Umfrage zum Thema "Generalistische Pflegeausbildung"

Dieses Thema im Forum "Talk, Talk, Talk" wurde erstellt von Randir, 23.02.2011.

  1. Randir

    Randir Junior-Mitglied

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    Pflegefachfrau
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    Querschnitt Rehabilitation
    Hallo!

    Momentan gibt es an unserer Krankenpflegeschule eine grosse Diskussion darüber, ob ab dem neuen Jahr das generalistische Pflegemodell im Schulversuch getestet werden soll. Da sich unsere Schulleitung noch nicht sicher ist, werden derzeit alle Vor-, bzw. Nachteile abgewägt.
    Diese Überlegung ist auch ein grosses Thema in einem Projekt, das wir derzeit bearbeiten. Dafür haben wir einen Umfragebogen bekommen, den wir von Kolleginnen und Kollegen ausfüllen lassen sollen.
    Da wir aber eine möglichst breite Meinung haben möchten (und "nicht nur" die von den Kollegen aus dem Haus), dachte ich mir, frag ich euch einfach mal! Ich hoffe, es ist daher okay, wenn ich den Umfragebogen hier einstelle. Und es wäre super, wenn sich einige von euch die Zeit nehmen, um die paar Fragen kurz zu beantworten.
    Die ausgefüllten Fragebogen könnt ihr gerne hier im Thread posten oder mir per PM. Natürlich ist alles anonym!

    Vielen Dank schon einmal!
    Manu


    Einige Fragen zum Schulversuch „Generalistische Pflegeausbildung mit beruflichem Schwerpunkt in Bayern“

    Der / die Befragte ist beschäftigt als
    O Gesundheits- und Krankenpfleger/in
    O Praxisanleiter/in
    O Gesundheits-/Kinderkrankenpfleger/in
    O Arzt / Ärztin
    O Sonstiges

    1. Erachten Sie es als sinnvoll, dass nach dem generalistischen Modell von den insgesamt 2100 Stunden Unterricht, 1700 h (81 %) gleiche Unterrichtsinhalte für Gesundheits- und Krankenpflege, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege und Altenpflege ausgewiesen werden.


    O Ja. Weshalb?


    O Nein. Weshalb?



    2. Erachten Sie es als sinnvoll, dass nach dem generalistischen Ausbildungsmodell Pflegeschüler 700 h (= 28%) in ambulanten Pflegeeinrichtungen und 200 h (=8%) in stationären Pflegeeinrichtungen der Pflege und für ältere Menschen oder 200 h in ambulanten Pflegeeinrichtungen und 700 h in stationären Einrichtungen der Pflege und für ältere Menschen eingesetzt werden?


    O Ja. Weshalb?


    O Nein. Weshalb?


    3. Glauben Sie, dass generalistisch ausgebildete Pflegekräfte den Anforderungen in der Pflegepraxis im Akutkrankenhaus gerecht werden?


    O Ja. Weshalb?


    O Nein. Weshalb?



    4. Glauben Sie, dass durch eine generalistische Pflegeausbildung die Pflegequalität beeinflusst wird?

    O Ja, weil


    O Nein, weil


    5. Glauben Sie, dass sich das Interesse von Berufsinteressenten am Pflegeberuf durch das generalistische Ausbildungsmodell verändert (z.B. Zahl / Qualifikation der Bewerber)?

    O Ja, weil


    O Nein, weil



    6. Wenn Sie vor der Entscheidung stehen würden, eine generalistische Pflegeausbildung zu beginnen, würde Sie diese neue

    Ausbildungsform
    O eher ermutigen, weil


    oder


    O eher abschrecken, weil



    7. Die spezialisierte Pflegeausbildung, gegliedert in Krankenpflege, Altenpflege und Kinderkrankenpflege, soll

    O beibehalten werden, weil


    O abgeschafft und in eine neue, allgemeine (generalistische) Pflegeausbildung überführt werden, weil
     
  2. Maria Teresa

    Maria Teresa Junior-Mitglied

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    Beruf:
    Altenpflegerin, Studentin FH
    Akt. Einsatzbereich:
    amb. Pflege
    Einige Fragen zum Schulversuch „Generalistische Pflegeausbildung mit beruflichem Schwerpunkt in Bayern“

    Der / die Befragte ist beschäftigt als
    O Gesundheits- und Krankenpfleger/in
    O Praxisanleiter/in
    O Gesundheits-/Kinderkrankenpfleger/in
    O Arzt / Ärztin
    O Sonstiges :Altenpflegerin (sonstiges!!!!!!!!!!!!!!)

