TV Sendung Panorama - Aussen hui, innen pfui - das Chaos an privaten Krankenhäusern

Dieses Thema im Forum "Diskussionen zur Berufspolitik" wurde erstellt von Karo6, 27.07.2007.

  1. Karo6

    Karo6 Poweruser

    Registriert seit:
    13.02.2004
    Beiträge:
    874
    Zustimmungen:
    2
    hallo!

    gestern, 26.07.07 um 21:45h auf ARD war bei der sendung "panorama" ein bericht über privatisierte krankenhäuser, wie asklepios, helios, rhön kliniken!

    erschreckend aber war! :cry: erlebe es zurzeit selbst!

    wir pflegekräfte stehen nur unter strom...
    - keine pausen
    - immer einspringen, somit wenig frei
    - überstunden
    - unzufriedene patienten
    - ärger/streit im team, aufgrund überlastung
    - hohe krankheitsrate

    wer von euch arbeitet auch in asklepios kliniken? und wie ist eure situation gerade?


    LG karo
     
  2. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
    Mitarbeiter

    Registriert seit:
    27.07.2005
    Beiträge:
    13.280
    Zustimmungen:
    63
    Beruf:
    FGuKP I&I, Praxisanleiterin DKG,Wundassistent WaCert DGfW, Rettungsassistentin, Diätassistentin
    Ort:
    München
    Akt. Einsatzbereich:
    HOKO
    Funktion:
    Leitung HOKO
    Hallo,

    für alle die es nicht gesehen haben, hier der Videostream:
    Das Erste - Panorama - Außen hui, innen pfui - Chaos an privaten Krankenhäusern

    Liebe Grüsse
    Narde
     
  3. Joerg

    Joerg Poweruser

    Registriert seit:
    09.03.2006
    Beiträge:
    2.474
    Zustimmungen:
    47
    Beruf:
    Krankenpfleger
    Akt. Einsatzbereich:
    Betriebsrat
    Funktion:
    stellv. Betriebsratsvorsitzender, Sprecher der ver.di-Vertrauensleute
    Danke für den Link, narde.
    Was mich an dem Bericht überrascht ist das naive Gehabe des Menschen der Stadt Hamburg. Hat die Stadt wirklich geglaubt ein Konzern übernimmt ein Krankenhaus ohne an Rendite und Gewinn zu denken.
    Ich finde es gut, dass es da soviele Rückkehrer gibt, vieleicht wachen die Kommunen ja mal langsam, oder besser noch schnell, auf und sehen von weiteren "Panikverkäufen" von Krankenhäusern ab.
     
  4. Susi_Sonnenschein

    Susi_Sonnenschein Bereichsmoderatorin
    Mitarbeiter

    Registriert seit:
    20.10.2004
    Beiträge:
    2.065
    Zustimmungen:
    9
    Beruf:
    Gesundheits- und Krankenpflegerin
    Ort:
    Bayern
    Akt. Einsatzbereich:
    Intensiv
    Funktion:
    Praxisanleiterin
    Hallo,
    ich kann die Rückkehrer verstehen. Hab auch eine Bekannte, die nach der Ausbildung bei einer Rhön-Klinik angefangen hat und da bin ich heilfroh, noch bei einem kommunalen Krankenhaus zu arbeiten...
     
