Tätigkeitsbericht/Tagesablauf: Normalstation?

Dieses Thema im Forum "Tätigkeitsberichte" wurde erstellt von Rabenzahn, 27.04.2002.

  1. Rabenzahn

    Rabenzahn Poweruser

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    Hallo,

    wie sieht der Tagesablauf einer Krankenschwester / Krankenpflegers auf einer operativen Normalstation aus ?
    Was sind die Schwerpunkte eurer Arbeit.

    Könnt ihr das einmal aufschreiben für Alle ?
     
  2. Babsi

    Babsi Senior-Mitglied

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    Tag allerseits,

    ich versuche euch mal unseren Ablauf zu schildern:

    Frühdienst von 6.00-14.12 Uhr

    6.00 - 6.30
    Übergabe des Nachtdienstes an den Frühdienst.
    6.30 - 8.00
    Vitalzeichenkontrolle (Blutdruck, Temperatur, Puls, Stuhlgang erfragen), Gläser beim Durchgang austauschen ggf. auch Wasserkaraffen.
    Gehfähige Patienten ans Waschbecken setzen. Für die anderen Waschschüsseln stellen. Blutzucker-Stixe und Insulingabe
    ab 7.00
    Visitenbeginn wobei ein Kollege mit den Ärzten mitgeht
    8.00-9.30
    Austeilen des Frühstücks. Hilfestellung beim Essen und Medikamentengabe. Infusionen richten und anhängen. Frühstück einsammeln
    9.30-11.00
    Ganzkörperpflege bei hilfebedürftigen Patienten, Betten machen bei allen Patienten. Durchführen von Verbandwechsel, Prophylaxen und Lagerungen. Neue Patienten aufnehmen und eine Pflegeanamnese durchführen. Patienten mobilisieren, Überwachung laufender Infusionen.
    11.00-11.30
    Frühstück für uns, juhu (wenn nichts dazwischen kommt) :?
    11.30-12.00
    Mittagsmedikamente stellen und verteilen, Fäkalienräume säubern, Untersuchungszimmer aufräumen, Apothekenkiste ausräumen
    12.00
    Mittagessen austeilen, Hilfestellung beim Essen und anschließend wieder einsammeln
    12.45-13.30
    Vitalzeichenkontrolle bei Patienten die 3x gemessen werden müssen, Infusionen für den Spätdienst richten, Pflegedokumentation und sich mit dem Computer herumärgern
    13.30- 14.06
    Übergabe an den Spätdienst und dann Feierabend :P

    Spätdienst von 13.30 - 21.45 Uhr

    13.30-14.06
    Übergabe des Frühdienstes an den Spätdienst
    14.15-16.00
    Medikamente für den Abend bis zum nächsten Mittag stellen, Rundgang durch alle Zimmer, Mobilisation der Patienten, Lagerung der immobilen Patienten, Patienten zu Untersuchungen begleiten, Vorbereitung von Patienten zur Op am nächsten Tag
    um 16.00
    Antibiosen vorbereiten und anhängen
    16.15-17.00
    Abendmedikation (Tropfen) stellen und austeilen, Blutzucker-Stixe durchführen und Insuline verabreichen, Thermoskannen mit Tee vorbereiten
    17.15-18.30
    Abendessen austeilen ggf. richten und anreichen, Überwachung der Medikamenteneinnahme, Ausarbeiten von Anordnungen, Essentabletts einsammeln
    18.30-19.00
    Päuschen :D
    19.00-21.00
    Durchgang durch alle Zimmer, Vitalzeichenkontrolle, Monoembolexspritzen(gegen Thrombose) verabreichen, Zahnprothesen reinigen und ggf. entfernen, Lagerung von Patienten, Ausgabe von Bedarfsmedikation zur Nacht, Patienten über bevorstehende Untersuchungen informieren, Infusionen richten und anhängen, Blutzucker-Stixe durchführen, immobile Patienten für die Nacht vorbereiten (auskleiden ggf. Inkontinenzeinlagen wechseln...)
    21.00-21.25
    Aufräumen des Untersuchungszimmers und des Stationszimmers, Fäkalienräume säubern, Pflegedokumentation.
    21.25-21.45
    Übergabe an den Nachtdienst und dann ab nach hause :!:

