Überlastungsanzeigen

Dieses Thema im Forum "Arbeitsrecht / Gesundheitsrecht / Krankenpflegegesetz" wurde erstellt von Rabenzahn, 07.03.2002.

  1. Rabenzahn

    Rabenzahn Poweruser

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    Hallo ,

    ich möchte einmal eine Auskunft darüber, wie die Geschäftsführung auf Überlastungsanzeigen reagieren muss.
    Wir sind in den Nachmittagsstunden in der Anästhesie, gegenüber dem ärztlichen Dienst hoffungslos unterbesetzt.
    8 Ärzte 1 Oberarzt gegenüber 5 Pflegepersonen. Davon muss eine Pflegeperson den Aufwachraum betreuen.

    Die Situation um 15 Uhr sieht so aus.
    Normalerweise operieren dann aber die HNO ( oft noch 2 - 3 Tische ) , dort geht eine Pflegekraft hin.
    Gyn. öfters mit einem Tisch = 1 Pflegekraft

    Trauma 1 bis 2 Tische
    Allg. Chir. 1 - 2 Tische
    Neurochir. 1 Tisch
    Urologie selten 1 Tisch
    Handchirurgie 1 Tisch

    Die TRauma, Allg. Chir. . Neurochir.,Urologie und Handchirurgie teilen sich dann 2 Pflegepersonen. Wenn kein Schockraum oder Reanimation auf Station ist.
    Der Aufwachraum wird mit bis zu 10 Patienten von 1 Schwester versorgt und das sind alles schwerkranke Menschen die den ganzen Tag operiert wurden.
    Wir schreiben seit Monaten Überlastungsanzeigen aber unsere Pflegedirektorin antwortet nicht darauf, der Betriebsrat schweigt auch und lässt alles so laufen.

    Was kann man noch unternehmen, bzw. wie muss die Geschäftsführung reagieren ?

    Mfg
    Rabenzahn
     
  2. flexi

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    Hallo Rabenzahn,
    geht es dir hier um die arbeitsrechtlcihe Seite oder um die haftungsrechtlcihe Seite.
    such mal bei
    www.wernerschell.de
    nach Überlastungsanzeige, dort ist es meiner Erinnerung nach schon häufiger diskutiert.
    gruß
    Flexi
     
  3. Rabenzahn

    Rabenzahn Poweruser

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    Hallo Flexi,
    es geht um die rechtliche Situation
    a für die diensthabende Pflegekraft
    b um das Verhalten der Geschäftsführung.

    Wenn ich als diensthabende Pflegekraft 6 laufende Narkosen mitbetreuen muss,dann kann es doch nicht sein, dass ich die volle Verantwortung für alle Patienten übernehmen kann.

    Dazu muss man sagen, dass um 15:00 Uhr ( wenn die Kollegen Dienstschluß haben ) die großen Op´s laufen. Abdominaleingriffe, Hirntumore in sitzender Position oder Kinder mit einem Gewicht von 2500 Gramm, wo immer eine Pflegekraft dabei sein sollte.
    Natürlich sitzt an jeder Narkose eine Arzt. Der aber von mir versorgt wird. ( Einleiten, Ausleiten, Medikamente, Blut etc. )
    Unser Op-Flut hat eine Länge von knapp 100 Metern. Ich bin also räumlich sehr weit getrennt von der mitzubetreuenden Narkose.
    Trotzdem wir jeden Tag eine Überlastungsanzeige schreiben, reagiert die Geschäftsführung nicht.
    Nach der 1. kam ein Anruf bei der pfleg. Leitung der Abteilung mit der Bemerkung: " Man wünsche nicht das die Überlastungsanzeigen geschickt werden, die sollen in der Abteilung bleiben. " Die pfleg. Leitung der Abteilung ist auch gleichzeitig die komm. PDL.
    Der Betriebsrat äussert sich auch nicht, es gibt kein Konzept wie das Missverhältnis Ärzte : Pflegepersonal ausgeglichen werden kann und scheinbar warten ALLE nur darauf, dass etwas passiert um dann wieder ganz entsetzt zu sein.
    Das kann es doch nicht sein! Oder ?
    Gruss Rabenzahn
     
  4. flexi

    flexi Administrator
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    Hallo Rabenzahn,
    stell die Frage unbedingt mal bei
    www.wernerschell.de
    ins forum!
    Iche denke, solange ihr Überlastungsanzeigen schreibt, seid ihr rechtlich auf der besseren Seite.(Stichwort:Organisationsverschulden!)
    Mir fällt dabei u.a, eine OP der falschen Lunge in einem hessischem Krankenhaus ein, wobei ich allerdings nicht weiss,worin die Ursache lag.
     
  5. Andrea Lehn

    Andrea Lehn Newbie

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    Bei uns am Klinikum ist dies ebenfalls ein ganz aktuelles Thema. Ich selbst arbeite zu 50% in der Anästhesie mit mehreren kleineren Op´s, die ebenfalls noch jeweils einen AWR betreuen. Auch wir haben regelmäßig zu Feierabend das Problem, welche Pflegekraft länger bleibt. So macht es einfach keinen Spaß zu arbeiten.
    Auf den Stationen herrscht ebenfalls ein Pflegenotstand, die Kollegen/innen dort schreiben die Überlastungsanzeigen aus haftungsrechtlichen Gründen, damit ihnen kein Organisationsverschulden vorgeworfen werden kann. Wir haben hier nun das Problem, dass die PDL´s wie folgt reagieren: In Einzelgesprächen wird daraufhin gewirkt, dass Überlastungsanzeigen zurückgenommen werden. Leider gibt es genug Kollegen, die Angst um ihren Arbeitsplatz haben und sich deshalb die Anordnung befolgen. Diese Kollegen haben meist befristete Verträge und möchten natürlch weiterbeschäftigt werden.
     
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