Umfrage: Wie zufrieden seid ihr in der ambulanten Pflege?

Dieses Thema im Forum "Ambulante Pflege / Private Kranken-Altenpflege zu Hause" wurde erstellt von wantani, 20.07.2008.

  1. wantani

    wantani Newbie

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    Hallihallo...

    seit über 10 Jahren arbeite ich im Krankenhaus....

    Da ich nächstes Jahr zu meinem Freund an den Niederrhein ziehe überlege ich mir ob ich mich bei einem ambulanten Pflegedienst bewerben soll. Interesse hätte ich ab jeden Fall...

    Mich würde mal interessieren wo ihr die Vorteile oder auch die Nachteile in eurer Arbeit im Vergleich zum Krankenhaus seht...

    Vielen Dank für alle Antworten...

    Tani :nurse:
     
  2. BettinaMobil

    BettinaMobil Stammgast

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    Hallo,
    also ich bin seit 6 Jahren in der ambulanten Pflege und schätze die Selbständigkeit und das eigenverantwortliche Arbeiten dort. :-) Nervig sind die geteilten Dienste und das Auto fahren im Winter :cry:
    Dafür endet meine Frühschicht aber auch schon mal um 11 Uhr .
    Man sollte sich gut überlegen, ob man der Typ dafür ist überwiegend allein zu arbeiten. Na ja und die finanzielle Seite darf man auch nicht ausser acht lassen.
    Falls Du Dich für die ambulante Pflege entscheidest solltest Du auf jeden Fall den Ort gut kennen. Macht vieles einfacher.


    LG Bettina
     
  3. Trisha

    Trisha Poweruser

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    Es ist sicher von Vorteil, wenn man ortskundig ist - aber ist keine Voraussetzung. Schnell fährt man die Tour fast "im Schlaf" (bitte nicht wörtlich nehmen:-)), auch wenn man die Gegend gar nicht vorher kannte. Abgesehen davon gibt es heute moderne, mobile Navigationssysteme, die eine Route schnell berechnen können.
    Abgesehen davon: es ist ein tolles Training, was einem auch im privaten Bereich zugute kommt. Mal eben in eine fremde Stadt fahren etwas oder jemanden suchen - kein Problem mehr!

    Ich würde Dir unbedingt empfehlen, vorher (bevor Du Dich bewirbst) in einem ambulanten PD zu hospitieren - fahre einfach mal ein paar Touren mit, um diese gänzlich andere Art der Arbeitsweise kennen zu lernen. Es ist, wie Bettina schon erwähnte, nicht jedem gelegen. Außerdem gibt es leider auch Pflegedienste mit schlechten Arbeitsbedingungen, die an Sklaverei grenzen. Dann hat man natürlich von vorn herein einen schlechten Eindruck, falls Du bei einem solchen "landest".

    Schön ist, da schließe ich mich ebenfalls meiner Vorschreiberin an, das eigenverantwortliche, selbständige Arbeiten. Das kann aber auch ein Nachteil sein, wenn man lieber in einem Team arbeitet.

    Und was noch sehr schön ist, man pflegt eine andere Beziehung zu Patienten und Angehörigen. Nicht selten ist man fast schon Familienmitglied, wenn man täglich für eine längere Zeit vor Ort ist. Aber auch das kann nachteilig sein, das kommt auf den Einzelfall an.

    Alles in allem: alles was von Vorteil ist, kann natürlich auch je nach Sichtweise von Nachteil sein. Man könnte die Liste ins Unendliche fortführen - am besten Du machst Deine ganz persönlichen Erfahrungen. Im großen und ganzen wirst Du ja sicher wissen, wie im ambulanten Pflegedienst gearbeitet wird und unter welchen Bedingungen.

