Umgang mit aggressiven dementen Menschen

Dieses Thema im Forum "Erkrankungen im Alter" wurde erstellt von MrsDoyle, 14.10.2008.

  1. MrsDoyle

    MrsDoyle Newbie

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    Hi ihr!

    Was habt ihr in dieser Hinsicht für Erfahrungen gemacht, wie geht ihr mit diesen Menschen um? Was kann man tun, wenn Pflegemaßnahmen und vor allem Medikamtengabe (z.B. Augentropfen) durch Aggression und Verweigerung unmöglich werden? Ich finde das Thema sehr schwierig, weil man gerade im Bezug auf Medikamentengabe niemanden etwas aufzwingen kann, wenn es absolut verweigert wird, andererseits kann man den betreffenden Menschen deswegen nicht einfach nicht behandeln und pflegen und zusehen, wie sich der Zustand verschlechtert.

    Grüßle MrsDoyle
     
  2. sommerwolke

    sommerwolke Stammgast

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    super sensibles thema!
    ich persönlich arbeite sehr gerne mit dementen. jeder mensch hat seine eigene sozialisation und biografie und jeder ist etwas anders, selbst mit der demenz (manchmal hilft es sich in der geschichte des patienten etwas auszukennen, gründe für verhalten zu wissen und sensibler damit umgehen zu können, aber leider nicht immer gegeben).
    im KH wird es halt manchmal so gemacht, dass diese menschen medikamentös eingestellt werden (u.a. sedativa) wenn eine behandlung wirklich nötig ist und ich persönlich finde es dann auch legitim.
    das muss man dann denke ich doch mit den ärzten bereden.

    ein bsp: wir hatten mal eine patienten die dement war, aggressiv mit lauftendenz! diese patienten musste aber prä-op abführmittel trinken und komplett "leer sein". wir versuchten es mit worten, liebevoll, ruhig, alles half nichts, sodass sie wirklich erst was an medis bekommen musste, denn sonst wär sie ncihtmal auf dem toilettenstuhl sitzen geblieben. zumal sie ständig in alle zimmer reinlief und jetzt stell dir vor sie hätte das gemacht nach den 2 1/2 litern abführmittel (glaub ich warens) und halb nackt quer über den flur, durchs haus UND noch in andere zimmer und betten!:knockin::knockin::knockin:
    haben sie dann auf den t-stuhl gesetzt,decke drüber, mit ins schwesternzimmer und ich hab ihr was vorgelesen :-) hat gut geklappt.
     
  3. dr.house

    dr.house Junior-Mitglied

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    Hallo,
    je nach Stadium der Demenz, hat man auch ohne Medis noch diverse Möglichkeiten-wie meine Vorrednerin baue ich auf Biographiearbeit und intensives einbeziehen seiner direkten und vertrauten Angehörigen...denn erst wenn man den Menschen und seinen Werdegang, sowie seine evtl. schlechten Erfahrungen...evtl. beim Augenarzt oder wo auch immer, versteht, hat man überhaupt eine Chance auf pflegerischen Erfolg!Je nach Stadium also Biographiearbeit und Validation...das Thema Validation würde jetzt aber den Rahmen sprengen.

    nette Grüsse euer Dr. House
     
  4. auswanderin

    auswanderin Senior-Mitglied

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    hallo
    auch ich finde Biografiearbeit und Validation wichtig und was mir immer wieder aufgefallen ist, das Demente oft "kommandiert" werden. Da sie aber unterschiedliche Phasen bei einer Demenz durchlaufen, sind sie nie und nimmer als Kind ( bevormundung) zu behandeln, sondern man sollte sie wie gleichwertige bei der Kommunkikation behandeln und in das Geschehen einbeziehen.
    Vor allem sollte man immer versuchen, herauszubekommen, warum agressiv? was versteht man unter agressiv? alles Handeln hat einen Grund und den muss man finden.
    manchmal können diese Menschen sich einfach nicht mehr äussern und reagieren wie sie noch können, was dann schnell mit den Worten der Agressivität abgetan wird.
     
