Toleranz der Kollegen auf Station für die Arbeit als Praxisanleiter

Dieses Thema im Forum "Praxisanleiter und Mentoren" wurde erstellt von Pedi, 20.01.2007.

  1. Pedi

    Pedi Junior-Mitglied

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    Hallo zusammen,


    mich interessiert ganz besonders wie es bei euch mit der Tolleranz eurer Kollegen aussieht?
    Es ist eine ganz große Diskussion entfacht als wir dieses Thema in unserem PA- Kurs anschnitten.
    Dabei wurde sehr oft Intolleranz beschrieben.Woran wird es eurer Meinung nach liegen?
    Ist es das Unwissen einiger Kollegen oder der Unmut darüber das sie unsere "normale" Stationsarbeit übernehmen müssen für die Zeit einer Anleitung?

    Bin mal gespannt auf eure Erfahrungen und evtl.Lösungen dieses Problems


    Gruß Pedi
     
  2. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Ich bin kein Praxisanleiter, aber man kriegt ja auch so was mit :-)

    Man sieht und hört häufiger, das gerade ältere Kollegen kein Verständnis zeigen wenn der PA mal 15 Minuten mit "unwichtigen Dingen" beschäftigt ist. Das kann er ja nach dem Dienst machen...
    Früher gabs sowas auch nicht... (*)

    Wenn ich das schon höre - ich finde es eh schon eine Frechheit das die PA in ihrer Freizeit etwas vorbereiten (müssen) und Zeugnisse schreiben müssen - und das unentgeltlich.
    Und dann noch mehr in die Freizeit verschieben?! ...

    ---

    * Zusammen mit "Wir machen das immer so" mein absoluter Lieblingssatz um Schwung in die Bude zu bringen ^^
     
  3. Manu5959

    Manu5959 Senior-Mitglied

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    Hallo Pedi,

    meine Kolleginnen sind da sehr tolerant, jetzt glaub ich noch mehr wie früher.
    Ich habe vor gut einem halben Jahr meine Tätigkeit als Praxisanleitung schriftlich niedergelegt, mit der Option, das ich es gerne wieder mache, wenn sich die Rahmenbedingungen ändern.
    Vorher war ich ein viertel Jahr krank(burn out), die Niiederlegung war für mich mehr als notwendig, da ich die meisten Vorbereitungen, aber auch Anleitungen in meiner Freizeit machte.
    Mittlerweile wird meine Schülerin 1x pro Woche zusätzlich eingeteilt, das ist der Anleitungstag.
    Meine Kolleginnen sind froh, das ich wieder die Praxisanleitung mache, und sind in jeglicher Hinsicht tolerant!

    Grüßle Manu
     
  4. diamondice

    diamondice Junior-Mitglied

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    Hi,

    auch ich habe damit überhaupt kein Problem. Meine Kollegen/Innen wissen , dass ich die Kollegen von morgen anleite und haben volles Verständnis , wenn ich mir dafür die angemessene Zeit nehme.

    Allerdings setzt das auch voraus, dass ich die Zeit für Anleitungen und Gespräche so wähle, dass ich meine Kollegen/Innen in kritischen Situationen nicht allein lasse. (Ist ne fakultativ geschlossene Sozialpsychiatrie.)
     
  5. Michl

    Michl Gast

    @ Pedi

    Ich leite auf meiner und noch 2 weiteren Station die Schüler an - und hoffe auf schnellere Nachschulungen von PAs, weil sowas wie Freistellung gibt´s bei uns noch net.
    Ich könnte jetzt nicht sagen, dass die Azeptanz generell schlecht oder gut ist. Das ist sehr mitarbeiterabhängig... Neid? Dummheit? Ignoranz? Unwissendheit schließe ich aus - zumindest war ich auf jeder "meiner" Stationen in einer Besprechung zum Vorstellen des ganzen.

    Ich habe eher das Gefühl, dass viele eh schon überfordert sind - und dann komm auch noch ich und entführe die "billige Arbeitskraft" (den Schüler). Sorry, so kam es mir auch schon vor.

    Es gibt Mitarbeiter die interessiert es überhaupt nicht, ob man in einer Anleitung oder in einem Nachgespräch ist. Da kannst Du reden was Du willst - beim nächsten Mal das gleiche.

    Aber wie gesagt, sind eigentlich immer die gleichen Mitarbeiter. Und es sind eigentlich auch nicht viele. Das kostet mich aber trotzdem machmal Nerven. Mit dem Alter der Kollegen hat das im Übrigen überhaupt gar nichts zu tun.

    Wirklich gut aufklären vor Ort in den Besprechungen. Eine gute PDL und Leitung, die hinter der PA steht. Klare Absprachen, wie Anleitungen im Dienstplan geplant werden und wer (natürlich der PA) die Kompetenzen zur Festlegung des INhalts der Anleitung hat. Bei den Mitarbeitern Werbung machen.
    Wer damit ein Problem hat, darf sich vertrauensvoll an die Stationsleitung wenden. Vielleicht lässt sich mit Änderungen in der Dienstplangestaltung auch etwas verbessern.

