Umgang mit MTS

Dieses Thema im Forum "Pflegebereich Chirurgie" wurde erstellt von seebär, 05.08.2009.

  1. seebär

    seebär Junior-Mitglied

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    Hallo Zusammen,
    ich hätte damal eine Frage an Euch.
    Wie wird bei Euch der Umgang mit MTS gehändelt?:gruebel:
    1.Wird es vom Arzt an/abgesetzt?oder entscheidet Ihr selbst ( rechtliche Situation?)
    2.Wie oft findet ein Wechsel statt?
    3.Erhalten alle Patienten MTS? und mit welcher Begründung?
    Bei uns erhalten alle Pat. die zur Op anstehen MTS, wir wechseln jeden 2ten Tag incl.Fußbad+Hautpflege( sehr zeitintensiv bei 43 Pat.)
    Vielen Dank schon mal für Euere Antworten.:-)
     
  2. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Ansetzung/ Absetzung ist per Gesetz in D Sache des Arztes. Es ist auch möglich dies per Stationsstandard zu regeln.

    Bei uns werden die MTS alle 2 Tage gewechselt.

    Siehe oben. Zwei operative Stationen, und einige internistsiche Stationen verzichten gänzlich auf die Strümpfe. Es scheint derzeit so, als wenn sich in der Medizin zwei Lager bilden. Die einen sehen alle Punkte der Virchow-Trias als potentielle Risiken an. Die anderen sind der Meinung, dass die Stase eher zu vernachlässigen ist, da sie nicht aktiv in die Gerinnung eingreift.

    Elisabeth
     
  3. indy J

    indy J Poweruser

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    Hallo

    1. Wird es vom Arzt an/abgesetzt?oder entscheidet Ihr selbst ( rechtliche Situation?)
    Der Arzt setzt MTS an und ab, zumindest bei uns. Es handelt sich dabei ja um ein Therapie- bzw Prophylaxeverfahren, welches durchaus Kontraindikationen mit sich bringt. Daher denke ich, dass es sich grundsätzlich um Arztaufgabe handelt.

    2. Wie oft findet ein Wechsel statt?
    Laut unserer Verfahrungsanweisungen wechseln wir alle 2 Tage und bei Bedarf auch früher. Laut VA müssen wir auch bei jedem Wechsel neu ausmessen, aber das schenken wir uns oft. Klar, bei Ödembildung oder anderen sichtbaren Veränderungen des Umfangs messen wir nach, aber nicht routinemäßig.

    3. Erhalten alle Patienten MTS? und mit welcher Begründung?
    MTS bekommen bei uns fast nur die Patienten auf den chirurgischen Stationen. Liegt wohl daran, dass dort die OP-pflichtigen Patienten liegen. Auf den Inneren ist zur Thromboseprophylaxe meist nur Clexane/Heparin vorgesehen.
     
  4. seebär

    seebär Junior-Mitglied

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    Danke für Euere Antworten. Macht es wirklich Sinn jedem Pat.der operiert wird MTs anzuziehen?:gruebel: Oder ist es einfach ein Ritual welches sich über Jahre verfestigt hat.
    Elisabeth mich würde interessieren wie die operativen Stationen in Eurem Haus argumentieren!
     
  5. Pascal84

    Pascal84 Junior-Mitglied

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    Sagen wir mal so, wenn ein Arzt bei einem OP Patienten keine MTS anordnet und der Pat. dann z.B. ne Lungenembolie bekommt wirds für den behandelnden Arzt nicht mehr so leicht zu beweisen alles nötige für eine Thromboseprophlaxe getan zu haben.
    MTS sind billig, nonivasiv und schnell angezogen. Gibt bei einen Menschen ohne bestimmten Nebenerkrankungen wohl keinen Grund es nicht zu tun.

    Das hab ich mir jedoch selbst zusammengereimt und beruht auf keiner rechtlichen Quelle ;)

    Grüße
     
  6. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Es gibt mittlerweile Studien (bei uns im Haus ist eine gemacht worden), die nachweisen, dass die Heparinisierung garantiert wirkungsvoller ist, als jeder MTS. Als Folge verzichten zwei operative Stationen auf die MTS.

