Thoraxdrainagen

Ute

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Hallo,

wie gehe ich richtig mit einer Thoraxdrainage um, klemme ich sie immer ab wenn der Patient z.B. zum EKG-Untersuchung muß auch wenn kein Sog mehr drauf ist ?

Wie kann ich Komplikationen vermeiden, was mache ich wenn der Patient auch mal auf der Seite liegen möchte ?
 

dagmar

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Tag Ute,
bei der Bülaudrainage (Thoraxdrainage) ist ein spezieller Mechanismus drin, bei dem der Sog bis 2 Stunden erhalten bleibt.
D.h. für uns auf Station, zur Toilette und zum Röntgen usw. reicht die Zeit aus um die Sicherheit zu gewährleisten.
Vorausgesetzt ist, daß die Wassersäule in vorschriftsmäßiger Füllhöhe ist und alles funktioniert. Das sollte man sowieso immer kontrollieren wenn man im Patientenzimmer ist. Es gab bis jetzt nie Probleme.
Ob man sich auf die Seite legen kann? Keine Ahnung ,aber warum eigentlich nicht! Müßte genauso gehen , auf der Seite ohne Drain. Nur wollen die meisten Patienten das nicht. Die schlafen auch meist nicht flach.
VG
Dagmar
 

Schöhler

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Hallo allerseits,

abklemmen auf keinen Fall, vor allem wegen der gefahr eines Spannungspneus......bei intaktem Wasserschloss ist ein tarnsport/Verlegung/ etc. ohne Probleme möglich, dem hörensagen nach zwischen einer halebn und 2 Stunden; wurde ja auch so erwähnt.
Weiß jemand, woher dioese 2-Stunden-Mär kommt? Das Wasserschloss verdunstet ja nicht ncah 2 Stunden spontan..wieso also diese Zeit?
(setzen wir mal voraus der Patient hat bis dato keine Komplikationen)

Gruss

Christian aka Schöhler
 

petermichl

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Hallo - um diese Frage klären zu können, bedarf es noch folgender Infos:
1. Welche Thoraxdrainage verwendet Ihr? Es gibt verschiedenste Typen verschiedener Erzeuger, die Anlage und der Umgang der einzelnen Bülaudrainagen ist daher oft unterschiedlich!!!
2. Wie erfolgt die Ableitung vom Patienten zur Drainage? Ist ein "Heimlich-Ventil" zwischengeschaltet kann jegliches Abklemmen entfallen!

Gruß petermichl
 

Schöhler

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Hallo allerseits,

da fühl ich mich jetzt doch glatt verunsichert..also, ich hab das noch so im Gedächtnis, das man NIEMALS nicht abklemmen soll/muss/darf, da es, unabhängig von welchem Hersteller und welcher Bauart die Drainage ist, IMMER ein Wasserschloss vorhanden ist.

Oder nicht?

Gruss

Christian
 

Gerry Raßmann

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Hallo zusammen,
grundsätzlich ist gegen ein Abklemmen nichts zu sagen, wenn man die Indikation eng stellt und die Beobachtung sichergestellt ist. Natürich sollte man nicht Abklemmen, wenn die Pleuraleckage zu groß ist und zügig mit einem Spannungspneu zu rechnen ist.
Das mit dem Afrechthalten des Sogs kann man nicht grundsätzlich sagen, denn es komt immer darauf an, wie groß die Leckage ist, die zu einem Pneu geführt hat.
Eine Frage sei jedoch erlaubt. Wann sollt ihr denn abklemmen? Manchmal ist es für den Transport notwendig, aber nicht immer. Man muss nur daraf achten, dass das Wasserschloss intakt ist. Zugegeben, wenn man nicht die geschlossenen Systeme verwendet, kann das ganz schön schwierig werden. Manch klemmen vor der geplanten Entfernung der Drainage für XStunden ab und machen dann eien Röntgen-Thorax. Darauf kann man aber auch verzichten, wenn man die Drainage regelmäßig kontrolliert und das "spielen" des Wasserschlosses dokumentiert. Wenn das Wasserschloss schon seit längerer Zeit nicht mehr Atemsynchron spielt und kein Sekret mehr gefördert wird kann man meiner Meinung nach auf das Abklemmen verzichten.
Eine schöne Neuerung hat die Fa. Dahlhausen entwickelt. Das "Sahara System" kommt ganz ohne Flüssigkeit aus und ist somit wesentlich sicherer als die herkömmlichen Wasserschlossysteme. (Link folgt, wenn ich ihn gefunden habe)
 

Gerry Raßmann

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Hier der Link,
gig schneller als ich dachte:
*(Defekter) Link entfernt*
 
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enrico

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guten tag, liebe kollegInnen.

seit etlichen jahren treibt mich das thema thoraxdrainage (TSD) um und leider tritt einem dabei viiiiiel merkwürdiges entgegen. mythen und dogmen stehen wider die logik.

