Thromboseprophylaxe - Antithrombosestrümpfe

Dieses Thema im Forum "Arbeitshilfsmittel" wurde erstellt von Nasonex2001, 05.07.2006.

  1. Nasonex2001

    Nasonex2001 Senior-Mitglied

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    Hallo,
    habe grade eine Meinungsverschiedenheit mit meinen Kollegen. Und zwar geht es um das Tragen der ATS eins Pat. Ich bin der Meinung das ATS 24 Stunden am Tag getragen werden müssen (Ausnahme ist natürlich das Waschen der Beine). Meine Kollegen meinen aber in der Nacht ist das nicht nötig. Nun würde ich gerne wissen was der aktuelle Wissenschaftliche Stand ist. Und wo er vielleicht dokumentiert ist damit ich meinen Kollegen diesen auch vorlegen kann.

    Anamnese des Pat.: hatte grad eine akute Lungenarterienembolie und ist mit Falithrom eingestellt.
     
  2. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Die weißen Antithrombosestrümpfe haben einen Kompressionsdruck von max. 18 mmHg in Fesselhöhe. Dies reicht gerade mal aus um den die Venen ohne Muskelpumpe zu stabilisieren - Ruhedruck. Beim Arbeitsdruck wird die Muskulatur aktiv. Um dann noch einen zusätzlichen Gegendruck zu erreichen brauchts höhere Kompressionsdrücke als 18mmHg. Es wären also spezielle Strümpfe nötig oder es müßte gewickelt werden mit Kurzzugbinden.

    Ergo: Antithrombosestrümpfe können nur beim liegenden inaktiven Pat. ihre Wirkung entfalten.

    Wir haben uns in unserem Haus so geeingigt, dass Pat. die mehr als das Übliche im Bett liegen die ATS über 24 Stunden anbehalten. Und welcher Pat. liegt im KKH nicht im Bett- und seis aus Langeweile oder zum fernsehen.

    Bei einer Falithromiesierung wäre die Frage: ist er bereits komplett eingestellt? Was wurde als Ursache für die Embolie festgestellt?

    Elisabeth
     
  3. Nasonex2001

    Nasonex2001 Senior-Mitglied

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    die Falithromeinstellung läuft grad noch. Die Ursache war eine Thrombose in den Beinen.
     
  4. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Da läuft doch im Moment dann sicher eine Vollheparinisierung? Wie stehts da mit den Werten?

    Ansonsten bleibts dabei ATS wirken nur im Liegen.

    http://www.sbk-be.ch/files/Thomas Braatz Kompression 4_ Mai Bern_Definitive Version.pdf

    **Hier stand ein Link... diese Verlinkung war defekt und wurde vorübergehend entfernt** ( hier sind die mmHg nicht ganz richtig angegeben)

    Elisabeth

    PS Was wollen die Ärzte eigentlich?
     
  5. Nasonex2001

    Nasonex2001 Senior-Mitglied

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    Heparinisierung hatte er im KH. Jetzt bei uns im Heim soll er auf Falithrom eingestellt werden. Aber Danke für deine schnellen Antworten
     
  6. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Jetzt muss ich doch mal mehr nachfragen. Ich dachte es geht um einen Pat. im KKH.

    Pat. hat wegen Thrombose in den Beinen eine Lungenembolie bekommen. Was war die Ursache für die Thrombose? (siehe Virchow Trias: Stase, Gefäßwandschäden, Veränderung der Gerinnungsfaktoren)

    Pat. hat im KKH Vollhep bekommen und ist ohne Falithrom entlassen worden? Warum? Ist das Sturzrisiko stark erhöht?

    Elisabeth
     
  7. narde2003

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    Hallo,

    ich muss Elisabeth recht geben, die "weissen" ATS sind für das Tragen im liegen konzipiert.

    Getragen werden sie 24 Stunden am Tag - solange bis der Patient, sich mehr ausserhalb des Bettes bewegt, als im Bett liegt.

    Übrigens: die Thrombose, schläft nachts nicht:kloppen:

    Sonnige Grüsse
    Narde
     
  8. Nasonex2001

    Nasonex2001 Senior-Mitglied

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    die genaue Ursache der Thrombose weiß ich leider nich. Falithrom Therapie wurde schon im Krankenhaus angefangen und wird jetzt vom Hausarzt auf den Zielwert weiter eingestellt. Sturzrisiko ist leider auch sehr erhöht aber trotzdem wurde Falithrom angesetzt.
     
  9. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Wie stehts denn mit dem Thromboserisiko?
    Gibt es die Problematik der Stase?
    Immbobilität, Varizen, Tumor (oder Aszites) im Abdomen, Lähmungen, Herzinsuffizienz, Bradykardie usw.
    Gibt es das Problem der Gefäßwandveränderung?
    Venenentzündungen, sklerotische Veränderungen (z.B. bei D.m. oder HLP)
    Gab es ein Ungleichgewicht zwischen gerinnungsfördernden und gerinnungshemmenden Faktoren im Blut? Gab es im Vorfeld bereits Herzinfarkte, Apoplex u.ä. beim Bewohner oder dessen Familie?

    Zusammenfassung: Der Bew. hat offensichtlich Probleme die das Thromboserisiko erhöhen. Die physikalische Therapie soll unterstützend wirken. Wenn Bew. bettlägrig ist, dann gehören ATS an seine Beine. Zumindestens solange bis die Einstellung auf Falithrom gelungen ist. Danach müßte man es abhängig machen von den oben angeführten Risikofaktoren.

