Therapiebegleitung nach dem Krankenhaus

Dieses Thema im Forum "Pflegebereich Psychiatrie/Psychotherapie/Psychosomatik/Sucht/Forensik" wurde erstellt von Ute, 30.07.2002.

  1. Ute

    Ute Poweruser

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    Krankenschwester, Fachkraft für Leitungsaufgaben in der Pflege (FLP)
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    Hannover
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    Zur Zeit in der Elternzeit
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    Study nurse
    Wie lange bleiben bei Euch die Patienten ? Wie sieht es mit der "Nachsorge/ Therapiebegleitung nach dem Aufenthalt aus ???
     
  2. Micky

    Micky Gast

    Hallo Ute,

    möcht Dich zuerst erinnern, dass ich derzeit nicht auf einer psychosomatischen Klinik arbeite, sondern auf einer Epilepsiestation. Meine praktischen Erfahrungen in einer Psychosomatik waren äußerst bescheiden. Es ging dort nur um Feststellung der Arbeitsfähigkeit, nichts anderes. Trotzdem ist meine Arbeit auf meiner jetztigen Station nicht so weit entfernt davon. Epileptische Anfälle sind noch lange nicht allgemein organisch bedingt, es kommt relativ häufig vor, dass es v.a. psychische Ursachen gibt, die Anfälle auslösen können. Auch sieht man dann und wann die Zusammenhänge von auslösenden Faktoren und anschließendem Anfall selbst bei klar festgestellten organisch bedingten Anfällen. Die zu uns kommenden Patienten haben eine Reihe von Zusatzerkrankungen, die oft im Grenzbereich von Seele und Körper stehen, z.B. Zwangserkrankungen, Depressionen, Selbstgefährdung, Verwirrtheit, etc. Unsere Patienten bleiben in der Regel etwa 6 Wochen, wobei es da keine Norm gibt. 2 Tage kommen genauso vor wie 3 Monate. Meist bleibt aber genug Zeit, die Patienten ein Stück auf ihrem Weg zu begleiten und ich bin froh, dass die Nachsorge bei den nicht wenigen therapeutischen Erfordernissen bei uns gut geregelt ist. Wir versuchen bei Bedarf eine Therapie oder eine entsprechende Reha-Maßnahme schon vor der Entlassung anzukurbeln, damit die Patienten nicht in´s "Leere" entlassen werden.

    Gruß Micky
     
  3. Bine2512

    Bine2512 Newbie

    Registriert seit:
    09.07.2002
    Beiträge:
    18
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    0
    Hallo Ute!

    Es kommt ganz darauf an, auf welcher Station der Betroffene gerade ist.

    Ich arbeite im Suchtbereich. Bei uns werden die Patienten entweder in eine Therapieeinrichtung vermittelt oder an eine Selbsthilfegruppe herangeführt. Sie können sich schon auf der Station gemeinsam mit dem Sozialarbeiter um Plätze kümmern (betreutes Wohnen, teilstationäre Therapien, betreute Mutter-Kind-Unterkünfte etc..)
    Wenn Patienten sich stabil genug fühlen, draußen aber nicht 100%ig klarkommen, bieten wir ihnen natürlich auch die ambulante Behandlung an.

    Die neu Art der Nachsorge ist derzeit die anschließende Betreuung Zuhause.
    Dabei besucht die Pflegeperson, die den Patienten auf der Station betreut hat (Bezugsperson) für ca. 2 Monate 1x wöchentlich den Patienten Zuhause.
    Sie schaut, ob der Patient alleine gut zurecht kommt und überprüft mit seinem Einverständnis, ob z.B. die Wäsche liegen bleibt oder sich das Geschirr in der Küche stapelt. Ob der Patient sich nahrungstechnisch versorgt etc.... Solche Dinge erledigt sie dann mit dem Patienten gemeinsam.
    Sollte es zu schwierig werden, wird sie dem Patienten das Angebot machen, wieder in die Klinik zu kommen.
    Im umgekehrten Fall löst sie langsam die Beziehung zum Patienten und sorgt vielleicht dafür, daß der Patient einen Freundeskreis aufbaut (Evtl. auch Mitpatienten).

    Es gibt auch die Sozialstationen, aber die sind ja eher für tägliche Betreuung und Kontakte zuständig.

    In der Zeit, wie die Patienten Zuhause betreut werden, kann die Bezugsperson genau sehen, wie der Patient alleine zurechtkommt und kann bei Bedarf entsprechend handeln (Wiedereinweisung oder Abschied).

    Ich finde das ich persönlich sehr gut. Leider findet diese Art der Nachbetreuung noch nicht so den Anklang. Ich hoffe, daß sich das ändert.
    Die ersten Erfahrungen waren jedenfalls sehr gut!

    Gruß Bine
     
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