ausgangspunkt für mich ist ein industriell hergstelltes kompaktsystem, das ordnungsgemäß vorbereitet und angewendet wird. bausätze und basteleien sollten heute der vergangenheit angehören: stichworte hygiene, ökonomie, funktionssicherheit, produkthaftung.
der reihe nach zu den beiträgen:

@ute: eine tsd DARF NICHT abgeklemmt werden. wenn es eine leckage gibt, entsteht ein neuerlicher pneu und genau den soll ja die TSD beseitigen, oder?!
leitsatz: eine abgeklemmte TSD ist keine TSD.
das abklemmen stammt aus der zeit, als man sicherstellen mußte, daß die (zusammengebastelten) systeme nicht auseinanderfallen. dürfte inzwischen geschichte sein.
klar kann (und soll) sich der patient auf die seite legen. es ist halt darauf zu achten, daß das geschläuch nicht abknickt. ansonsten dürfte es keine probleme geben.

@schöhler1: die frage ist berechtigt, siehe folgendes

@dagmar: es gibt KEIN system, das von sich aus irgendeinen unterdruck herstellt oder neu erzeugt. das ist ein märchen mancher vertriebsmitarbeiter. überleg mal: wenn das ginge, bräuchtest du nirgendwo eine armatur oder pumpe. grundsätzlich gilt: eine TSD ohne aktiven sog ist solange dicht, wie nix nachfließt. d.h., gibt es ein leck, ist der unterdruck weg (reimt sich sogar... :wink: ), ist das system dicht, besteht der unterdruck auch nach 6 oder 8 stunden noch. laßt euch keinen bären aufbinden: die mär von den 2 stunden ist definitiv pfeffer.

@petermichl: pauschal kann das heimlich ventil nicht empfohlen werden.
ausgehend davon, daß gar nicht abgeklemmt werden sollte, bietet es eine sicherheit für diskonnektionen, nicht mehr und nicht weniger.
wenn eiweißreiche flüssigkeiten (blut, eiter, serum) im spiel sind, sollte man vom heimlich-ventil absehen: die gummilippen verkleben sehr schnell und damit ist die TSD de facto abgeklemmt.

@schöhler 2: leider gibt es auch TSD-modelle, die kein wasserschloß haben. dort gibt es i.d.r. einen mechanischen ersatz dafür (ähnlich dem heimlich-ventil). ich würde so ein ding nicht haben wollen...

@gerry raßmann: ich möchte bitte einen schlüssigen grund kennenlernen, der ein abklemmen begründet. ich kenne viele argumente, aber nicht einen GRUND.
wenn das wasserschloß nicht atemsynchron spielt, ist der katheter i.d.r. verlegt oder die lunge liegt bereits extrem gut an (letzteres eher selten).
die mär, daß die sahara ganz ohne wasser auskommt ist ebenso differenziert zu betrachten wie viele andere aussagen zu diesem teil. sie macht zunächst mal "dicht", das ist richtig. sie ist schnell einsetzbar, auch korrekt. ABER: will man wichtige informationen aus der TSD ableiten und z.b. etwas über noch vorhandene leckagen wissen, muß sie auch befüllt werden. die schönen argumente lassen sich ganz einfach hinterfragen: wozu sind denn die einfüllöcher, wenn sie trocken so super funktioniert? die antwort darauf wird verschwiegen: trocken bietet das gerät 2 dinge: ein MECHANISCHES pseudo-wasserschloß und eine sammelmöglichkeit. alles andere: leckage-meter usw. fehlt.

quintessenz der sache ist folgendes: laßt euch nicht die taschen vollhauen und fragt die vertreter, wie sie bestimmte dinge gelöst haben wollen (habe ich gemacht, es kamen sehr interessante antworten, die bei umsetzung die energiewirtschaft revolutioniert hätten: perpetuum mobile).
und fragt eure ärzte, weshalb abgeklemmt wird, wenn wir doch die TSD zur funktion des ableitens gelegt haben.

grüße,

e.
 

Manegger

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Tag Ute,
bei der Bülaudrainage (Thoraxdrainage) ist ein spezieller Mechanismus drin, bei dem der Sog bis 2 Stunden erhalten bleibt.
VG
Dagmar
das ist absoluter Quatsch

Enrico hat einiges richtiges dazu gesagt.

Thoraxdrainagewissen gehört zum Basiswissen, sofern man mehrfach damit im Jahr damit zu tun hat.
Grundlagen sind in Büchern zur Krankenpflege und Intensivpflege zu finden. Und obwohl ich Wikipedia kritisch gegenüber stehe, steht dort doch sehr viel und vor allem eine gute Erklärung zur Funktion und Umgang.
Gruß
 
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Manegger

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Guter Link, dancinglady, ist hier auch schon oft drauf verwiesen worden! Definitiv besser und sicherer sind natürlich digitale Thoraxdrainagesysteme!
mit denen kann man zwar auch was falsch machen aber die Dinger sagen es dir dann wenigstens!
 

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