    Grüße
    Michl
     
  6. Pedi

    Pedi Junior-Mitglied

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    Hallo alle zusammen,

    vielen Dank für eure Info`s.
    Als wir kürzlich unsere Abschlußpräsentation unseres PA - Kurses hatten zeigten sich einige Abteilungen nur wenig interessiert.
    Also liegt es jetzt daran ganze Überzeugungsrbeit auf den Stationen zu leisten. Ist traurig wie unsere Arbeit als PA geschätzt wird.:twisted:




    LG Pedi
     
  7. Herbi

    Herbi Junior-Mitglied

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    Respekt Manu5959.
    Einen Schüler für-PA-Zwecke 1 x pro Woche zusätzlich eingeteilt zu bekommen: WIE hast Du DAS hingekriegt??? RESPEKT!!!:rocken:
    Ich würde mich glücklich schätzen, wenn ich eine derartige Möglichkeit hätte.
    Es gibt Überlegungungen meinerseits, ob ich mit meinen Stat.-ltg. aushandeln kann, dass ich für einen Tag pro Monat (wenn wir Schüler haben sollten) mal zusätzlich eingeteilt werden könnte. Z. Zt. versuche ich das ganze auszuarbeiten und schriftlich zu fixieren, damit ich eine Diskussionsgrundlage habe. Ob es Realität wird, ist fraglich, denn bei uns geht doch desöfteren der Punk ab.
    Unsere Regelbesetzung an Werktagen: (Stationsbelegung: 30-40 Patienten)
    Frühdienst: 4 Personen
    Spätdienst: 3 (evtl. 4) Personen
    und Nachtdienst 1 (bei Springerdienst 2) Person/en.
    Nur zum besseren Verständnis: FD + SD jeweils INCL. SCHÜLER (Kurs uninteressant!)
    Toleranz/Akzeptanz für eine gezielte PA von länger als 20 Min. ist - wie man sich denken kann - eher nicht zu erwarten. Es gibt viele Kollegen, die "PA" immer noch als 3-Stunden-PA verstehen.

    Hoffe auf einige Tipps eurerseits. Gibt´s richtig gute, wie ich in letzter Zeit gemerkt habe!!!
    LG. Herbi:P
     
  8. Manu5959

    Manu5959 Senior-Mitglied

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    Hallo Herbi,

    Glaub mir, einfach war das nicht, hat auch einige Nerven gekostet.

    Nach längerem Hin- und Herüberlegen bin ich zu dem Entschluß gekommen, meine Tätigkeit als Praxisanleitung niederzulegen, und das schriftlich an alle höheren Instanzen.
    Begründet hatte ich damit, das ich gerne die Tätigkeit wieder aufnehmen werde, wenn es die Rahmenbedingungen zu lassen.
    Die fehlenden Rahmenbedingungen habe ich schriftlich festgehalten, natürlich auch Einige, auf die ich weniger Wert gelegt hatte( man muß ja verhandelbar sein:rocken:).
    Der Entschluß ist mir nicht leicht gefallen, ich habe sehr gerne Schüler angeleitet.
    Allerdings ging es mir durch die Investition meiner Freizeit gesundheitlich nicht mehr gut, und hier mußte ich Prioritäten setzen.
    Entweder - oder, mehr gabs da für mich nicht.
    Es folgte ein Treffen am "runden Tisch" mit Personalrat und der Leitungsebene.
    Das Ergebnis kennst du ja!
    Versuche es auf jeden Fall! Bereite dich gründlichst darauf vor, nichts ist schlimmer, als unvorbereitet etwas einzufordern. Du mußt gut informiert sein, sonst wirst du in die Ecke gedrängt.

    Wieviele Anleitungen habt ihr im Haus?
    Arbeitet eine übergeordnet?
    Gibt es überhaupt Freistellungszeit für Anleitungen?

    Grüßle Manu
     
  9. Herbi

    Herbi Junior-Mitglied

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    Hallo Manu5959.
    Es gibt von Seiten der Pflegeschule geplante Anleitungen pro Schüler, die in jedem Stationseinsatz stattfinden können => Schule gibt diese Tag im Dienstplanprogramm bereits ein (können auch nicht geändert werden). Schüler ist an diesem Tag zusätzlich geplant und einer der freigest. PA übt mit dem Schüler pflegerische Tätigkeiten, die am Tag zuvor ausgemacht mit Station ausgemacht wurden. Läuft meist auf Körperpflege, Mobilisieren, Infusionen oder Injektionen hinaus :arrow: anschl. nach kurzer Pause eine Reflexion zw. den beiden.
    Es gibt für Stations-PA keine geplanten Anleitungstage! Soll man mit Stationsleitungen selbst aushandeln, wenn man solche Tage pro Monat will. PDL hätte nichts dagegen / würde es akzeptieren. Aber es wurde nicht gesagt, dass der Schüler auch herausgeplant werden darf!?!?

    Übergeordnet haben wir 4 PAs: Operative Kliniken, Internistische Kliniken, Kinderklinik & Anästhesie / Intensiv. :besserwisser:

    Freistellungszeit erhalten wir wie gesagt nur, wenn wir es jeweils mit unseren Stationsleitungen absprechen würden und die dem ganzen zustimmen würden. Ist nicht von der PDL vorgesehen worden. :x
    Falls noch Rückfragen sein sollten, bitte nachfragen.
    LG
     
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