Umgang mit Verstorbenen im OP

Dieses Thema im Forum "OP-Pflege" wurde erstellt von Plutoniumgiraffe, 21.05.2009.

  1. Plutoniumgiraffe

    Plutoniumgiraffe Junior-Mitglied

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    Hallo,

    aus leider aktuellem Anlass wollte ich euch mal fragen, wie ihr damit umgeht, wenn bei euch im OP versterben.
    Ich hatte es gestern das erste Mal in meiner noch jungen OP Laufbahn, dass ein Patient während der OP verstorben ist und ich fand das Ganze so unwirklich.
    Die OP lief an sich gar nicht so schlecht, aber auf einmal kam es zum Druckverlust und es konnte kein Blutdruck mehr aufgebaut werden und so wurde dann entschieden, dass wir aufhören und na ja das wars dann.
    Als dann die Monitore ausgeschalten wurde und dann einfach nur noch zugenäht wurde, musste ich schon erstmal tief durchatmen :cry:
    War eben auch ein, für unsere Verhältnisse, junger Patient.
    Es beschäftigt mich auch heute noch und ich würde gern wissen, wie ihr damit umgeht und ob euch "das erste Mal" auch nahe gegangen ist (ich will jetzt nicht damit sagen, dass ich grübele ob man mehr hätte tun können oder so, aber es lässt mich nicht kalt - obwohl ich es schon als hilfreich sehe, dass ich den Patienten vorher nicht betreut habe und so keine Beziehung zu ihm aufbauen konnte.

    Bin auf eure Beiträge gespannt.
     
  2. dieEv

    dieEv Poweruser

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    Wir sind natürlich immer total geschockt, denn man möchte ja niemanden totoperieren.
    Es stellt sich immer wieder die Frage: Musste diese Op jetzt wirklich sein, war die Op-Vorbereitung gründlich genug, denn wir operieren in der Regel keine Unfallopfer, die akut bluten.
     
  3. Bischi

    Bischi Junior-Mitglied

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    OP
    Hallo,

    wenn es einmal vorkommt , das bei uns im OP ein Patient verstirbt,
    wird jemand vom Ethik- Kommitee verständigt, der uns während der Been-
    digung der OP und während des Ausschleusens betreut.
    Außerdem legen wir eine "Gedenkminute" ein !

    Dieses Procedere wird bei uns auch bei Explantationen dürchgeführt!

    Dieser Ablauf ist für alle an der OP beteiligten Personen sehr hilfreich und man kommt auch besser mit der Situation klar, egal ob de Patient jung oder alt ist , obwohl es natürlich immer schlimm ist , wenn ein Patient im Op verstirbt!

    Hoffe eine Anregung zum Umgang mit Verstorbenen im OPgegeben zu haben .

    Bischi
     
  4. Anne9888

    Anne9888 Stammgast

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    Also ich muss sagen, dass finde ich echt eine super Regelung. Nur gibt es wahrscheinlich leider nicht an jedem KH solch ein Ethik-Kommitee... aber eine Schweigeminute ist denk ich sehr wertvoll in so einer Situation.
     
  5. Das ist wirklich eine gute Lösung! Ich denke, dass das schon sehr viel ausmacht. Mir grault es auch vor dem ersten Mal, doch daran will ich jetzt noch nicht denken. Schlimm wird es sicher werden, doch wir haben 2 Vorteile:

    1. haben wir ja in der Regel keinen wirklichen Bezug zu dem Patienten. Ein GuK kennt den Pat. und seine Ängst, Bedenken,... vor der Op und er kennt vorallem die Angehörigen!

    2. Wissen wir, dass alles gegeben wurde! Wenn OTA, Ärzte,... von sich sagen können, dass sie gründlich,... waren, weiß man zumindest, dass man nicht schuld ist und das Team das Beste gegeben hat.

    Klar, im Falle eines Falles ist das natürlich nur eins schwacher Trost, doch sollte man sich immer wieder vor Augen halten, dass man dafür immerhin bei der Rettung vieler Anderer Patienten beteiligt war :emba: Oder???

    Es ist auch sehr wichtig, darüber zu reden wenn es einen beschäftigt! Ob Kollegen, Mitschüler,... Es ist wichtig, so etwas nicht mit sich selbst auszutragen! :-) Liebe Grüße
     
  6. kkdpfleger

    kkdpfleger Junior-Mitglied

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    Hallo,

    ich kann mich auch noch gut an "meinen" ersten Toten im OP erinnern.

    Ich war damals auch verunsichert und wollte nicht verstehen, wie sich der Therapie entziehen konnte. Alles war da, Medikamente, Menschen und Maschinen, aber dennoch starb da ein Patient, ein Mesch.

    Heute, mehr als 20 Jahre später sehe ichdie Sache etwas ruhiger. Das Leben hat ein Ende und wenn kein Fremdverschulden vorliegt, dann ist es so. Der Tod ist nichts "schlimmes", er gehört zum Leben und wir müssen lernen damit umzugehen.

    Eine Gedenkminute gibt es bei uns nicht, aber ich werden im Kollegenkreis darüber sprechen, ob wir das einführen sollen. (Wir haben übrigens wenig Sterbefälle bei uns).

    Für mich persönlich nutze ich die Zeit bis zur Patientenübergabe zur Besinnung.


    Gruß

    Klaus
     
  7. Shadi

    Shadi Newbie

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    Hallo!

    Wo sind denn die ganzen anderen Beiträge?:eek1:
     
  8. flexi

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    Welche meinst du?

    Hier geht es um Verstorbene im OP !

    Den anderen Thread findest du bei Benutzung der Suchfunktion (blaue Leiste oben) mit "Verstorbene".
     
