Umgang mit MRSA im OP

Dieses Thema im Forum "OP-Pflege" wurde erstellt von Kranke Schwester 22, 09.10.2009.

  1. Kranke Schwester 22

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    Hallo zusammen, ich habe mich heute hier angemeldet und vorher schon ne Mege in diesen Forum gelesen, muss sagen dass viele meiner Fragen durch eure Beiträge sehr zufriedenstellend beantwortet wurden. Danke an Alle!
    Nun zu meiner Frage: Wie geht ihr mit MRSA im OP um?
    Ich arbeite nun 1 Jahr im OP und habe es schon öfters erlebt, dass zwei Patienten nacheinander operiert wurden (Vac-Wechsel) die MRSA hatten. Hab mich gefragt ob das richtig sein kann, muss man den Saal nicht nach der ersten OP reinigen, danach ne Stunde den Saal stoppen, bevor der nächste Pat. operierte werden kann? ich meine nur weil beide MRSA haben, muss das ja nicht heissen, das man danach gleich weiter operieren kann, oder liege ich falsch?
    LG
     
  2. Haeck

    Haeck Junior-Mitglied

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    ➣ Es existieren unterschiedliche Philosophien zum Thema MRSA, trotz RKI Richtlinien. Der Hygienebeauftragte im Haus, sollte Dir diesbezüglich genauere Informationen geben können.

    Zur Allgemeinen Information:

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    Mfg
     
  3. matras

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    Hallo,

    es gibt keine "Philosophie" im Bezug auf die Richtlinien des RKI. Diese sind evidenzbasiert und Expertenkonsenz. Das die Säle nicht komplett geputzt werden müssen (sogenannte Desinfektionsorgien) hat den Grund, dass die Verbreitung zu 90% über die Hände des Personals stattfindet und nicht über Flächen oder Fußböden.
    Zuständig für Fragen in diesem Zusammenhang ist nicht der (oder die) Hygienebeauftragte sondern der Facharzt für Hygiene oder zuständige Hygienefachkraft....

    Matras
     
  4. Haeck

    Haeck Junior-Mitglied

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    Bitte ?!? Im Bezug auf die RKI Richtlinien sicherlich nicht aber im Hinblick auf den Hygiene- und Präventionsmassnahmen existieren die verschiedensten Ansichten zu MRSA, trotz RKI Richtlinien :besserwisser:
    Bsp. es existieren Häuser, in denen das Entfernen von sterilen- und unsterilen Material für den vorbestehenden operativen Eingriff von der zuständigen Hygiene als nicht obligat betrachtet wird. Ebenso verhält es sich mit dem Wechsel der OP-Schuhe nach dem Eingriff. Zu den Standzeiten nach der Endreinigung existieren ebenfalls die verschiedensten Versionen. Also wenn das keine "Philosophien" sind ... :gruebel:

    Der MRSA lässt sich unter anderem in Wunden, Blut und Urin nachweisen.
    Wenn ich deiner Aussage folgen kann, so dürfte dementsprechend auch bei jedem Blutreichen Eingriff und generalisiert infizierten MRSA keine potentielle Gefahr für das Personal ausgehen. Eine Zwischenreinigung ohne Standzeit sollte dementsprechend ausreichend sein. Wie also verhält sich deine Theorie im Zusammenhang mit Blut als potentieller Überträger im OP ?

    Mfg
     
  5. OTAler2009

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    mMn wird da viel zu viel aufwand mit betrieben. und vorallem viel unlogisches.

    In meinem 4 Wöchigem Einsatz auf Station (war die Hölle ^^) hatten wir dort einen Patienten liegen der MRSA hatte. im Stuhl und Nasen/mundschleimhaut war der Nachgewiesen.
    Also schön isoliert usw.

    Und als wir dann nachmittags die Runde gingen und Getränkeflaschen etc ausgetauscht haben hat die Schwester vor der Tür einen riesen Aufstand gemacht, sie in Kittel usw eingepackt geht rein, holt die Flasche raus, fässt mit ihren Handschuhen natürlich schön die Türklinke an und stellt die Trinkflasche des MRSA Patienten auf den Wagen mit dem wir über die komplette Station fahren und gereinigt wurde die Flasche auch in der Spülmaschine der Station mit allen anderen Flaschen ...

    Ich bin dann immer ohne Kittel rein. Nur mit Handschuhen und Mundschutz. Und das auch nur, damit da keiner richtig meckern konnte. Entweder macht man sowas richtig und wenn man isoliert dann richtig oder man lässt es.

    Neulich hatten wir im OP einen Uropatienten der ESBL im Urin hatte. Nach der Umlagerung von Bett auf Lafette sind die Putzfrauen mit einem feuchten Wischer HINTER der Lafette bis zum OP Saal hinterhergegangen und haben die Spur nachgeputzt .... sinn???
    Der hat das Zeug im Urin und nicht an den Rädern der Lafette.

    Gleiches gilt für Saalausräumen usw bei MRSA. Bei uns wird ständig alles aus dem Saal rausgeräumt was machbar ist. Endotürme, Versorgungswaagen usw. und danach ne Grundreinigung mit 2h Saalsperrung.
    Totaler Bullshit. Wenn man Handschuhe anzieht und die handschuhe auszieht bevor man was anfässt kann man ruhig die Sachen im Saal lassen.

    Das sind mMn alles so pseudoaktionen bei denen man sich vormacht, dass man besonders auf die Richtlinien achtet aber in wirklichkeit passiert der Fehler der zu MRSA ESBL und wie sie alle heißen führt schon viel früher.

