Thoraxspülung in der ambulanten Pflege

Dieses Thema im Forum "Ambulante Pflege / Private Kranken-Altenpflege zu Hause" wurde erstellt von Trinity05, 28.04.2008.

  1. Trinity05

    Trinity05 Newbie

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    Hallo @ all,

    wir haben schon seit längerem eine Pat. mit Thoraxspülung... Das soll ich mit Einweisung von einem Kollegen auch durchführen...
    Nun meine Frage:
    Muss ich dafür nicht selber eine FB besucht haben oder reicht es, das er mich bei der Pat. einweist??? Woher soll ich wissen, ob der das so auch genauso macht wie auf FB's erklärt wird?:gruebel:
    Kann mir bitte jemand da irgendwie was sagen oder Quellen geben? Gegoogelt habe ich schon, finde nur nichts richtiges, wie es durchgeführt wird...

    Lieben Gruß
     
  2. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Ist Offopic, aber was genau ist denn eine Thoraxspülung?

    Wird dabei oben was in die Pleura gespült und unten abgesaugt (hört sich riskant an *g*) oder wie hab ich mir das vorzustellen?
    Hab ich bsiher nichts drüber gehört und google hilft mir auch nicht wirklich.

    Edit: AChja, um mal OnTopic zu kommen: Ohne Geräteeinweisung dürftest du doch eigentlich eh nicht daran hantieren, oder?!
     
  3. Gego

    Gego Poweruser

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    Hallo Maniac!

    Eine Pleuraspülung haben "wir" früher z. B. bei Pleuraempyem gemacht, um die Reinigung der Wundhöhle zu beschleunigen. Ist aber jetzt "aus der Mode" gekommen, z. Z. wird die chirurgische Sanierung der Empyemhöhle bevorzugt (da könnte vielleicht auch das Geld eine Rolle spielen...).

    Zum Einsatz kam z. B. NaCl 0,9% oder auch NaCl 0,9% mit Nebacetin gelöst.

    Das ganze wurde über einen liegenden Pleurakatheter instilliert (Menge je nach Größe der "Eiterhöhle") und dann wieder abgesaugt.


    Hallo Trinity05!

    Von einer ambulanten (häuslichen) Pleurspülung hab ich allerdings noch nichts gehört.
    Meinst Du vielleicht "nur" das Absaugen von Pleuraerguß? Da gibt's seit kurzer Zeit ein System dazu: Pleurx[r] Drainage Kit.
    Der, meines Wissens Alleinvertreiber, in Deutschland, ist die Fa. EWIMED.
    Ewimed

    Schönen Gruß, Gego.
     
  4. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Vielen Dank @Gego!
    Kleine Nachfrage fürs Verständnis: Wird da per Hand gespült bzw umgesteckt, oder ist das ein komplett(!) geschlossenes System, das im Wechsel spült und absaugt?
     
  5. Trinity05

    Trinity05 Newbie

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    Auf jeden Fall erstmal Danke... Da soll wohl NaCl reingespült werden und irgendwie wieder abgesaugt werden...

    Verstehe ich das richtig das man dann eigentlich von der Firma bzw mit einer FB erst eingewiesen werden kann oder reicht ein MA von uns der die FB besucht hat?
     
  6. narde2003

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    Hallo Trinity,

    es handelt sich hierbei um ein Gerät? Dann fällt es vermutlich unter die MPG Klassifizierung 1 und bedarf einer Herstellereinweisung. Im Schneeballsystem dürfen zwar Fieberthermometer eingewiesen werden, aber nicht diese Klassifizierung.
    Da ich aber das Gerät nicht kenne, kann ich es dir nicht sicher sagen.

    Liebe Grüsse
    Narde
     
  7. Gego

    Gego Poweruser

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    Hallo Maniac!

