Überlastung: Kann mir jemand einen Rat geben?

Dieses Thema im Forum "Talk, Talk, Talk" wurde erstellt von Tinkabell25, 10.02.2011.

  1. Tinkabell25

    Tinkabell25 Newbie

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    Hallo an alle!!
    Ich stecke zur Zeit echt in einer total Zwickmühle!!
    Arbeite seit 1/2 Jahr als examinierte Krankenschwester in einem ambulanten kirchlichen Pflegedienst und fühle mich total überlastet.

    Wir haben einen sehr hohen Personalmangel!!
    Auch Pflegekräfte die kurzzeitig dort arbeiten kündigen schon nach kurzer Zeit wieder!!
    Alles ist total unorganiesiert und es scheinen sich zwar alle für die Note vom MDK zu interessieren aber es läuft alles drunter und drüber.
    Habe min. zweimal die Woche Pflegehilfskräfte weinend am am Telefon, weil sie bei leichten Dingen schon total überfordert sind!!
    Man kann sich auf Grund von extremen Zeitmangel um nichts mehr kümmern, weil man eh schon 8 Stunden ohne Pause arbeitet und dann kommt noch eine 24 Stunden Rufbereitschaft am min. 5 folgenden Tagen, 2 Mal im Monal hinzu!!
    12 Tage arbeiten am Stück und wenn man glück hat einen Tag am Wochenende frei, weil wieder jemand krank ist!! Von meinen Überstunden die ich ungefragt am Jahresende aubezahlt bekomme will ich gar nicht erst anfangen!!
    Zu allem kommen dann noch teildienste weil immer jemand krank ist vor lauter Stress!! Vor allem unter 24 Stunden Rufbereitschaft bin ich immer am ende meiner Kräfte!!
    Außerdem bin ich auch noch Praxisanleiter und kann die Anleitung allerdings schon total streichen weil nur noch schnelles durchkommen zählt!! Meine Schüler und ich leiden sehr darunter!!
    Habe mit meiner STationsleitung gesprochen und die sagte, wenn ich hier nicht arbeiten möchte, soll ich mir halt was anderes suchen!! Möchte allerdings auch meine Kollegen nicht im Stich lassen!!

    Ich weiß echt nicht weiter!! Kann mir jemand einen Rat geben!!
    Ist wohl Kündigung die einzige Lösung oder??
    Danke im Vorraus!!
     
  2. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Immerhin kriegst Du Deine Überstunden ausbezahlt - die schieben andere jahrelang vor sich her...:x

    Wenn Du eine Kündigung hauptsächlich von Deinen Kollegen abhängig machst, ist der Leidensdruck wohl noch nicht groß genug?

    Du wirst die Zustände bei Deinem AG leider kaum ändern können, aber es wird Dir auch niemand danken, wenn Du Dich dort aufreibst.

    Hast Du denn Alternativen?
     
  3. renje

    renje Poweruser

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    Tja, dann würde ich das in Erwägung ziehen, wenn dir das schon angeboten wird.
    Wenn deine PDL in etwa das selbe von sich gibt, dann ist das ein Kampf gegen Windmühlen und du bleibst auf der Strecke.

    Welche denn?
    Ich denke die kündigen alle?

    Was ist eigentlich mit denen, die dich im Stich lassen und so unverschämt sind und gekündigt haben?
     
  4. josie16

    josie16 Junior-Mitglied

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    Hallo Tinkabell!
    Ja, da ist guter Rat teuer.
    Das Problem ist immer das gleich, zu wenig Pflegekräfte, zu viele Patienten, das verbleibende Personal ist hoffnungslos überarbeitet, die Dienste die Du beschreibst gehen an keinem spurlos vorüber, vorallem dann nicht, wenn es immer so ist.
    Natürlich kann man mal ein paar Wochen, wenn jemand krank ist überbrücken, aber das kann kein Dauerzustand sein.