    1. Erachten Sie es als sinnvoll, dass nach dem generalistischen Modell von den insgesamt 2100 Stunden Unterricht, 1700 h (81 %) gleiche Unterrichtsinhalte für Gesundheits- und Krankenpflege, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege und Altenpflege ausgewiesen werden.


    O Ja. Weshalb? Ja
    - Beruf i
    st im Au
    sland anerkannt,
    - eine Trennung der Au
    sbildung in den Pflegeberufe macht keinen Sinn - eine Spezialierung nach der gemeinsamen Grundausbildung schon eher


    O Nein. Weshalb?



    2. Erachten Sie es als sinnvoll, dass nach dem generalistischen Ausbildungsmodell Pflegeschüler 700 h (= 28%) in ambulanten Pflegeeinrichtungen und 200 h (=8%) in stationären Pflegeeinrichtungen der Pflege und für ältere Menschen oder 200 h in ambulanten Pflegeeinrichtungen und 700 h in stationären Einrichtungen der Pflege und für ältere Menschen eingesetzt werden?


    O Ja. Weshalb?


    O Nein. Weshalb? da sehe ich ein Problem: ich denke, der Anteil in den Krankenhäusern und dessen diversen Abteilungen sste höher sein. Doch vermutlich rechnet sich dann eine Ausbildung für Altenpflegeeinrichtungen und ambulante Pflegedienste als Arbeitgeber nicht, wenn die schüler so viel Zeit im Krankenhaus verbringen


    3. Glauben Sie, dass generalistisch ausgebildete Pflegekräfte den Anforderungen in der Pflegepraxis im Akutkrankenhaus gerecht werden?


    O Ja. Weshalb?


    O Nein. Weshalb? ich denke da braucht es noch eine Spezialisierung



    4. Glauben Sie, dass durch eine generalistische Pflegeausbildung die Pflegequalität beeinflusst wird?

    O Ja, weil


    O Nein, weil die Pflegequalität ist von anderen Faktoren abhängig: zB Personalschlüssel, Arbeitsklima, Motivation des Einzelnen...


    5. Glauben Sie, dass sich das Interesse von Berufsinteressenten am Pflegeberuf durch das generalistische Ausbildungsmodell verändert (z.B. Zahl / Qualifikation der Bewerber)?

    O Ja, weil

    O Nein, weil die Pflegeberufe dadurch nicht interessanter sind



    6. Wenn Sie vor der Entscheidung stehen würden, eine generalistische Pflegeausbildung zu beginnen, würde Sie diese neue

    Ausbildungsform
    O eher ermutigen, weil nach der Ausbildung noch alle Möglichkeiten der Berufstätigkeit innerhalb der Pflegeberufe offen sind



    oder


    O eher abschrecken, weil



    7. Die spezialisierte Pflegeausbildung, gegliedert in Krankenpflege, Altenpflege und Kinderkrankenpflege, soll

    O beibehalten werden, weil


    O abgeschafft und in eine neue, allgemeine (generalistische) Pflegeausbildung überführt werden, weil eine gemeinsame allgemeine Grundqualifikation bei allen Pflegeberufen m.E. die Gleiche sein sollte am besten noch länderübergreifend, bundesweit einheitlich.
     