    LG
    Trisha
     
  4. Finja

    Finja Junior-Mitglied

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    Hallo Leute...

    ich arbeite nun schon seit 4 Jahre in der amb. Pfl..Obwohl ich Anfangs große Probleme hatte mich an diesen Job zu gewöhnen, habe ich ihn doch gern gemacht. Ich habe das selbstständige Arbeiten und diese private Atmosphäre beim Pat. schätzen gelernt. Man wird mit Freude oder einem Kaffee erwartet. Nette Gespräche und Pflege ohne gestört zu werden (im Kh bin ich keine 2Min ungestört). Super Kollegen und ne nette Chefin.
    Wir dürfen uns unsere Fortbildungen zum Teill selbst aussuchen. Tages und Arbeitsabläufe sind gut organisiert, so macht Arbeiten Spaß.
    Natürlich gibt es auch Unstimmigkeiten und viel Streß, aber das hat man überall.
    Doch seit kurzen denke ich darüber nach wieder ins Kh zu wechseln. Ich habe nicht das Gefühl mich in der amb. Pfl. beruflich weiterentwickeln zu können. Ich bin noch jung und kann mehr als nur waschen oder Tabletten geben. Habe aber Angst keine Chance mehr zu bekommen im Kh einen Neustart hinzulegen, da ich schon so lange aus der Klinik raus bin. Noch habe ich mich nicht beworben, aber es geht bald los.
    Momentan fühle ich mich hin und hergerissen, da ich beide Arbeisvarianten kenne und irgendwie nicht weiß was richtig oder falsch ist.

    lg Fina :cry:
     
  5. Akhran

    Akhran Stammgast

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    ambulante Pflege
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    Wundmanager
    @Finja: wo willst du denn mal hin also auf welche Stelle/Fortbildung? ist die Aufstiegschance im Kh so besser??? also in meiner ambulanten Station werden relativ oft Stellenausschreibungen und Fortbildungen angeboten(stellv. PDL, Psychoschwester, Palliativ care, Wundmanagement...) waren es zuletzt.

    mfg Akhran
     
  6. Apfelkuchen86

    Apfelkuchen86 Newbie

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    Intensivpflegedienst
    Hallo!

    Ich kann nur einen ambulanten Intensivpflegedienst empfehlen.
    Man hat zwar meistens 10 bis 12h Dienste aber dafür auch mehr freie Tage.
    Man arbeitet selstständig und muss nich den ganzen Tag hin und her fahren.Und man verdienst auch nich schlecht.

    LG
     
  7. Finja

    Finja Junior-Mitglied

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    Hallo...

    Habe auch schon recht viele Fortbildungen in den letzten vier Jahren besuchen dürfen. Unter anderem auch zum Thema Wundmanagement, was mein absolutes Ding ist. Das Problem ist nur, wir haben seit Jahren kaum Wundbehandlungen. Wenn man Glück hat ist von 10 Touren in einer ein Patient :knockin:. Ansonsten mal ein kleiner Dekubitus, der auch nicht tägl versorgt wird. Ich arbeite gerne in organisatorischen Bereichen. Stelv PDL wäre nicht schlecht,aber wir haben schon eine Stelv.
    Mir liegt das chirurgische arbeiten, OP Vor und Nachbereitungen, was auch organisatorisches können vorraussetzt, u.a..
    Habe auch mal auf einer Intensivst. gearbeitet. Vermisse ein wenig die Herrausforderung.
    Was für Pat. werden in einem intensiv Pfleged. versorgt ? Dauerbeatmungen?? Kann mir diese Trennung von normal zu intensiv nicht richtig vorstellen :gruebel:

    Lg Finja
     
  8. sommerwolke

    sommerwolke Stammgast

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    hallo zusammen:-)

    also ich bin jetzt seit einigen wochen im ambulanten pflegedienst und ich muss sagen *puuuh* ich bin erschrocken. hinsichtlich dessen wie dort wundbehandlungen durchgeführt werden zB und wie katstrophal es ist,dass man kaim die materialien dazu zur verfügung hat (oder die ptienten sich das selbst kaufen müssen,wozu einige eben nciht das geld haben!) dann scheiert es schon an einer ringerlösung und dazugehöriger spritze um einen dekubitus auszuspülen.. zumindest dort wo ich jetzt bin. denn der pflegedienst übernimmt die kosten dafür nicht,die leute selbst haben ja keine ahnung und die hausärzte? ich weiß es auch nicht,blick noch nciht ganz duch-ob sie es sind die ncihts verscheiben oder ob es die pflegerinnen sind,die es sich nciht einfordern!
    es macht mich schon ein bisschen traurig, all die einsamen menschen zu sehen und es macht mich wütend wie wie gesagt mit wunden zB umgegangen wird.


