TEWS oder lieber MTS?

Dieses Thema im Forum "Interdisziplinäre Notfälle" wurde erstellt von Beteubär, 21.02.2010.

  1. Beteubär

    Beteubär Newbie

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    Hallo an alle8)

    Welches System zur Triage haltet ihr für besser, das englische oder das Südafrikanische???

    Danke für eure Beiträge

    Gruß
     
  2. flexi

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    Kannst du uns mal deine Abkürzungen offensichtlich militärischer Herkunft mal erklären? Die wenigsten hier haben gedient....
     
  3. narde2003

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    Nein, die sind nicht militärischer Herkunft.

    MTS = Manchester Triage System
    TEWS = Triage Early Warning Score

    Wir arbeiten mit MTS.

    Liebe Grüsse
    Narde
     
  4. JoeKre

    JoeKre Newbie

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    TEWS? Das ist eigentlich die Abkürzung für Tsunami Early Warning System Tews ? Wikipedia.

    Early Warning Score bzw. Modified Early Warning Score (MEWS) - da gibt es einige Publikationen aus Südafrika - ist ein System was mit Vitalparametern arbeitet und dann (dem GCS - Glasgow Coma Scale vergleichbar) daraus einen Score berechnet. MEWS betrachtet damit aber nur Warnhinweise für akute Gefährdungen des Patienten und läßt viele sonstige Aspekte außer Acht. EInsatzgebiet vor allem EMS (also Rettungsdienst): Modified early warning score - Wikipedia, the free encyclopedia

    CTS - Cape Triage Scale ist das eigentliche südafrikanische System. Für den präklinischen Einsatz und den Übergang in die Klinik entwickelt, erinnert sehr an unseren normalen Triage-Standard für KatS, MAnV und NATO, die fünfte Stufe ist nämlich auch die Stufe Schwarz für Verstorbene.

    MTS - fünfstufiges Dringlichkeitssystem welches auf der Basis der Symptome des Patienten eine Einschätzung seiner Behandlungsdringlichkeit ermöglicht.
    Es gibt Studien, nach denen ein zusätzlicher Einsatz von Vitalparametern hierbei keine signifikante Verbesserung des Einschätzungsergebnisse bietet.

    Für die Notaufnahme ist damit MTS das geeignete System - weswegen ja auch immer mehr ZNA's in BWK's (immer diese Abkürzungen) das MTS einsetzen:
    Hamburg, Ulm, Westerstede, Berlin und jetzt eben auch Koblenz.

    Weitere Infos gerne über meine Homepage Ersteinschätzung in der Notaufnahme

    Gruß,

    JK
     
  5. Beteubär

    Beteubär Newbie

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    Danke für deine umfangreiche Begriffsdefinition:daumen:

    Also ich kann nur so viel sagen das Koblenz(BWK) TEWS benutzt, was übersetzt Triage Early Warning Score bedeutet und aus Süd Afrika stammt.
    In akrikanischen EMD`s und Traumacentren wird es auch benutzt!
    Es Arbeitet mit Symptomatik und Vitalparametern.
    Im Vergleich zu MTS ist TEWS nachweisbarer weil aufgrund fetser beweisbarer Parameter triagiert wird.
    Es gibt weiter hin festgelegt Symptomatiken die die dringlichkeitsstufe sofort festlegen.
    Meiner Erfahrung nach ist die falschtriagierung geringer!
    Die Farbe schwarz( auf Natoebene und im RD = Tod) fällt komplett weg, dafür werden alle toten blau triagiert.
    die dringlichkeitsfenster haben sich auch verändert und es gibt nur noch 4 triagen, rot orange gelb grün.
    Noch etwas schöneres gibt es auch, weil die Schmerzen in der Triage endlich berücksichtig werden und das sogar sehr fundamental.

    MEWS wird eigentlich nur für innerklinische Pat benutzt weil es einfach nur eine grundfestlegung der risikogruppe ist und man bei veränderungen sofort reagieren kann.
    kann mich nicht erinnern das MEWS präklinisch eingesetzt wird?!
    MEWS gibts ja auch noch als PEWS für die pädiatrische Schiene.

