Umfrage gestartet

Dieses Thema im Forum "Der Alltag in der Altenpflege" wurde erstellt von pflegebub, 19.01.2014.

  1. pflegebub

    pflegebub Newbie

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    Hallo,

    mein Name ist Mario. Ich bin seit fast 25 Jahren Krankenpfleger und seit 15 Jahren PDL.
    In dieser Zeit hat sich in Sachen Pflege extrem viel verändert und das ist auch gut so. Allerdings habe ich seit geraumer Zeit das Gefühl, dass sich nur noch alles verschlimmbessert.
    Sicher, da sind viele zusätzliche Leistungen für Demenzkranke eingeführt worden, gleichzeitig wird die Qualität der Pflegehilfsmittel stets schlechter.

    Statt den Beruf attraktiver zu machen, geht die Politik den einfacheren Weg und will Fachkräfte importieren. Die Bürger werden mal wieder nicht gefragt.

    In den letzten Monaten erlebte ich sehr spannende Momente nach der Entlassung von Patienten aus dem KH. Da fehlte es an den grundlegensten Dingen, die zu einer Entlassung gehören. Auch sind Patienten kranker aus dem KH gekommen, wie sie rein gegangen sind.

    Hausärzte führen Telefonzeiten ein – na super. Wenn ich morgens bei einem Versicherten eine Rückfrage habe erreiche ich niemanden und wenn es Mittag zu spät ist……?

    Ein örtliches Sanitätshaus liefert Säuglingsbettunterlagen als Inkontinenzmaterial für Erwachsene aus *kopfschüttel* und die Schläuche von Katheterbeuteln haben die Fexibilität von Fallrohren.

    Ich will die Pflegeversicherung nicht grundsätzlich schlecht reden, sie ist ein wichtiger Teil des Sozialsystems, aber sie entwickelt sich immer mehr zur Pflegeindustrie.

    Aber auch Pflegeeinrichtungen sind nicht ganz unschuldig. Ambulante Dienste fahren teils Strecken, die total unwirtschaftlich sind, nur damit die vermeintliche Konkurrenz nichts davon hat.
    Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, da konnte man noch ein paar Minuten beim Patienten bleiben und quatschen, heute undenkbar.

    Die Grünen-Pflegeexpertin Elisabeth Scharfenberg fordert die Aussetzung des Pflege-TÜV. „Er beruhe auf einer falschen Methode und Datenbasis. Dieses System ist gescheitert und muss durch ein anderes ersetzt werden."
    Und Verdi-Vorstandsmitglied Sylvia Bühler meint, dass „….auf eine freie Stelle nicht mal ein Bewerber kommt.“

    Ich habe daher eine Umfrage geschrieben. Die daraus gewonnenen Daten werden den Verantwortlichen in der Politik zur Verfügung gestellt. Ob das was bringt bleibt abzuwarten, nichts tun bringt aber definitiv nichts. Am kommenden Donnerstag beginnt der dreitägige Deutsche Pflegetag in Berlin. Daher bitte ich um rege Teilnahme denn niemand hat dadurch einen Nachteil. Es dauert nur ein paar Minuten.

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    Dankeschön
     
  2. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Darf ich fragen, im Namen welches Verbandes bzw. welcher Organisation du diese Umfrage machst? Du wirst das ja net als Einzelkämpfer versuchen wollen ähnlich eines Robin Hood?

    Elisabeth
     
  3. band1

    band1 Senior-Mitglied

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    Auch viele einzelne Robin Hoods können was bewirken. Auch ich hab Angst um die "Zukunft" in meinem Job. (Altenpflege). Wo bleibt der Nachwuchs? Was ist in 10 Jahren, wenn mindestens 4-5 meiner Kollegen/innen in Rente sind????
     
  4. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Woran liegt es eigentlich, dass man in der Bundesrepublik so wenig über Arbeitskampf und dessen Traditionen weiß? Ist das eine bewusst gewollte Bildungslücke? Wahrscheinlich.

    Wie erklärt man anschaulich und verständlich Arbeitskampf? *grübel*
    Schau dir deine Hand an. Wann kann ich dir den Finger verbiegen und wann gelingt es mir zu 100% nicht? Wenn du jemanden empfindlich treffen willst- nimmst dann die einzelnen Finger und tippst ihn kräftig an oder wehrst dich vielleicht doch mit der Faust? Wann tut es dem anderen wirklich weh und wann nicht?

    Oder schauen wir nach Kiew. Eigentlich würde es doch reichen, wenn Klitschko dem Regeirungschef mal so ordentlich eine einschwenkt. Der kennt sich schließlich aus und dürfte sofort den entscheidenden Punkt treffen. Warum geht der Boxer aber nicht als Boxer allein hin? Warum gibt es Demos mit zigtausend Teilnehmern?

    Elisabeth
     
  5. kräuterfrau

    kräuterfrau Poweruser

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    Gerätebeaufragte
    Ich habe mir die Umfrage angeschaut und ich halte sie für nicht representativ, da es viele Suggestivfragen enthält und in den Erklärungen um eine "richtige" Antwort bittet.
     
