Umgang mit Handys in der Kinder-/Jugendpsychiatrie

Dieses Thema im Forum "Pflegebereich Psychiatrie/Psychotherapie/Psychosomatik/Sucht/Forensik" wurde erstellt von bellavera, 05.05.2014.

  1. bellavera

    bellavera Newbie

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    Hallo zusammen, gibt es hier Leute die wie ich in der KJP arbeiten und mir eine Frage beantworten können? Nämlich: Welche Regeln habt Ihr zum Umgang mit Handys(und was es sonst noch so gibt) auf Station aufgestellt? Bei uns dürfen die Pat.(ca.11 bis 18 Jahre, hauptsächlich mit Essstörungen) ihre Handys nur im Ausgang benutzen. Inzwischen hat man den Eindruck, der Ausgang ist Nebensache, wichtig ist nur die Zeit am Handy bzw. die Möglichkeit, damit ins Internet zu gehen, auf Facebook usw. Da das Handy in den letzten Jahren bei den Jugendlichen enorm an Wichtigkeit gewonnen hat, haben wir den Eindruck, wir müssten unsere Regeln überarbeiten... Wie handhabt Ihr das? Ach so: die Pat. können auf Station täglich ab 16-20Uhr angerufen werden( ein Gangtelefon für 12 Pat.- permanent besetzt und immer jemand frustriert weil der Angehörige nicht durchkommt bzw. er keinen Anruf erhält) . Danke für Eure Antworten
     
  2. yoyoyoyo

    yoyoyoyo Stammgast

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    Reichlich spät, dass ihr dieses Problem angeht.

    Ihr seit eine Psychiatrie und kein Knast! Privilegienentzug (und damit Entzug persönlicher Freiheiten) darf bei euch ausschließlich therapeutischen Charakter haben. Dass 12 Patienten im Prinzip telefonieren dürfen, dann aber nur ein Telefon zur Verfügung steht ist nicht therapeutisch, sondern reine Willkür und damit Schikane.

    Handyentzug kann im Prinzip natürlich therapeutisch wirksam sein (Abstand vom Alltag). Zum Beispiel bei Essgestörten könnte es dann im Rahmen einer Belohnungspyramide als Anreiz eingesetzt werden. (z.B. "Du darfst dein Handy ab 4 Kilo unter dem Zielgewicht benutzen.").
    Dass ist aber eine schwierige Abwägung, die von einer Fachperson (Psychologe, Psychiater) entscheiden werden sollte.
     
  3. Gucky

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    Wobei ich Internetzugang, grad bei Essstörungen, während der Therapie problematisch finde. Angesichts der vielen "Selbsthilfegruppen" die es dort gibt, die dann evtl. die Therapie konterkarieren. Zumindest sollte das dann auch "Neuland"mäßig mit angesprochen werden.
     
  4. bellavera

    bellavera Newbie

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    Ich hatte mir eine Antwort gewünscht wie Ihr das handhabt und keine unfreundliche "Knast"-Unterstellung. Wir entziehen das Handy nicht komplett, wie gesagt, bei Ausgängen (mit Personal, allein, mit Besuch- das ist therapeutisch gestaffelt) darf das Handy genutzt werden. Wie Gucky ganz richtig schreibt- Internetzugang ist nicht unproblematisch. Es gibt unzählige Apps die sich mit Kalorienzählen und Möglichkeiten zur Gewichtsreduktion befassen. Unsere Patienten sind häufig nicht krankheitseinsichtig und setzen am Telefon oft ihre Eltern unter Druck. Außerdem hat inzwischen fasst jedes Handy eine Kamera und da wird es schwierig mit dem Datenschutz auf Station. Also nochmal: Wie wird das auf anderen Stationen gehandhabt?
     
  5. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Und das ist nicht ausreichend? Ich finde, das ist schon eine ganze Menge.

    Wie wird das Vorgehen mit den Eltern abgesprochen? Wollen die überhaupt, dass ihr Kind jederzeit erreichbar ist bzw. sie von ihrem Kind jederzeit erreicht werden können?

    Und welcher therapeutische Nutzen wird beim Ausgang erwartet?

    Elisabeth
     
  6. bellavera

    bellavera Newbie

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    Die Eltern wollen in aller Regel das was ihre Kinder wollen. Therapeutischer Nutzen: halten von sozialen Kontakten zur "Außenwelt" , die Möglichkeit, sich vom anstrengenden therapeutischen Alltag mal zu entlasten, die Organisation von Besuchen oder WOchenendbeurlaubungen etc.... Und nochmal: kann mir jemand sagen, wie das woanders gehandhabt wird???
     
