Traumstation Geburtshilfe

292steffi

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Hallihallo,

ich bin seit März 2013 ausgelernte Erwachsenen-Krankenschwester... In meiner Ausbildung war und bleibt meine Lieblingsstation die Geburtshilfe.

Ich habe mich schon in soooooo vielen Krankenhäusern für diese Station beworben, doch es ist verdammt schwer dort rein zu kommen. Klar, die Kinderkrankenschwestern werden bevorzugt, aber zu mir heißt es ständig, dass man nicht unbedingt diese Berufsbezeichnung braucht um auf diese Station zu kommen, denn die Babys sind ja soweit gesund und wir lernen diesen Teil ja auch.

Meine Frage: Muss ich eine weitere Ausbildung als Kinderkrankenschwester machen (wenn ja wie lange) oder gibt es irgendwo ein Krankenhaus wo sie gerade für die Geburtshilfe suchen (normale Krankenschwester)?

Liebe Grüße
 

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Eine Frage OT:
wofür lernt man 3 Jahre um anschließend bei gesunden Menschen zu arbeiten? Auf Geburtshilfe braucht es doch "nur" Hebammen.

Bitte wegen der Frage nicht böse sein.
 

lady_juno

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Ich glaub sie meint die Gynäkologie bzw. Wöchnerinnenabteilung und hat sich nur in der Wortwahl vielleicht ein bisschen vergriffen.

Ich versteh dich zu gut Steffi. Mir geht es sehr ähnlich. Ich wollte ursprünglich immer Hebamme werden. Hab es auch jahrelang verzweifelt versucht irgendwie in die Ausbildung rein zu kommen. Aber das ist zumindest in meiner Region so gut wie unmöglich. Heute selbst wenn ich das Glück hätte bei rund 1000 Bewerbern auf 30 Stellen genommen zu werden, könnte ich mich nicht von meiner Familie (Mann und 2 Kinder) die ganze Woche trennen oder diese von Job und Schule raus reissen und weg ziehen (alle Schulen sind min. 200km entfernt ausser eine da sind es 100). Und bei dem Bewerberstand ist es für mich bald noch wahrscheinlicher Ärztin werden zu können statt Hebamme.

Jedenfalls hoffe ich es ist hier nicht ganz so schlimm, dass man so schwer bei der Wöchnerinnenstation rein kommt. Das ist eigentlich mein großes Ziel nach der Ausbildung. Mir gehts nicht (nur) um die Babys. Ich mag den ganzen Bereich Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und bin da Feuer und Flamme. Nach meinen Praktika hab ich auch gemerkt ich kann das recht gut. Ich hoffe ich finde in der Ausbildung entweder einen Bereich den ich fast genauso toll finde oder aber dass ich es irgendwann doch noch zu den Wöchnerinnen schaffe. Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Glück. Und ja es stimmt, dass man nicht unbedingt Gesundheits- und Krankenpflegerin sein muss um dort zu arbeiten, es wird was ich in meinen Praktika so mitbekommen hab für gewöhnlich bunt gemischt. Aber nicht weil gewöhnlich die Kinder gesund sind (glaub mir es ist öfter als du denkst nötig Know How zu haben um Probleme bei den Kindern zu erkennen, das kann grad bei den Frischlingen schnell umschlagen), sondern weil man einfach Mütter UND Kinder pflegt.

Ach und noch ganz nebenbei: Laut meinem Kenntnistand gibt es Fortbildungen und Schulungen die sich auf die Wöchnerinnen und Neugeborenenpflege spezialisieren, ich würde mich mal schlau machen ob sie auch in eurem Klinikum angeboten werden und wenn möglich gleich mit machen, das bringt sicher enorme Vorteile.
 

Elisabeth Dinse

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...wofür lernt man 3 Jahre um anschließend bei gesunden Menschen zu arbeiten?...
Du hast schon mitbekommen, dass die Ausbildung schon seit einigen Jahren Gesundheits- und Krankenpflege heißt?
Es macht vielleicht Sinn, sich einfach nochmal mit dem Ziel der aktuellen Pflegeausbildung vertraut zu machen.

@292steffi- was fasziniert dich so an dieser Station? Wo arbeitest du aktuell und was fehlt dir da?

Eliabeth
 
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Ich war auch gern als Schülerin auf der Wöchnerinnenstation. Es hat Spaß gemacht einfach! Die Erstmobilisation, Hilfe bei der Grundpflege und das Wiederherstellen der Selbstständigkeit. Das Baden und füttern der Babys. Die Zusammenarbeit mit den Kinderkrankenschwestern. Alles interessant. Stillberatung. Mehrere Sectios und 1 Spontangeburt durfte ich erleben...
 

