Überbelegung!

Dieses Thema im Forum "Arbeitsrecht / Gesundheitsrecht / Krankenpflegegesetz" wurde erstellt von wiehle09, 05.12.2010.

  1. wiehle09

    wiehle09 Newbie

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    hallo!
    ich habe bisher nirgends eine antwort, geschweige denn überhaupt diskussionen gefunden. und zwar geht es um die überbelegung in unserem krankenhaus. als ich damals meinen zivildienst begann und mich so langsam an meine arbeit gewöhnt hatte, spaß daran gefunden habe und mich dann als krankenpfleger beworben habe, habe ich zum ersten mal auf einer inneren mit einer überbelegung auseinandersetzen müssen. bis vor ein paar tagen (ist mittlerweile schon oberkurszeit) ist es aber auch bei dieser einen situation in meiner zivizeit geblieben.
    nun, wir haben vor ein paar tagen auf der chirurgischen station, auf der ich im moment eingesetzt bin, die patientenkapazität, bzw bettenkapazität überschritten, weil unsere sl zusatzpatienten freiwillig angefordert hat. danach folgende situation: ich hatte mit der sl einen bereich zu versorgen. ich gebe mir mühe, selbständig zu arbeiten, organisiere mich in der regel sehr gut (bewertungen der voreinsätze bestätigen zu 100%) und dann rassel ich zum ersten mal mit einer sl (überhaupt mit pp) zusammen. sie sagte, ich sei überfordert. ich habe gesagt, ich kann nicht 1000 dinge gleichzeitig machen, zudem sie sich vor jeder arbeit drückt.

    meine frage: angenommen, es geschieht was unvorhersehbares, ein patient zieht beispielsweise durch eine nicht gelungene reanimation den nachteil. wer ist dann bei einer überbelegung dafür verantwortlich?? ich als schüler, obwohl ich der sl zu erkennen gegeben habe, dass keine optimale pflege mehr gewährleistet ist, die SL, die aufnehmenden ärzte oder die geschäftsführer des hauses??
    ich wäre für eine antwort dankbar, bzw für tipps, was ICH als schüler gegen so etwas machen kann, weil ich will nicht arbeiten, wenn die station überbelegt ist, weil eine wie schon erwähnte optimale pflege nicht mehr gewährleistet werden kann und weil ich nicht die verantwortung für eventuelle folgen tragen will, geschweige denn für meine bewertungen als schüler, die in solchen situationen wohl eher nichts mit meiner leistung als krankenpflegeschüler zu tun haben, weil mein panleiter weiß, wie ich denke, was ich für einen willen habe und wie ich letztendlich arbeite und mich organisiere!!! aber ich will nicht bei einer überbelegung arbeiten:/ das mache ich nicht nochmal!!! muss und darf ich das überhaupt??
     
  2. sigjun

    sigjun Gast

    Du bist Schüler und sicher nicht dafür verantwortlich, egal ob ihr überbelegt seid oder nicht, insofern brauchst Du Dir um eventuelle Folgen für Dich keine Gedanken zu machen bzgl. evtl. schlechter Patientenpflege.

    Eine evtl. schlechte Beurteilung schon jetzt mit Überbelegung zu begründen halte ich für verfrüht und sehe das auch erst mal in keinem causalen Zusammenhang.
    Optimale Pflege wird allerdings nicht einmal vom Gesetz gefordert, dort heißt es "ausreichende" Pflege.

    Wenn Du bis zum Oberkurs nur einmal Überbelegung erlebt hast, dann bist Du zu beneiden. Da kenne ich aber jede Menge Stationen in vielen versch. Häusern wo Betten zugeschoben werden. Heißt Überbelegung, dass ihr zu-/einschieben musstet, oder hatten diese Patienten auch einen regulären Stellplatz?

    Mit welcher Begründung willst Du es denn ablehnen nochmal bei einer Überbelegung zu arbeiten?
    Natürlich darfst Du und MUSST Du zum Dienst erscheinen und arbeiten. Wenn Eure Patienten nicht mehr versorgt werden können liegt es an der SL und/oder den anderen Mitarbeitern eine Überlastungsanzeige zu schreiben. Jegliche Arbeitsverweigerung hätte arbeitsrechtliche Konsequenzen.