  7. Irgendeine

    Irgendeine Poweruser

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    Ich kann dir nicht sagen wie es in der KJP gehandhabt wird. Aber ich war schon öfters als Betreuerin auf Ferienfreizeiten auch für behinderte Kinder. Kann man jetzt natürlich nicht so vergleichen, aber vielleicht interessiert es dich ja trotzdem.

    "Unsere" Kinder durfte Handy, Gameboy und co. prinzipiell bei sich haben. Nur in den Aktivitäten (bei euch dann Therapien) musste es zu Hause bleiben. Wenn die Benutzung Überhand nahm, also jemand in der Freizeit z.B. nur noch alleine im Zimmer war, um mit dem Handy rumzuspielen, haben wir das angesprochen.
    Meistens hatte es sich damit. Sollte das nicht der Fall sein, kann man immer noch mit dem Kind besprechen welche Regelung es gibt.
    Eine Möglichkeit wäre hier z.B. dem Kind das Handy stundenweise am Tag zu erlauben (also nicht nur im Ausgang).
    Man kann das ja dann auch noch verbinden mit den Therapieerfolgen, z.B. bei so viel Kg Zunahme x Zeit mehr.

    Was Internet und Apps angeht, kann man das vielleicht ganz genau mit den Kiddies besprechen. Oder man lässt sich das Handy zeigen, sodass alle "verdächtigen" Apps gelöscht werden müssen.
    Um das Internet werdet ihr nicht herumkommen. Im Ausgang können sie schließlich auch Apps und Internet benutzen.
     
  8. Carnifex

    Carnifex Junior-Mitglied

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    Ich bin im 3. Ausbildungsjahr, also wird meine Meinung zu diesem Thema nebensächlich sein.
    Aber ich sage trotzdem etwas dazu, ich selbst bin 21 Jahre alt und denke es ist am Besten keinen Handyverbot zu geben oder eben diese Einschränkung..

    Wieso? Meiner Meinung nach ist es wichtig den Kindern/ Jugendlichen einen guten Umgang mit Medien zu vermitteln.

    Zitat:
    "Wobei ich Internetzugang, grad bei Essstörungen, während der Therapie problematisch finde. Angesichts der vielen "Selbsthilfegruppen" die es dort gibt, die dann evtl. die Therapie konterkarieren. Zumindest sollte das dann auch "Neuland"mäßig mit angesprochen werden."

    Selbst wenn es problematisch ist, diesen Einflussfaktor "Internet" wird man dann nur bei euch auf der Abteilung abschalten können, sei es durch Einschränkung oder Verbot, sobald die Patienten entlassen werden, gibt es wieder internet.. am Besten aufklären. Wenn ihr befürchtet die Therapie könnte negativ beeinflusst werden durch das Internet, klärt es am Besten im persönlichen Gespräch mit den Kindern/ Jugendlichen, damit sie wissen wovor ihr euch fürchtet, warum es so ist und sagt denen das viele Sachen im Internet nicht so richtig sind (oder so) und es hier eben so gemacht wird.

    Ich denke, ich spreche hier nur für mich, das in Zeiten von Internet mit FB usw. es sehr wichtig ist nicht irgendwas zu verbieten oder einzuschränken, sondern aufzuklären.. Dies gilt für alles in unserer Generation (Drogen; Alkohol.. etc.) Wenn man etwas verbietet, stoßt man meist auf widerstand, besonders bei Jugendlichen.

    Mein Senf, bin im 3. Lehrjahr und wenn ich helfen konnte meldet euch :-)

    Edit: Selbst wenn es gut für die Therapie ist, halte ich es für die heutige Zeit eher für Kontraproduktiv... Meiner Meinung nach sollte Internetnutzung und Dauer, Überwachung usw. von den Eltern aus gehen, nicht von den Pflegenden. Es ist eben doch irgendwo eher Erziehungssache.
     