Resigniert

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Du hast schon mitbekommen, dass die Ausbildung schon seit einigen Jahren Gesundheits- und Krankenpflege heißt?
Ja, weiss ich.
Aber auf reiner Wöchnerinnen-Stationen gibt es Hebammen, die sind nicht nur für die Geburt zuständig. Hebammen beraten die Wöchnerinnen, sind auch für die Säuglinge da.
Es benötigt keine Gesundheits- und Krankenpflegerin! Das das jeweilige Krankenhaus dort Gesundheits- und Krankenpfleger einsetzt ist etwas anderes.
 

292steffi

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eine Frage OT:
wofür lernt man 3 Jahre um anschließend bei gesunden Menschen zu arbeiten?
Auf Geburtshilfe braucht es doch "nur" Hebammen.

Bitte wegen der Frage nicht böse sein.


Ja, also ich meinte die Wöchnerinnenstation, bei uns wird das halt auch Geburtshilfe genannt.
 

292steffi

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Was mich fasziniert ist einfach die Versorgung von Mutter & Kind, ich liebe Babys und finde es toll an so einem tollen Ereignis (die Geburt) mitzuwirken.

Ich habe nun auf der Allgemeinchirurgie angefangen. Vom Team usw. ist alles top, aber die vielen Pflegefälle, die häufig überfüllte Station usw., da weiß ich, dass ich nicht lange glücklich sein werde! Eigentlich hat es mich nie auf die ACH gezogen, es war rein nur das super gute Team.

Gynäkologie & Wöchnerinnen war und bleibt einfach mein Traum, ich kanns nicht ändern.
 
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Du brauchst es auch nicht ändern. :-) Jeder hat seine Vorlieben. Im Übrigen halte ich Gesundheits- und Krankenpfleger schon für angemessen. Stichwort Pflegeplanung, Prophylaxen, Krankenbeobachtung, Pflegemodell Orem...
 

Bachstelze

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Ich fand die Wöchnerinnenstation während der Ausbildung auch super. Zumal man nachts auch das Kinderzimmer mit versorgt hat.

Auch fand ich es mal nett, glückliche und zufriedene Patienten betreuen zu dürfen und nicht jeden Morgen eine ellenlange Waschstrasse zu haben. Ein paar Sectios dabei und somit auch noch Pflege und Verbände.

Und das obwohl ich noch zu Zeiten gelernt habe, in denen es eine längere Liegedauer gab und auch die chirurgischen oder internistischen Stationen nicht voll mit schwerkranken Patienten waren und die fitten noch ein paar Tage bleiben durften, um sich zu erholen. Es gab also noch eine gesunde Mischung auf den Stationen.

Aber auch damals schon war es fast unmöglich in dem Bereich eine Stelle zu ergattern, weil erst jemand (mal übertrieben gesagt) wegsterben musste, ehe da was frei wurde.
Das ist ja einer der wenigen Bereiche, indem Du keine so ganz hohe körperliche und seelische Belastung hast. Freiwillig ging da kaum jemand weg.

Und obwohl in unserem Haus keine reine Wöchnerinnenstation mehr existiert, ist das nach wie vor eine der wenigen Stationen, die nicht über Personalmangel klagen müssen.
 

Isidor

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Hallo allerseits,

ich weiß, dass das Thema schon eine Weile her ist, aber nachdem das neue Ausbildungsgesetz raus kommen soll mit der generalisierten Ausbildung ist die Situation wieder anders. Ab dem Zeitpunkt werden alle die gleichen Chancen haben.
 

-Claudia-

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ich weiß, dass das Thema schon eine Weile her ist, aber nachdem das neue Ausbildungsgesetz raus kommen soll mit der generalisierten Ausbildung ist die Situation wieder anders. Ab dem Zeitpunkt werden alle die gleichen Chancen haben.
Jein. Auch wenn das neue Gesetz voraussichtlich im nächsten Jahr in Kraft tritt, sind ja noch genügend Kinderkrankenpflegekräfte auf dem Arbeitsmarkt vorhanden. Sogar genug, das etliche in die Erwachsenenpflege ausweichen.
 

renje

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@-Claudia-: dein Optimismus in allen Ehren, aber das Gesetz ist ja noch nicht mal verabschiedet und wann es dann nach der Verabschiedung in Kraft tritt steht noch in den Sternen.

Ausserdem kommen ja alle die noch dazu die bis dahin die Ausbildung absolviert haben oder sich noch in Ausbildung befinden, selbst wenn das Gesetz in Kraft tritt.

Soweit ich weiß gibt es erst bisher einen Referentenentwurf?
 
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Isidor

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Ich kann nur von mir sprechen. Obwohl ich bald frisch examinierte Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin bin bekomme ich in meinen Vorstellungsgesprächen oft zu hören, dass sie lieber jemanden aus der generalisierten Ausbildung hätten: "die seien flexibler einsetzbar".

Auch auf der Wochenstation. Ist halt Arbeitgeber-freundlich. Ich möchte aber nicht überall im Krankenhaus arbeiten wenn ich mich als Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin
auf der Wochenstation bewerbe...
 

