infusionsbesteck ist.

    Schönen Abend
    Narde
     
  3. xxpinacoladaxx

    xxpinacoladaxx Junior-Mitglied

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    bei uns laufen die nachläufe auch über ein extra besteck; ausnahme bei langen spiralleitungen bei 24h infusionen.da wird der nachlauf an die lange leitung umgestöpselt.
     
  4. Sr. Fussel

    Sr. Fussel Newbie

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    Hallo,

    ist zwar nicht mehr ganz aktuell aber vielleicht kanns ja noch mal jemand erläutern. Wenn du die nächste Infusion nicht an das System hängen willst wegen der Gefahr mit Zytostatika in Kontakt zu kommen, wie machst du das dann wenn du das ganze System wechselst? Da kann doch auch was raus laufen wenn du es vom Pat. dekonektierst? Wie wechseln die Systeme nie, es sei denn es sind Taxolbestecke und spülen zwischen den versch. Medis immer durch.. Meiner Meinung nach weniger gefährlich eine neue Flasche anzuhängen als das System zu wechseln und weniger dekonektion bedeutet weniger Infektionsgefahr..
    Würd mich über ne Antwort freuen...

    LG Fussel
     
  5. Lin

    Lin Poweruser

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    Für die Chemo kommt bei uns zwischen Infusion und normales Infusionsbesteck eine Zwischenleitung (Cyto-line) mit mehreren Anschlüssen (je nachdem wieviele Chemos der Pat. am Tag bekommt, sind 2 oder 4 zusätzliche Anschlüsse vorhanden.
    Am obersten Anschluss (mit normalen Dorn) kommen die Vor-, Zwischen- und Nachspülungen hin und an den zusätzlichen Anschlüssen die Chemos. Wir brauchen brauchen nur nach der Chemo, die Klemme zu schließen und die bei der Spülung zu öffnen. Die leeren Chemobeutel bleiben einfach dran hängen.

    Hier ein Link zur besseren Vorstellung (PDF):
    http://www.tmml.com/Catalogue/SellSheets/C98_INFO_product21_CODAN CYTO CC0107 00.pdf

    Gruß,
    Lin

    P.S. Blöde Frage: Chemos ist sicher nicht der Plural von Chemo, man verwendet wahrscheinlich Chemotherapeutika???
     
  6. Sr. Fussel

    Sr. Fussel Newbie

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    @Lin

    Kann man die Cyto-line Systeme an jedes andere Infusionssystem anschliessen (Herstellerunabhängig)? Schliesslich benötigt ja jeder Infusomat ein anderes System, wobei die Anschlüsse natürlich genormt sind. Und hast Du eine Ahnung wie die bezogen und abgerechnet werden können? Also ich arbeite in einer ambulanten Praxis und bei uns ist das immer ein bisschen kompliziert mit der Abrechnung:gruebel:

    Vielen Dank im vorraus:wink:
     
  7. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Hallo Sr. Fussel,

    wir verwenden eine "normale" Hahnenbank (PVC-Frei) und haben damit gute Erfahrungen gemacht. Kommt nur eine Chemo, dann allerdings auch nur einen Dreiwegehahhn.

    Liebe Grüsse
    Narde
     
  8. Lin

    Lin Poweruser

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    Sie haben das Luer-Lock System, sind also mit sehr vielen Infusionssystemen kompatibel (kenne eigentlich gar keine anderen Systeme :gruebel:). Bei Infusomaten verwenden wir auch Infusionsbestecke mit Luer-Lock Anschlüssen (die länger sind und das Zwischenstück für den Infusomaten haben) - aber ich muss auch dazu sagen, wir verwenden für die Chemo nur in Ausnahmefällen Infusomaten.
    Bei der Abrechnung bin ich leider überfragt, da unsere Bestellungen über die Materialverwaltung erfolgt, die Verrechnung direkt an die Buchhaltung geschickt wird und wir nichts mit der Abrechnung zu tun haben. Ich kann aber morgen nachschauen, ob ich im PC in der Arbeit etwas über den Preis finde.

    Gruß,
    Lin
     
  9. Angel_21

    Angel_21 Newbie

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    Hallo zusammen,

    ich möchte eine Facharbeit über dieses Thema "Umgang mit Zytostatika" schreiben. Eigentlich kann man dieses Thema gut aufteilen ich habe den Hauptteil gegliedert in
    1. Definition
    2. Zubereitung
    3. Verabreichung
    4. Entsorgung
    5. Umgang bei einem Unfall mit Zytotstatika
    fällt euch vielleicht noch etwas ein oder meint ihr das reicht als Hauptteil? Würde mich freuen über andere Ideen von euch. Danke
     
  10. mamao

    mamao Newbie

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    ja natürlich fällt mir da noch ein Lieblingsthema ein:was ist zu beachten bei dieser oder jener Chemotherapie(Monitoring,forcierte Ausscheidung,...)
    Da gibt es ja meist auch nicht so klare Aussagen,was mich persönlich so extrem nervt.
    ok,viel Erfolg!!!
     
