Thromboseprophylaxe auf der Intensivstation

Dieses Thema im Forum "Intensiv- und Anästhesiepflege" wurde erstellt von Intensivschnuckel, 14.05.2011.

  1. Intensivschnuckel

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    Hallo meine lieben Kollegen,
    ich benötige mal ein paar Infos und hoffe ihr könnt mir helfen.
    Es geht um einen Vortrag zum Thema Thromboseprophylaxe speziell für Intensivpatienten. Also besonders unter Berücksichtigung der Katecholamintherapie, bei Polytraumen etc... Ich durchforste schon seit Tagen das Internet und Bücher, finde auch kaum Infos oder Studien zu dem Thema.:deal:
    Es geht um den pflegerischen Aspekt, ATS, Mobilisation ......
    Vielleicht kann mir ja jemand einen Tipp geben.
    Vielen Dank.

    :aetsch::king::daumen::nurse:
     
  2. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Ich würd den Weg über den Pflegeprozess wählen- und bei der Problemdarstellung unterteilen nach Problem-Ätiologie-Symptome.

    Wenn es um Prophylaxe geht, dann musst ja erst mal festlegen, warum es ein Risiko gibt.

    Virchow-Trias
    Veränderungen bzw. Schäden an der Gefäßwand
    Veränderungen der Strömungsgeschwindigkeit des Blutes
    Veränderungen der Viskosität des Blutes

    Welchen Einfluss haben Katecholamine auf die Aspekte der Virchow-Trias?
    Was bewirken Polytraumen?
    etc.

    Wie funktioniert die Gerinnung? In der Intensivmedizin hast ja ev. noch zusätzlich das Problem der DIC.

    Und dann stellt sich die Frage: Wo kann Pflege konkret Einfluss nehmen auf die intensivmedizinisch bedeutsamen Probleme der Virchow-Trias?

    Elisabeth
     
  3. pericardinchen

    pericardinchen Poweruser

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    Aber nicht nur die Thromboseprophylaxe spielt eine große Rolle, sondern eben auch Pneumonie- Opstipation- Spitzfuß- Kontraktur...u.a.
    Alles spielt letztendlich immer zusammen. Denn mit einer Kontraktur und einem Spitzfuß kann sich eine Mobilisation sehr schwierig gestalten. Ohne Mobilisation wird eine Opstipation entstehen und ohne wirklich zu mobilisieren wird auch die Pneumonieanfälligkeit wiederum begünstigt. Es hängt somit Alles voneinander ab. Die ganze Immobilität begünstigt zudem dann noch eine Phlebothrombose bis hin zur Lungenembolie.

    Eine 20- 30 min. physiotherapeutische Behandlung pro Tag in der Klinik u.a. reicht nicht aus. Auch die Pflege muss mit einwirken pro Schicht und je nach Zeit. Es ist eigendlich keinerlei Zeitproblem, wenn man z.B. eh gerade umlagert, hochzieht oder eine Tätigkeit verrichtet am Patienten, dann kann man durchaus auch Einfluß nehmen und z.B. passiv durchbewegen, den Patienten anhalten mit zu machen u.v.m.



    @elisabeth:

    Wie die Gerinnung funktioniert ist durchaus interessant und auch in einigen Bereichen wichtig zu wissen, aber dies ist wohl weniger mit dem pflegerischen Einfluß gemeint.

    Natürlich den pflegerischen Einfluss kann ich nehmen, in dem ich als erfahrene Intensivschwester auf die Gerinnung u.a. achte und dies dem Arzt mitteile und nach einer Antikoagulantientherapie frage bzw. erinnere. Das ist dann vorallem im Bereich der Klappenchirurgie von einer Fachpflegekraft durchaus gefragt und wird auch erwartet. Aber nicht nur dort, sondern eigendlich überall im Bereich der Anästhesie- und Intensivpflege. Aber darum geht es hierbei ja nicht nur alleine, sondern es geht um alle Bereiche der Pflege.

    ...und vorallem geht es um den pflegerischen Einfluss, den man nehmen kann und auch sollte:

    wie ATS, Beine wickeln, Beine ausstreichen, MOBILISATION so früh wie möglich und so spät wie nötig!!!!!!:!:
     
  4. mary_jane

    mary_jane Poweruser

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    Um hier auch wirklich Einfluss zu nehmen, muss man doch auch wissen, wie die Gerinnung funktioniert.
    Es gilt also Fragen zu klären wie z.B.:
    Was bewirken MTS, Mobilisation, etc und welcher Faktor der Virchow Trias wird evtl. beeinflusst oder auch nicht?
    ...
    Um den Arzt daran zu erinnern mal ne PTT zu kontrollieren oder ihn einen Wert mitzuteilen, brauch ich ja nicht unbedingt das große Wissen über die Gerinnung.
     
