Übergabe im ärztlichen Dienst

Dieses Thema im Forum "Talk, Talk, Talk" wurde erstellt von Kompresse, 25.07.2007.

  1. Kompresse

    Kompresse Junior-Mitglied

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    Hi,

    obwohl es eigentlich nicht mein Problem ist, würde ich gern wissen, wie Eure Stationsärzte das handhaben?

    Vorgestern Vormittag war wieder ein Dienst zum abgewöhnen.
    Neuer Stationsarzt in der Inneren:keine Übergabe bekommen+letzter Verantwortlicher im Urlaub= 4 Stunden Visite!
    Am Nachmittag kommt der stellvertetende OA= 3 Stunden Visite!

    Ich brauche Euch nicht zu sagen, daß das auch die Pflege, mal ganz abgesehen von den Patienten trifft.

    Gehen die Ärzte in den Dienst gibt es auch oft keine Übergaben.

    Wie läuft das bei Euch?

    Gruß, Kompresse
     
  2. Karo6

    Karo6 Poweruser

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    hallo,

    ich glaube an sich auf internistischen stationen dauern die visiten "stuuunden" da wird über dies und jenes noch gefachsimpelt... grausam! habe mal eine woche auf der inneren ausgeholfen und da haben sich die schwestern nach einer bestimmten zeit ausgeklingt weil sonst kommt man ja zu nix!

    auf meiner station, chirurgie, klappt das ganz gut, ich denke mal die chirurgen machen eine übergabe, bekomm ich nie mit!
     
  3. Anika

    Anika Senior-Mitglied

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    Ich kenne es aus der Inneren auch genau so wie Du es beschrieben hast, Kompresse. Wir haben das immer "Kuschel-Visite" genannt. Die Ärtze haben in der Inneren eben meist ein bisschen mehr Zeit als in der Chirurgie, sie müssen ja schließlich nicht in den OP.
    Natürlich ist es auch immer gut, wenn vom Pflegepersonal jemand bei der Visite dabei ist, aber findet sich da nicht eine für alle vertretbare Lösung? Es reicht ja vielleicht, wenn jeder ausschließlich in seinem Bereich mitgeht, dann ist es z. B. "nur noch" eine Stunde für jeden, aber immerhin kommt man mit seiner Arbeit dann zurande. Andererseits stellt sich die Frage, ob wirklich immer jemand vom Pflegepersonal mitgehen muss, insbesondere natürlich, wenn der OA am Nachmittag auch noch mal seine Runde drehen will.
    Ob oder wie die Absprachen bei den Ärzten laufen weiß ich nicht wirklich, aber Deiner Beschreibung nach scheint es in jedem Fall unglimpflich abgelaufen zu sein. Fragt doch mal die Ärzte und macht vor allem im Team irgendwas aus, damit die Situation für alle ein bisschen besser wird.
    LG Anika
     
  4. mary_jane

    mary_jane Gast

    hallo,

    ja ja bei uns sind die visiten auch unbeschreiblich laaaaaang.(Innere)

    was ich immer wieder erschütternd find ist die übergabe für die nacht an den dienstarzt! dauert so 5 Minuten

    dann taucht natürlich irgendwann des nächtens ein problem oder manchmal ein akuter notfall auf bei einen Patienten und vom dienstarzt kommt: " Zu dem hab ich keine Übergabe"

    Ich finde das unglaublich.8O klar wir sind schon auch noch da, aber so sollte es doch nicht sein, oder?

    Wie ist das bei euch?
     
  5. Joerg

    Joerg Poweruser

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    Scheint ja ein typisch Inneres Problem zu sein.
    Bei uns (ratet mal: Innere :D ) ist es ganz genau so. Die Ärzte wechseln ständig die Stationen und Übergaben unter ihnen gibt es nicht oder nur sehr selten. Die Visiten dauern dann natürlich übermäßig lang (Kompresses Zeitplan kommt da gut hin), obwohl der Großteil unserer jungen "Assis" ohnehin schon für ihre 20 Pat. auf ihrer Stationsseite mehr als 2 Stunden brauchen. Eine Visitenbegleitung ist dadurch einfach nicht möglich, was natürlich auch wieder zu Lasten des Pat. geht. Unser ärztl. Dienst hält es zum Teil auch net für nötig sich Infos von Seiten der Pflege zu holen, oder mal den Pflegebericht zu lesen. Dann wird erst mal alles, was der Vorgänger an Therapie angefangen hat, über den Haufen geworfen, denn man kann es ja ohne besser. Geplante Entlassungen verzögern sich, da der alte Stationsdoc. natürlich den Arztbrief net fertig hat und man ja noch mal Labor haben will.
    Ich könnte jetzt stundenlang mir den Frust, über solche Nachlässigkeiten von Seiten der Ärzte, von der Seele schreiben, aber ich denke die meisten von Euch, die in der Inneren arbeiten, kennen das.

