Umgang mit Bulimie

Dieses Thema im Forum "Pflegebereich Psychiatrie/Psychotherapie/Psychosomatik/Sucht/Forensik" wurde erstellt von Melpomene, 14.11.2006.

  1. Melpomene

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    ich brauche mal hilfe, weil wir auf station mit einer pat. nicht weiter kommen.wir haben leider auch nicht die möglichkeit einer supervision.vll hat von euch jemand erfahrung.wir haben eine pat. die seit jahren an bulimie erkrankt ist ( u.a.persönlichkeitsstörg.mit psychot anteilen)-.und eben auch seit jahren in behandlung.sie kommt zur aufnahme, wenn ihr gewicht stark abgenommen hat und sie daheim verwahrlost.
    ich kenne sie nun seit 4 jahren und die behandlungsziele sind folgende: gewicht auf 45kg und einen guten kaliumwert.
    mit den maßnahmen sind wir mittlerweile am ende.das ist das problem.es herrscht der gedanke...krisenintervention: sprich magensonde, infusion, time out.
    dazu muß man wissen,daß diese pat auch abführt,klaut,bedürfniss orientiert eben über station läuft.auch durch die nase erbrechen ist keine ausnahme.ebenso verteilt sie auf den stationstoiletten und im zimmer ihre fäkalien( wir haben übrigens für 30 pat nur 4 toiletten).
    mir fällt vermehrt auf, daß es nur noch um grenzsetzungen geht.denn die verzweiflung ist groß.auch kommt irgendwie von ärzten nix (sorry) gescheites.wir sind eine geschloßne allgemein psych.und personell bei 30pat zu dritt im dienst.somit fällt 1:1 flach.

    ich mag sie nicht aufgeben.aber ich bin mit meinem latein am ende.ich brauche motivation.neue ideen.andere sichtweisen.die ich auch gut an meine kollegen weiter geben kann.

    vielen dank
    :fidee:
     
  2. eunerpan

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    Hallo Melpomene!

    Ich versteh deine Verzweiflung nur zu gut .... es gibt immer Pat. bei denen man irgendwann einfach nicht mehr weiter weiss....


    Habe aber noch ein paar Fragen:

    Wie alt ist die Pat.?

    Welche Konsequenzen spührt sie bei Fehlverhalten?

    Und ich gehe mal davon aus, das sie nicht freiwillig zur Aufnahme kommt und somit die Motivation schon fast im Minus Bereich liegt?!

    .... ich find es auch nich schlimm wenn es erstmal um Grenzen aufzeigen geht .... denn die scheint sie ja grad auch indirekt einzufordern....


    Lieben Gruss und Kopf hoch
    :D
     
  3. diamondice

    diamondice Junior-Mitglied

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    Hi Melpomene,

    ich schließ mich dem Fragenkatalog mal an, denn da gibt es sicher noch einiges herauszufinde.

    Bei solchen Patienten ist immer die Biographie sehr interessant, denn irgendwo sollte dieses Verhalten seinen Ursprung haben. Gibt es vielleicht einen gesetzlichen Betreuer oder alte Akten, die da mehr aussagen?

    Mir scheint es so als sei der bulimische Anteil nur einer des Gesamtproblems und und im Rahmen einer Selbstschädigung zu sehen.

    Hat einer von Euch eine Chance eine Beziehung vorsichtig aufzubauen?

    Dass Du nicht aufgeben möchtest, zeigt ja auch, dass die Patientin irgendwo noch etwas sympatisches haben muss, was Dich auch anspricht.

    Grenzen sind zum Zusammenleben in einer Gemeinschaft wichtig, aber im Augenblick sieht es so aus als würde sie Euch Eure Grenzen aufzeigen. Das birgt immer die Gefahr des Machtkampfes.

    Nicht aufgeben, LG, :-) diamondice
     
  4. Melpomene

    Melpomene Newbie

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    leider hatte ich die letzten tage kein internet.erstmal danke fürs interesse.ich beantworte morgen eure fragen.ist tatsächlich arg umfangreich.

    bis dahin.
    Jule
     
  5. diamondice

    diamondice Junior-Mitglied

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    Huhu Jule,

    wir warten auf Infos.:weissnix:
     
  6. lolobea

    lolobea Junior-Mitglied

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    *meldet sich mal zu Wort*

    (auch wenn der Thread ziemlich alt schon ist)

    Ums vornherein zu sagen, nicht jede die an eine Ess-Störung haben sind gleich. Aber zumindestens ähnlich!

    Bei mir - ich schreib es ganz offen und ehrlich - ist mein chaotisches (sorry für die Wertung!) Ess-Verhalten eine Art Selbstschädigung.

    Essanfälle, wenn diese keine Wirkung zeigen -----> selbstverletzendes Verhalten in Form von Schneiden , wenn auch das Wirkungslos ist ----> Griff zum Alkohol.

    Wobei ich sagen muss das letztere ist wirklich wenn es GAR NICHT mehr anders geht. Und das kam seit Anfang Februar einmal vor.

    In der Therapie konnte ich bereits erarbeiten, dass in den Kliniken wo ich war oftmals auch die Provokation der PP eine Rolle gespielt hat.
    Also so nach dem Motto: ''Kümmert euch um mich!!!''
    Egal ob das jetzt Ess-Anfälle, Schneiden oder sonstiges SVV war.

    In der Therapie bin ich jetzt schon so weit, dass ich immer weniger andere Leute um mich rum brauche die mir was gutes tun. Ich kann mir immer mehr selber was gutes tun - ohne nachher ein schlechtes Gewissen zu haben, dass ich das gar nicht darf.

    Und ich lerne schritt für schritt wieder ein normales Ess-Verhalten, in dem ich:
    *regelmäßig das Ess-Protokoll führe
    * mich regelmäßig wiege
    * die Portionen die ich essen möchte (zumindestens beim mittagessen) von mir unter aufsicht einer Mitarbeiterin auf den Teller kommen

    Und ich muss sagen - ich kann das Essen wieder bewusst genießen - ohne wie Herr Popcornsmiley nach links und rechts zu schauen und das Zeug so reinzustopfen ---> :spopkorns:

    Liebe Grüße von lolobea
     
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