    Wenn ein Pat. postop. eine Embolie ereilt, dann hat das nichts mit den fehlenden Strümpfen zu tun sondern mit einer vorher nicht erkannten Gerinnungsstörung. Es überwiegen im Blut die Gerinnungsfördernden Substanzen und es sind zu wenig herinnungshemmende Stoffe aktiv. Dieses Problem kann die beste Pflege nicht korrigieren.

    Elisabeth
     
  7. Pascal84

    Pascal84 Junior-Mitglied

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    Hmm, das ist mir natürlich neu.
    Was spricht dann dafür MTS weiter zu verwenden ?
    Ist die Entwicklung in Deutschland einfach zu langsam die MTS auszusortieren ? Oder gibts noch andere Gründe ?
    Ausser jetzt vielleicht ne HIT ;)

    Grüße
     
  8. Lin

    Lin Poweruser

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    Ein weiterer Grund ist die Versicherung.
    Hat ein Pat. postop. eine Thrombose, wird seitens der Versicherung nachgesehen, ob MTS angeordnet waren, ansonsten übernehmen sie den verlängerten Krankenhausaufenthalt und die Behandlungen nicht.
    Ich weiß aber nicht, ob das in D auch so ist?

    Gruß,
    Lin
     
  9. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Auch hier spielen wohl ökonomische Gründe keine untergeordnete Rolle. Warum ein unsicheres Mittel (MTS) anwenden, wenns sicherere gibt. Bei HIT kannst du übrigens auf andere Mittel ausweichen. MTS alleine reichen kaum aus.

    MTS wirken lediglich gegen die Stase. Das Thromboserisiko wird aber stärker durch die anderen beiden Punkte der Virchow-Trias geprägt.

    Elisabeth
     
  10. Kaddi1310

    Kaddi1310 Junior-Mitglied

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    Bei uns erhalten alle Pat. MTS. Absetzen tut diese der Arzt, für gewöhnlich tragen diese die Pat jedoch bis zur E.
    Gewechselt wird bei uns jeden 2. Tag. Pat die noch nicht duschen dürfen (z.B. weil sie noch eine Redon haben) erhalten ein Fußbad.
     
  11. schlitzkompresse

    schlitzkompresse Poweruser

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    Bei uns erhalten die Patienten am OP Tag MTS und Clexane....
    Clexane wird vom Arzt angesetzt und abgesetzt.
    MTS regelt das Pflegepersonal d.h. Prä OP bekommt jeder Strümpfe und post OP liegt es dann im Ermessen der Pflegekraft ob auf MTS verzichtet werden kann.
    MTS wechsel erfolgt bei Bedarf und natürlich auch auf Wunsch des Patienten.
     
  12. archermh999

    archermh999 Newbie

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    Hallo,In unserem Standard zur Thromboseprophylaxe ist dies verankert. Wir wechseln alle 2 Tage die MTS,mit Dokumentation in den Patientenunterlagen.Diese MTS werden bei uns im Haus gereinigt. Wie oft dies möglich ist,ohne Einschränkungen in ihrer Wirkung zu bekommen, wurde vorher über die Zulieferfirma abgeklärt.:thinker: Ich bin auf einer internistischen Station tätig, auf der zu 60% multimorbide Patienten behandelt werden,d.h. sie sind meistens bettlägerig. Daher erhalten alle diese Kunden MTS. Wir entscheiden dies,messen aus und passen die MTS an, da selbst bei regelmäßiger Bewegung und Lagerung die Thrombose und Emboliegefahr hoch ist.
     
  13. Mondsora

    Mondsora Newbie

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    ich arbeite auch auf einer chir. Station, bei uns ist dies im Thrombosephropyhlaxestandard festgelegt. Es bekommen alle Pat vor der OP MTS ausgemeseen und angezogen, gleichzeit fangen wir schon einen Tag vor der OP mit Clexane oder Fragmin an (ist von unserem OA festgelegt, wer welche Spritze bekommt und muss nicht nochmals angeordnet werden) postoperativ liegt es in unserem ermessen, wie lange die MTS getragen werden müssen, Wechsel auch jeden 2 Tag. Meist brauchen die Pat die MTS am dritten oder vierten nicht mehr, da sie sich dann selbst mobilisieren.
    Andererseits benutzt unsere chir. Intensiv gar keine MTS mehr, auch nicht bei längerer Bettlägrigkeit, die werden dort gleich wieder ausgezogen.
     
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