    @ JK: Was machst du beruflich? Bw? Welches BwK?
     
  6. JoeKre

    JoeKre Newbie

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    @Beteubär:

    Nachdem ich gestern eine "kurze" schnelle Nachricht geschrieben habe, habe ich mich nach Deiner Rückmeldung nochmal auf das Thema gestürzt:

    TEWS ist eine Modifikation des MEWS und wurde von der CTG (Cape Triage Group) als Teil des CTS (Cape Triage Score) entwickelt. Ist damit eigentlich kein eigenständiges Triage-System.
    Aus dem CTS wird aktuell gerade die SATS (South African Triage Scale. CTS/SATS ist erklärtermaßen ausgerichtet auf den präklinisch-klinischen Übergang mit unzureichend qualifiziertem Personal (Risikomanagement bei geringer Zahl Arzt/Pflege pro Tausend Einwohner).
    Zweistufiges Herangehen: TEWS liefert „harte Fakten“, anschließend wird nach Diskriminatoren gesucht, die auf eine eventuelle höhere Dringlichkeit deuten. Durch diesen Systemaufbau kann ich den südafrikanischen Kollegen nicht abnehmen, dass sie wirklich schneller sind als andere Systeme - sie sind nur eher dazu in der Lage, mit diesem System eine (vermeindliche) Einschätzungssicherheit für Nicht-Fachpersonal zur Verfügung zu stellen. Die eingesetzten Diskriminatoren deuten übrigens auf das MTS als Quelle hin.

    MTS wählt den entgegengesetzten Weg des Herangehens: auf der Basis der Beschwerden eines Patienten wird die Dringlichkeit bestimmt, nur dort wo es möglicherweise wichtige Vitalparameter einer höheren Dringlichkeitsstufe gibt, sind diese auf dem Weg der Einschätzung auszuschließen. Ich werde damit mit dem MTS schneller sein und vor allem: ich habe ein geringeres Risiko, dass vital bedrohliche Situationen übersehen werden können (bei der STAS ist nicht nachvollziehbar, ob ich alle relevanten Symptome abgeprüft habe – beim MTS komme ich nicht weiter, wenn ich die zugeordneten Vitalparameter nicht explizit bestätigt/ausgeschlossen habe)..

    Zu einer vergleichenden Bewertung der Systeme siehe auch hier: SpringerLink - Journal Article

    Interessanterweise belegen übrigens Untersuchungen aus England, dass ein zusätzlicher Einsatz von Vitalparametern im Rahmen einer Triage (untersucht wurden MTS und MEWS) keinen signifikanten Zusatznutzen bringt – den Artikel habe ich aber gerade leider nicht greifbar.

    Zu mir: ich bin selber in erster Profession langjähriger Krankenpfleger aus der Notaufnahme, habe mittlerweile noch an der FH Osnabrück Pflege- und Gesundheitsmanagement draufgesattelt.
    Seit Ende 2000 bemühe ich mich um das Thema „Triage“ für die Notaufnahme und habe mit verschiedenen unterstützenden Kolleg(inn)en nach intensiven Prüfungen dann das MTS nach Deutschland und Österreich gebracht.

    Statt Bw habe ich (damals noch) 10 Jahre Katastrophenschutz gemacht und kenne den Gedanken der Triage aus meinen Aufgaben als langjähriger Zug- und Bereitschaftsführer. Hier in HH habe ich aber gute Kontakte zu den Kollegen aus dem hiesigen BwK, außerdem nach Ulm und Westerstede.

    Gruß,

    JK
     
  7. Beteubär

    Beteubär Newbie

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    Es ist schön einen Kollegen aus dem Fachbereich zu treffen.
    Auf die Langjährige Erfahrung die bei dir besteht, kann ich leider noch nicht zurückgreifen!
    Ich beschäftige mich noch nicht so lange mit Triage etc.

    Vielen Dank für deine fachmännichen Kommentar;)
     
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