-Claudia-

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@-Claudia-: dein Optimismus in allen Ehren, aber das Gesetz ist ja noch nicht mal verabschiedet und wann es dann nach der Verabschiedung in Kraft tritt steht noch in den Sternen.
Das jetzige Krankenpflegegesetz wurde Im August 2003 verabschiedet und trat am 1.1.2004 in Kraft. Gab es nicht schon die erste Lesung im Bundestag? Bin nicht ganz sicher.

Ausserdem kommen ja alle die noch dazu die bis dahin die Ausbildung absolviert haben oder sich noch in Ausbildung befinden, selbst wenn das Gesetz in Kraft tritt.
Das sagte ich doch gerade...
Ich möchte aber nicht überall im Krankenhaus arbeiten wenn ich mich als Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin auf der Wochenstation bewerbe...
Man bewirbt sich nicht auf einer Station. Wir haben Arbeitsverträge mit der Gesamteinrichtung und dürfen daher in allen Bereichen eingesetzt werden. Wenn es keine freien Stellen in der Geburtshilfe oder der Kinderklinik gibt, müssen die Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger in der Erwachsenenpflege eingesetzt werden; das ist doch in den meisten Krankenhäusern an der Tagesordnung. Nicht jeder Arbeitnehmer ist örtlich flexibel.
 

malu68

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Ich habe 12 Jahre auf einer Wöchnerinnenstation gearbeitet und muß mich hier mal einklinken. Das Bild der harmonisch romantischen Arbeit auf einer Wochenstation stimmt leider so wie hier dargestellt nicht mehr so ganz...

Die Mütter inklusive der Kinder sind zwar nicht krank, sind in ihrem Anspruch an die Pflegekraft aber sehr fordernd (geworden?). Gleichzeitig sind die Mütter sehr verunsichert in Bezug auf Stillen und Säuglingspflege (geworden?). Ebenso ist die Toleranzgrenze der eigenen Befindlichkeit sehr drastisch gesunken, so dass es für die Pflegekraft oft ein Spießrutenlauf ist, diesem Anspruch gerecht zu werden. Nicht vergessen darf man in diesem Zusammenhang den Besuch, der auch mal gerne eine (Kinder-) Krankenschwester mit einer Kellnerin, Reinigungsfrau oder einer Empfangsdame (ohne diese Berufsgruppen hier diskriminieren zu wollen) verwechselt.

Abends hatte ich dann völlig entkräftete Mütter mit entnervt schreienden Babys die nicht mehr zueinander fanden zu versorgen, was oft damit endete, dass wir auf Wunsch der Mutter schreienden Kinder in Obhut nehmen sollten, damit sich sowohl Mutter als auch Kind von dem anstrengenden Nachmittag erholen konnten. Blondine sieht allerdings anders aus.

Naja, solche Beispiele und noch viele mehr fallen mir dazu ein, aber um es kurz zu machen, habe ich trotz Weiterbildung zur Stillberaterin vor 4 Jahren das Handtuch geworfen und bin seitdem in einer Notfallambulanz. Ich muss sagen, dass es dort auch oft sehr stressig zugeht, aber trotzdem habe ich den Wechsel nie bereut.

Was am meisten an meine Substanz ging, war dieses freundlich und empathisch bleiben müssen, egal wie abstrus manche Forderung von den Müttern oder Besuch auch war. Ich bin noch nie so gestresst gewesen wie in der Zeit auf der Wochenstation... Und der Satz: "Oh, wie schön, da hast du ja leicht verdientes Geld und einen soooo tollen Arbeitsplatz" bringt mich heute noch zur Eskalation. Wenn ich heute sage, dass ich in einer Notaufnahme arbeite, schlägt mir kurioserweise eine ganz andere Achtung entgegen. Das versteh ich bis heute nicht und ich habe höchsten Respekt vor meinen "alten" Kollegen, die immer noch auf der ach so netten und entspannten Wochenstation arbeiten.

Sorry, wenn sich das alles jetzt so negativ anhört, aber so rosarot ist die Welt auf so einer Station halt nicht und es herrscht zumindest in unserem Hause auch eine relativ hohe Fluktuation auf dieser Station und die Nachfrage hält sich auch in Grenzen...

Malu68
 

Isidor

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Danke, malu68, Du spricht mir aus der Seele. Nur wer noch nie dort gearbeitet hat kann behaupten das sei leicht verdientes Geld.

Und ja, ich möchte es wirklich und trotzdem machen. Wie lange steht allerdings in den Sternen.
 

malu68

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Hallo Isidor,
dann wünsche ich dir viel Spaß und vor allem Geduld und starke Nerven, dem täglichen Spagat zwischen den Anforderungen der Mütter und denen der Ärzte und obligatorischen Standards und Dokumentationen gerecht zu werden.

Ein Vorteil unseres Berufes ist ja, jederzeit die Fachabteilung wechseln zu können, wenn es einem dann doch zu bunt wird... :freakjoint:

Malu
 

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