Tracheostomaversorgung

Dieses Thema im Forum "Fachliches zu Pflegetätigkeiten" wurde erstellt von Christina1986, 17.10.2006.

  1. Christina1986

    Christina1986 Junior-Mitglied

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    Hallo!

    Ich hätte mal ne Frage an euch:
    - Wie reinigt ihr ein endständiges Tracheostoma, das nicht zur Beatmung dient
    ( Patientin mit Z.n. Kehlkopfresektion bei Hypopharynx Ca)
    -Was muss ich bei der Versorgung des Tracheostomas beachten?

    Liebe Grüße Christina
     
  2. Sr.Katja

    Sr.Katja Senior-Mitglied

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    Huhuuu Christina !!!

    Also wir reinigen die umgebung des Trachostomas mit Kompressen und tränken diese mit Octenisept. Wobei aber auch Wasser gehen würde. Dann haben wir unter der Trachealkanüle eine Metalline Kompresse die schon vorgeschlitz ist. Diese Kompresse wird 2 mal Täglich und bei Bedarf öfters. Trachealkanüle wird bei Bedarf gewechselt ( Kunstoffkanüle) oder bei der Silberkanüle herausgenommen und gesäubert. Wichtig ist das man bei dem Umgangf miteinem Tracheostoma die Angst verliert. Wenn der Patient Luftnot hat Kanüle raus und Patient sollte versuchen den schleim abzuhusten geht das nicht muß er abgesaugt werden. Es sollte immer ein Absauggerät in der nähe sein. Wichtig ist das man nur dann die Kanüle wechselt wenn man das kann und sich es zutraut. Und sonst halt immer ein Arzt dazuholen oder jemanden von der Intensivstation die sich damit auskennen und dir es zeigen. Weil am Anfang muß man halt ganz vorsichtig sein und der erste Kanülenwechsel sollte ersat nach 10 Tagen erfolgen und den ersten Wechsel muß ein Arzt machen. Und wenn man das alleine macht nach einiger Zeit und bekommt die Kanüle nicht rein keine Panik denn wenn es ein endständiges Tracheostoma ist und keine Punktionstracheotomie dann kann der Patien auch gut einige Zeit ohne Kanüle atmen.

    Gruß Katja
     
  3. Piratte

    Piratte Gast

    aber nicht nach einer HNO OP...

    ---------------

    Patienten nach eine Tracheotomie nach HNO Tumor OP bekommen in der
    Regel eine Erstausstattung von einer entsprechenden Firma, z.B.
    Kehlkopflosenverband, Heimomed, Tracoe. Es lohnt sich, mal auf diese
    Webseiten zu googeln.
    Die Erstausstattung bei uns enthält einen Absauger, ein Inhaliergerät, sowie
    Kompressen, Absaugkatheter, Stomaöl und Reinigungsmittel für die Kanülen,
    außerdem Schutzlätzchen für draußen für die Pat.

    Außerdem bekommen die Patienten i.d.R., je nach weiterer Planung
    (Tracheostomaverschluss in Kürze?, Bestrahlung?) noch 2 Silberkanülen
    (eine Sprechkanüle für Tags und eine Nachtkanüle mit einer zusätzlichen
    Seele, die Tag und Nachtkanüle unterscheiden sich in der Länge um 5mm,
    damit es nicht zu Druckstellen in der Trachea kommt.) und eine Silikonkanüle.
    Alle ohne Cuff.
    Sollte es trotz allen Bemühungen (Schlucktraining etc) weiterhin zu
    Aspiration kommen, erhält der Patient zwei geblockte Kunststoffkanülen
    für den Dauergebrauch.
    Normal haben unsere Patienten nur geblockte Kanülen nach OP bzw.
    bei Aspirationsgefahr oder bei Blutungen.

    Wichtig ist, die Notfallgriffe zu kennen:
    Am Bett sollte sich ein Notfallbesteck befinden mit blockbarer Plastikkanüle,
    Schere, 20ml Spritze, Handschuhen, Skalpell, Lebensretter und Kilian
    Spekulum.

    Patient mit geblockter Plastikkanüle und massiver Luftnot:

    Sofort Kanüle raus: Notfallbesteck öffnen, Cuff durchschneiden,
    Kanülenband durchschneiden und raus mit der Kanüle.
    In 90 Prozent der Fälle ist dann die Situation sofort entschärft, da
    die Borken meist im Kanülenlumen hängen.
    Ggf noch Absaugen, wenn überhaupt noch nötig und die üblichen
    pflegerischen Tätigkeiten bei Pat in solcher Situation (ggf. O2, beruhigen...)
    Es macht in diesem Fall wenig Sinn, erst einen Absaugversuch zu machen,
    das verstärkt die Angst des Patienten und es verstreicht wertvolle Zeit,
    außerdem lassen sich dicke Borken i.d.R. sowieso nicht absaugen.
    akute massive Blutung: ggf. Cuffdruck erhöhen

    Danach Doc rufen und neue Kanüle reinmachen lassen.