    Dein Posting klingt für mich ein bisschen sehr danach, dass Du um eine schlechte Beurteilung fürchtest, weil diese Überbelegung Dich evtl. auch an Situationen heranführt, die Du bisher noch nicht bewältigen musstest und nicht weißt, ob Du sie meisterst.
     
  3. midsommer

    midsommer Senior-Mitglied

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    Was war denn der konkrete Anlass, den es doch sicherlich gegeben hat, der die SL veranlasst hat, dich für völlig überfordert zu halten?
     
  4. renje

    renje Poweruser

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    Hallo wiehle,

    Überbelegung ist ein völlig normales betriebswirtschaftliches Mittel um die durchschnittliche Auslastung eines Bereichs/Station auf einen höheren Stand zu bringen und damit mehr Erlöse zu erzielen.
    Heißt auch die Stellen zu erhalten.

    Ob das zum Problem wird hängt maßgeblich vom Patklientel und Erkrankungsgrad ab.

    Wenn auf einer 20Bettenstat. 4Betten (20%) nicht belegt sind beschwert sich ja auch keiner, oder lässt sich auf die Schnelle so ohne weiteres nach Hause schicken.

    Als Schüler bist du grundsätzlich nur sehr begrenzt verantwortlich - du bist Schüler!

    lässt sich aber mit deinem Schülerstatus nicht vereinbaren.

    Natürlich musst du deine Arbeit deinem Ausbildungsstand entsprechend, fachlich richtig machen.

    Wenn aufgrund einer schlechten Organisation wirklich was passieren sollte - schlecht bis gar nicht zu Beweisen, Überlast.anzeigen vorhanden? - ist immer der Verantwortliche für die Organisation, also PDL, die genehmigt den DP, der gerade stehen muss.

    was hat das mit einer Überbelegung zu tun?
    Kann da keinen Zusammenhang erkennen.
    Das kann passieren auch wenn die Station nur 50% belegt ist.
     
  5. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Schließe mich dem bereits gesagten an, wollte aber noch darauf eingehen:

    Das solltest du dir nochmal überlegen, denn DAS geht später in deine Bewertung ein.

    Niemand verlangt von dir, mehr zu leisten, als du imstande bist. Wie auch.. Jedoch solltest du 100% leisten können, ob die Station zu 60% oder 110% belegt ist.

    Eine Arbeitsverweigerung hilft weder dir, noch dem Team, der Belegung oder den Patienten!


    Btw: Ich hab mal im Nachtdienst, durch einen akuten krankheitsfall die Verantwortung für 2 Stationen übernommen. Widerwillig, aber musste so seoin (keinen Kommentar bitte dazu, ich weiß!). Anschließend habe ich auch gesagt: Das mache ich nie wieder! Mache ich auch nicht so ohne Weiteres. Nämlich ohne ausdrücklich(!) die Verantwortung fü+r das komplette Patientenwohl abzulehnen. Das ich trotzdem so arbeiten muss, ist mir klar - aber dem AG muss dann auch klar sein, dass die Versorgung nicht adäquat von mir zu leisten ist und ich die Verantwortung für enventuelle Gefährdungen nicht tragen werde...
     
  6. olynthchen

    olynthchen Stammgast

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    Auch mich würde interessieren, warum Du überfordert gewesen sein sollst.
    Warum fordert Deine SL noch zusätzliche Pat. an....habe ich auch noch nie gehört....klingt als kann man die einfach bestellen.

    Arbeiten gehen mußt Du, daß ist vielleicht nicht angenehm aber Du kannst keinen guten Grund dafür anbringen, warum Du das nicht willst.

    Vielleicht war Deine SL selbst überfordert und hat irgendwann nicht mehr darüber nachgedacht, daß Du nur Schüler bist und nicht die Verantwortung tragen kannst, wie sie sie als exam. PK und SL tragen muß.

    Du hast bei allem eine Durchführungsverantwortung.
    Also machst Du nur was Du sicher kannst, Dir erlaubt ist und auch beigebarcht wurde und vielleicht Deinem Ausbildungsstand entspricht.
    I
    ch weis, daß der Anspruch an Schüler und gerade im letzten Ausbildungsjahr, nie einheitlich ist.
    Jede Station, jede SL will was anderes von Dir.