  3. Sr. S.

    Sr. S. Poweruser

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    Beruf:
    Krankenschwester, Lehrerin für Pflegeberufe
    Akt. Einsatzbereich:
    Schule
    Einige Fragen zum Schulversuch „Generalistische Pflegeausbildung mit beruflichem Schwerpunkt in Bayern“
    Der / die Befragte ist beschäftigt als

    O Gesundheits- und Krankenpfleger/in
    O Praxisanleiter/in
    O Gesundheits-/Kinderkrankenpfleger/in
    O Arzt / Ärztin
    x
    Sonstiges: Lehrerin für Pflegeberufe

    1.
    Erachten Sie es als sinnvoll, dass nach dem generalistischen Modell von den insgesamt 2100 Stunden Unterricht, 1700 h (81 %) gleiche Unterrichtsinhalte für Gesundheits- und Krankenpflege, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege und Altenpflege ausgewiesen werden.


    x Ja. Weshalb? Weil sich die Inhalte der drei Ausbildungsgänge in vielen Bereichen überschneiden, daher können diese Bereiche auch gemainsam unterrichtet werden.


    O Nein. Weshalb?




    2.
    Erachten Sie es als sinnvoll, dass nach dem generalistischen Ausbildungsmodell Pflegeschüler 700 h (= 28%) in ambulanten Pflegeeinrichtungen und 200 h (=8%) in stationären Pflegeeinrichtungen der Pflege und für ältere Menschen oder 200 h in ambulanten Pflegeeinrichtungen und 700 h in stationären Einrichtungen der Pflege und für ältere Menschen eingesetzt werden?


    x Ja. Weshalb? Damit die Auszubildenden die Unterschiede in den verschiedenen Pflegebereichen kennen lernen, müssen sie in allen pflegerischen Einrichtungen praktisch ausgebildet werden. Die Stundenzahl 200/700 könnte diskutiert werden. Das Schule auswählen kann, wo 200 und wo 700 Stunden eingesetzt wird, hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass AltenpflegeschülerInnen sowohl in ambulanten Pflegediensten, als auch in Pflegeheimen praktisch ausgebildet werden.


    O Nein. Weshalb?



    3. Glauben Sie, dass generalistisch ausgebildete Pflegekräfte den Anforderungen in der Pflegepraxis im Akutkrankenhaus gerecht werden?



    x Ja. Weshalb? Die Patienten im Krankenhaus werden immer älter. Von einer Verstärkung der Kompetenz im Umgang mit alten Menschen provitieren Krankenpflegekräfte. Fehlendes Wissen im Bereich der speziellen Pflege/Behandlungspflege muss man auch heute schon im Selbststudium erwerben

    O Nein. Weshalb?




    4. Glauben Sie, dass durch eine generalistische Pflegeausbildung die Pflegequalität beeinflusst wird?


    O
    Ja, weil


    x Nein, weil sich die Rahmenbedingungen auf den Stationen dadurch nicht ändern und die frisch Ausgebildeten Kollegen weiterhin von Erfahrenen angelernt werden.

    5. Glauben Sie, dass sich das Interesse von Berufsinteressenten am Pflegeberuf durch das generalistische Ausbildungsmodell verändert (z.B. Zahl / Qualifikation der Bewerber)?


    x Ja, weil Für die Altenpflege, weil man nach der Ausbildung mehr berufliche Möglichkeiten hat.


    x Nein, weil die übrigen Rahmenbedingunge die gleichen bleiben. Arbeitszeiten, Bezahlung, Arbeitsbelastung und gesellschaftliche Anerkennung spielen dabei eine wichtigere Rolle als das Ausbildungsmodell



    6. Wenn Sie vor der Entscheidung stehen würden, eine generalistische Pflegeausbildung zu beginnen, würde Sie diese neue

    Ausbildungsform

    x eher ermutigen, weil es die Zukunft ist. Alle Zeichen stehen auf Generalistik. Außerdem ist man besser für den Umgang mit Menschen aller Altersgruppen gerüstet.


    oder



    O eher abschrecken, weil




    7. Die spezialisierte Pflegeausbildung, gegliedert in Krankenpflege, Altenpflege und Kinderkrankenpflege, soll


    O beibehalten werden, weil



    x
    abgeschafft und in eine neue, allgemeine (generalistische) Pflegeausbildung überführt werden, weil wir das einzige europäische Land sind in der es drei Grundausbildungen gibt. Die Spezialisierung für Fachabteilungen und für Altersgruppen erfolgt dann über Weiterbildungen, so dass am Ende ein Wissens- und Komptenzgewinn für alle Pflegeberufe dabei herauskommt.
     
