Transfer vom Bett auf den Sitzstuhl - Unterschiede ?

Cada

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Hallo ihr,

wir müssen in der Schule einen Bericht schreiben über den Transfer vom Bett auf den Sitzstuhl.
Dabei müssen wir den Transfer von 3 Pat. mit verschieden Krankheitsbildern beschreiben.

Habe jetzt schon allgemein beschrieben wie das ganze funktioniert und was man beim Apoplex beachten muss.

Aber welche Unterschiede gibt es denn noch ?
In der Praxis sieht das irgendwie alles gleich aus.

Was für Unterschiede gibt es denn da noch ?
 
U

UlrichFürst

Gast
So wie ich das verstehe, habt ihr keine Erkrankungen vorgegeben?

O.k. Bei welchen Erkrankungen liegen den noch Einschränkungen in der Mobilität vor?

Neurologie haste schon, fehlt noch ein Beispiel Innere und Chirurgie. Kannst natürlich auch irgendwas doppelt nehmen, oder weitere Fachrichtungen. Je nachdem, wo Du schon warst.

Ulrich
 

Cada

Junior-Mitglied
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Genau wie du sagst haben wir keine Erkrankungen vorgegeben.
Das Problem ist ja das das mein erster Stationseinsatz ist und ich z.B. noch auf keiner chirurgiscgen Station war. Bin grad auf ner Inneren. Kann aber irgendwie bei Herz - Kreislaufpat. und dergleichen beim Transfer keine Unterschiede erkennen.
Wenn ich bei mir exam. Schwestern frag, dann wissen die das auch nicht. Die machens halt nach Schema F. Habe das was ich bis jetzt geschrieben hab zum großen Teil ausm Pflege Heute rausklamüsert.

Was muss man denn z.B. beim Transfer beachten wenn z.B. jemand an der Hüfte operiert worden ist ?

Wäre echt super hilfreich wenn ihr mir helfen könntet.
 

Elisabeth Dinse

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1. Wie funktioniert das Umsetzen bei euch selbst? Wie würdet ihr euch vom Bett in den Rolstuhl bewegen? Beobachten.
2. Einschränkungen vogeben: z.B. körperliche Schwäche, Bein im Gips, Beine gelähmt, Beugung in der Hüfte nicht möglich, Pat. ist zu klein und kommt nicht mit den Füßen am Boden an, usw., usw., usw. ...
3. Auspobieren, wie muss etwas verändert werden. Nach verschiedenen Wegen suchen. Was kann der Pat. nutzen- welche Ressourcen hat er?

Bei eurer Aufgabe geht es vornehmlich nicht um Erkrankungen sondern um die Fähigkeit des Menschen mit Einschränkungen umgehen zu können. Also weg vom ausschließlich medizinischen Denken hin zum ganzheitlichen Wahrnehmen des Wunderwesens Mensch.


Elisabeth
 
U

UlrichFürst

Gast
Das Problem ist ja das das mein erster Stationseinsatz ist und ich z.B. noch auf keiner chirurgiscgen Station war.
Das ist dann allerdings ungünstig...

Bin grad auf ner Inneren. Kann aber irgendwie bei Herz - Kreislaufpat. und dergleichen beim Transfer keine Unterschiede erkennen.
Was muss man denn z.B. beim Transfer beachten wenn z.B. jemand an der Hüfte operiert worden ist ?
Kommt drauf an:king:
Je nachdem wie die operiert ist, kann es z. B. sein, dass der Patient das Bein nicht adduzieren¹ und nicht außenrotieren² darf (weil sonst evtl. der Hüftkopf aus der Pfanne springt).

Das musst Du natürlich auch beachten, wenn Du den Patienten vom liegen an die Bettkante setzt. Auch beim Umsetzen von der Bettkante in den Stuhl. Ich bleib jetzt mal Beispielhaft beim rechten Bein. O.k. das Bein darf nicht außenrotieren. Also ist eine Drehung weg vom operierten rechten Bein schlecht. Wenn der Patient das Bein nämlich nicht mitnimmt/es stehen lässt, zeigt es automatisch nach außen. Also zum Bein hin drehen lassen. Beim rechten Bein also im Uhrzeigersinn.
Dann muß ich natürlich den Stuhl auf die richtige Seite stellen (es sei denn ich will statt 90° eine 270°-Drehung machen:wink: ). Auf welche Seite der Stuhl jetzt muss darfst Du Dir überlegen:thinker:

Also welche der vier Versionen ist die beste? (Das kleine Rechteck im Bett ist das Kopfkissen, das Anhängsel am Stuhl soll die Lehne sein). Falls Du Dich zwischen zwei Lösungen nicht entscheiden kannst, ist das o.k.
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Ulrich

¹ ad-duzieren: Bewegung zur mitte hin. Ganz schlecht ist dann z. B. das beliebte übereinanderschlagen der Beine. Das Gegenteil ist dann ab-duzieren: wie bei einem Schritt zur Seite

² außenrotieren des Beines: Fußspitze nach außen drehen, also beim rechten Bein zeigt die Fußspitze dann nach rechts
 

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Lillebrit

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Hallo,
es sit eigentlich fast unmöglich, eine TRansfer bei "dem Apoplektiker"...."dem " Internistischen Pat. etc. zu beschreiebn weil eben jeder nicht nur sein Krankheitsbild sondern auch seine persönlichen Ressourcen und Vorlieben hat!