    Aber Du bestimmst, in was Du Dir sicher bist....alles andere läßt Du Dir solange zeigen, bis es sitzt.
    Wenn Dir das aber keiner zeigen und beibringen will/kann, dann lehnst Du es ab.
    Etwas nicht zu können und damit vielleicht einen Pat. zu gefährden, ist nicht hinnehmbar. Besser, zuzugeben, etwas nicht zu können und es zum Schutz des Pat. auch nicht zu tun.
     
  7. Dreifachmutti

    Dreifachmutti Senior-Mitglied

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    Warum gesteht man ihm nicht eine Überforderung zu, wenn mehr Betten belegt sind, als für den Personalschlüssel als Grundlage angenommen wurde?

    Nur mal so als Vergleich: Als der letzte Castor-Transport von der armen völlig überarbeiteten Polizei begleitet werden musste, hatten alle Mitleid mit den armen Polizisten, die mehr und länger und härter arbeiten mussten. Das Verständnis für die besondere Arbeitssituation war selbstverständlich vorhanden.
    Und wenn in einem städtischen Büro durch seltene Ereignisse mal höheres Arbeitsvolumen herrscht, wird auch gestöhnt und dieses ist extra Zeitungsartikel wert und natürlich angemessenen finanziellen Ausgleich.


    Aber als Krankenschwester/-pfleger gehört das natürlich dazu - immer, überall und bedingungslos... :-?
     
  8. PePaMel

    PePaMel Gast

    1. Kannst Du nicht sagen, das mache ich nie wieder, denn das ist auch Arbeitsverweigerung.

    2. Du kannst auch keine "Verantwortung abgeben", Du bist immer für Deine Handlungen solange Du im Dienst bist verantwortlich! Was Du machen machen kannst und auch musst ist Deine Vorgesetzten über die aktuelle Situation informieren und das zu dokumentieren.

    Mel
     
  9. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Musst du lesen was ich geschrieben habe...

    Ich habe diese Situation als Vergleich heran gezogen. Damals sagte ich auch "Das mache ich nie wieder".
    Mache ich auch nicht, jedenfalls nicht ohne ... s.o. Das ich es trotzdem machen muss, ist mir klar. Habe ich auch geschrieben.

    Und nochmal ausführlicher, damit auch du es verstehst: Ich kann NICHT die Verantwortung für Patienten übernehmen, die nicht in meinem Bereich sind. Wenn ich nämlich im 2. Stock bin, kann ich nicht die Verantwortung für den 7. Stock übernehmen. Das ich die Verantwortung für mein Tun habe, ist klar. Bin ja 3x7. Aber ich übernehme nicht die Verantwortunf für alle 70 Pat auf 2 weit entfernten Etagen. Das sage ich so und schreibe es so nieder. Wenn ich trotzdem so arbeiten soll, OK.
     
  10. PePaMel

    PePaMel Gast

    Anscheinend verstehst Du nicht, Du kannst keinerlei Verantwortung abgeben oder ablegen solange Du im Dienst bist. Falls einem Deiner Patienten in Deiner Schicht was passiert und irgendwo von Dir geschrieben steht: "Ich lehne die Verantwortung ab" kommst Du in teufels Küche. Da muss man sehr, sehr vorsichtig sein! Der Schuss kann gewaltig nach hinten losgehen!

    Was Du machen kannst und sogar musst, ist dokumentieren was Du gegen den personellen Misstand unternommen hast. Welche Tätigkeiten aus welchem Grund nicht erfüllt werden konnten und wen hast Du um Hilfe gebeten hast und wer von Deinen Vorgesetzten wurde von Dir informiert.

    Alles andere ist wirklich gefährlich und dem Arbeitgeber im Zweifelsfall eine Hilfe die Schuld für etwaige Vorfälle auf Dich abzuwälzen!

    Mel

    P.S.: Warum hast Du eigentlich einen so unfreundlich Ton mir gegenüber? Ist mir jetzt schon mehrfach aufgefallen. Nur weil Dir meine Meinung nicht gefällt? Was hat meine Meinung mit Dir persönlich zu tun? Finde ich schade, denn ich lese Deine Beiträge, sagen wir mal, zu 75% ganz gerne. Zwar auch nicht alles aber irgendwie kann ich schon differenzieren....
     
  11. Kamilla

    Kamilla Newbie

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    Hallo Zusammen!