  5. panki

    panki Senior-Mitglied

    Registriert seit:
    23.10.2006
    Beiträge:
    172
    Zustimmungen:
    3
    Beruf:
    Kinderkrankenschwester
    Akt. Einsatzbereich:
    Kinderklinik
    Danke für den Link. Habe mir gerade den Beitrag angeschaut.
    Hier in Berlin sind die ehem. städtischen Krankenhäuser alle beim Klinikträger Vivantes. Wie ich aus der Tagespresse entnehme und von dort angestellten Kollegen weiß, ist hier auch das Sparen groß angesagt. Nicht umsonst kommt ein Träger in schwarze Zahlen, z.B. Neueinstellungen werden mit deutlich schlechteren Arbeitsvertragsbedingungen (Gehalt, Zuschläge,etc.) eingestellt, Liegezeiten sind stark verkürzt, jahrelang gab es kaum Neueinstellungen, Personalengpässe werden mit schlecht bezahlten Zeitarbeitnehmern gestopft...Nix neues, ich weiss...
    Allerdings wundert mich auch das große Befremden über solche Zustände. Wenn es um Profit geht, ist doch nicht das moralisch-ethisch richtige Wohlergehen des Patienten und der Arbeitnehmer angesagt, sondern das, was eben zu verdienen ist...Profit eben! Private Klinikbetreiber sind an der Börse vertreten...Hallo!
    Lange bekannt ist uns dieses wirtschaftlich orientierte Vorgehen doch schon von den privaten Betreibern der Pflegeheime/Pflegeeinrichtungen.
    Aber wie war das noch mit den drei Affen (sprich Politikern/Verantwortlichen)...nix sehen, nix sagen,nix hören...
    :angryfire::angry:
     
  6. Joerg

    Joerg Poweruser

    Registriert seit:
    09.03.2006
    Beiträge:
    2.474
    Zustimmungen:
    47
    Beruf:
    Krankenpfleger
    Akt. Einsatzbereich:
    Betriebsrat
    Funktion:
    stellv. Betriebsratsvorsitzender, Sprecher der ver.di-Vertrauensleute
    Das auch bei kommunalen Trägern schwarze Zahlen geschrieben werden können, kommt aus diesem Betrage ja auch raus.
    Ich kann zu meiner Freude sagen, dass ich in einem dieser, wenigen??, Häuser schaffen darf.
    Unser Chef muss sich an Tarife halten (auch wenn ihn das net glücklich macht), freie Stellen werden relativ schnell besetzt. Gut der Stellenschlüssel ist, wie überall, auf dem Mindestniveau angesetzt, 1 Kollege krank und einer im Urlaub und wir beginnen schon zu fast zu rudern, aber das sind wohl die Zeichen der Zeit.
    Auch die Liegedauer wurde in den letzten Jahren reduziert, allerdings ohne Risiken für die Patienten Im Zweifel bleibt der Patient halt noch ein wenig länger.
    Nebenbei, in unserem Haus wurden weder Hauswirtschaft, noch Küche, noch Wäscherei, noch Techn. Dienst ausgegliedert. Die sind alle unter dem Mantel des Klinikum. Auch dies widerspricht ja dem allgemeinen Trend, bei dem die Kliniken ja alles verscherbeln wollen, was nur irgend geht.
    Es geht also. Man muss als Geschäftsführung einfach nur den richtigen Spagat hinbekommen.
    Ich will es zwar nochmal sagen, wir schaffen nicht unter himmlischen Bedingungen, es könnte besser sein - aber auch, wie ich hier im Forum oft lese - 1000mal schlimmer. Ich bin der Meinung, wenn das Haus wirtschaftlich solide dasteht, muss man den ein oder anderen Kompromiss eingehen. Der TVöD kommt den Sparbemühungen der Chefs ja schon entgegen, der TV-Ärzte des Marburger Bund erst recht.

    Der Vorteil in einem kommunalen Haus ist natürlich auch, dass es ziemlich egal ist, wie hoch die schwarze Zahl ist, solange sie schwarz ist. Wenn sie mal ein Jahr leicht rot ist, wird die Stadt sicher auch net gleich nervös. Dies ist bei den Privaten ja auch anders, die müssen so und so viel Gewinn machen um auf ihre Rendite zu kommen. Erreichen sie diese kann man seine Hand ins Feuer legen, dass die Rendite im nächsten Jahr wieder erhöht wird.