    beispiel:
    wir haben z. zt. eine tägliche dekubitusversorgung (grad3, am steiß,mit mittlerweile eiter/- und taschenbildung) bei einer alten bettlägerigen patienten,die sich nciht mehr bewegt und wie die pflegerin sagt "auf ihren tod wartet". die versorgung der wunde läuft wie folgt ab:
    wenn sie auf die seite gedreht wurde, werden die wundauflagen und fixierung abgemacht und ihr wird ihr der po gewaschen mit einem waschlappen,der dabei die wunde berührt bzw oder das waschwasser in die wunde tropft. danach wird er abgetrocknet,handschuhe weder gewechselt-noch deinfiziert..
    dann wird mit NaCl gespült,dabei berührt der Konus die wunde,weil die pflegerin immer versucht IN die taschen zukommen. woraufhin die spritze am ende wieder auf die NaCl-falsche gesetzt und weiter verwendet wird an anderen tagen.
    danach (die wunde ist ja jetzt nass) wird sie mit unsterilen kompressen abgetupft, die vorher mit den handschuhen angefasst worden sind von beiden seiten. (oder was ich auch schon gesehen habe wird "etwas eiter dabei herausgetupft").
    dann werden wundauflagen aufgelegt,die ebenfalls nicht aseptisch aufgelegt werden,nämlich es wird mit den handschuhen draufgefasst mittig-von beiden seiten (mit denen ja vorher alles gewaschen wurde usw!)

    und wenn ich fragen dazu stelle (bewußt), läuft die antwort eigentlich ständig darauf hinaus,dass sie "ja eh nicht mehr lange zu leben hat"und man angeblich eh nichts mehr machen könne..

    was sagt ihr dazu?
    meiner meinung nach ist das doch nciht richtig so! aseptisch müsste es doch gemacht werden oder?! und ich frage mich bei solchen pflegerinnen, wieso ich das dann lerne und mir größte mühe gebe alles ritchtig zu machen, wenn einige sich so verhalten! und dann wundern sie sich noch wieso der dekubitus nciht mehr rückläufig ist!kein wunder meiner meinung nach!
    und dann ihre aussage "ein dekubtitus ist nie steril,deswegen muss ich auch nciht steril arbeiten"!

    sehe ich das zu eng?
    macht ihr das auch so?
    wie soll ich damit umgehen?
    mich beschäftigt das und es ärgert mich ziemlich und bisher bin ich diesbezüglich unzufrieden! was allerdings gu ist sind die pflegeplanungen da!und auf individuelle wünsche un gewohnheiten wird auch eingegangen!
     
  9. BettinaMobil

    BettinaMobil Stammgast

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    Hey Sommerwolke.
    So wie Du es beschreibst ist es natürlich nicht o.k Auch in der amb. Pflege sollte man mit den zur Verfügung stehenden Mitteln versuchen aseptisch zu arbeiten. Versuchen schreibe ich, weil es oft an den Verordnungen der behandelnden Ärzte scheitert. Trotz alledem sind Grundregeln der Hygiene einzuhalten. Und dazu gehört natürlich auch ein Handschuh wechsel. Schade, das Du es nun so erlebst in der Ausbildung. Aber es ist nicht in jedem PD so. Allerdings muß man gegenüber der KH Austattung oft auch größere Absrtiche machen und improvisieren.
    Aber auch dabei habe ich immer die Belange der Kunden im Auge.
     
  10. sommerwolke

    sommerwolke Stammgast

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    danke für deine antwort! sicher- im KH ist es bestimmt ncht immer so wie es alle gelernt haben,was aber für mich genauso mist ist! denn würden einige hygienischer arbeiten, würden die patienten auch eher entlassen vielleicht und SO würden kosten gespart (dieses thema nervt mich sowieso,man hört ja nichtas anderes mehr außer "wirtschaftlichkeit" -.- schlimm,aber nunja).

    ja im ambulanten pflegedienst ist es wirklich schwer,da man nicht alles hat,was man im KH hat,das habe ich gesehen.
    ich kann nur schwer damit umgehen das zu sehen,selbst wenn sie bald stirbt,ich finde das ist doch fast körperverletzung! die arme frau,man kann doch nciht sagen" ach die stirbt eh bald, egal wie ich arbeite" wo bleibt denn da meine berufung!? und moral?!
    ja vielleicht stirbt sie bald,aber dann doch bitte ohne pflegefehler und möglichst ohne schmerzen durch den dekubitus,der so nicht abheilen KANN!
    ich bin echt sauer..
    oder:(:?:
     
