Umgang mit Angehörigen soeben Verstorbener

Dieses Thema im Forum "Leben und Tod im Krankenhaus, Umgang mit Sterbenden" wurde erstellt von Penthesilea, 20.04.2007.

  1. Penthesilea

    Penthesilea Newbie

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    Hallo!

    Wenn Patienten auf unserer Station sterben (ca 10 im Jahr), kann ich damit ganz gut umgehen. Womit ich immer sehr grosse Schwierigkeiten habe ist der Umgang mit den Angehörigen.

    Wie geht ihr mit Angehörigen Verstorbener um??


    Viele Grüsse Penthesilea
     
  2. palulu

    palulu Newbie

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    Ich denke da kann man keine klaren Vorschläge machen.
    Es kommt darauf an wie die Angehörigen sind, wie lange man sie kennt, ist man sich sympatisch? Jeder kennt Angehörige die man lieber nur von hinten sieht, dann gibts aber auch die, mit denen man schon mal nen Kaffee trinkt oder auch duzt!
    Mir fällt es in der Regel einfacher den Angehörigen den Tod zu erklären, die man nicht so gerne mag. Bei den anderen, ist es schon mal der Fall, das man mit heult.
    Aber generell versuche ich das ganze nicht am Telefon zu erklären, sondern sie ins heim zu bitten. Man kann aber wirklich sagen, das keine Todeserklärung der anderen gleicht. Man weiss nie wie die Angehörigen reagieren, fangen sie an zu weinen, beschimpfen sie einen weil man sie nicht früher informiert hat?
    Aber das aller wichtigste, finde ich, ist es persönlich zu machen.
     
  3. tochter46

    tochter46 Junior-Mitglied

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    Kann mich da nur anschließen. Es ist jedesmal anders.
    Manche Angehörige wollen, wenn sie nicht dabei waren, etwas über die letzten Stunden des Angehörigen wissen, ob er vielleicht noch etwas sagen konnte usw.
    War der Tod abzusehen, ist es vielleicht nur eine stille Umarmung die gebraucht wird.

    Kommt er aber völlig überraschend, durch Unfall z.Bsp. dann sollte man sich auf viele Reaktionsmöglichkeiten der Angehörigen einstellen können.
    Habe die Erfahrung gemacht, das man seine eigenen Emotionen nicht unbedingt wegpacken sollte, dann wirkt es verkrampft und aufgesetzt.
    Wir müssen uns nicht schämen, wenn auch uns die Tränen kommen.
    Solche Nachrichten kann man nicht professionell " abarbeiten ".

    lg tochter46
     
  4. synapse

    synapse Stammgast

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    HI,
    schließe mich den Vorrednern an. Es gibt kein Pauschalrezept.
    Im Krankenhaus ist ja der Arzt derjenige, der die Angehörigen informiert. Sind diese dann vor Ort, falls sie es nicht schon waren, ist manchmal einfach ein wortloses Geben der Hand eine absolut ausreichende Geste. Die Bekundung von Beileidsbezeugungen wollen viele gar nicht haben, die stille Geste ist in diesem Moment viel mehr wert und angenehmer für die Angehörigen.
    ´
    Gruß
    Synapse
     
  5. Benjamin

    Benjamin Newbie

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    Hallihallo!

    Kann mich auch nur anschliessen - jedesmal eine andere Erfahrung.
    Habe in meinen 3 Jahren als Dipl.Pfleger im Altenbereich schon oft Angehörige über den Tod eines mehr oder weniger nahestehenden Menschen informiert. Da bei uns eher selten jemand ganz akut verstirbt, wissen die Angehörigen meist schon über den schlechten Gesundheitszustand bescheid.

    Manche wollen sofort kommen und sich verabschieden, andere sind froh wenn sie noch ein wenig Zeit haben bevor sie zu uns kommen. Manche sind bei Versterben anwesend, sind froh Abschied nehmen zu können, wieder andere können aufgrund räumlicher Entfernung nicht kommen und wollen deshalb genau wissen, wie es ihrem Verwandten zum Schluß ergangen ist, manchmal ist es ein Abschluß eines Lebensabschnittes, manche Angehörige sind froh wenn manche nötigen Schritte von uns mitorganisert werden (Totenbeschau, Abholung des Verstorbenen,etc.), manche wollen alles sofort erledigt haben und erledigen alle nötigen Schritte innerhalb weniger Stunden. Manche wollen sich von ihrem Verstorbenen verabschieden, manche wollen den Verstorbenen lieber so in Erinnerung behalten wie er war,...