    Nachtdienst von 21.25 - 6.28 Uhr

    22.00-24.00
    Durchgang durch alle Zimmer (2 stündlich), Wäschewagen mit sauberen Gläsern für den nächsten Tag vorbereiten, neue Wischdesinfektionslösung bereitstellen
    24.00
    Antibiosen vorbereiten und anhängen, Laborbefunde in die Kurven heften, alle zwei Wochen den Notfallkoffer kontrollieren, Schränke auffüllen, Apothekenliste schreiben, Lagerung immobiler Patienten
    um 2.00
    Blutzucker- Stixe durchführen
    2.10-2.40
    Pause und dabei nicht einschlafen :wink:
    2.40-6.00
    Morgenmedikation (Tropfen) stellen und verabreichen, Vitalzeichenkontrolle bei frischen OP`s, Urinbeutel leeren und bilanzieren, Redons wechseln, Drainagen leeren, Pflegedokumentation

    6.00-6.28
    Übergabe an den Frühdienst und danach ab ins Bett :lol:

    Selbstverständlich steht der Patient bei jeder Schicht im Mittelpunkt und man sollte jederzeit für seinen Patienten da sein ihm zuhören, auf seine Bedürfnisse eingehen und seine Wünsche respektieren sofern es eben möglich ist.

    So, ich hoffe, ich konnte euch einen Einblick in unseren Ablauf geben. Natürlich funktioniert es nicht immer reibungslos, denn wir arbeiten mit Menschen und daher nicht programmierbar. Die Zeit wird eben so eingeteilt, das es passt. Und irgendetwas kommt eigentlich immer dazwischen, das heißt, du mußt flexibel sein und abschätzen können was dringlicher ist. Vielleicht kann auch mal der Fäkalienraum schmutzig bleiben, wenn ich merke, dass da ein Mensch liegt, der das Bedürfnis hat mit mir zu reden. Das kann sehr wichtig sein! Oder was leider auch oft vorkommt, es stirbt jemand. Dann hat das natürlich priorität und an solchen Tagen habe ich das Gefühl, läuft nichts nach Plan.


    Liebe Grüße, Sudja
     
  3. david

    david Senior-Mitglied

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    Hi und gruss aus Wien!

    Bin an einer Abteilung für Herz- & Thoraxchirurige (Normalstation 21 Betten).

    Der grösste Unterschied bei uns hier ist definitiv die andere Dienstzeit. Wir haben noch die 12,5h-Dienste.
    Das heisst defacto: TD 6.30-19.00h ND 18.30-7.00h
    Andere Stationen im Haus beginnen 15/30min später.

    6.30-7.00h Dienstübergabe
    7.00-7.30h unser Frühstück, währenddessen beginnt die Abteilungshelferin (bzw. in deren Abwesenheit der Zivi) mit austeilen für die Pat.
    ab 7.30h: Leuten helfen beim Aufsetzen wegen Frühstück/bzw. bei der Einnahme. Insuline verabreichen, Lowdose-Heparine verabreichen )bei allen die 2xtägl. bekommen), Analgetikum anbieten/verabreichen bei allen frischoperierten bzw. Drainagen'trägern' (bei uns ist 4-6stdl. eine Amp. Dipidolor s.c. nach Pat.wunsch Standard).
    Ausserdem Vitalparameter-KO bei allen.
    Der Beginn der Visiten ist zeitlich leider sehr variabel, daher nicht so gut planbar, es geht die Stationsleitung mit (Kommunikation geht gut), bzw. sind wir zu der Zeit ohnehin in den Zimmern.
    In weiterer Folge Mobilisation der Pat., üblicherweise die 'schweren' zuletzt, weil sich unter Umständen erst nach der Visite ergibt, dass sie Drainagen gezogen bekommen. Körperpflege/Bettmachen etc.
    Zwischendurch werden laufend Pat. zum Röntgen/OP/etc. gebracht, das heisst die Vormittage sind sehr schwer einzuschätzen - können sich ganz ruhig oder sehr konfus und stressig entwickeln. Dazu die ersten Abtransferierungen (wir 'holen' und 'schicken' sehr viele Pat. aus/in kleinere/n KH), bzw. Zutransferierungen von Intensivstationen/Aufwachraum.
    Die Neuaufnahmen kommen auch schon ab 7.30h, werden administrativ aber von der Leitung erfasst und eingewiesen, Pflegeanamnese kommt erst nachmittags dran üblicherweise.