    Auch wenn diese Diskussion schon etwas länger her ist, so möchte ich doch gerne mal die o.g. Sätze aufgreifen.
    Wie genau würdet Ihr das umsetzen?
    Und wen könnte man kurzfristig um Hilfe bitten, wenn es sich hierbei um die Nachtwache handelt?!
     
  12. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Es muss immer eine diensthabende PDL geben, die informiert werden kann und auch sollte. Zuerst natürlich telefonisch, denn schriftlich und kurzfristig widerspricht sich ja.

    Falls PDL nicht reagiert: Überlastungsanzeige (schriftlich) an sie und zur Kenntnisnahme an den Betriebsrat und möglicherweise noch die Geschäftsleitung. Dann wärst Du im Falle des Falles abgesichert.
     
  13. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Wir haben keine diensthabende PDL, die Rufbereitschaft wurde eingespart, da musst du dein Problem selbst lösen in der Nacht oder auch am WE - zuständig ist die Schichtleitung, diese sollte sich mit dem DA kurzschliessen.
     
  14. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Bei mir gibt's wiederum im Nachtdienst keine Schichtleitung - ich bin ja allein auf Station.

    Aber gut: Jedenfalls muss geregelt werden, wer dann die Verantwortung trägt bzw. wer der Zuständige ist, der informiert werden muss.
     
  15. wiehle09

    wiehle09 Newbie

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    hallo zusammen! ich habe mich seit eröffnung dieses threads langezeit nicht mehr gemeldet. aber um es mal kurz zu machen, es geht um überbelegung im sinne irregulärer bettenstellplätze, sprich, ein 3-bett zimmer wird beispielsweise um ein 4tes bett belegt. wie sieht da die rechtslage aus, wenn ich dokumentiere und der pdl mdl mitteile, dass ICH für solch eine versorgung in den umständen keine verantwortung mehr übernehmen kann, zumal wir zuletzt nur zu dritt oder zu viert unter der woche bei 30 betten intern arbeiten? wenn wir schon keine hife trotz eigener bemühungen von anderen stationen morgens erhalten und schon defakto klar ist, dass unsere aufgaben während des dienstes nicht erfüllt werden können, was kann man als pflegepersonal da noch machen? wir gehen fast jeden tag unter. ständig ist noch zusätzlich kurz vor schichtübernahme jemand krank und als ob das nicht alles ist, sind uns während dem letzten jahr 3 vollzeitkräfte ausgefallen durch langzeiterkrankung und schwangerschaft. wir bekommen kein zusätzliches personal, sondern jeder muss ständig einspringen. die motivation ist gleich 0, bei jedem schon vor dienstbeginn. aber leider bekommt man es immer "so gerade" eben geregelt, weil sich immer ein dummer, auch von unserer nachbarstation" durch die pdl finden lässt, der bei NO-GO einspringt. die sehen da oben immer nur, dass es ja irgendwie funktioniert, aber um uns selbst schert sich keiner. wie es mit unserer moral auschaut ist denen egal. mittlerweile wird sogar schon im team darüber diskutiert, ob man vll überfordert ist, wenn man dann mal einen tag ausfällt, weil "wir ja alle" die probleme tragen müssen. hey leute, das kann es doch wohl nicht mehr sein, oder? was kann man dagegen machen?

    edit: unsere interne schreibt JEDE woche über die sl überlastungsanzeigen. die werden aber mittlerweile ignoriert und sind schon versucht worden, über ABMAHNUNGEN totzukriegen. unsere geschäftsführung lässt sich davon nicht beeindrucken. wie siehts mit der gewerkschaft aus? könnte die da was machen?
     
  16. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Pauschale Aussagen bringen nix. Als Einzelner witsz du auch nix bewegen können.

    Was schreibt die SL denn in die Überlastungsanzeige rein? Es gehören hinein: Ist vs. Soll der Belegung, Pflegeaufwand per PPR abbilden (x Pat. A2, x Pat. A3), Personalbesetzung, Überstunden, ggf. Abweichungen vom Urlaubsplan . Verweis auf Verstoß gegen Gesetze, wenn vorhanden, wäre sehr gut.