    Gruß, OTAler2009
     
  6. Josefine13

    Josefine13 Stammgast

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    Hallo Ihr,
    ich arbeite zwar nicht im OP... aber ich habe mal auf einer Station gearbeitet wo die MRSA und ESBL Hygiene... sehr groß geschrieben wurde.
    Da wurden zuerst die Leute endoskopisch "versorgt" die garnichts hatten, dann wurden (ohne grosse Pause) die Leute mit MRSA, anschließend die mit ESBL und ganz zum Schluß die Leute die MRSA und ESBL hatten. Erst wenn alle dran waren, wurde der Raum komplett desinfiziert und gereinigt, anschliessend für vier Stunden Fenster geöffnet.
    Und einen Tag später ging es normal weiter.
    Achso natürlich erfolgte eine normale desinfektion zwischen jedem einzelnen Pat :mrgreen:
     
  7. MRSA im OP

    Hallo liebe Kollegen der Anästhesie,
    meine Frage lautet: wie handhabt ihr das Schleusen, Einleiten... eines Patienten mit MRSA? Was reinigt ihr wie und wechselt ihr die Klamotten und Schuhe wenn ihr den Saal verlaßt oder zieht ihr einen Schutzkittel an...?
    Habe hier den furchbaren Zustand, dass es keinen vernüftigen Standard gibt.
    Liebe Grüße
    HS
     
  8. flexi

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    Hab dich mal hier themenbezogen angehängt...
     
  9. matras

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    Die patientennahe Umgebung sowie Patientenberührflächen werden desinfizierend gereinigt. Dazu genügt ein übliches Desinfektionmittel. Schutzkittel ist notwendig wenn direkt am Patienten gearbeitet werden muß und eine Kontamination der Schutzkleidung zu befürchten ist. Sonst muß die kontaminierte Kleidung gewechselt werden. Ansonsten genügt die hygieneische Händedesinfektion. Mund-Nasenschutz nur wenn mit infektiösen Aerosolen zu rechen ist, der Patient also die Keime im Nasen-Rachen-Raum trägt und hustet oder niest....

    Matras
     
  10. Habt vielen Dank und schönen Abend noch.
    Lg HS
     
  11. Polytrauma

    Polytrauma Junior-Mitglied

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    Hallo Hannah-Sabine,

    Bei uns ziehen wir uns ab dem Einschleußen Schutzkittel über. Einleiten tun wir den Patienten im Saal. Der Narkosewagen kommt bei kleinen Eingriffen raus. Haben dann nur die nötigsten sachen auf einem Tisch. Bei großen Eingriffen (Herzchirurgie) oder wenn wir erst mitten in der Op informiert werden, das der Pat. MRSA hat. Wird der Inhalt vom Narkosewagen entweder mit auf die Station gegeben oder weggeschmissen. Zumindest die Sachen die nicht abwischbar sind.
    Nach der OP wechseln wir das komplette Kreissystem von den Beatmungsgeräten. Die Schuhe und Schutzkittel bleiben im Saal ebenso Haube und Mundschutz. Bei uns steht vor dem Saal ein Wagen auf dem Kittel, Haube und Mundschutz liegen. Danach in die Umkleide und umziehen.

    Gruß Peggy
     
  12. Hey,

    genau SO kenne ich das auch, danke!
    lg Hannah
     
  13. Pink81

    Pink81 Junior-Mitglied

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    Hallo,
    bei uns wird es genauso gehandhabt.
    Außerdem räumen wir alles was im Saal ist und nicht benötigt wird aus dem Saal, z.B. das Nahtkabinett usw.
    Gruß Pink
     
  14. matras

    matras Bereichsmoderator
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    Hallo,

    wenn ich davon ausgehe, dass (wie in der "Aktion saubere Hände" probagiert) vor aseptischen Tätigkeiten (das schließt den Umgang mit Sterilgut mit ein) die Hände desinfiziert werden. Und wenn ich weiter davon ausgehe, dass die sterilen Utensilien (Spritzen, Kanülen, Nahtmaterial etc.) in geschlossenen Schränken oder Schubladen aufbewahrt werden. Warum soll ich dann diesen Aufwand rechtfertigen, endweder alles vorab auszuräumen oder wegzuwerfen (oder auch auf Station zu geben...?)?
    Weder springen die Keime von a nach b, noch bewegen sie sich überhaupt nennenswert vorwärts (selbst Olympioniken schaffen nur Bruchteile von Milimetern). Das Hauptübertragungsvehikel für Mirkroorganismen ist und bleiben die Hände des medizinischen Personals - basta.

    Matras
     
  15. Vielleicht rührt diese Übervorsicht noch aus früheren Zeiten als wir Hygiene-Informationsmäßig nicht so fortgeschritten waren - aber weißt du, zuviel ist mir in diesem Fall letztlich etwas weniger egal als viel zuwenig. Ich bin euch allen für euere Zuschriften dankbar und verlasse mich natürlich auf die Fachkraft "Hygiene". Danke.
    Was bisher bleibt ist der Mißstand in Forcheim ;)
    Sorry, mußte mal genannt werden.
    Vielleicht liest es ja mal einer :-))
     
  16. Babsi12

    Babsi12 Stammgast

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    Aber ich frage mich, wenn im Op, die Richtlinien der Hygiene beachtet werden. und dann kommt die Station, holt den Patienten ab und legt die Unterlagen ins Bett:verwirrt:
     

  17. ... und schüttelt nochmal freundlich lächelnd das kissen in der schleuse auf , hebt sorgsam den patienten ohne schürze, handschuhe und mundschutz ins bettchen - alles gesehen und spott geerntet für den hinweis auf schutzmaßnahmen in bezug auf die mitpatienten die ev. immunschwächer sind als sie selbst - toll wäre es halt wenn die keime je nach schweregrad unterschiedlich bunt leuchten würden ;).
    HS
     
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