    In irgendwelchen Lücken gibts immer wieder Trinkpausen für uns.
    Achja, Apothekenlieferung kommt irgendwann am späten Vormittag.

    ab 11.45h Mittagessen - also wieder helfen beim Essen etc.

    Gegen 12.30h kehrt ein wenig Ruhe ein; oft sind aber die Tätigkeiten wie Transferierungen noch im Laufen/unabgeklärt etc., das kann sich hinziehen und zu Belagsproblemen führen. Das ist immer UNSER Job, die Herr/Frauschaften Ärzte operieren die Leute nur und wollen danach gleich die nächsten operieren. D.h. dass oftmals sehr spontan entschieden wird jemanden zu "verschicken" wie es genannt wird.

    Die Zimmer- und Spülenreinigung erfolgt durch die Abteilungshelferinnen, auch sollten sie immer darauf schauen, dass alle etwas zu trinken bereitstehen haben. Funktioniert so recht und schlecht - mir ist es lieber ich schau was die Leute trinken, dann hab ich mehr Überblick.

    Ach ja: Besetzung hab ich vergessen: Anwesend sind im ND immer 2 Diplomierte, am Tag die Leitung + Vertretung, in der Regel 3 Diplomierte. In Krisenzeiten nur 2, manchmal auch 4. + eventuell Schüler + die genannte Abteilungshilfe. Aufteilung in 2 Gruppen: 9+12 Patienten, je nach Besetzung 2+1/1+2/2+2/1+1 Diplomierte.

    Zu Mittag beginnen auch die Rückübernahmen von kleineren OPs (Schrittmacher, Mediastinoskopien, Bronchoskopien,...), ziehen sich bis (oft spät) am Abend.

    Früher nachmittag: Auffüllen der Einmalartikel im Stützpunkt.
    15.00h: Infusionen bereiten für diejenigen, die 3x in 24h bekommen.

    Gegen 15/16h: "Nachmittagsrunde": RR-KO bei Frischoperierten (es werden ohnehin öfters KO gemacht, immer wenn jemand 'komisch' ausschaut, vor der Mobilisation (zB O2-Sättigung nach Anstrengung etcetcetc)., Stuhlvisite, "Bilanzvisite" - das nenn ich mal so, das hat eigentlich keinen Namen, aber bei Herzoperierten ist der Flüssigkeits-HH besonders zu beachten; oft wurde bei den "Frischen" auch noch kein Harn produziert - also checken wer wieviel getrunken hat. Daraus ergibt sich dann im Gespräch, wieviel man einschätzt, dass er/sie noch schaffen kann an Einfuhr heute, ob die jetzt getroffene Vereinbarung gehalten werden kann -> je nach dem wird von uns Ringerlösung 'nachgehängt'. In ärztlicher Absprache nur, wenn einer gerade in der Nähe ist.
    Ausserdem Aufnahmegespräche bzw. Entlassungsgespräche für den nächsten Tag.

    Je nach Patienten laufend Umlagerungen, spezielle Mobilisationszeiten, Ernährungszeiten (Sondennahrung) etc.

    Ab 17.30h Abendessen

    18.30-19h DÜ an den ND (wir haben die interne Vereinbarung, dass der ND schon früher kommt, sodass man als TD um 18.30h eigentlich nur mehr selten auf der Station sein muss).