    Außerdem gehören die Maßnahmen hinein, die ihr nach Ausnutzung aller bisherigen Möglichkeiten, nun angehen werdet: welche Arbeiten können zukünftig nicht mehr erledigt werden. Das können Pflegetätigkeiten sein- z.B. kein regelmäßiges lagern mehr. Das kann ärztl Tätigkeiten betreffen- es geht keiner mehr bei der Visite mit. BE und i.v. Medis werden zurück delegiert. ... Und dann kommt die Kür: Einhaltung der angekündigten Maßnahmen inklusive des Vermerkes in der Doku: nicht erfolgt wegen Personalmangel.

    Die Überlastungsanzeige schickt ihr an PDL, wenn vorhanden an PD, Chefarzt, wenn vorhanden ÄD, Betriebsrat bzw. MAV. Nicht vergessen- Limit für Antwort einsetzen. 4 Wochen dürften reichen- auch im Sommer. Und wenn die 4 Wochen rum sind, wird das Repertoire weiter eingekürzt. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

    Nur eines darf nicht passieren- dass man nachweist, dass es auch mit dem wenigen Personal geht. Wer es schafft selbst dann noch allen gerecht zu werden und stets einsatzbereit ist wenn es um Einspringen, Überstunden usw. geht, muss sich net wundern, wenn man Überlastungsanzeigen net ernst nimmt.

    Der Sturm, den ihr entfacht, wird euch u.U. mächtig ins Gesicht blasen. Da gegen zu halten wird viel Kraft kosten, Kraft, die vielleicht net jeder mehr hat. Von daher: man sollte schon mit dem Gedanken spielen, ob man sich das wirklich antun will. Es gibt ja noch andere nette Arbeitsstellen.

    Elisabeth
     
  17. supetrosu

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    nicht mehr einspringen, nicht mehr ans Telefon gehen, hart bleiben. Das hilft. Nicht sich einschüchtern lassen. Ihr sitzt am längeren Hebel. Wir haben es so gemacht. Und hatten Erfolg. Aber alles sollten mitziehen, oder zumindest die meisten. Dann geht das.
     
  18. wiehle09

    wiehle09 Newbie

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  19. hypurg

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    @ supetrosu
    ...im Profil steht Aufenthaltsland: Italien.
    Bei den Finnen klappte sowas auch.

    @ wiehle
    Die maximale Arbeitszeit beträgt 10 Stunden. Ich habe bisher nirgendwo erlebt, daß ein Azubi Bereitschaftsdienste hat. Ja, mit diesen (Ruf-)Bereitschaftsdiensten ist eine Verlängerung der Arbeitszeit möglich. Ist in den Tarifverträgen geregelt.
    Es gibt keinen Zwang zum Einspringen. Ich muß aber leider ernüchternd feststellen, daß es wohl in der Pflege nie ganz ohne gehen wird. Allerdings muß dafür gesorgt werden, daß im Gegenzug ein Ausgleichstag angeboten wird. Das Wohl einer Station sollte allerdings nicht am Azubi hängen.

    Ausfälle für Krankheit sind im Übrigen mit einem gewissen Prozentsatz schon in die Besetzung eingerechnet, weswegen das Team diese auch selbst tragen muß. Der Hintergrund ist natürlich der, daß diese Menschen alle Geld bekommen. Der AG wird erst nachbesetzen, wenn eben kein Gehalt mehr fließt an einen Abwesenden.

    Welche Zahlen schreibt denn Euer Haus? Hast Du dich auch damit auseinandergesetzt, wie Ihr wirtschaftliche aufgestellt seid? Kann sich das Haus überhaupt mehr Personal leisten? Viele Häuser befinden sich in einer Abwärtsspirale wegen sinkender Einnahmen. Da wäre eine Leistungseinschränkung, weil das Personal in den organisierten Widerstand geht, unter Umständen der Todesstoß. Es geht mir nicht darum, alles hinzunehmen. Es macht einem aber das Leben etwas leichter, wenn man versteht, daß nicht alles von "oben" einfach so entschieden wird um die "unten" zu ärgern, sondern daß eben mit den Mitteln, die man zur Verfügung hat, ausgekommen werden muß.
     
  20. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Du schreibst einen großen Satz gelassen auf. Wenn den jeder beachten würde, dann wüssten die Kollegen, wo sie ansetzen müssen, wenn sie Veränderungen wollen.

    Aber Berufspolitik ist halt nur was für "die da oben". Fliedners Ideen sind auch in 2013 mehr als präsent und wohl nicht ausrottbar.

    Elisabeth
     

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