  9. yoyoyoyo

    yoyoyoyo Stammgast

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    Deine Aussagen sind für den durchschnittlichen Jugendlichen sicher völlig richtig, du verkennst aber die Situation der Situation der jugendlichen in der Psychiatrie. Während der Wochen oder Monate in der Psychiatrie steht eben gerade nicht im Vordergrund den "Umgang mit Medien zu vermitteln", sondern in vielen Fällen soll gezielt Distanz zum üblichen Umfeld hergestellt werden. Ein Handy in jedem Zimmer würde das völlig konterkarieren.
    Ein intaktes Umfeld ist gerade in der KJP häufig gerade nicht vorhanden, sondern Fehlverhalten der Eltern bzw. ein demonstratives Verhalten des Patienten gegenüber seinem Umfeld ein großer Teil des Problems.
    Bei Essgestörte sind in einigen Fällen zusätzlich auch Pro-Ana-Webseiten involviert, auch dann ist ein Handy das dümmste was der oder die Patientin haben kann.
     
  10. Gucky

    Gucky Newbie

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    100% Zustimmung yoyo. Auch wenn es sicherlich hart für die Jugendlichen ist.
     
  11. Carnifex

    Carnifex Junior-Mitglied

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    Das Thema "Umgang mit Medien" würde ich persönlich gar nicht in den Mittelpunkt stellen. Ich war wie gesagt noch nicht in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, aber ist es nicht so, dass man im Einzelfall abschätzen kann, wer wie lange/ wann an sein Handy darf? Wer freiwillig kommt und hilfe will, da würde ich es nicht als Notwendigkeit sehen es abzunehmen (nur als Bsp.)

    Ich bin der festen Überzeugung, dass ein Verbot aus Prinzip, vor allem bei Jugendlichen, auf Widerstand stößt und eher dazu den Einzelnen fördert, heimlich ans Handy zu gehen. In besonderen Fällen (von dir genannt) ist es doch vollkommen in Ordnung ein Handyverbot oder -einschränkung zu vollziehen, aber es ist lange nicht bei allen so, oder sind da alle Fälle so? Ich wollte mit meinem Beitrag nur vermitteln, das der Umgang mit Medien nicht in den Mittelpunkt gestellt werden soll, aber es sollte auch ein Thema sein - persönliche Gespräche, vor allem über Pro Ana Seiten, sollten stattfinden und aufklären. Und genau diese Art von "Beratung" ist heutzutage wichtig, quasi wie eine neue Pflegetätigkeit.

    Denn dieses Thema, ihr Umfeld (Eltern, Freunde etc.) mögen zwar in der Klinik während des Aufenthaltes abschaltbar sein, aber sobald diese Patienten entlassen werden, werden sie mit diesen Einflussfaktoren (Umfeld, Pro Ana Seiten) beeinflusst werden. Und in der heutigen Gesellschaft gibt es viele solche Sachen, es fängt doch schon bei Pro7 bei Germanys Next Top Model etc. an, Werbung, "Extrem Schön" und wie sie nicht alle heißen.

    Ich verstehe deine Seite voll und ganz, ich versuche nur eine andere Seite aufzuleuchten.

    Edit: Und aus dem Grund bin ich der Meinung man sollte die Therapie mit allen Einflussfaktoren antreten - Einflussfaktoren die tagtäglich die Betroffenen begegnen. Wie bei Alkoholikern, sie sehen jeden Tag im Regal Alkohol, aber man muss Wege zeigen zu widerstehen, Möglichkeiten geben, nicht ausblenden weil man gerade die Möglichkeit hat (ausblenden in dem Fall Handyverbot, Umfeldentzug [egal wie negativ])

    Und wie gesagt, Handyverbot war vielleicht eine gute Idee, aber in dieser Generation ist es fast wie Körperverletzung. Am Besten wäre es wenn man Smartphones abgeben muss, aber ältere Handys (ohne Internetzugang) zu ermöglichen - so können positive Kontakte erhalten bleiben, vllt die beste Freundinnen oder ähnliches - wie oben erwähnt, je nach Einzelfall
     
  12. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    In der Therapie wird nun nicht jeden Tag das Alkoholangebot des nächsten Supermarktes inspiziert. Der Patient ist ja nicht in einer Art Animtaionsurlaub. Er soll an sich arbeiten. Von daher hinkt dein Vergleich gewaltig.

    Elisabeth
     
  13. Carnifex

    Carnifex Junior-Mitglied

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    Wieso in der Therapie? Ich rede vom Alltag, nach der geschlossenen Station. Irgendwann werden auch Alkoholiker wohl oder übel im Supermarkt einkaufen gehen - ohne Einkauftraining.