Elisabeth`s Vorshlag ist schon gut....tu ees selber und mache dir erst mal klar, welches Bewegungsmsuter Du dafür benötigst.
Dann spiele es nach mit Gipsbein etc.

Überleg Dir- eventuell mit einem Kurskollegen- folgendes:

-Wie kann ich diese Bewegung unterstützen?
- Wo sind meine Hände dabei ?
- Welche Ressourcen hat dieser potentielle Pat.?
- was darf er mit seinem Krankheitsbid auf keinen Fall tun?
.....

Entwickelt es im Tun ! Nur am Schreibtisch sitzen und drüber nachdenken wird Euch nicht viel weiter bringen....



LG,

Lille
 

Cada

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Danke für die vielen Tipps. Bin jetzt auch schon einiges weiter gekommen. Bin jetzt auch weg vom genauen Ablaufschema weil das echt Quatsch ist. Hab neben dem Apoplex mit jetzt noch Bronchial- CA und Beinamputation rausgesucht. Klappt glaub ganz gut.

Also noch mal Danke :-)
 

Elisabeth Dinse

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Und wieder sind wir bei den Erkrankungen... eigentlich schade.

Elisabeth
 

funcz

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musste vor kurzem einen praxisauftrag über kinästhethik machen, ging auch um einen transfer. vielleicht hilft dirs ja weiter!
1.)Anamnese
Adrian E., 16 10/12 Jahre alt, Größe 182cm, Gewicht 88kg, Kopfumfang 58cm, Beinlänge 91cm, Armlänge incl. Hand 30cm, Körpermitte in Höhe der Symphyse.
Altersentsprechende Entwicklung, besucht die 10. Klasse der Realschule
- Familienanamnese: Eltern sind verheiratet, beide berufstätig (Mutter halbtags), 1 Schwester (23 J.)
- Krankheitsanamnese: Seit 6/06 Krampfanfälle, die sich in Form von Myoklonien in der rechten Gesichtshälfte äußern à zur Abklärung stationäre Aufnahme am Uniklinikum Mannheim. Auf Grund eines MRT`s wurde die Verdachtsdiagnose Astrozytom WHO I° im linken Temporallappen gestellt, außerdem erfolgte eine medikamentöse Einstellung mit Antikonvulsiva.
Ende September erfolgte eine erneute stationäre Aufnahme in Mannheim wegen gehäuft auftretenden und verlängerten Krampfanfällen. Wegen einer offenen Hirnbiopsie erfolgte die Verlegung in die Kinderklinik Heidelberg. Die histologische Analyse des Tumorbiopsats ergab die Diagnose Glioblastoma multiforme WHO IV°. Der Tumor ist auf Grund seiner Lage und diffus infiltrierenden Wachstums inoperabel, die Prognose infaust. Zur palliativen Therapie ist eine orale Chemotherapie und eine niedriggradige lokale Bestrahlung geplant.
Als Begleiterscheinungen des Tumors traten eine symptomatisch fokale Epilepsie, eine rechtsseitige Hemiparese, Wortfindungs- und Sprachstörungen sowie teilweise verschwommene Wahrnehmung auf dem linken Auge auf. Durch die Wortfindungsstörungen und die motorischen Einschränkungen, die der Pat. bewusst erlebte, kam es häufig zu Frustration und Ärger über seine Unbeholfenheit, die ihm sehr zusetzte.
Der psychische Zustand des Pat. war oft schwer zu beurteilen, da Adrian in diesem Punkt verschlossen und in sich gekehrt war. Er erfuhr jedoch von seinen Eltern große Unterstützung und Rückhalt, und wurde zusätzlich von einem Seelsorger betreut.
Von der Hirnbiopsie blieb eine Naht vom Haaransatz an der linken Stirnhälfte bis zum linken Ohr, sowie ein ca. 1cm lange Nahtstück an der rechten Stirnhälfte zurück.