  11. BettinaMobil

    BettinaMobil Stammgast

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    Da hast Du natürlich Recht. Zum einen ist die Einstellung -der Patient stirbt eh bald- absolut unmöglich, zum a´nderen habe ich einen Auftrag den ich sach- und fachgerecht auszuführen habe. Manche stumpfen eben doch sehr ab in diesem Beruf. :-(
     
  12. rettsanni

    rettsanni Newbie

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    Hallo Bettina ,

    Ich arbeite jetzt seit 3 jahren in der Amb Pflege und ich kann nur sagen das es mir immer noch spass macht. Klar hast du Tage die du am liebste sofort vergessen möchtest aber die hast denke ich im KH auch ?

    Also ich kann nur positives über die Amb Pflege sagen....klar bist du auf dich alleine gestellt , doch es zeigt auch ein bischen selbstbewustsein. Bei mir im Pflegedienst ist es z.b so , wir haben keine Schwestpflegefälle und wenn wir welche haben fahren wir dort zu zweit hin so dass sich niemand den Rücken kaputt macht, den luxus wirst du nciht überall haben ...noch ich kann dir nur den tipp geben pass auf deinen rücken auf.
    Na ja vielleicht ein bischen negativ ist an der amb Pflege das du dir zu erst viele Dinge und Wege merken must ( Aber es gibt ja das gute Tom Tom Navi ) aber das hast du auch schnell drin .
    Du hast deine eigende TOUR ....deine Patienten und must für dich entscheiden...was du in manchen situationen tuhen muss das ist das schönste was es gibt und die Pat. ´sind die ein leben lank dankbar.
    LG
    Anne:-)
     
  13. BettinaMobil

    BettinaMobil Stammgast

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    Hallo Rettsanni
    Ich bin seit 2002 im amb. PD. Direkt nach dem Examen. Nur manchmal beneide ich die Kollegen im KH. Doch zu 90 % ist der amb. PD genau mein Ding. Schade ist nur, das es immer wieder manchen Schülern so gehen wird wie Sommerwolke. Ich nehme gern Schüler mit. Von ihnen kann man immer etwas lernen. Natürlich muß ich den Schüler auf das was ihn erwartet vorbereiten. Aber das geht auch motivierend.

    Schön das es noch einige Kolleginnen gibt die die ambulante Pflege nicht als Strafabteilung des Gesundheitswesens sehen.

    P.S Emden ist so klein, da brauch ich zum Glück kein Navi:-):-)
     
  14. sommerwolke

    sommerwolke Stammgast

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    schrecklich mitanzusehen wie einige "schwestern" arbeiten. ich habe weiterhin VW gesehen, so kann das nichts geben.. sie geht mit den unsterilen und vor allem dreckigen handschuhen in einfach jede wunde (wo sie vorher mit gewaschen hat) am liebsten würde ich aus der haut fahren! die armen älteren leutchen da, die keine ahnung haben,mit schmerzen da sitzen...
    am liebsten würde ich was sagen, das problem was ich aber habe (oder als ein solches sehe) ich habe mich im ersten einsatz auch schon bei der schule gemeldet, weil es katastrophal lief auf station (aber lief es wirklich, sie wurde aufgelöst danach und nicht wegen mir:wink:) .
    wie würdet ihr damit umgehen, also mich juckts echt unter den fingernägeln wenn ich seh wie da mit unsterilen sachen in der wunde gekrahmt wird (und mal am fibrinfaden gezogen wird und so:wut:.
    wie würdet ihr damit umgehen? gings euch auch mal so? habt ihr nen tipp?

    eine kollegin aus dem kurs,die z zt auch dort eingsetzt ist sagt ich soll einfach nicht drüber nachdenken und es eben "so lassen", aber das fällt mir sehr schwer!
     