    Mein Vergleich war der, das Alkoholiker auf einer geschlossenen Station sind und man das Alk quasi von ihnen wegsperrt, aber irgendwann werden sie im Laufe der Therapie lernen müssen auch ohne Krankenpfleger, Ärzte etc. alleine Entscheidungen treffen zu müssen - d. h. ohne einen Pfleger der einem ständig sagt, das dass Alkohol nicht gut ist. Und genau so empfinde ich es mit dem Thema Handy.. man kann es zwar wegsperren, aber danach gibt es das Handy wieder und so müssen sie mit solche Internetseiten umgehen können, d. h. meiden, wegschauen, etc.

    Das man Alkoholsucht mit Magersucht nicht vergleichen kann ist mir bewusst, aber in der Art wie es therapiert wird (etwas wegsperren) ist es finde ich ähnlich - nicht gleich, aber ähnlich.

    Edit: Es ist auch vielleicht nicht möglich diese Art von Umgang zu ermöglichen bei den meisten Patienten, aber das ist nicht mein Ziel, sondern bei einigen wo es möglich sein könnte.
    Und wenn ihr mich aufklärt warum es nicht gehen sollte, würde ich doch gerne wissen warum. Eine Jugendliche 14 Jährige findet auch mit nur einer halben Stunde Handyzeit am Tag zu ihre Pro Ana und Co. Seiten, die wissen wo sie suchen müssen und aus dem Grund müsste man, wenn man es entzieht, vollständig entziehen. Oder werden im Ausgang die Displays gesondert überwacht? Falls ja, vergess alles und dann ist es was anderes, dann wisst ihr ja was die machen.
     
  14. yoyoyoyo

    yoyoyoyo Stammgast

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    Mit Verlaub, aber das haben wir schon gemerkt.

    Der freiwillige Patient mag grundsätzlich Krankheitseinsicht haben, aber bis er auch die Wurzeln der Krankheit in seiner Umgebung versteht kann sehr viel Zeit vergehen. In dieser Zeit muss ist es teils unbedingt notwendig die Umwelt in Form einer Kontaktsperre auszuschließen, bzw. die Kontakte zu überwachen.

    Ja, und? Widerstand gegen therapeutische Maßnahmen ist eher die Regel, das negiert nicht die Bedeutung der Maßnahmen.

    Du unterliegst der Fehlvorstellung psychische Krankheiten spielten sich auf einer rationalen Ebene ab und Aufklärung sei daher wesentlich. Für die Patienten hat z.B. die Anorexie und der Besuch von Pro-Ana Seiten jedoch den Charakter einer starken Sucht! Der Heroinsüchtige ist sich der Gefährlichkeit auch völlig bewusst, und kann nicht anders. Da kannst du den ganzen Tag herumerklären.

    Nach der Logik müsste man Alkoholsüchtigen in der Klinik Alkohol vor die Nase stellen, weil sie damit ja außerhalb auch an jeder Straßenecke konfrontiert werden. Das macht man aber natürlich nicht.
    Selbstverständlich muss auch eine Anorekterin mit der Zeit an die Umwelt herangeführt werden, das aber kontrolliert und mit therapeutischer Begleitung. Der Bruch mit dem normalen Alltag und den normalen Kontakten ist wesentlicher Therapieinhalt der stationären Psychiatrie! Das Konzept würde durch ein Handy im Zimmer der Patienten komplett ad absurdum geführt.

    Wow, ernsthaft!? Verfügbarkeit von Alkohol für Alkoholiker am Therapiebeginn? Das ist das Unsinnigste was ich seit langen gehört habe. Dir fehlt das theoretische und das praktische Wissen zu den Dingen über die du schreibst.
    Ich hoffe du verwechselst deine schlicht falschen Privatmeinungen nicht auch in anderen Bereichen mit Fachwissen.

    Das ist schon deshalb unsinnig, weil weder der Patient noch der Therapeut zu Therapiebeginn positive von negativen Kontakten unterscheiden können. Der Vergleich mit der besten Freundin mit der sich die Patienten super versteht kann ja gerade ein wesentlich Auslöser der Anorexie sein! Zudem könnte die Kommunikation vom Therapeut in keine Weise begleitet werden.

    Vielleicht hast du die Gelegenheit, bis zum Ausbildungsende noch mal eine KJP zu sehen. Realität ist die beste Lehrerin.
     