2.)
a) Pflegehandlungen:
- Mobilisation/Transfer vom Bett in den Rollstuhl

b) Ressourcen:
- linke Körperhälfte uneingeschränkt beweglich
- Pat. ist ansprechbar und orientiert

c) Defizite:
- rechtsseitige Hemiparese (dominante Körperhälfte)
- durch Wortfindungs- und Sprachstörungen teilweise erschwerte Kommunikation
- geschwächter Kreislauf durch Immobilität, bedingt durch OP
- teilweise mangelnde Selbsteinschätzung des Pat., äußert sich beispielsweise in ruckartigem Aufstehen ohne Unterstützung à erhöhte Sturzgefahr

Ablauf:
Planung: Ressourcen und Defizite feststellen, dementsprechend Pflegehandlungen planen.
Kontakt herstellen über Blickkontakt und Ansprache, Pat. über Maßnahme informieren, dabei auf Verständnis achten und somit Missverständnissen durch Aphasie vorbeugen.
Dabei den Pat. in den Ablauf mit einbeziehen, selbst Vorschläge machen lassen, Vorgehen genau absprechen (besonders wegen erhöhter Sturzgefahr).
Bett auf Arbeitshöhe bringen und Rollstuhl platzieren. Zuerst Pat. beim Übergang in sitzende Position unterstützen, spiralförmige Bewegungen fördern, evtl. durch Anheben des Kopfteils passiv unterstützen.
Danach Bewegung zum Bettrand, wieder spiralförmig, Pat. stützt sich mit dem rechten Arm ab, Pflegeperson stabilisiert vor allem. In der Endposition sitzt der Pat. am Bettrand, nun Ruhepause gewährleisten, um Überanstrengung vorzubeugen, loben, nächste Schritte absprechen. Während der Mobilisation an den Bettrand befindet sich die Pflegeperson an der rechten Bettseite, um vor allem die geschwächte Körperhälfte des Pat. zu unterstützen.
Bett runterfahren, um Anstrengung zu minimieren, Schuhe anziehen, Füße auf den Boden aufstellen, rechtes Bein stabilisieren durch Knie der Pflegeperson. Linker Arm um die Schultern der Pflegeperson legen lassen, dann nach Absprache langsam Aufrichten, dabei auf rückenschonende Haltung achten. Drehung, dabei auf die Haltung des rechten Beins achten, dann langsames Absetzen in den Rollstuhl.
Nach der Maßnahme Feedback Pat. – Pflegeperson, evtl. Verbesserungsvorschläge, Pat. loben, außerdem körperliche Verfassung beobachten.
Insgesamt während der Maßnahme:
Bewegungen nicht vorgeben, sondern eigenständige Impulse des Pat. unterstützen und den Körper stabilisieren. Außerdem mit Pat. reden, Befinden beobachten, Ruhepausen gewährleisten.

3.)Kontaktaufnahme/Interaktion
Kontaktaufnahme durch Blickkontakt und Sprache, Verdeutlichung durch Gestik und Darstellen, um Missverständnissen vorzubeugen. Währenddessen auch versuchen, den psychischen Zustand des Pat. zu erfassen und Gesprächsbereitschaft signalisieren.
Für die Planung des Ablaufs schrittweise Interaktion, Pat. wird miteinbezogen, Eigeninitiative gefördert und ein Gefühl der Zugehörigkeit vermittelt.
Während des Ablaufs gleichzeitig-gemeinsame Interaktion, gibt dem Pat. das Gefühl, aktiver und gleichberechtigter Partner zu sein.

4.)Nötige Unterstützung
Der Pat. kennt die Bewegungsmuster zwar und konnte sie vor seiner Erkrankung selbstständig ausführen, muss jedoch auf Grund der motorischen Defizite die Abläufe neu erlernen und sich auf die Veränderungen erst einstellen. Hauptsächlich geht es dennoch darum, dem Pat. Stabilität und Sicherheit zu geben, die er braucht, um die neuen Abläufe zu erlernen und zu automatisieren.
 

Elisabeth Dinse

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Nicht nur die Lehrkräfte scheints. *fg*

Elisabeth
 
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UlrichFürst

Gast
Nicht nur die Lehrkräfte scheints. *fg*
Falls Du mich damit meinst :D Ja, ich bin auch noch größtenteils defizitorientiert und fühle mich deshalb von Deiner Bemerkung angesprochen; ich arbeite aber daran :daumen:

Nur die Aufgabenstellung war ja: "Dabei müssen wir den Transfer von 3 Pat. mit verschieden Krankheitsbildern beschreiben."

Ulrich

P.S. Sind wir nicht alle ein bischen Lehrkräfte (auf Station)?:king:
 

k-tosoul

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hallo

hast dus chon was von der neurochir.?
da gibt es noch das en bloc drehen...
musst du mal eingeben.
vielleicht hilft es dir ja weiter...
lg
 

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