  5. sommerwolke

    sommerwolke Stammgast

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    ich hoffe ich bin richtig verstanden worden. sehe es nämlich auchso.
    bei dem bsp. das ich angebracht habe war es leider so (denke so ist es öfter :/ ), dass die patientin keine angehörigen mehr hatte, wie hatten keine pflegeüberleitung zum lesen und hatten so keinerlei infos über ihre biografie! über sie war nichts rauszubekommen.
    zudem kam sie lediglich ins KH zur OP, sprich sie war nur wenige tage bei uns und nur wenige stunden auf station bis zur OP (mussten sie ja abführen, sie war sehr agressiv(= laut, wütend, abweisend, schlug teils um sich, rannte weg was noch dazu kam) und ohne infos über diese frau gestaltet sich es natürlich schwieriger!

    aggressiv finde ist wird sowieso manchmal zu schnell gesagt. wie schon erwähnt wurde befinden sich die menschen je nach stadium manchmal in einer anderen zeit/ anderen situation und oft ist es angst und unsicherheit was dann als aggression empfunden/ deklariert wird.

    emphatie & validation sehr wichtig!
    und meiner meinung nachist es eine milchmädchenrechnung zu sagen "dauert zu lange/ zu viel arbeit", denn lernt man den menschen ein bisschen kennen und kann reaktionen zuordnen und gründe herausfinden, kann man dementsprechend darauf reagieren und hat viel weniger arbeit (als zB jemanden dauernd nur zu bevormunden).
     
  6. auswanderin

    auswanderin Senior-Mitglied

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    hallo Sommerwolke
    nein, du hast schon richtig gehandelt und dich der Pat. angenommen, das war gut so, manchmal hat man eben halt nicht imer die möglichkeit grossartig etwas zu erfahren, dann gehe halt einfach über de Gefühle eines Menschen und die hat jeder bis zum Tod und das, was man selber fühlt, fühlen auchdemente noch, sie können sich halt meist nicht mehr richtig äussern

    gruss Heidi
     
  7. KleinesWombat

    KleinesWombat Junior-Mitglied

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    Also am besten ist es wenn du

    RUHE BEWAHRST und ganz RUHIG und ENTSPANNT mit der Zielperson kommunzierst...
    Ich finde auch Non-Verbale Kommunikation Gestik Mimik sind mit Aggressiven Personen SEHR wichtig.

    Erstmal muss man sich in die Lage der Person versetzen... Teile des Gehirns sind von Demenz betroffen und der gute kann das was er tut nichtmehr kontrollieren. (Viele Schwestern schimpfen mit den aggressiven Leuten oder sind persönlich betroffen)
    Der Mensch kann nix dafür also immer verstehen.

    Hatte z.B. mal einen "extremfall", der gute hat immer total rumgebrüllt und um sich geschlagen, auch nach mir und den Schwestern geschlagen und getreten gespuckt etc...

    Bin nach ca. 1 Woche aber immer besser mit ihm zurecht gekommen... Habe immer ruhig mit ihm geredet, meinen Kopf mit dem einen Arm vor schlägen geschützt und immer freundlich gewesen egal wie wütend er auch war... Den Bew. mit Vornamen ansprechen hat mir auch sehr geholfen. Nach einigen Wochen sind wir so gut miteinander zurecht gekommen das er kaum noch geschlagen hat und auch mal gelächelt hat. Also ich sage es nur immer gerne wieder RUHIG und GELASSEN unD FREUNDLICH bleiben!!! Das ist meiner Meinung nach die Beste Medizin. Falls GARNICHTS hilft natürlich NEUROLOGEN zu rate ziehen. LG
     
  8. Elisabeth Dinse

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    Das Beispiel gefällt mir sehr gut. Gibt es noch mehr solche ungewöhnlichen Ideen für den klinischen Bereich?

    Elisabeth
     
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