Umgang mit Angst

Dieses Thema im Forum "Pflegebereich Psychiatrie/Psychotherapie/Psychosomatik/Sucht/Forensik" wurde erstellt von Tobi^, 09.06.2010.

  1. Tobi^

    Tobi^ Junior-Mitglied

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    Hallo,
    Wir haben in der Schule gerade einen Arbeitsauftrag über verschiedene Psychologische Themen.
    Ich habe eine Aufgabe zum Thema Angst und den Umgang mit ihr bekommen.

    Dazu haben wir ein Fallbeispiel bekommen in dem es um einen 50jährigen Patienten geht der Lungenkrebs hat.
    Nun hat er Angst, weil seine Angehörigen und Bekannten immer öfters vorbeischauen und es ihm immer schlechter geht.
    Er hat allgemein einfach Angst.
    (Das sind alle Informationen über den Patienten, weder Krankheitsverlauf noch irgendein Gesprächskontext ist vorhanden...)

    Nun ist die Frage: Wie geht man als Pflegekraft mit diesen Ängsten um und wie bewerten man den Umgang des Pat. mit seiner Angst.

    Folgendes hab ich zusammengetragen:

    Umgang des Pat mit seiner Angst:
    -Es ist gut dass er seine Ängste gegenüber des Pflegepersonals äussert, da es entlastend wirken kann wenn man seine Ängste äussert.

    -Wahrscheinlich hat der Pat. Angst um seine Zukunft, da er durch die vermehrten Besuche und seinem körperlichen Zustand den Verdacht hegen könnte dass seine Krankheit schon weit ausgeprägt ist.

    -Er könnte auch Angst vor dem Ausgang der Therapie haben.

    -Der Pat. sollte auch mit seinen Angehörigen über seine Angst reden, da sie ausserhalb des Krankenhaus ständige Ansprechpartner des Pat sind und somit seine Ängste auch über weitere Zeiträume entkräften und mittragen kann.


    Umgang der Pflegeperson:

    -Die Pflegeperson, welcher der Pat. am meisten vertraut sollte weiterhin und auch dauerhaft die stationäre Betreuung durchführen.

    -Er sollte versuchen die Angst bez. der vermehrten Besuche zu erklären und evtl. durch Gespräche mit den Angehörigen+Pat. die Beweggründe in Erfahrung bringen

    -Die Pflegeperson sollte auf alle Fragen eine ehrliche und verständliche Antwort liefern.

    -Es sollten Perspektiven geschaffen werden die erreicht werden können:

    --Gespräch über die Zeit nach der Krankheit, Pläne etc. , also ein selbstverständlicher Umgang, dass die Krankheit besiegt werden kann.

    --Gespräche und Pläne über die Zeit direkt nach der Krankheit oder evtl. anstehenden Operationen (z.B.: Reha oder Krankengymnastik) um auch von den Ängsten abzulenken.


    -Weiterhin sollte versucht werden die Angst nicht durch Negativäusserungen zu schüren und keine weiteren Ängste hervorzurufen.
    (z.B.: "Sie haben Lungenkrebs und qualmen wie ein Schlot, kein Wunder kann der Krebs nicht besser werden, wenn sie so weiter machen landen sie wirklich noch im Grab")
    Da durch die Angst die Emotionen den Verstand überlagern und eher negativ, statt positive auswirkungen haben.


    Das hab ich bisher und such hier nun weitere Anregungen, in welche Richtungen könnt ich noch denken?
    Ich hab persönlich wenig erfahrungen mit Krebskranken, welche Ängste haben sie noch/könnten sie haben?
    Habt ihr weitere Anregungen über den Umgang mit Angst?

    Ich sag schonmal danke für weitere Anregungen und wünsch noch einen schönen Abend :-)
     
  2. Neuron

    Neuron Stammgast

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    GA Tobi^,

    das was du zum Thema schreibst, klingt gut, Ängste und Bewältigung usw..

    Mir fällt aber auf, dass du nichts über eine oder soll ich schreiben die gewisse "ultima ratio" schreibst...?

    Ja da kommen möglicherweise auch religiöse Fragestellungen auf dich zu, die den Patienten betreffen. Diese können freilich auch rein humanistisch und religionsfrei betrachtet werden.

    Stell dir einfach mal vor, du selbst bist die Person um die es dir geht!
     
  3. Tobi^

    Tobi^ Junior-Mitglied

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    Mein Problem besteht eben auch darin dass wir das ganze auch noch präsentieren müssen.
    Zeitvorgabe: 5min.

    Ich würde mich liebend gerne noch weiter in dieses Thema vorarbeiten und auch ein paar individuelle Fragestellungen und antworten einbauen, eben weil wir grade auch noch ein paar andere Themen am laufen haben, die so toll passen würden aber das Fallbeispiel gibt halt nicht sehr viel preis.

    Ich hätt mir in dem Fallbeispiel noch ein wenig Lebenslauf und den Kontext zwischen der Pflegeperson und dem Pat. gewünscht aber da steht leider nix...

    Das ist eben auch mein Problem.
    Ich soll anhand des Fallbeispiels die Situation ermitteln aber in Wirklichkeit wird gar keine Situation dargestellt.
    Ich muss also im Schlamm rumraten und das ganze fühlt sich halt so schwammig an.

    Ich soll alles auf diesen Patienten zuschneiden weiss aber im Endeffekt nur dass er 50 Jahre alt ist, wie er heisst (Hr. Müller) und das er Lungenkrebs hat.

    Was meinst du mit Ultima Ratio?
    Da kann ich mir grad keinen Reim drauf machen.

    Ich werd auf alle fälle versuchen noch ein wenig die "mutmaßlichen" Umgebungsfaktoren miteinzubeziehen.

    Danke schonmal
     
  4. Arcadia

    Arcadia Junior-Mitglied

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    Mit " ultima ratio" meint Neuron wohl den Umgang mit dem Thema " Sterben, Tod"

    - Angst vor dem Sterben
    - Glauben des Patienten?


    Ansonsten finde ich Deine Ideen zu dem Thema gut. Mir fällt noch was dazu ein:

    - Angst vor Schmerzen - Gespräch über Schmerztherapie
    - Angst vor dem Tod- Patientenverfügung

    lg,

    Arcadia
     
  5. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Intensivüberwachung
    Schau mal unter Copingstrategien.

    Du kannst einen Pat. nur begleiten, wenn er sich dir öffnet. Denn jeder geht mit der Diagnose anders um. Das reicht vom Verdrängen bis hin zur Panik.

    Ängste können sich körperlich äußern. Stichwort: vegetative Zeichen.

    Beispiel:

    ASE- Kenntnisse setze ich mal voraus. Wichtig, die Atmung nicht zu sehr reduzieren wollen und sich am Anfang dem Atemrhythmus des Pat. anpassen. Dauer der ASE: mind 5 min. Hinterher Gespräch anbieten. Wichtig: Gesprächsbereitschaft signalisieren in dem man sich ans Bett setzt. Mindestzeitaufwand fürs Gespräch: 5-10min.
    Brauchts also alles in allem: eine Zigarettenlänge = 15-20 min.

    Elisabeth
     
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