    Ich denke, daß da das Hauptproblem liegt, da gibt es nicht viele Möglichkeiten. Entweder Du bekommst deine Kolleginnen soweit, daß eine Mitarbeiterversammlung gemacht wird und ihr euch dann mit der Stationsleitung zusammensetzt.
    Für dieses Gespräch wäre es notwendig, daß eine Liste über die "Mißstände" gemacht, damit man Besserungsvorschläge einbringen kann.

    Ich habe aber den Eindruck, daß deine Stationsleitung kein Interesse daran hat und die Frage ist, ob Du deine restlichen Kolleginnen dazu bekommst, gemeinsam vorzugehen, wenn die anderen kein Problem haben, oder was wahrscheinlich eher der Fall ist, sich nicht trauen, etwas zu sagen, hast Du schlechte Karten.
    Ich würde auch jemanden von der AGseite dazueinladen, damit bekannt wird, was im Pflegedienst los ist.
    Ich denke, daß es dort auch schon aufgefallen ist, wenn ständig das Personal kündigt, da geht doch etwas total schief.

    Falls Du deine Kollegen nicht soweit bringst, gemeinsam an der Zukunft zu arbeiten bleibt dir nichts anderes übrig, als dir eine neue Stelle zu suchen. In diesem Fall wäre mir auch egal, was aus den Kollegen wird, weil sie haben ihre Chance gehabt.
    Es läuft immer gleich ab, ein AG der die AN ausnützt und einen AN der sich ausnützen läßt.
    Es gibt soviele offene Stellen, deshalb überleg es dir gut, ob Du das auf dich nimmst!!

    Auf der anderen Seite wird sich nie etwas ändern, wenn alle bloß kündigen, auf alle Fälle haben deine Kollegen, die vor dir gegangen sind, den einfacheren Weg genommen, das mag daran liegen, weil die Stationsleitung anscheinend nicht hinter ihren Leuten steht.
     
  5. Tinkabell25

    Tinkabell25 Newbie

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    Tja, dass mit dem Zusammenschluss der Mitarbeiter hatten mein Kollege, der vor 3 Wochen gekündigt hat und ich schon einmal versucht!!
    Haben alle mobilisiert und es waren auch alle einverstanden!! Mit Stationsleitung und allem drum und dran!! Um so näher der Termin kam umso mehr Leute meldeten sich aus allen möglichen Gründen ab!! Bis auf 2!! Ziemlich frustrierend!! Hätte da eigentlich schon die entscheidung treffen sollen!!
    Mir ist eigentlich klar, dass mir keine ander Wahl bleibt als zu kündigen!!
    Mein ganzes Privatleben leidet darunter und ich bin ziemlich am Ende deswegen!!
    Habe nächste Woche Montag ein Vorstellungsgespräch bei einem anderen kirchlichen ambulanten Pflegedienst!! Mal sehen was ich da aushandeln kann!! Habt ihr da Tipps??
    Stimmt, von meinen Kollegen erfahre ich auch keine Hilfe in dieser Sache!!
    Ist nur Schade, dass ich einen unbefristeten Vertrag habe!!

    Danke für eure Antworten!!
     
  6. Sr. S.

    Sr. S. Poweruser

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    Wenn Du eine ander Stelle findest, in der es Dir besser geht, ist es vernünftig, die unbefristete Strelle aufzugeben. Sich an der Arbeit wohl zu fühlen, steigert die Lebensqualität deutlich!
    Möglicherweise wirst Du sogar unbefristet übernommen, wenn Du von einem kirchlichen Arbeitgeber zum anderen wechselst, bzw. wenn die dringend Personal suchen, kannst Du vielleicht eine unbefristete Stelle aushandeln. Beim Gehalt musst Du genau hinschauen, die meisten AVR-Tarife sind inzwischen an den TVÖD angepasst und man kann beim Arbeitgeberwechsel die Erfahrungsstufen verlieren, aber auch das ist verhandelbar.
    Im Vorstellungsgespräch ist es besser nicht sagen, warum Du den Arbeitgeber wechseln möchtest, sondern ausweichend von persönlichen Gründen zu sprechen, es sei denn der neue Arbeitgeber bietet irgendetwas besonderst an, dass Dein bisheriger Arbeitgeber nicht hat, z.B. Pflege von Heimbeatmungspatienten.
     