  11. AC2010

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    Hallo,

    ich habe eine Frage zum Thema Umgang mit Zytostatika im ambulanten Bereich.

    Grund ist, dass wir eine Patientin übernommen haben, die einmal pro Woche MTX s.c von uns gespitzt bekommt. Dieser kleiner Hinweis wurde von der PDL nur mit Textmaker in der Pflegeplanung markiert und ich habe als ex. KS dann erst mal nicht schlecht geguckt und mich erstmal dazu entschieden, diese mir unbekannte Präperat zu injezieren bzw. aufzuziehen und habe das, für meinen eigenen Schutz dokumentiert, was einen erheblichen Unmut seitens der PDL mit sich zog. Mir wurde vorgeworfen, der PDl zu unterstellen, sie habe die MA nicht geschult und dieses musste ich dann auch von meiner Seite aus bestätigen, da ich erwarte, dass mein AG bzw. die PDL die MA VOR der eigentlich Aufnahme des Pat. entsprechend im Umgang mit solchen gefährlichen Stoffen schult. DIe ODL meinte allerdings, dass ich examiniert sei und das dann können muss, sehe ich nicht so. ICH habe mich dann schlau gemacht und daraufhin wurde ich nochmals zur PDL zitiert, mit demErfolgt, dass zumind. für unsere Mitarbeiter eine Schutzbrille vor Ort ist und das die MA informiert wurden, Handschuhe zu tragen, was bei vielen ja auch nicht selbstverständlich ist, zudem habe ich angeregt, eine extra Abwurfbox vor Ort bereit zu stellen.

    - Reichen die Sicherheitsmaßnahmen wie Schutzbrille und Handschuhe?
    - Mittlerweile wurde der extra Abwurfbehälter wieder von der PDL entfernt, da das nicht nötig sei
    - ich habe heute das erste mal das MTX aufgezogen und muss sagen, trotz Brille finde ich, dass es unangenehm riecht, leicht reizend
    - Ich pers. weiß nicht, wie ich vorzugehen habe, wenn ich mit dem MTX in Haut- und oder Augenkontakt kommen würde, es gibt ja keinen Notfallplan, ich wäre eh total aufgeschmissen.

    Wer kann mir fundierte Informationen liefern über den Umgangmit MTX in der ambulanten Pflege?
     
  12. narde2003

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  13. AC2010

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    Ich habe mir schon mal sporadisch einige Punkte angelesen.

    Allerdings bezieht sich m.M.n alles auf die Verabreichung von Zytostatika i.v. Wir verabreichen das MTX ja s.c. und die verantwortliche PDL sieht hier keinerlei Gefahrenpotenzial und - was mir grad noch bewußt wurde, wir haben dort vor Ort nur Insulinspritzchen, das heißt, wir müssen zwei mal aufziehen, weil das MTX nicht in eine solche Spritze paßt *ist das unprofessionell...*.Das heißt, doppelte Gefahrenquelle wie ich finde.

    Edit: Habe grad noch mal mit dem Hersteller telefoniert und der sendet mit hoffentlich jetzt Material zu was auch die s.c- Verabreichung abdeckt.
     
  14. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Hast du dir den 2. Link auch angesehen? Da geht es ja speziell um MTX.

    Wenn ihr keine Fertigspritzen nutzt, dann muss unter einer Sicherheitswerkbank aufgezogen werden.
     
  15. AC2010

    AC2010 Junior-Mitglied

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    Nein, wir nutzen ja logischerweise in der ambulanten Pflege keine Werkbank, wir ziehen es so auf. Ich werde jetzt erst mal die Bestellung der Fertigspritzen veranlassen, auch, wenn ich mir natürlich damit keine Lorbeeren einheimse, zumal ich gerne hätte, dass wir von der PDL entsprechend geschult werden. Ich weiß auch nicht, wie das eigentlich meine Berufunfähigkeitsversicherung findet bzw. wie das im Schadensfall eigentlich ist, dokumentiert habe ich meine Einwände vor Ort in der Mappe des Pat.

    Im Grunde genommen ist das der blanke Wahnsinn, normalerweise möchte ich nicht so unprofessionell arbeiten und mir klappen sich die Fußnägel hoch.
     
  16. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Deshalb habe ich dir den 2. Link ja eingestellt, weil dort steht, dass wenn man MTX aufzieht, dieses unter einem LAF geschehen muss, mit entsprechendem Schutzkittel, Brille und Chemohandschuhen.
    Das sind übrigens etwas andere als die üblichen der Klinik.

    Von daher wären die Fertigspritzen für euch ideal.
     
  17. Nurse_on_ice

    Nurse_on_ice Senior-Mitglied

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    Machen wir auch so!
     
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