    Anfangs fühlte ich mich unsicher, wenn es galt eine Todesnachricht zu überbringen, da es im Rahmen der Ausbildung nicht wirklich Thema war. Mittlerweile ist es immer noch ein "komisches" Gefühl, aber es ist irgendwie auch gut um abschliesen zu können. Zu manchen Bewohnern/Patienten baut man im Laufe der Zeit doch eine Beziehung auf, man versteht sich gut, etc. und für mich sind das Versorgen eines Verstorbenen, aber auch das Informieren der Ang. zu einem Abschiedsritual geworden. Der Anruf irgendwie als "letzter Auftrag" für den Verstorbenen.
    Neben all diesen "persönlichen" Dingen, ist aber schlicht und ergreifend auch meine Aufgabe als Teamleitung diese Anrufe zu tätigen.

    LG Benjamin
     
  6. mariosmama

    mariosmama Newbie

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    Hallo!
    Ich denke auch, dass es sehr unterschiedliche Situationen sind, wenn Angehörige vom Tod eines Pat. erfahren. Das ist sehr individuell und man kann nie ganz vorhersehen, wie die Leute reagieren, da man sie ja meist auch nicht nähre kennt (zumindest im Krankenhaus) und daher nicht weiß, welche evtl. weiteren belastenden Situationen es in deren Leben noch gibt, wie stabil ihre psychische Verfassung ist. Ich kann mittlerweile eigentlich ganz gut damit umgehen, wenn Angehörige relativ gefasst reagieren, auch weinen, aber eben doch den Tod des Angehörigen akzeptieren. Schwer finde ich es immernoch, wenn Angehörige, manchmal ganz unvorhergesehen, völlig zusammenbrechen und den Tod ihrer geliebten Mutter/Frau etc. nicht akzeptieren wollen.:weissnix::-? Ich fühle mich dann immernoch ziemlich hilflos und weiß nicht so wirlkich, wie ich da jetzt mit den Menschen umgehen soll. Hatte die Situation letztens im privaten bereich mit einer Nachbarin, die einen regelrechten Nervenzusammenbruch nach dem Tod ihrer Mutter hatte. Es geht einem ja selbst auch nah, wenn man dabei steht und jemand schreit und auf dem Boden sitzt und überhaupt nicht mehr zugänglich für Ansprache ist.. Und was macht man mit evtl. weiteren Angehörigen, die hilflos dabei stehen? Z.B. Kinder oder Ehemann?? Um die muss sich schließlich auch irgendwie gekümmert werden, was ich besonders bei Kindern und Jugendlichen wichtig finde, die ja einerseits den Tod des Angehörigen "verdauen" müssen und dann andererseits auch noch mit einer völlig aufgelösten Mutter/ Vater konfrontiert sind...
    Wahrscheinlich gibt es auch dafür kein Rezept.Aber vielleicht hat ja jemand von Euch etwas mehr Erfahrung mit solchen Ausnahmesituationen, wo Angehörige so zusammenbrechen und mag mal etwas dazu schreiben??:nurse:
     
  7. jo88

    jo88 Newbie

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    ch bin auch absolut der Meinung das dies situationsabhänig ist, man muss sich da ganz behutsam rantasten.....
    Es gibt da aber eine super Geschichte die man den Angehörigen mit auf den Weg gebenm kann. Die der "traurigen Traurigkeit", ich habe die Erfahrung gemacht, dass es den Angehörigen sehr hilft die dem gerade sterbenden oder bereits verstorbenen nochmal vorzulesen......
     
  8. BettyBoo

    BettyBoo Poweruser

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    Stimmt, das ist jedes Mal sehr individuell, da muss man eben flexibel und sensibel genug sein um zu erkennen, wie man am besten auf die Angehörigen eingeht.
    Von einem sachlichen Gespräch bis zu mitvergossenen Tränen habe ich alles erlebt.
     
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