  9. Kelle

    Kelle Junior-Mitglied

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    hallo leuts,

    es ist immer schrecklich, wenn ein pat. während einer op verstirbt.
    aber machen wir uns nichts vor:
    als wir uns entschlossen hatten, diesen beruf auszuüben, sollte sir uns damit auseinandergesetzt haben, dass es passieren wird. ob im op oder auf station, es war nie die frage ob, sondern immer, wann....

    wie sieht das bei euch aus mit der staatsanwaltschaft?
    wird keine tatortbestimmung gemacht? alles stehen und liegen lassen(ausser das opfer), bis die polizei und der staatsanwalt kommt?
    wir hatten vor einiger zeit einen todesfall und wir durften nichts verändern.
    kennt ihr das auch?
    gruss kelle
     
  10. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Kommt die Staatsanwaltschaft bei jedem Todesfall? Wer informiert sie?

    Auf Station kommt sie (in Deutschland) nur, wenn der Arzt auf dem Totenschein das Feld "Todesursache unbekannt" oder so ähnlich ankreuzt. Das tut er natürlich nicht, wenn ihm die Krankengeschichte bekannt ist und er sich die Todesursache herleiten kann.
     
  11. Kelle

    Kelle Junior-Mitglied

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    das leuchtet mir ein....

    aber eine op ist immer ein traumatisches ereignis und der pat. wird ja nur dann operiert, wenn er eine realistische chance hat, diesen eingriff zu überleben.
    so sollten seine parameter seitens anästhesie abgecheckt sein und die risikoabschätzung zu gunsten des patienten stehen.
    wenn er dann trotzdem stirbt, muss ja etwas schief gelaufen sein.....
    ausnahmen sind natürlich notfall op, in denen versucht wird, das leben zu retten.
     
  12. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Aber es ist doch nicht jeder Verstorbene im OP ein Fall für die Staatsanwaltschaft? Zwischenfälle kann man nicht zu 100% ausschließen. Die Risiken sind bekannt und werden im Aufklärungsprotokoll angesprochen.

    Auch Verstorbene bei Nicht-Notfall-OPs sind nicht automatisch auf ärztliches Versagen zurückzuführen.
     
  13. Kelle

    Kelle Junior-Mitglied

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    nur......wer entscheidet es vor ort??

    kelle
     
    #13 Kelle, 05.07.2009
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 05.07.2009
  14. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Heißt das, die Staatsanwaltschaft kommt wirklich bei jedem Verstorbenen, die Notfall-OPs ausgenommen? Ist das in Deutschland auch so?
     
  15. Kelle

    Kelle Junior-Mitglied

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    ....würde mich auch sehr interessieren.
    soviel ich weiss,muss bei einem todesfall z.b. auf station ein dritter arzt den tod und die natürlichkeit des todesumstandes bescheinigen.

    aber im op??......

    kelle
     
  16. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Ich kann nur von Station reden, aber auf Intensiv, wenn die Todesursache nicht wirklich sicher ist, kommt auch der Staatsanwalt.

    Beispiel: z.N. Reanimation, Patient verstirbt nach kurzer Zeit nach Aufnahme - Staatsanwalt.
     
  17. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Wenn die Todesursache nicht sicher ist, kenne ich das auch so. Nun hab ich noch nie im OP gearbeitet. Aber sind da alle Todesfälle unerklärlich? Es gibt Anästhesiezwischenfälle, es gibt Blutverlust, es gibt all diese Risiken, um die man weiß und mit denen man rechnen muss, deswegen stehen sie schließlich auf dem Aufklärungsbogen. Wird trotzdem in jedem Fall die Staatsanwaltschaft zugezogen?

    Ich hab eine Kollegin, die einige Zeit im OP gearbeitet hat, die werde ich bei Gelegenheit mal fragen.
     
  18. dieEv

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    Vor Ort war bei uns noch nie ein Staatsanwalt, aber ich weiß, dass sich die verantwortlichen Ärzte oft schriftlich erklären müssen und auch Verfahren laufen haben, allerdings in der Regel ohne härtere Konsequenzen.
    Natürlich kommen Todesfälle vor, weil auch schwer kranke Risikopat. operiert werden müssen, und jede Op birgt Risiken. Trotzdem wirken die Chirurgen manchmal zu sehr überzeugt vom Nutzen einer raschen Op.
    Wenn es zum Todesfall kommt, will natürlich keiner Schuld gewesen sein.
     
  19. tonysmama

    tonysmama Junior-Mitglied

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    Hallo,

    ich arbeite zwar nicht im OP, möchte aber trotzdem meinen Senf dazu geben.
    Habe vor 10 Jahren mal im OP gearbeitet und da sagten die älteren Kollegen auch immer, dass wenn ein Pat. "auf'm Tisch bleibt" immer die Kripo kommt. Genauso auch in der Endoskopie.
     
  20. Plutoniumgiraffe

    Plutoniumgiraffe Junior-Mitglied

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    Hallo,

    als ich bei diesem Todesfall dabei war, haben wir nicht alles so gelassen wie es ist und es kam auch keine Kripo oder Staatsanwaltschaft (ob später vielleicht noch mal jemand gekommen ist weiß ich nicht, ich denke aber wenn ja, hätte sich das wohl rumgesprochen).
    Auch sonst hab ich es noch nicht mitbekommen, dass da jemand in der Richtung hier aufschlägt.
    Wir haben es aber auch sehr selten, dass die Patienten im Saal versterben, meistens ist das nach Aortendissektionen (was ja dann eigentlich immer eine Notfalloperation ist) oder eben Z.n. Tamponade o.ä.
     
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