    Elisabeth
     
  10. Lichtenberg

    Lichtenberg Senior-Mitglied

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    In unserer Klinik behalten die Patienten die ATS auch 24 Stunden an und sie werden alle zwei Tage gewechselt.

    Lediglich die Kompressionsstrümpfe ziehen wir zur Nacht aus.
     
  11. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    *grübel* Da hatte ich jetzt gar nicht dran gedacht, weil:
    Also zur Sicherheit die Frage: Um welche Strümpfe handelt es sich? Medizinische Thromboseprophylaxe- Strümpfe (auch ATS genannt) oder Medizinische Kompressionsstrümpfe? Erstere sind stets weiß, letztere sind stets farbig.

    Elisabeth
     
  12. Skuld

    Skuld Junior-Mitglied

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    Hallo!!

    Beschäftige mich gerade mit Kompressionstherapie bei z.b. CVI, aber man kommt doch durcheinander.
    Jeder wickelt die Beine anders ein, die Binden verrutschen oft, und jede Firma behauptet dass ihre Technik das nonplusultra wäre.
    Gibt es irgendeine einheitliche Technik, bzw. wie begründe ich diese?
    Und kann mir jemand sagen was genau bei Kompressionstherapie mit dem venösen System passiert?
    Würde mich über Infos und rege Diskussion sehr freuen.

    Liebe Grüsse Skuld :flowerpower:
     
  13. Toa

    Toa Junior-Mitglied

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    Hallo,

    die weißen ATS sind "Liegestrümpfe", d.h. wenn sich ein Patient überwiegend bewegt, sind die ATS kontraproduktiv. Die Muskelpumpe ist beim Gehen stärker als die Kompression der ATS (Knöchel 18mmHg-OS 11mmHg). Diese Strümpfe sind bei Thrombosepatienten zu schwach, es sei denn sie haben zusätzlich noch eine pAVK. Thrombosepatienten müssen mit Kompressionsbinden, bzw. Kompressionsstrümpfen (Maß) versorgt werden.
    Diese Strümpfe müssen später, nach der akuten Phase, nachts ausgezogen werden, da die Dauerkompression den Venen schadet.

    Was ist Falithrom ? (Marcumar?)

    Gruß fabsah
     
  14. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Wickeln: aktuell ist der modifizierte Pütterverband. Er wird so gewickelt, dass der Fuß sich in Funktionsstellung befindet. Dadurch wird ein Verrutschen reduziert. Ich hab den Verband bei unseren Kollegen aus der Phlebologie gelernt und bin begeistert.

    Elisabeth
     
  15. Toa

    Toa Junior-Mitglied

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    Hallo,

    das Bein muß in Funktionsstellung gewickelt werden, um Komplikationen zu vermeiden (Spitzfuß).:idea:
     
  16. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Fuß in Funktionsstellung zu fixieren bei liegenden Pat. gilt mittlerweile als überholt. Man hat erkannt, dass ein "Dauerzug" auf die Achillessehne sich kontraproduktiv auswirkt und eine Entstehung eines Spitzfuß eher begünstigt. Kontrakturen entstehen durch die "Überaktivität" der Beugemuskulatur. Eine "Reizung" dieser Muskulatur durch Druck verstärkt das Phänomen noch.

    Der modfizierte Pütterverband ist auch eher für mobile Pat. gedacht. Er soll die Muskelpumpe unterstützen.
    Bei liegenden Pat. kann die Verbandart ebenfalls genutz werden,w enn man beachtet das der Fuß in der entspannten Haltung (leicht geneigt) gewickelt wird.

    Elisabeth
     
  17. Toa

    Toa Junior-Mitglied

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    Hallo,

    bei Funktionsstellung meine ich die physiologische Mittelstellung. Ein Fuß wird durch einen Kompressionsverband ja nicht fixiert, und mehrmals täglich erneuert.

    gruß fabsah
     
  18. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Funktionsstellung oder physiologische Mittelstellung = 90°- und dies ist nicht geeignet zur Spitzfußprophylaxe.

    Elisabeth
     
  19. Toa

    Toa Junior-Mitglied

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    Hallo,

    im Lehrbuch Pflege heute wird die Anlage eines Kompressionsverbandes wie folgt beschrieben:

    "mit der ersten Bindentour an den Zehengrundgelenken beginnen, der Fuß steht im rechten Winkel (90°) zum Unterschenkel"

    Weiter wird beschrieben, dass auch der Kreuzverband nach Pütter möglich ist.

    Gruß fabsah
     
  20. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Es handelt sich in der Beschreibung um einen Kompressionsverband... einen Verband der beim aktiven Pat. angelegt wird. Bei einerm Pat. der rumläuft dürfte die Gefahr des Spitzfußes gleich null sein. Diese Form der Kontraktur tritt bekanntlich nur bei Bettlägrigen auf- es sei denn jemand hat einen M. Ledderhos.
    Die Phlebologen favorisieren derzeit den modifizierten Pütter. Hier beginnt die Tour am Fußgelenk um dann zum Zehengrundgelenk zu gehen und dann wieder zurück über Fußgelenk zum Unterschenkel. Läßt sich schwer beschreiben, muss man gesehen haben. Der Fuß erhält auf diese Art eine stabile Stütze.

    Elisabeth
     
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