  6. pflegebub

    pflegebub Newbie

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    @Elisabeth

    Ich mach das aus eigenen Gründen. An der Umfrage ist niemand weiteres beteiligt.
    Mich k*tzt es langsam an, wie es hier läuft und allein die Pflegekräfte ambulant oder im Heim müssen das ausbaden.

    Die Qualität der Pflegehilfsmittel wird immer schlechter, der Zeitaufwand ständig größer.
    Die interdisziplinäre Versorgung ist mangelhaft - zumindest bei uns.

    Da werden Patienten Freitag nachmittag aus dem KH entlassen. Ohne Brief, lose Medikamente in Tütchen ohne Beschriftung.
    Hilfsmittel wie Bett, Sitzerhöhung müssen erst genehmigt werden. Rezepte dafür dürfen aber erst ausgestellt werden, wenn Patient zu Hause. Ja wie soll denn das gehen, wenn Wochenende ist?

    Und dann kommt Montags der MDK angelatscht und bewertet die Versorgung mangelhaft.

    Immer mehr Ärzte haben bei uns Telefonzeiten, meist um die Mittagszeit. Was machen, wenn morgens ein Problem auftritt?

    Habe vor 2 Wochen am Samstag eine Patn. ins KH einweisen lassen wegen akuter Verwirrtheit. Der Zustand war völlig atypisch.
    Bereits Sonntag wurde den Angehörigen empfohlen, einen Heimplatz zu besorgen. Bis dahin waren außer Blutentnahme keine diagnostischen Maßnahmen durchgeführt. Den Angehörigen wurde nix weiter gesagt, ausser das Patn. alt sei.
    Nach 6 Tagen hat es mir dann gereicht. Ich habe mich als Enkel ausgegeben und bin mit meiner Mutti in spe zu Oma gefahren.
    Die Stationsärztin hat mich beim sprechen nicht angesehen, konnte mir lediglich Laborwerte vom Aufnahmetag zeigen und diagnostisch ist garnichts gelaufen. Die kannte noch nichtmal die Anamnese obwohl Patn. in dem KH Stammkunde ist!!!
    Ich bin dann etwas zur Höchstform angelaufen und bereits am Nachmittag war ein Neurologe da und ein CT wurde veranlasst. Am nächsten Tag stand dann fest, dass die Frau einen seit 7 Tagen unbehandelten Apo hatte.

    Und das KH ist zertifiziert!!!! - lächerlich. Aber wir Pflegeeinrichtungen werden kontrolliert.

    Der neue Bundesgesundheitsminister hat doch schonmal gar keine Ahnung. Bereits nach wenigen Tagen nach Amtseinführung stellt er lapidar fest, dass wir dringend ausländische FK's brauchen. Wie wäre es, zunächst das Problem zu erkennen und daran zu arbeiten?

    Genau deswegen mache ich diese Umfrage. Sofern aussagekräftige Daten zur Verfügung stehen, will ich diese einigen Teilnehmern des Pflegetags zur Verfügung stellen. Auch der Herr Gesundheitsminister bekommt diese zugestellt.

    Wie sagten die Damen vom MDK bei meiner letzten Qualiprüfung, ich solle mich nicht immer quer stellen sondern die Situation so hinnehmen. Und genau das mache ich nicht.

    LG
    Mario
     
  7. pflegebub

    pflegebub Newbie

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    @Kräuterfrau

    Danke für deine Antwort. Es kann durchaus sein, dass einige Fragen nicht ohne Vorbehalt passen. Aber sie stellen dennoch die tägliche Situation dar.
    Die Fragen sind eine Sammlung von aufgekommenen Diskussionen bei Weiterbildungen, d.h. die fragen stammen auch von Mitarbeitern anderer Einrichtungen.
     
  8. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    @Pflegebub- ich kann deinen Unmut gut verstehen. Auch mit deinem Gefühl der Ohnmacht gegen bestehende Strukturen stehst du nicht alleine da. Aber wie wäre es, wenn du dich erkundigst bei den Verbänden, Partein, der Gewerkschaft, ob deine Interessen dort vetreten werden und wie du dich einbringen kannst.

    Statt immer mehr Einzelaktionen- warum nicht endlich mal anfangen sich zu vernetzen. Sicher bedeutet das auch, dass man Kompromisse eingehen muss. Nirgendwo dürfte man deckungsgleiche Interessen finden. Ohne Kompromisse geht es nun mal nicht im Leben.

    Aktuell positionieren sich die Grünen öffentlich gegen den Pflege-TÜV >>> https://www.gruene-bundestag.de/themen/pflege_ID_207044.html

    Beachten sollte man aber stets- niemand kann etwas innert weniger Monate verändern was über Jahre gewachsen ist. Das kann weder der Einzelkämpfer noch Partei, Verband oder Gewerkschaft
    Im Gegensatz von Partei, Verband oder Gewerkschaft bleiben die Einzelkämpfer über kurz oder lang auf der Strecke- physisch und psychisch. Einzelkämpfer zünden ihre Lebenskerze an zwei Enden an: der Arbeit und der Berufspolitik. Beides mit vollem Einsatz verfolgt... .

    Elisabeth
     
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