  7. venusnacht

    venusnacht Newbie

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    stationäre Altenpflege
    Wenn ich das lese, kommt es mir vor, als ob du meine Situation in der Vergangenheit beschreibst. Ich habe nach über 17 Jahren in ein und derselben Firma das Arbeitsverhältnis beendet, da es immer nur schlimmer statt besser wurde. Wir haben viele Gespräche mit der Leitung geführt, den Betriebsrat eingeschaltet, nichts half! Auch bei mir hatte das Privatleben extrem gelitten.Ich bin in die Schweiz gegangen und kann nur sagen, dass die Arbeitsbedingungen in dem Pflegeheim, in dem ich jetzt arbeite so sind, dass ich manchmal denke, gleich wache ich auf und der Traum ist vorbei! Mir geht es so gut. Ich hoffe, dass auch du eine Lösung für dich findest. Ganz liebe Grüsse, venusnacht
     
  8. Smaragd

    Smaragd Newbie

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    Krankenpflegehelferin
    Akt. Einsatzbereich:
    Ambulante Pflege
    :angryfire: Könntest eine bestimmte Kollegin von mir sein. Sieht aus als wär sie reif für die Insel....
    Bei uns ist alles ziemlich genauso abgelaufen. Als das Wort Betriebsrat gründen gefallen ist, wurde der betreffende Kollege quasi entlassen. Allerdings hatte er gesagt, daß er auch schon was anderes hätte, war auch so. Ihm wurde das dann nahegelegt. Hat er auch getan und ist jetzt zufrieden.
    Bei uns wurde auch direkt gesagt, daß es nie einen Betriebsrat geben wird und wer auf Gesetze pochen würde der könne gleich gehen.
    Manchmal ist es kaum noch auszuhalten und wenn dann auch noch private Probleme dazukommen hat man gar keinen Hort der Ruhe mehr.
    Ich überlege gerade wovon ich mich eher trennen werde. Von meiner Arbeit oder neinem Partner. Denke, daß es mein Partner sein wird. :angry:
     
  9. aquarius2

    aquarius2 Poweruser

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    Ort:
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    Interdisziplinäre Intensivstation
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    Gerätebeauftragte
    Wenn man die Wahl hat wo man lebt, dann würde man auch nicht freiwillig in einem Kriegsgebiet wohnen wollen, wenn du die Arbeitsbedingungen nicht verändern kannst und die Wahl hast, zu gehen, oder kaputt zu gehen, was machst du?:verwirrt:
     
  10. talita

    talita Newbie

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    Beruf:
    freiberufliche Referentin / Krankenschwester / Pain Nurse Plus - Algesiologische Fachassistenz
    Ort:
    Ostallgäu
    Akt. Einsatzbereich:
    bundesweite Schulungen
    Funktion:
    freiberufliche Referentin für Palliative Praxis, Palliative Care und Hospizarbeit
    Das hört sich an, wie bei mir vor einigen Jahren. Wer mir sehr gut damals geholfen hat, waren die MitarbeiterInnen vom DbfK, dass kann ich nur jedem empfehlen dort einzutreten und Mitglied zu werden, sie helfen einem in rechtlichen Fragen, bei Zeugnissen, bei solchen Fällen wie oben beschrieben mit der Arbeitsüberlastung...
    Ich habe das Gefühl, dass Sie total an Ihre Grenzen kommen und da sehr gut aufpassen sollten, dass Sie nicht ins Burnout rutschen, dass geht manchmal schneller als man denkt.
     
  11. dieter70

    dieter70 Gast

    Wenn die einzige Antwort deiner PDL auf deine Nöte ist, dass du ja woanders arbeiten kannst, dann raus aus dem Laden!
    Gewinnmaximierung durch zu wenig Personal wäre mit mir nicht zu machen.
    Also: Adios!
    Wir leben in Zeiten, in denen qualifizierte Pflege gesucht wird. Für meine Leistung hätte ich auch gerne ein qualifiziertes Management und die im Arbeitsvertrag geregelte Arbeitszeit.
     
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