    Das kannst Du dir folgendermaßen vorstellen:
    An dem Pleurakatheter ist ein 3-Wege-Hahn dran, an dem die Saugung hängt. Zur Spülung wird dann am "freien Ende" des 3-Wege-Hahnes eine ganz normale Infusionsflasche mit der entsprechenden Spüllösung über ein Infusionssystem angeschlossen. Die Spülflüssigkeit wird einfach als Schwerkraftinfusion einlaufen gelassen. Zum Absaugen wird dann der 3-Wege-Hahn einfach umgestellt.
    Dabei ist eine ständige Überwachung und Anwesenheit notwendig, da ein sofortiges Eingreifen notwendig werden kann, wenn z. B. die Empyemhöhle plötzlich während der Spülung in das Bronchialsystem einbricht.
    Wir haben häufig eine sogenannte "fraktionierte Pleuraspülung" gemacht, d. h. es wurde die Empyemhöhle mit Spülflüssigkeit gefüllt, dann gleich wieder abgesaugt, wieder gefüllt, wieder abgesaugt, noch mal gefüllt und dann erst mal ganz abgestöpselt für ca. 1 Stunde. Je nach AZ sollte sich der Pat. dann bewegen, damit die Spülflüssigkeit in der Höhle auch ordentlich "herumschwappt". Nach der Stunde wurde dann wieder kontinuierlich weitergesaugt, bis zur nächsten Spülung (da kam manchmal ganz schön "Schmodder" raus).

    Hallo Trinity05!

    Da die Spülung (aus meiner Sicht) jetzt technisch nicht so Anspruchsvoll ist, sehe ich da jetzt nicht so das große Problem.

    Das Hauptproblem sind, meiner Meinung nach, die möglichen Komplikationen, die sich gerade im häuslichen/ambulanten Umfeld (kein Arzt, eingeschränkte Hilfsmittel) nur schwer beherrschen lassen.

    Es kann zu Kreislaufproblemen kommen, oder, wie oben schon angedeutet, zu plötzlicher Fistelbildung mit Anschluß der Pleurahöhle an das Bronchialsystem.

    Mal so eine Frage am Rande: Welche Diagnose wurde denn bei dem Pat. gestellt, daß im häuslichen/ambulanten Umfeld ein Pleuraspülung gemacht werden soll? Wie alt, welche Nebenerkrankungen?

    Schönen Gruß, Gego.
     
  8. Trinity05

    Trinity05 Newbie

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    Danke Gego für die Info's!
    Puh, welche Diagnosen sie hat weiß ich nicht genau, weiß nur, das ihr ein Lungenflügel entfernt wurde...

    Liebe Grüße
     
  9. Gego

    Gego Poweruser

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    Hallo Trinity05!

    Von so was hab' ich ja noch nie gehört, daß nach einer Pneumektomie eine Spül-Saug-Behandlung erfolgt. Aber das will ja nichts heißen, ich sage immer, es gibt nichts in der Medizin, was es nicht gibt...

    Aber Spaß bei Seite, da wäre ich doppelt zurückhaltend:
    In die große Höhle nach der Pneumektomie, paßt viel Spülflüssigkeit rein, und das kann doch relativ leicht zu Kreislaufproblemen führen. Einmal durch den Temperaturunterschied, zum anderen durch die Druckveränderung.
    Auch erscheint mir die Möglichkeit einer Nahtinsuffizienz an der bronchialen Absetzungsebene gegeben, die durch die Spülung begünstigt werden kann (wenn die Operation noch nicht sehr lange zurückliegt).
    Vom erhöhten Infektionsrisiko durch die Manipulationen bei der Spülung ganz abgesehen.

    Mir will sich der Sinn der Maßnahme noch nicht so recht erschließen. Besteht ein therapeutischer Ansatz? Warum dann nicht stationär unter "sicheren" Bedingungen? Oder ist der Ansatz palliativ? Warum dann diese möglichen Risiken, welche Vorteile hat die Patientin durch die Behandlung? Fragen über Fragen...

    Mit was wird denn die Patientin eigentlich gesaugt? Elektrosaugung? Und welche Art von Pleurakatheter hat sie denn?

    Schönen Gruß, Gego.
     
  10. Maniac

    Maniac Poweruser

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    :idea:
    Abermals Herzlichen Dank@ Gego!! :-)
     
  11. Trinity05

    Trinity05 Newbie

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    Die vielen Fragen kann ich dir leider noch nicht beantworten, hab momentan frei, aber sobald ich mehr weiß, schreibe ich es hier rein.
    Habe jetzt erstmal einen Einblick gewonnen, mal sehen was da jetzt auf mich zu kommt. Aber nach dem was ich hier gehört bzw. gelesen habe, gehe ich da schon mal nicht mit einer Einweisung von einem "Arbeitskollegen" ran.
    Und nochmals ein riesiges Danke
    Bin super froh, dass es das Forum gibt wo man sich so gut austauschen kann bzw. Hilfe erfagen kann und auch so schnell, ausführlich und nett geantwortet wird....

    Viele liebe Grüße
     
    #11 Trinity05, 30.04.2008
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 01.05.2008
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