    Patient mit Silberkanüle bzw. andere ungeblockte Kanüle mit Seele
    akute massive Luftnot: zuerst Seele raus, wenn das nicht Hilft Kanüle
    raus und wenn das nicht hilft noch mal in die Trachea reinsaugen
    akute starke Blutung aus Mund/Nase: sofort ungeblockte Kanüle
    entfernen und aus dem Notfallbesteck die geblockte Kanüle einsetzen und
    mit der Spritze aufblocken, absaugen, ggf. Pat. sedieren
    Notfallmaßnahmen einleiten

    Achtung: ich rede von massiver Luftnot, wenn der Pat. ein bisschen
    verschleimt ist, ist natürlich Absaugen das Mittel der Wahl

    Tracheostomapflege
    *Wir verbinden ein reizloses, trockenes Tracheostoma trocken mit einer
    Metalline oder anderen (Vlies)Tracheostomakompresse
    *Bei ständig feuchtem Tracheostoma, allerdings dürfen keine offenen
    Hautläsionen vorhanden sein, reinigen wir die Tracheostoma-umgebung
    mit Polihexanid (Lavasept), trocknen es ab und streichen die
    Wundumgebung mit einem Cavillon Tupfer bzw. Spray ab.
    Die Schutzschicht hält ca. 24-36 Stunden
    *bei massiver Entzündung und Sekretion ebenfalls Reinigung mit Lavasept,
    ebenfalls Cavillon und stark saugenden Trachealkompressen aus PU Schaum
    (z.B. TRACOE purofoam)
    *bei offenen belegten, eitrigen oder ausgerissenen Stellen, haben wir gute
    Erfahrungen mit Hyalogran Pulver gemacht in Verbindung mit PU Kompressen
    und natürlich Lavasept.
    Wichtig: Verbandwechsel so oft wie nötig (nass) und so wenig wie möglich.
    Polihexanid ist das Mittel der Wahl, da es weniger zelltoxisch wirkt als Octenidin.

    Ansonsten:
    Patienten mit eigenen Kanülen in 2 Längen wechseln morgens und Abends
    ihre Kanüle (wegen der Entlastung des jeweilig anderen Tracheaareals)
    Es gibt spezielle Reinigungspulver zu Kanülenreinigung.
    Du wirst es nicht erleben, dass eine Kanüle eines langjährig
    tracheotomierten Patienten steril ist.
    Zur Innenreinigung gibt es spezielle Kanülenbürsten.
    Die Seele sollte man schon wenigstens einmal pro Schicht, bzw, bei
    Bedarf reinigen, dafür muss ja nicht die ganze Kanüle rausgezerrt werden.

    Ansonsten solltest du aufpassen beim rumsprühen mit Desinfektionsmitteln,
    den Kanülenträgern fehlt das "Abfang-organ" Nase, ggf. Patienten immer
    vorwarnen zum Luftanhalten. SIe sind empfindlicher auf Staub und auch
    anfälliger für Atemwegsinfekte. Eine Anfeuchtung der Atemluft sollte
    dürch einen Vernebler sichergestellt werden, das besonders in
    Erkältungszeiten, weil dann mehr Schleim produziert wird und der leichter
    verborkt.
    Die Patienten sollten immer die im Erstausstattungsset enthaltenen
    Schutz-Lätzchen benutzen, das schützt vor Staub, Kälte, feuchtet ein
    wenig die Luft an usw.

    Bei frisch operierten Patienten ist darauf zu achten, dass die
    Speisen nicht aus dem Tracheostoma laufen. Hier ist ggf. eine Magensonde
    und/oder eine geblockte Kanüle angezeigt.


    ...
    naja, ich hab erst mal genug geschrieben.
    Ist vielleicht nicht medizinisch/pflegerisch korrekt, aber dafür
    alltagstauglich und vielfach erprobt
     
    narde2003 gefällt das.
  4. Christina1986

    Christina1986 Junior-Mitglied

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    Fachweiterbildung A/I Innere Intensiv
    Hallo Piratte!

    Meine Patientin hat eine nicht geblockte Kunststoffkanüle ohne Sprechkanüle. Kommunikation ist mit ihr nur über Schreibbrett möglich, daher weiß ich nicht wie bei ihr zuhause sonst das Tracheostoma versorgt wurde, ich denke mal das nur die Umgebung desinfiziert wurde und die Kanüle bei Bedarf gewechselt wird.
    Ernährt wird sie über PEG, deswegen ist sie kaum aspirationsgefährdet.

    Christina
     
  5. Giana

    Giana Stammgast

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    Altenpflege
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    Also, meine Mama hatte im April eine Kehlkopfdeckelresektion und hat daraufhin auch ein Tracheostoma bekommen (eigentlich nur für 10 Tage, hat sie aber immer noch) und hat auch diese Erstausstattung von heimomed bekommen...
    sie hat im KH gelernt, die Kanüle selber zu wechseln...es kommt aber immernoch ein ambulanter Pflegedienst am Anfang jeden tag zum Wechsel, bis meine Mutter sicher beim Wechsel war jetzt 1 mal pro Woche) um meine Mutter Fragen zu beantworten und das tracheostoma zu begutachten...

    Was man bei der Pflege noch beachten sollte ist, wie der Pat. psychisch mit dieser Situation zurecht kommt! Meine Mutter kann damit psychisch nicht so gut um, und hofft bald, das das Tracheostoma entfernt wird (was auch passieren soll).

    Sie kann aber alles Essen (nach schluckdiagnostik) hat aber zur Sicherheit noch eine PEG liegen...sie hat auch eine Sprechkanüle, die sie aber am Anfang nicht hatte, und so die Kommunikation mit stift und papier lief...

    Ich weiss nicht, ob das jetzt hier reinpasst, aber ich wollte es auch mal erzählen...
     
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