  15. Finja

    Finja Junior-Mitglied

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    Hallo Sommerwolke...

    natürlich hast du in der Schule gelernt mit sterilen Materialien eine Wunde zu versorgen, aber in der amb. Pfl. läuft das nicht wie in einem Krankenhaus. Ärzte verschreiben zB selten sterile Kompressen oder Handschuhe. Das Wundmaterial sollte natürlich Keimfrei oder arm sein. Wir vorden für eine Wundversorgung immer sterile Mittel an, in der Hoffnung sie auch zu bekommen. Wir arbeiten mit den modernen Wundmaterialien, wie Polyurethanschäume oder Alginate. Diese Sachen sind immer Steril und Einmalmaterial sollte auch nur als solches benutzt werden.
    In der amb. Pfl. ist das Risiko einer Wundinfektion natürlich vorhanden, klar...aber nicht wie im Kh, speziell nosokomialinfekte.
    Wir haben einen Pat. der liegt auf dem Tisch in der Stube zum verbinden, darunter der Hund. Er möchte es so, spricht nichts dagegen. Die Handschuhe zur Versorgung sollte man vorher natürlich nicht zum Fäkalien beseitigen benutzt haben oder zum Müll entsorgen. Ansonsten ist das real life.

    Lg Finja
     
  16. sommerwolke

    sommerwolke Stammgast

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    aber du bemühst dich ja wenigstens, wenn du dir steriles material anforderst! meine kollegin macht das nicht. aber ich finde es auch von den hausärzten total enttäsuchend! frage mich wieso das nicht selbstverständlich ist, dass (zB) sterile kompressen zu ner wundversorgung eines dekubitus/ulcus etc nicht automatsich dabei sind! das hat für mich weder mit sparen-noch mit verschwendung zu tun.
    tertiäre prävention sag ich da nur!!
    unsteriles arbeiten wegen fehlender materialien würde die wundheilung doch nur unnötig hinauszögern, gar hindern oder sogar zur verschlechterung beitragen. die ersparnis wäre doch andersherum viel größer!
    also wieso machen das die ärzte dann nicht im vorhinein? provokativ gesagt jetzt mal müsste man sie mal fragen, ob sie das denn nciht wissen, dass man zur dekubitusversorgung steriles material braucht (wie gesagt provokativ, nicht fresch gemeint jetzt;))!?
    naja und solche sachen wie eine händedesinfektion,wenigstens vor ner wundbehandlung.. auch ohne nosokomiale keime ist das doch eigentlich selbstverständlich oder?! das wird nämlich auch vor KEINER wundversorgung gemacht (und während der wundversorgung wird mit den kontaminierten handschuhen in der mappe gekrahmt oder was mir noch aufgefallen ist; das papierlineal wird zwischendurch mal auf die wunde gelegt,berührt dabei das exsudat und den eiter und wird danach wieder in die mappe gelegt:eek1: :/ )

    naja, aber es gibt bestimmt ebenfalls kompetente schwestern im ambulanten dienst!genauso wie es andersrum schlechte im KH gibt.
     
  17. Finja

    Finja Junior-Mitglied

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    Hallo Sommerwolke...

    das Problem liegt auch darin, dass man allein arbeitet und niemand einem auf die Finger schaut. Dann gibt es leider auch Schwestern die der Meinung sind, ich mache alles Richtig, schließlich habe ich Examen :knockin:.
    Lassen sich ungern eines besseren belehren.
    Durftest du denn schon einmal dort einen VW durchführen? Frag deine Kollegin mal direkt bei der arbeit, warum sie den VW so durchführt. Das hat nichts mit frech sein oder kritisieren zu tun. Ich Wette mit dir, die Antwort deiner Kollegin kommt mit einem großen Fragezeichen im Gesicht :gruebel:.

    Und die Ärzte... fühlen sich leicht in ihrer Kompetenz untergraben, wenn eine Schwester einen Vorschlag zur Versorgung macht. Wir haben einen Arzt, der möchte das wir Mykosen an den Füßen mit Pyoctaninblau versorgen. Haben wir abgelehnt, sollte er selbst machen. Es gab diskusionen, er war sauer, uns egal. Jetzt macht er so ne Faxen nicht mehr. Reine Erziehungssache :mrgreen:

    Lg Finja
     
  18. BettinaMobil

    BettinaMobil Stammgast

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    Da kann ich Finja nur zustimmen. Die Ärzte sollte man sich erziehen und mit guter Argumentation kann man oft auch was erreichen. Trau Dich ruhig und sprech Deine Kollegin an. Warum macht sie es so?? Viele wissen es nicht besser, andere werden mit der Zeiz betriebsblind. Ich freue mich immer, wenn ich Schüler habe. Denn sie sind auf dem neuesten Stand (normalerweise) und ich kann immer noch was von ihnen lernen.
    Die ambul. Pflege ist nicht überall schrecklich. Wir kämpfen echt an vorderster Front. Und ganz viele von uns sind sehr daran interessiert den aktuellen Stand der Versorgungen zu kennen und auch anzuwenden.
    Schade nur , wenn man an jemanden gerät der das nicht so sieht.
     