  4. kinderkrankenschwester

    kinderkrankenschwester Senior-Mitglied

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    Ich oute mich mal als Gegnerin der generalisierten Ausbildung.

    Ich als Kinderkrankenschwester (ich vermeide es, mich Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin zu nennen) stelle immer wieder fest, dass unsere Schüler, die im OK bei uns sind, bei weitem nicht so weit sind, in ein paar Monaten selbstständig als Schwester zu arbeiten. Von der Erwachsenenpflege haben sie Ahnung, aber leider sind Frühchen keine Erwachsenen!!!
    Wie soll das erst mal werden, wenn es die generalisierte Ausbildung gibt? Und unser Beruf nur eine "Weiterbildung" ist???

    Klar, es wird in Zukunft immer mehr ältere Menschen geben. Aber es wird auch immer Kinder geben, die qualifiziert Versorgt werden müssen.

    Wir haben jetzt schon Probleme, qualifiziertes Personal zu bekommen! Und wir haben leider durch unseren Personalmangel nicht so viel Zeit zum Anleiten, wie wir es bräuchten...
     
  5. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
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    Warum sind Frühchen eine exponierte Patientengruppe? Geh in eine Intensivtherapiestation deiner Wahl und du wirst erkennen: da gibt es auch besondere Situationen.

    Lernen kann man alles, sich spezialisieren ist immer möglich- egal in welche Richtung. Ob als Kikra in die Erw.Pflege oder umgekehrt.

    Warum braucht die deutsche Pflege einen Sonderweg?

    Elisabeth
     
  6. olynthchen

    olynthchen Stammgast

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    Hatten wir nicht mal das Thema Krankenpflege kontra Altenpflege?
    Da machten wir die Feststellung, daß die eine Berufsgruppe sich negativ über die andere ausläßt.
    Von wegen, was die einen können und die anderen nicht und umgekehrt.....
    Liebe Kinderkrankenschwester, Du machst gerade das gleiche.

    Wie Elisabeth schon sagte, wenn jemand von der Erwachsenenpflege in der Kinderkrankenpflege unterwegs ist, hat er das auch drauf und umgekehrt.
    Und wenn diese neue Ausbildungsform nur das bringt, daß wir in der Pflege, egal aus welcher Sparte, alle etwas zusammenrücken....Spaß.

    Dann hat doch jeder lang genug und ausreichend in die Bereiche Einblick nehemen können, um hinterher sagen zu können, was er machen will.
    Kann es sich dann aber auch aussuchen.

    ICH BIN FÜR DIE GENERALISTISCHE AUSBILDUNG!!!
     
  7. kinderkrankenschwester

    kinderkrankenschwester Senior-Mitglied

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    Entschuldigung, dass ich meine persönliche Meinung geäußert habe.
    Der Threadstarter wollte unsere Meinung hören und das habe ich getan. Wenn man das hier nicht mehr machen kann, ohne einen drüber zu kriegen, finde ich das sehr schade.
     
  8. renje

    renje Poweruser

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    Die generalisierte Ausbildung kommt, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

    Und das ist gut so und schon lange überfällig.

    Ich halte die Diskussion über Vor- und Nachteile oder Ja/Nein für überholt und zu diesem Zeitpunkt für wenig zielführend.

    Wir sollten darüber Diskutieren,

    wie sollte diese ausgestaltet werden und wie wird die hoffentlich anschließende Spezialisierung fachlich und gesetzlich geregelt und finanziert.

    Genauso wie sollte die zukünftige Schullandschaft aussehen?
    Werden die kleinen Schulen das überhaupt überleben - sollten sie das?
    Wäre ein zentrales Berufsschulsystem sinnvoller?
     
