Umgang mit persönlichen Gegenständen in der Psychiatrie

Dieses Thema im Forum "Pflegebereich Psychiatrie/Psychotherapie/Psychosomatik/Sucht/Forensik" wurde erstellt von Sani20, 18.02.2008.

  1. Sani20

    Sani20 Junior-Mitglied

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    Geschlossene Gerontopsychiatrische Station
    Ich hab da mal eine Frage :gruebel:

    Wie geht ihr auf euren Stationen mit persönlichen Gegenständen von Pat. um? Ich arbeite auf einer geschlossenen Gerontopsychiatrischen Station. Wichtig sind für unsere Pat. zum einen ihre persönlichen Dinge wie Fotos, Bücher aber auch natürlich Alltagspraktische persönliche Dinge wie Zahnprothesen, Hörgeräte, Brillen etc.

    Bei uns kommt es in letzter Zeit gehäufter vor, das Gegenstände verloren gehen. Gerade bei den Dementen Pat. Sei es der Teddy, das Lieblingsbuch oder eben die Jogginghose. Noch viel häufiger aber auch eben die Zahnprothese oder die Brille welche verlegt, getauscht oder versehentlich in ein Taschentuch gewickelt wird und im Papierkorb landet. Wir haben im Rahmen unseres Qualitätsmanagments ein Beschwerdemanagment, in welchem eben Angehörige jene vermisste Gegenstände melden können.

    Aber dann gibt es eben auch das Problem mit manischen Pat. welche ihre Dinge verschenken, entsorgen, Dinge von anderen Pat. entwenden usw. Was gelegentlich auch zu konfrontation mit Angehörigen führt.


    Wie geht ihr auf euren Stationen mit diesen Problemen um?
     
  2. Cassiopaia

    Cassiopaia Junior-Mitglied

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    Hallo Sani!
    Ich arbeite auf einer (denke ich)vergleichbaren Station wie eurer. Zumindest verschwindet bei uns auch ständig Zeug! Von der Unterhose bis zum Hörgerät.....wir weisen die Angehörigen von Anfang an drauf hin, daß wir nicht immer alles im Blick haben können, bitten Kleidung mit Wäschestiften zu zeichnen, Brillen, Uhren, Schuhe und ähnliches beschriften wir mit Namen des Patienten auf nem Pflasterstreifen. Weiter lassen wir die Patienten bzw./oder deren Angehörigen unterschreiben, daß wir keine Haftung übernehmen für verlorengegangene Gegenstände. Das funktioniert eigentlich ganz gut. Die meisten Angehörigen sorgen dann dafür, daß es nicht die edelsten und teuersten Gegenstände sind, die bei uns sind, es verschwindet freilich trotzdem was, aber es ist dann meistens nicht so wild. Bei hoffnungslosen Fällen, bei denen wir Zahnprothesen oder Hörgeräte bereits mehrmals aus dem Müll oder der Toilette geficht haben, wird das "gute Stück" dann im Stationszimmer aufbewahrt und den Angehörigen beim nächsten Besuch in die Hand gedrückt und erklärt, was geschehen ist. Was die dann damit tun kann uns egal sein. Geben sie es "der Oma" zurück sind wir zumindest aus der Haftung draußen......unsere Schränke sind grundsätzlich abgeschlossen und Pflegeartikel werden ebenfalls gesondert versperrt aufbewahrt. (Das liegt allerdings mehr daran, daß bereits mehrfach Seife gegessen wurde....) Lass mich überlegen.....hmmm, nein, ich glaub sonst fällt mir nix mehr ein.......hilfts dir weiter? Was macht ihr denn?:eek1:
    :nurse:

     
  3. Tamara_München

    Tamara_München Stammgast

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    ich arbeite auf einer geschlossenen suchtstation.

    wertvolle gegenstände wie papiere, schmuck, dann auch mitgebrachte medikamente, koffeinhaltige getränke, alkohol, geld, handy/ladegerät, mp3 player/ladegerät, lap-top usw schließen wir bei aufnahme separat ein.

    das handy darf auf station nicht benutzt werden, bekommen die patienten aber beim 1. "freigang" ausgehändigt, werden sie auf station mit eingeschaltetem hand erwischt gibts eben disziplinarische maßnahmen!

    ebenso werden bei aufnahme gürtel, bügel, schals usw abgenommen, bis die patiente aus dem akut-aufnahme-wachbereich rauskommen!
     
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