    Im ND dann: um 19.30h Infusionen bereiten, um 20h Abendrunde mit Lagern, Einschmieren, Low-Heparindosis für die meisten, erklären wie der OP-Tag funktioniert, denen die es betrifft; KO der VP bei 'frischen', Trinkbares in Reichweite geben, ev. Schlafmedikation geben (wird auf Wunsch des Pat. von uns gegeben, nachher vom Arzt gegengezeichnet), KO bzgl. Flüssigkeitsbedarf...

    Dann alle 2 Stunden KO-Gänge, je nach Lage leise und diskret oder incl. KO von als kontrollwürdig befundenen Parametern.

    Um 5.45h Ausleeren von entleerbaren Drainagesystemen, Harnsackerl ausleeren, andere Drainagen kennzeichnen, ev. nochmal VP-KO., Nüchtern-Zucker-KO.

    6.30h DÜ....
    oh, schon fertig. ich hab sicher was vergessen ;)

    Was einen den ganzen Tag begleitet ist ausserdem noch der ewige Eiertanz mit den Ärzten, der wirklich ziemlich nervenaufreibend sein kann.
    Und wenn ich mir das alles so durchlese, ...also ich glaube schon, dass wir doch viel beim Patient sind. Das ist das Problem bei diesen Dingen, dass die eigentlich wichtigeren Dinge, wie Gespräche etc. mit Pat. und Angehörigen schlecht aufzählbar sind, aber ständig stattfinden und ziemlich viel Zeit beanspruchen können...

    +lg, david
     
  4. Kps2001

    Kps2001 Stammgast

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    Hallo David!

    Wie kann man denn von morgens sieben bis abends sieben arbeiten ohne irgendwann am Rad zu drehen? Bin nach 7 Stunden Frühdienst schon ziemlich geschlaucht! Wieviel Tage arbeitet Ihr dann in der Woche?
    Und mit wieviel Personal ist die Station nachts besetzt?

    Fragen über Fragen! :wink:
     
  5. david

    david Senior-Mitglied

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    Hi Kps2001!

    Wir haben 2 dipl. PP/Nacht im Dienst.

    Die 12,5h-Schichten können es tatsächlich in sich haben. Gleich vorweg: Um nichts in der Welt würde ich allerdings gegen 8-oder-noch-weniger-Stunden Schichten tauschen wollen.

    Wir haben eine flexible Einteilung, d.h. jeder teilt sich seine Dienste ein wie er/sie will - Bedingungen: jeden Tag 3-4 im TD, 2 im ND; mind. 1 ganzes und ein halbes Wochenende einteilen - und that's it an Bedingungen. Eingeteilt wird nach der Reihe, die monatlich um 2 Positionen hinaufrutscht (also jeder is mal oben, mal unten).
    Bei voller Verpflichtung (40h-Woche) kommt man auf ca. 14 Dienste im Monat. Wenn 6h oder so überbleiben nimmt man Nachtstundenausgleich oder kommt einen halben Tag.

    Es ist natürlich auch viel Gewohnheit, die Vorteile dieser Dienstform sind für mich:
    1. habe frei/Dienst wenn ich will :-)
    2. ist ein Arbeitstag, wenn man zu Mittag geht für mich "nicht erledigt" - das klingt vielleicht komisch, aber mein Tag ist dann einfach nicht abgeschlossen :?
    3. auch nach 8h bin ich bereits müde und muss mich eigentlich hinlegen um mich wieder zu erholen > kann meine freie Zeit an freien Tagen besser nützen als nach einem 8h-Arbeitstag.
    4. man muss nicht JEDEN tag kommen. Ich könnte mir echt nicht vorstellen die ganzen Leute jeden Tag aushalten zu müssen :x , so gern ich den ganzen Betrieb hab und ich meinen Beruf liebe. Abstand ist genauso notwendig.
    5. man kann sich auch durch geschicktes Einteilen 5 oder mehr Tage hintereinander als frei einteilen (war zB heuer spontan eine Woche in New York ohne Urlaub zu beanspruchen). 8)

    Mehr fällt mir grad nicht ein, aber eigentlich wär das ein Thema für einen eigenen Thread. Wer macht ihn auf? ;)

    +lg, david
     
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