  9. mal eine andere Frage, die mir in den Sinn kommt - wenn die Pflegeausbildung real wird, wie heißt dann der Ausbildungsgang

    wir waren mal Krankenschwestern und -pfleger
    und Kinderks. und -pfl.
    und Altenpfl.
    ...


    jetzt sind wir GuKP, GuKiKP, AP (warum hat die Altenpflege eigentlich nicht auch einen Honignamen bekommen?! :verwirrt: )


    was kommt danach?

    (der Zusammenlegung stehe ich übrigens momentan noch neutral gegenüber, da ich mich noch nicht wirklich damit beschäftigt habe - sorry dafür :wink1:)
     
  10. DerStudent

    DerStudent Stammgast

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    Fachkrpfl. An/Int, Master of Education; Lehrkraft
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    Moin.

    Ich würde mal aus dem Bauch raus vermuten, dass die Fachqualifikation "Kinder" (mit einer eher wissenschaftlichen Bezeichnung aufgehübscht) sich ähnlich der jetzigen FWB in anderen Bereichen entwickelt. Also zunächst noch als zweijährige und berufsbegleitende Weiterbildung, über kurz oder lang dann eher als BA-Studium oder ähnlich.

    Es gibt (und gab) meiner Meinung nach keinen vernünftigen Grund, hier getrennte Ausbildungswege zu haben. Denn wenn wir die ganze Voreingenommenheit weglassen - welchen FACHbereich kann denn jemand nach dem Examen schon sofort adäquat ausfüllen? Die Ausbildung liefert eine (gute und breite) Basis für die Weiterqualifikation und dafür, sich in den Beruf einfinden und orientieren zu können.
    Wie schon woanders geschrieben: Nach dem Examen fängt jemand auf ner Intensiv fast bei null, in der Anästhesie ganz bei null und in anderen Fachbereichen wie etwa Psychiatrie, Kardiologie, Onkologie, etc. auch auf einem eher niederen Fachlevel an. Das tatsächliche "Handwerk" der Pflege lernt man durch "training on the job", die dafür notwendige Kenntnisse und Flexibilität durch die Ausbildung.
    Jede Fachrichtung ausreichend bedienen kann die Ausbildung niemals - also wieso nicht für den Bereich Kinder- und Altenpflege genauso verfahren wie bei den anderen Fachqualifikationen?

    DS
     
  11. olynthchen

    olynthchen Stammgast

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    Krankenschwester
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    Chirurgie
    Hallo Kinderkrankenschwester,

    kein Mensch sagt was , wenn Du Deine Meinung äußern möchtest.
    Dazu unterhalten wir uns ja.
    Inzwischen sind einfach Zeiten angebrochen, in denen wir Fach unabhängig einsetzbar sein müssen.
    Auf unserer ITS liegen auch Kinder, die nicht gleich in die Kinderklinik rüber gebracht werden können und da kommt nicht extra en Kollege aus der Kinderkrankenpflege zu uns.
    Wir müssen das Kind genauso versorgen, wie unsere Erwachsenen.
    Sollen wir da sagen, daß können wir nicht, denn wir sind nicht darin ausgebildet?

    Ist doch besser, wenn alle in dieser Richtung, dann auch ne Ausbildung genossen haben.
     
  12. Josefine13

    Josefine13 Stammgast

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    Gesundheits- und Krankenpflegerin
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    interdiziplinäre Intensivstation
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    Praxisanleiter, Wundexperte ICW, Pain Nurse
    Hallo,
    1. ich bin Gesundheits- und Krankenpflegerin
    2.Nein, ich bin nicht für eine generalisierte Ausbildung, da die verschiedenen Berufe, in ihren Anforderungen, doch teilweise sehr auseinander gehen. Man kann sicherlich einen Grund gemeinsam ausbilden, aber dann sollte man es schon trennen, da es sich nicht umsonst um verschiedene Berufe handelt.
    Ich persönlich finde es schon nicht richtig das Kinderkrankenschwestern in der Erwachsenenpflege arbeiten. Versteht mich nicht falsch, ich habe sehr viele nette und sehr gute Kollegen aus dem Bereich. Aber sie hatten doch alle anfangs große Probleme...
    Ich habe zu dem in der Rehabilitation, in der ambulanten Pfelege, sowie auch in der Altenpflege gearbeitet. Und weiss daher das die Anforderungen sehr unterschiedlich sind.
    Deswegen bin ich der Meinung, das eine Grundausbildung gemeinsam sinnvoll wäre, aber nicht generell.
    Man könnte nach der Grundausbildung eine spezielle Bildung anschliessen, die man dann auch als solches abschließt.