    #4 mary_jane, 15.05.2011
    Zuletzt bearbeitet: 15.05.2011
  5. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    ATS/MTS, Beine wickeln bzw. Beine ausstreichen... wann ist der richtige Zeitpunkt? Wenn die Fachkraft eine Veränderung in den Gerinnungsparametern bemerkt? Welche sind da gemeint? Warum reicht eine Vollhep. net?
    Und was mich, wenn in dem Haus, in dem ich arbeite, MTS oder anderweitige Kompressionen net üblich sind?
    Gibt es Kontraindikationen für die MTS? Ist ggf. die Katecholamningabe eine Kontraindikation?
    ...

    Elisabeth
     
  6. Intensivschnuckel

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    Die Elisabeth geht da schon auf meine Fragestelluung ganz gut ein.
    Wir lernen natürlich alle in unserer Ausbildung alles zum Thema Thrombose und Prophylaxe. Aber einen Pflegestandard für die Intensivstation die speziell auf die Intensivpatienten und deren Krankheitsbilder, oder auch unter Katecholamintherapie eingeht, gibt es nicht.:gruebel:
    Ich möchte halt einen Standard erstellen und finde sehr wenig Infos darüber, ich glaube das sich viele ITS nicht damit beschäftigen.

    LG Intensivschnuckel
     
  7. pflegeschüler1988

    pflegeschüler1988 Poweruser

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    Hallo,

    in einer der letzten Divi Zeitungen stand was über Thromboseprophylaxe drin, musste mal auf der Seite dort suchen.
    Hier sieht man wieder, das es einfach an Pflegeforschung in der Praxis fehlt.
     
  8. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Das dürfte ein sehr schwieriges Unterfangen werden. Net umsonst gibt es bis dato noch keinen entsprechenden Expertenstandard.

    Ich würde dir empfehlen, dich mit deinen Stationsärzten zusammen zu tun und ggf. den ärztl Kollegen aus der Transfusionsmedizin mit einzubinden. Diese sollten so fachkompetent sein und festlegen können, ob und wann und in welcher Form physikalische Maßnahmen durch die Pflege erfolgen sollten. Schlussendlich müssen diese ja sowieso durch dei Ärzte angeordnet werden.

    In Vorbereitung auf diese Runde würde ich mich versuchen in die Materie einzulesen.
    In der Leitlinie zur Thrpmboseprophyalxe- http://www.dgai.de/06pdf/13_Prophylaxe-venoeseThromboembolie.pdf - findest du einen Verweis, dass in der Intensivmedizin Antikoagulantien verwendet werden sollen.

    Wie entsteht eine Thrombose: Crashkurs Pathologie - Google Bücher

    Arbeitsbuch Pathologie - Google Bücher

    Elisabeth

    PS @Pflegeschüler1988- dies ist net Thema der Pflegeforschung. Im Bereich Medizin wurde und wird zu diesem Thema ausgiebig geforscht.
     
  9. kräuterfrau

    kräuterfrau Poweruser

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  10. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Zu Studien:
    Für den Anfang schnelle Zahlen: **Hier stand ein Link... diese Verlinkung war defekt und wurde vorübergehend entfernt**

    SpringerLink - Der Anaesthesist, Volume 57, Number 3 - Artikel lässt sich bestimmt über Fernleihe der hauseigenen Bibliothel organisieren.

    Elisabeth
     
  11. pericardinchen

    pericardinchen Poweruser

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    Es gibt Intensivstationen, die sich schon seit 10 Jahren mit dem Thema Thromboseprophylaxe in Bezug auf Intensivpatienten beschäftigen.


    Arbeitest Du zufällig an einer Uniklinik oder in der Nähe einer Uniklinik?
     
  12. Intensivschnuckel

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    Ich habe leider keine Uniklinik in meiner Nähe, arbeite zwar in einer sehr großen Klinik und wir bilden uns auch ständig fort.
    Aber zu dem Thema hatte ich bis jetzt leider nicht viel gefunden.
    Die Links helfen mir aber schon weiter.
    Vielen Dank nochmal dafür.
     
  13. monaluna

    monaluna Poweruser

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    Jep....
     
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