    Wirft ein Haus für den Klinikkonzern nicht mehr genug Rendite ab, wird es der Kommune wieder vor die Füße geworfen, da wohl die meisten privaten Betreiber so eine Klausel in den Verträgen haben. Was die Kommune mit einem, "ausgelutschten" Haus macht, dürfte wohl auch klar sein. Da wird geguckt ob die Versorgung der Bevölkerung nicht in Gefahr ist und dann wird es dicht gemacht. Dies war dann aber nicht der tolle private Konzern, sondern die böse Kommune. :angry:
    Das ist keine Horrorvision, sondern ist in Deutschland, lt. ver.di, in letzter Zeit öfters vorgekommen.
    Auch Hamburg könnte sich, meiner Meinung nach, zu einem solchen Fall ausweiten, nur da kann man sicher sein, dass die Medien drauf anspringen. Hoffentlich!
     
  7. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

    Registriert seit:
    29.05.2002
    Beiträge:
    19.812
    Zustimmungen:
    167
    Beruf:
    Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
    Akt. Einsatzbereich:
    Intensivüberwachung
    Vielleicht sollte man dem Kunden noch deutlicher machen, dass das die Zukunft ist. Es gibt kein Gesundheitswesen zum Nulltarif.

    Die Einnahmen stagnieren auf der einen Seite... auf der anderen Seite steigen die Ausgaben. Es gibt nur zwei Varianten die sich ergeben: alles anbieten, was der Kunde möchte und rote Zahlen schreiben- oder sparen und schwarze Zahlen schreiben.
    Auch die kommunalen Häuser werden sich der Sparwelle nicht widersetzen können.

    Einnahmen eines Krankenhauses: die Krankenkassenbeiträge sind für die Versorgung der Patienten gedacht: Personalkosten, Materialkosten usw.. Aus den Steuereinnahmen des Staates werden Investitionen im Krankenhaus bezahlt: Neubau, Umbau, Anschaffung von Medizingeräten usw..
    Wie sieht das bei den Privaten aus? Und was sagt der Kunde zur Behandlung in einem Privatkrankenhaus? Wie zufrieden ist er mit der Verweildauer, der Therapie usw.? Mir fiel auf, dass der Kunde in dem Beitrag nicht so richtig zu Wort kam. Vielleicht bemerkt er die Problematik gar nicht bzw. mißt ihr weniger Bedeutung bei.

    Elisabeth
     
Die Seite wird geladen...
Ähnliche Themen - Sendung Panorama Aussen Forum Datum
Ausbildungsvertrag: Wie lange dauert die Zusendung? Ausbildungsvoraussetzungen 16.05.2015
Mittschnitt: Radiosendung zu Pflegearbeit aus dem Freien Radio Kassel Diskussionen zur Berufspolitik 27.04.2014
TV-Sendungen: "Arbeiten für Gottes Lohn" ARD, MO 28.1.2013 TV-Sendungen 27.01.2013
Zusage für Ausbildungsplatz: Zusendung weiterer Zeugnisse?! Ausbildungsvoraussetzungen 20.02.2012
Bewerbungsmappen - Rücksendung Talk, Talk, Talk 17.01.2012

Diese Seite empfehlen

  • Über uns

    Unsere Online Community für Pflegeberufe ist eine der ältesten und mitgliederstärksten im deutschsprachigen Raum (D/A/CH) und wir sind stolz darauf, dass wir allen an der Pflege Interessierten seit dem Jahr 2000 eine Plattform für unvoreingenommene, kritische Diskussionen unter Benutzern unterschiedlicher Herkunft und Ansichten anbieten können. Wir arbeiten jeden Tag mit Euch gemeinsam daran, um diesen Austausch auch weiterhin in einer hohen Qualität sicherzustellen. Mach mit!

    ©2000-2016 - www.krankenschwester.de - Die Online Community für Pflegeberufe

  • Schnellnavigation

    Öffne die Schnellnavigation

  • Unterstützt uns!

    Unser Team von www.krankenschwester.de arbeitet jeden Tag daran, dass einerseits die Qualität sichergestellt wird, um kritische und informative Diskussionen zuzulassen, andererseits die technische Basis (optimale Software, intuitive Designs) anwenderorientiert zur Verfügung gestellt wird. Das alles kostet viel Zeit und Geld, deshalb freuen wir uns über jede kleine Spende!

Ich stimme zu Weitere Information

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.