  15. Carnifex

    Carnifex Junior-Mitglied

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    Vielleicht habe ich mich mit der Antwort schwammig ausgedrückt, da die Elisabeth Dinse genau das gleiche gedacht hat wie du, aber ich meinte alles andere als Alkohol zur Verfügung zu stellen, sondern nach der Stabilisierung mit Medikamenten gabe etc. und mit der Zeit werden sehr wohl die Patienten damit konfrontiert, nicht nach einer Woche, aber irgendwann gibt es eben Einkaufstraining. Und genau so sollte man es mit Handys handhaben, anfangs Verbot, dann eine Einschränkung und dann immer mehr ganz geben. Wie am Anfang von einem erwähnt (glaube sogar von dir) mit Absprache der Psychologen als Belohnungssystem. Bei Alkoholikern wird von Anfang an beigebracht wie sie Alkohol aus dem Weg gehen, Alternativen finden um einen Kauf von Alkohol zu verhindern, Coping Strategien angewandt etc. usw., das brauche ich hier nicht aufzuführen.

    Ich glaube ihr versteht einfach meinen Post nicht, alleine weil ihr denkt, dass ich gedacht hätte man sollte den Alkoholikern Alkohol geben/ sie ständig damit konfrontieren, damit meinte ich das sie irgendwann in der Gesellschaft unterwegs sind und ständig Alkohol entgegnen (Werbung, Einkauf, etc.) und das wird sehrwohl mit denen geübt/ trainiert - Einkaufstraining etc.

    Und im Übrigen bist du jetzt auch gar nicht auf meine Fragen eingegangen nach dieser Antwort, sondern hast nur diese stückchenweise zerlegt. Was bringt denn nun eine Einschränkung des Handykonsums? Heißt das, sie werden in der Zeit wo sie das Handy benutzen überwacht? Falls ja, ist es in Ordnung, falls nein, dann können sie doch dennoch Pro Ana Seiten besuchen wenn sie wollen.

    Entweder ganz verbieten oder gar nicht, so einfach ist das. Und wenn ihr nur bei Ausgang den Handys gebt, dann solltet ihr sie überwachen - was natürlich ein weitgehender Eingriff in die Privatsphäre ist. Es sollte einfach mit denen geübt werden. In meinen Augen ist die Therapie während des Aufenthaltes dann perfekt und ohne Einflüsse und sobald sie entlassen werden, werden sie ständig damit konfrontiert werden.
     
  16. Irgendeine

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    Bei Suchtproblemen den Alkohol betreffend, ist es normal, dass man diesen in der stationären Therapie nicht ständig vor der Nase hat. Darum geht es ja. Man soll aus seinem Umfeld raus, um neue Strategien erstmal in einem gesicherten Rahmen zu lernen und anzuwenden. Und danach kann man die Leute dann mit dem Alltag konfrontieren..

    Allerdings verstehe ich dann trotzdem nicht, warum z.B. Borderlinern auf einer offenen Station Sachen wie z.B. Rasierklingen, die sich besonders gut zum Schneiden eignen, auf dem Zimmer lässt?
     
  17. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Ich bezweifele, dass dies mit dem Therapiekonzept konform geht. Aber- wer Regeln aufstellt, der muss sich auch kontrollieren und Sanktionen nicht nur androhen sondern auch zur Anwendung bringen. Wenn man das nicht will, kann man Regeln gleich lassen und Rasierklingen in der Cafeterria anbieten.
    Mein Kind würde ich in so einer Klinik nicht gut untergebracht sehen und wieder mit heim nehmen um eine andere Klinik zu suchen.

    Elisabeth
     
  18. Irgendeine

    Irgendeine Poweruser

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    Elisabeth ich weiß nur wie es in der Erwachsenenpsychiatrie ist. Auf der geschlossenen musste man Rasierklingen und alles womit man sich verletzen kann, abgeben. Auf der offenen darf man die ganz normal bei sich haben.
     
  19. narde2003

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  20. Morbus Bahlsen

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    Kann man so pauschal nicht sagen, auch wenn ich deine Problematik verstehe (arbeite in einer ähnlichen Einrichtung). Grundsätzlich dürfen unsere Patienten ihre Handys auch behalten. Wenn wir als Team jedoch sehen, das die Situation in der Form dem Patienten mehr schadet als alles andere legen wir es ihm auch nahe, das Handy freiwillig bei uns abzugeben bzw. wird das Handy dann auch mit Beschluss vom Team als therapeutische Maßnahme eingezogen.
     
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