Thromboseprophylaxe nach akutem Hinterwandinfarkt mit Lysetherapie

Dieses Thema im Forum "Ausbildungsinhalte" wurde erstellt von LuckyLuke1, 22.08.2011.

  1. LuckyLuke1

    LuckyLuke1 Gast

    Hi Leute
    wir bearbeiten momentan in der Schule einen Fall:
    Herr Schmidt bekommt auf dem Weg zur Arbeit thorakale Schmerzen mit Ausstrahlung in den linken Arm.

    Im Krankenhaus stellt man die Diagnose "akuter Hinterwandinfarkt". Es wird eine Lysetherapie eingeleitet mit anschließender Heparinisierung per Perfusor.

    4 Tage nach Aufnahme und intensivmedizinischer Überwachung geht es dem Patienten deutlich besser.Mobilisiert wird er nach einem Stufenplan.

    Nun kommt er zu mir auf Normalstation und wird von da an Marcumarisiert.
    Zusätzlich bekommt er Heparin 5000 IE (1-1-1). Der Heparin Perfusor wurde abgesetzt. Er erreicht nach vollständiger Bettruhe an diesem Tag Stufe 3 der Mobilisation.
    Bedeutet: Sitzen an der Bettkante, Teilkörperwaschung im Bett (liegend).

    Nun zu meiner eigentlichen Frage:
    Ist der Patient Thrombosegefährdet?
    Meine Lehrerin meinte Nein.
    Begründung: Durch die Lysetherapie und die Heparinisierung auf Intensiv sei dies von nun an ausgeschlossen.
    Das Heparin 3x täglich sei ausschließlich zur Sekundärprophylaxe des Myokardinfarktes um weitere Stenosen durch Thromben zu vermeiden.

    Der Patient hat doch aller Wahrscheinlichkeit nach artheriosklerotische Veränderungen der Gefäße und noch dazu wurde er die letzten 4 Tage völlig immobilisiert. Heparin und Fibrinolytika haben i.v eine ziemlich geringe Halbwertszeit von höchstens ein paar Stunden.

    Würde mich über Antworten freuen!
    Luckyluke
     
  2. narde2003

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    Hallo,

    handelt es sich um ein fiktives Beispiel oder um einen "echten" Patienten?

    lg
    Narde
     
  3. LuckyLuke1

    LuckyLuke1 Gast

    ein fiktives Beispiel ;)
     
  4. Dirk Jahnke

    Dirk Jahnke Poweruser

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    Moin LuckyLuke1

    Da bin ich aber froh :rofl:

    Der gesamte Ablauf erscheint mir wie vor 20 Jahren.

    Das eine Lysetherapie und eine Vollheparinisierung auch nach deren Ende über mehrere Tage vor einer Thrombose schützen kann ??? Beides hat ja schliesslich nur eine Halbwertzeit von wenigen Stunden. Und da in diesem Fallbeispiel aus irgendwelchen Gründen auch noch ewig inmobilisiert wird steigt das Risiko auch noch.

    Das eine Lyse jegliche Thromben auflöst und sich auch keine mehr bilden ist doch eher ein Gerücht. Eine Lyse muß ja noch nicht einmal das Koronargefäß wiedereröffnen :smoking:

    Also verstehe deine Zweifel :lol:

    Wobei auf mich alles sehr konstruiert und an der modernen (sicher schon viele Jahre) Versorgung vorbei wirkt.
     
  5. el-salmonelli

    el-salmonelli Junior-Mitglied

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    Selbst unter Heparinisierung kann man eine Thromboseprophylaxe doch nicht einfach weglassen oO Durch Bettruhe und damit eine deutliche Reduzierung der Muskel- Venen- Pumpe kann ich mir gut vorstellen, dass es in Ausnahmefällen auch bei Heparin- Perfusor zu Thrombose- Fällen kommen kann, der Quick- Wert wird ja nicht auf null gefahren :knockin:
    Eine medikamentöse Thromboseprophylaxe reicht nicht aus und es wird empfohlen, diese immer mit physikalischer zu kombinieren, also MTS und aktive Übungen... Ein paar Bewegungsübungen im Bett haben übrigens auch noch andere positive Nebeneffekte: Erhaltung physiologischer Bewegungsmuster und Muskelmasse, Deprivationsprophylaxe, Dekubitusprophylaxe.

    Was ich nicht verstehe: Wieso sollte Bettruhe auch andere Bewegungen verbieten? ( Stufe 3 der Mobilisation: Teilkörperwäsche ?? :gruebel::gruebel::gruebel:)
    Das ist ja furchtbar OO Man klaut den Patienten doch nicht seine Ressourcen, nur weil er Bettruhe hat... Meine Patienten waschen sich immer selber oO
     
  6. LuckyLuke1

    LuckyLuke1 Gast

    das Problem ist ja:
    der Patient hatte auf Intensiv:
    Lyse Therapie
    Heparin-Perfusor

    Jetzt kommt er auf Normalstation
    Marcumar
    Heparin 5000 IE 1-1-1 s.c.

    Bei der Pflegeplanung dachte ich an das Pflegeproblem der Thrombosegefährdung.
    Grund: Immobilität, (wahrscheinlich KHK),
    Er wird ab dem Zeitpunkt der Übernahme von mir, Marcumarisiert.
    Marcumar ist ja kein Akut Präperat und benötigt ca. 36 Stunden bis zum Wirkungseintritt. Das Heparin wird ja gegeben, das ist Fakt.
    Nur sagte meine Lehrerin dass es falsch sei Thrombosegefährdung in die Pflegeplanung zu übernehmen. Das Heparin sei nur zur Verhinderung eines Re-Infarktes.
    Soll das also heißen, der gute Mann hat keine Gefährdung zB eine TVT zu bekommen?
     
  7. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Das ist doch Haarspalterei. Eine Mobilisation muss sowieso erfolgen!

    Aber ich verstehe dein Problem, kenne diese Lehrerdiskussionen. Also mein Tipp:

    Mache das im theoretischen Part in der Schule etwas den Dozenten angepasst, nur so kannst du gewinnen :-/
     
  8. Dirk Jahnke

    Dirk Jahnke Poweruser

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    Moin LuckyLuke1

    Warum eigentlich Macumar ?
     
  9. LuckyLuke1

    LuckyLuke1 Gast

    Das mit der Mobilisation ist klar. Er wird ja Stufenweise mobilisiert.
    Über den Sinn und Unsinn der Therapie brauch man sich ja auch gar nicht streiten.
    Es ging einzig und allein um das Pflegeproblem der Thromboseprophylaxe und der Begründung meiner Lehrerin.
    Ich möchte nur wissen ob das so weit hergeholt ist die Thr.pro. als Problem zu nennen.
     
  10. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Weil im Fallbeispiel kein Clopridogrel vorkommt?:motzen:
     
  11. Nomis

    Nomis Stammgast

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    Clopidogrel wird noch nur nach Katheterintervention mit Stenting gegeben, oder?

    PS: Lyse und Mobilisationsstufenplan. Wann hat Deine Lehrerin das letzte mal in der Klinik gearbeitet? ;)
     
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