    LG
     
  13. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Du bist also für eine weitere Zersplitterung der Pflege? OTA, CTA, ATA, I-PK... .

    Ich setzet mal dagegen:
    3 Jahre Grundausbildung mit dem Schwerpunkt: Vermittlung der theoretischen Grundkenntnisse (net nur oberflächlich wie bisher möglich)
    + 1 Jahr Spezialisierung im Bereich der Wahl.

    Elisabeth
     
  14. habe eigentlich nur ich den Eindruck, dass 3 Jahre irgendwie nicht ausreichen, um die mittlerweile beträchtliche Fülle neuer Infos zu vermitteln?

    Ich hatte in meiner Ausbildung bei manchen Themen das Gefühl - "warum müsssen wir da jetzt so durchrattern?!"


    macht evt. eine Verlängerung wirklich Sinn? Elisabeth schreibt +1 Jahr Diff.
     
  15. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Ich finde, die aktuelle Ausbildung orientiert sich zu stark am antrainieren von Handlungsabläufen. Man muss net alles in der Ausbildung schon mal gemacht haben, um es dann später im Berufsleben richtig machen zu können.

    Ich habe nie in der Ausbildung gelernt, wie man einen Katheter legt. Ich musste mir das autodidaktisch aneignen. Und siehe da, in einer Notsituation- man konnte es net mehr delegieren- gings es problemlos. Gleiches gilt für das Blut abnehmen, Flexüle legen, endotracheales Absaugen, Trachealkanülen wechseln und, und, und.

    Man braucht ein entsprechendes Fachwissen um eine Handlung eigenverantwortlich durchführen zu können. Bei einer "Dressur" hats immer das Problem, dass du ev. net in der Lage bist deine Handlung den örtl. Gegebenheiten so anzupassen, dass der Pat./Bew. immer noch eine optimale Pflege bekommt. Beispiel: wann Handschuhe und wann net.

    Elisabeth
     
  16. hartwig

    hartwig Stammgast

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    Moin, moin!

    Das kann ich nur unterstreichen! Leider sieht die Praxis anders aus: Die Stationen erwarten eher Schüler, die nach dem Einführungsblock "einsatzbereit" sind, die also schon "möglichst viel können" (s.c. Injektion, BZ, Blutdruck messen usw). Meine Erfahrung ist, das im Zweifelsfall Schüler, die schon bestimmte Handgriffe 'drauf haben' bevorzugt werden vor Schülern, die reflektieren und sich erst einmal fragen, warum eine bestimmte Tätigkeit so gemacht wird und nicht anders. Dies ist kein Vorwurf an die Stationen, sondern einfach Resultat der Personalplanung.

    Gruss Hartwig
     
  17. Hartwig auch als Examinierte erlebe ich immer wieder Situationen, in denen ich (und auch andere Kollegen) mit dem Spruch konfrontiert werden

    "Wie, das kannst du nicht?!"

    sowas regt mich auf >_<

    mir fehlte in der Ausbildung oft der Ansatz, eine Situation eigenständig zu managen, sobald sie aus dem Ruder lief. Improvisieren lernt man an den Schulen nicht

    es ist das was ihr sagt - nach a kommt b, dann c usw.

    aber ich habe den Eindruck, dass das nicht DAS ist, was die Schüler von heute brauchen


    ich möchte, dass Schüler befähigt werden, eigenständig Situationen zu beurteilen und ihr Handeln danach auszurichten - und abzuwägen, was entsprechend Priorität hat.