    Eine Frage die mich in diesem Zusammenhang mal interessiert. Nehmen bei Euch die Ärzte an der Mittagsübergabe der Pflege teil? Wir hatten versucht unseren Ärzten schmackhaft zu machen, zumindest einmal pro Woche mit in die Übergabe zu kommen, nur leider stößt das auch dermaßen taube Ohren, dass wir irgendwann die Segel gestrichen haben.
     
  6. Mobitz

    Mobitz Poweruser

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    Na dann will ich mal sagen, wie es bei uns läuft. OK, ich gebe zu, auf Intensiv ist eh immer alles anders. Aber es wurde ja nicht gesagt, dass es nur um die Normalstation geht.
    Bei uns machen die Stationsärzte von Schicht zu Schicht Übergabe (wie von der Pflege auch bekannt) und das bei uns (wie bei der Pflege) am Patientenbett.
    Oberarztvisite ist vormittags mit OA und Stationsarzt sowie bei uns Stationsleitung und betreuende Pflegekraft..
    Chefvisite ist ein mal die Woche nach der Mittagsübergabe der Pflege und vor der ärztlichen Übergabe.
    Hier sind dabei: Chefarzt, alle an diesem Tag anwesenden Intensivoberärzte, alle auf Station anwesenden Assistenzärzte, die Stationsleitung (Pflege) und die betreuende Pflegekraft.

    Das ist unser Ablauf auf einer anästhesiologisch geführten, operativen Intensivstation.
     
  7. Michl

    Michl Gast

    Dafür haben wir ja auch ein Dokumentationssystem, das nicht nur für Pflegepersonal angeschafft wurde.
    Vor paar Jahren forderte Mal ein Stationsarzt, dass wir ihm am Morgen Übergabe zu machen hätten :schraube: Einige haben´s gemacht und dann gab es natürlich prompt Ärger, weil etwas vergessen wurde zu sagen (vom Nachmittag des Vortages...)

    Danach durften die Ärzte wieder ihre Übergaben selbst organisieren - und es ist mir tatsächlich egal, wie sie das machen ;)

    Wenn die Übergaben in Form einer Visite stattfinden...
    bei uns ist es auch von der PDL her gewünscht, dass wir bei Visiten dabei sind.
    Allerdings denke ich, dass es Visiten und "Visiten" gibt. Wenn man als Pflegekraft nur zur Dekoration rumsteht, wäre diese Zeit sicherlich woanders sinnvoller verbracht. (Aber das ist nur meine unbedeutende Meinung :zunge:)

    Grüße
    Michl
     
  8. Kompresse

    Kompresse Junior-Mitglied

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    Hi,

    tatsächlich handelt es sich um keine Intensivstation, da läuft es wie Mobitz es beschrieben hat.

    Bei der OA-Visite handelte es sich um eine Kurvenvisite, die 3 Stunden dauerte (da waren wir nicht dabei, aber hatten auszuarbeiten)!

    Unsere PDL will auch, daß wir dabei sind. Natürlich geht da nur die Bereichskraft mit. Ich finde, das ist ein Muß, sonst geht ja alles baden
    (außer es herrscht die absolute Ausnahmesituation).

    Wir haben keine "große Mittagsübergabe", sondern nur bereichsweise Übergaben. Das reicht völlig aus. Ärzte brauchen wir dabei nicht, wenn man zur Visite mit war.

    Ich werde mich an unseren OA wenden, wenn der aus dem Urlaub zurück ist.

    Vielen Dank für Eure Beiträge, Kompresse

    P.S.: Ein gemeinsames Dokumentationsystem ist ein Thema für sich !
     
  9. Fast1engel

    Fast1engel Junior-Mitglied

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    Aloha,

    Bei uns- auch Innere- gibt es 2 Varianten:
    - entweder schreibt der abgebende Doc einen Diagnosenzettel mit den wichtigsten Dingen, die anliegen oder aber
    - der neue Assistent sucht sich alles mühsam aus der Doku zusammen... wir haben zwar so einen Diagnosensammelzettel in der Optiplan- Mappe, aber die Qualität dieses Papiers schwankt erheblich...
    Visiten laufen bei uns in der Regel so, daß Assistent morgens anordnet- natürlich ALLES; was geht, um sich rechtlich abzusichern- und OA mittags weitere Anordnungen trifft, die teilweise die morgens getroffenen Anordnungen aufheben oder ad absurdum führen... Schwester ist in der Regel ständig am Ausarbeiten...

    Mal sehen, wann es besser wird :wink1:

    liebe Grüße
    Fast- Engel
     
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