  19. sassy81

    sassy81 Junior-Mitglied

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    ambulanter Pflegedienst
    Ich arbeite seit 2003 in der ambulanten pflege und wenn man sich selbst ein bissel anstrengt und sich weiter entwickeln will ist das da perfekt...
    Ich habe mich damals für die ambulante Pflege entschieden weil mir in der Uniklinik in der ich gelernt habe alles zu unpersönlich war.
    In der ambulanten Pflege find ich sind die menschen Dankbarer, Kontakt ist persönlicher, man arbeitet selbstveranttwortlich. man kennt seine Patienten über lange Zeit, und man ist an der frischen Luft:mrgreen:
    Natürlich hat man auch tage wo alles doof ist aber das hat man überall...
    Ich habe es inzwischen zur Mentorin und stellvertrenden PDl geschafft und bin zufrieden....
     
  20. sommerwolke

    sommerwolke Stammgast

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    hab sie ja schon einiges gefragt,zB ob sie handschuhe braucht (in dem moment als sie nach dem waschen den VW machen wollte :wink::wink: dan hätte ich ihr neue/ saubere gegeben und desimittel) aber sie antwortete: "nein. brauh ich ja jetzt nicht. der dekubitus ist ja auch nciht steril, da ist ja eiter drauf, dann brauch ich auch nicht steril arbeiten". :eek1: da musste ich mich zusammen reißen nix meh zu zu sagen, denn sonst denken manche ich will mich aufführen und das will ich nicht!weder mich aufführen- noch da andere das denken. aber ich habe dann nur gesagt:"aha,hm, haben wir anders gelernt in der schule,aber gut".

    ja sollte schonmal nen ulcus verbinden. aber hatte kein desimittel da um mir vorher wenigstens mal die hände zu desinfizieren (zumal wir vorher ne andere septische wunde versorgt hatten). jedenfalls habe ich dann erst überlegt, ob ich es mir wirklich herrausnehmen darf ihr zu sagen, dass ich das nicht mache ohne mir vorher mal die hände zu desinfizieren. habe kurz überlegt und habe es mir aber dann herausgenommen genauso zu sagen (natürlich nett und höflich). stillschweigend machte sie ihn dann und schlug mi noch kurz vor doch das octenisept zu nehmen, das stünde doch da! also ich habe gelernt, dass es ein schleim-und wunddsinfetionsmittel ist und habe das dann auch so gesagt und auch damit nciht gemacht.

    wie gesagt kann vielleicht was viel herausgenommen sein, aber sonst wäre ich doch nciht viel besser als sie!

    zu diesen ärzten,die ihr beschreibt: ich finds toll, ihr macht mir mut.. ich möchte auch wenn ich exminiert bin und weiß das es falsch ist was der arzt verordnet nciht den mund halten, ganz nach dem motto "tja.. arztanordnung.punkt" meine kollegin sagt da immer ganz bequem (wie ich finde!): "tja, was soll man machen...?" dazu habe ich ihr gesagt: "wenn du eine ehrliche meinung hören willst? was ICH als examinierte machen würde? -ich würde nachfragen, den arzt mit der situation konfrontieren und wenn alles nichts hilft eben sagen, dass er es selbst machen soll! aber ich würde niemals falsch handeln wollen, wenn ich sicher bin, dass es falsch/ nicht nach bestem wissen ist!" dazu meinte sie nur lächelnd... so habe sie auch mal gedacht als sie so jung war wie ich, das würde sich schon noch legen! :dudu:da war ich ein bisschen sauer und habe ihr gesagt, dass ich den beruf nicht umsonst machen möchte und ich ganz bestimmt auch in 20 jahren noch so denken werde!!!
     
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