    Das kommt in den 3 Jahren irgendwie zu kurz (kann jetzt nur für meine Ausbildung von 2004 sprechen)


    Im Grunde sollte - ich weiß ich bin Offtopic - nach der Ausbildung weiterhin ohne Vorwürfe Wissen geteilt werden - und nicht angeprangert, was man denn alles tolles noch nicht kennt.



    Irgendwas an der Ausbildung muss sich in meinen Augen ändern - ob das jetzt die Generalisierung oder die Inhalte sind - kann ich ohne Kontakt derzeit zu Schülern nicht beurteilen

    (PS - ich hab seit 2 Jahren keine Schüler mehr gesehen, was ich sehr bedauere)
     
  18. renje

    renje Poweruser

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    @advitam:

    Ich denke auch hier setzen wird die Latte viel zu hoch und formulieren Ansprüche die weder von dem frisch Examinierten 20jährigen noch von der Schule zu erfüllen sind.

    Man darf nicht vergessen, die 3jährige ist eine Basisausbildung, da werden Grundlagen gelegt. Die Frischexaminierten gehen mit viel Wissen aus der Ausbildung. Die Anwendung/Verknüpfung dessen wird in der Berufspraxis vollzogen.

    Nicht umsonst gibts im Handwerk zunächst den Gesellen und nach Berufspraxis und weiterer Schulung den Meister.
    Erst als Meister sind bestimmte Tätigkeiten erlaubt, dazu gehört auch dann eine höhere Verantwortung.

    Ich habe manchmal den Eindruck, dass manche Examinierte aber auch frisch Exam. von sich bzw. den neuen Kollegen bereits den Meisterstatus erwarten.

    Ich habe die Hoffnung, das wir mit der generalisierten Ausbildung da ein paar Schritte in die richtige Richtung gehen.
    Dabei gehe ich aus der Ausbildung mit viel Wissen aber ohne spezielle Fachrichtung.
    Arbeite z.B. 1Jahr, verknüpfe/vertiefe das Wissen mit der Praxis und spezialisiere mich dann mit 200-300Std. berufsbegleitend auf eine Fachrichtung.
     
  19. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Dumm nur, dass im Gegensatz zu vor über 30 Jahren man selten im eigenen Haus bleibt und auf der Station, wo man zum Examen vorbereitet wurde. Ich möchte ehrlich gesagt net in der Haut der heutigen Absolventen stecken: frich nach dem Examen- kurze Einweisung (denn für mehr ist keine Zeit)- und dann eigenverantwortlich Schichten übernehmen.

    Müsste es net das Ziel der Ausbilder sein, hier einzuschreiten- eine längere Ausbildung einzufordern?

    Elisabeth
     
  20. Julien

    Julien Poweruser
    Mitarbeiter

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    Neonatologie
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    NIDCAP-Professional
    Elisabeth, das größte Problem für mich nachdem ich direkt nach dem Examen woanders hingewechselt war waren die völlig anderen organisatorischen Abläufe, andere Software etc. Pflegen durfte ich nach Gutdünken, das aber vielleicht auch nur weil man schnell gemerkt hat, daß ich mich für alles Neue interessiere und auch die neuen Kollegen gerne frage, warum sie etwas jetzt so und nicht anders machen - und weil ich bei nachvollziehbaren Erklärungen dann auch bereit bin, mein eigenes pflegerisches Handeln zu überdenken. Mir sind in der Ausbildung keine sturen Abläufe antrainiert worden, sondern zu Allem möglichst die Funktionsweisen im Hintergrund. Und ja, ich hatte in den drei Jahren nur sechs Wochen mit Frühchen und kranken Neugeborenen zu tun und habe drei Monate in der Erwachsenenpflege verbracht. Ich hatte nie das Gefühl, daß mich das beim Berufseinstieg irgendwie behindert hat... In soweit hat zumindest die Ausbildung zusammen mit der Erwachsenenpflege mir persönlich nicht geschadet.
     
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