Tabletteneinnahme bei Schluckbeschwerden

Dieses Thema im Forum "Gastroenterologie" wurde erstellt von daktary, 14.02.2011.

  1. daktary

    daktary Junior-Mitglied

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    Ob dies nun die richtige Stelle ist, meine Frage an das erfahrene Pflegepersonal zu stellen, kann ich nicht beurteilen. Eventuell das Thema verschieben? - Danke.
    ***

    Also: es geht darum, daß eine Verwandte (75 Jahre alt) Schluckbeschwerden hat, deren Ursache unklar ist. Das heißt, kleine oder geteilte Tabletten bleiben oft im Rachen oder im oberen Speiseröhrenabschnitt stecken trotz reichlichen Wasser-Nachtrinkens.

    Na ja, man kann wohl davon ausgehen, daß sich die Tabletten auch an dieser Stelle auflösen und dann mit dem Speichel in den Magen wandern. Ob das aber so gut ist? Wie sieht's dann mit der "Magensaft-Resistenz" aus?

    Frage: darf man Tabletten zerdrücken (pulverisieren), mit etwas Flüssigkeit mischen und dann mit einem Löffel einnehmen?

    Oder ist es besser, die Tabletten - wie einem Hund (sorry) - in einem Stückchen Wurst oder Käse zuzuführen?


    Danke für hilfreiche Tipps.
     
  2. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Tabletten zermörsern ist immer so eine Sache. Es gibt Tabletten, da sollte man dies net tun. Erster Ansprechpartner hier ist die Apotheke. Sie kann Auskunft geben, ob ein Medi zermörsert oder aufgelöst werden darf.

    Ich hab bei meinen Kindern Apfelmus genutzt um die manchmal wirklich grausam bitteren Tabletten zu geben. Fruchtmus gibt es heute in vielen Variationen.

    Die Schluckbeschwerden sollten abgeklärt werden. Zumindest sollte der Arzt darüber informiert werden. Dieser kann ev. das eine oder andere Medikament von Tablette auf Tropfen oder ähnliches umstellen.

    Elisabeth
     
  3. kruemel85

    kruemel85 Junior-Mitglied

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    Hi daktary!

    Informier Dich mal in der Apotheke, bzw. such das Gespräch mit dem Arzt. Es gibt Medikamente mit dem gleichen Wirkstoff in verschiendenen Formen, z.B. als Tablette, Tropfen, Säfte, Auflösbaren Tabletten, Zäpfchen...
    Das mit den Tabletten teilen ist echt immer so ne Sache, wie Elisabeth schon gesagt hat. Vorher informieren.
    Wir haben unseren Patienten, die ebenfalls ihre Schluckbeschwerden hatten, die Tabletten (wenn es den Wirkstoff wirklich in keiner anderen Verabreichungsform mehr gegeben hat) mit Joghurt gegeben, hat eigentlich recht gut funktioniert. Den Tip mit dem Apfelmus find ich auch net schlecht!

    Griaßle
     
  4. daktary

    daktary Junior-Mitglied

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    Herzlichen Dank für die Tipps. :flowerpower:

    ... und das mit dem Joghurt hat sie heute - nach einem Rat einer Nachbarin - schon einmal probiert. Es ging gut.

    Apfelmus: ich werde es weitergeben :klatschspring: .
    Dann würde wohl auch Quark nützlich sein.

    ---------------------
    Die Schluckbeschwerden sollen durch eine extreme Bindegewebsschwäche (auch in anderen Körperregionen) verursacht sein. Bei gröberer Kost als Mini-Tabletten treten sie nicht auf. Und bei Flüssig-Nahrung sowieso nicht.
     
  5. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Nicht jedes Medi sollte mit einem Milchprodukt eingenommen werden. Auch hie rlohnt sich wieder der Blick auf den Beipackzettel oder die Befragung des Apothekers.

    Elisabeth
     
  6. daktary

    daktary Junior-Mitglied

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    O danke für den Hinweis.

    Aber Apfelmus kann in keinem Fall schaden? :weissnix:
     
  7. daktary

    daktary Junior-Mitglied

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    Inzwischen sind wir dem Hinweis auf die Milchprodukte nachgegangen und haben in der Apotheke nachgefragt: die betreffenden Medikamente dürfen mit Milchprodukten eingenommen werden.

    Insofern müssen zum Glück die bereits eingekauften Vorräte an Joghurt und Quark nicht verschenkt werden. :-)

    Beipackzettel gab es hier nicht mehr. Aber in Zukunft werden sie aufgehoben und sorgfältig studiert.

    Nochmals ganz herzlichen Dank für alle Tipps zu einem Thema, das früher für die betreffende Person keins war.
    (Es ist gar nicht so einfach, alt zu sein.)

    :flowerpower:
     
  8. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Wie heißt es in der Werbung so schön: ...fragen sie ihren Arzt oder Apotheker.

    Elisabeth
     
  9. daktary

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    Neuer Slogan:

    Fragen Sie bei 'krankenschwester.de'.

    :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:
     
  10. aquarius2

    aquarius2 Poweruser

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    Wie sieht es aus mit einem Logopäden? War die Frau schon mal dort, wir arbeiten mit einer Praxis zusammen und viele Patienten wurden erfolgreich behandelt.
     
  11. daktary

    daktary Junior-Mitglied

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    Ich wußte gar nicht, daß Logopäden Schluckstörungen behandeln. Die Sprechfunktionen jener Dame sind jedenfalls nicht gestört.
     
  12. aquarius2

    aquarius2 Poweruser

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    Klar behandeln die auch Schluckstörungen, wir rufen sie an, wenn die Patienten schon Schluckstörungen haben oder länger intubiert waren, da müssen sie oft erst wieder lernen richtig zu schlucken, kostet weniger als wenn sie aspirieren und wieder intubiert werden müssen:flowerpower:
     
  13. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Ich gehe mal davon aus,d ass ihr im Auftrag des behandelnden Arztes dort anruft.

    Schluckstörung ist net gleich Schluckstörung.

    Um eine Therapie einzuleiten braucht es eine Diagnose. Der Weg über den Hausarzt sollte in jedem Falle eingehalten werden. Er wird die entsprechenden Schritte einleiten.

    Elisabeth
     
  14. aquarius2

    aquarius2 Poweruser

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    Unsere Ärzte selber schlagen das ja vor, weil es sich bewährt hat... Dafür füllen sie einen Konsilschein aus, alles ganz freiwillig...
     
  15. narde2003

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    Das ist bei uns genauso, Schluckversuche werden nur von den Logopäden gemacht, vor allem nach Beatmung.
     
  16. daktary

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    Und wie machen sie die "Schluckversuche"??

    Bei meiner Bekannten soll ja nur ein schlaffes Bindegewebe im Rachen die Schluck-Funktion stören. Was könnte ein Logopäde daran ändern?

    ----------------
    Übrigens ist Joghurt zu dünnflüssig für die Tabletten-Einnahme.
    Das Schlucken ist leichter mit Quark.

    Apfelmus wurde noch nicht ausprobiert.
     
  17. aquarius2

    aquarius2 Poweruser

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    Erst mal testen sie, inwieweit der Patient noch schlucken kann, wichtig ist auch, dass der Patient dann seine Zahnprothese drin hat und aufrecht sitzt. Erst werden die Speicheldrüsen massiert und da sieht man schon, ob der Patient schlucken kann, später wird mit Eiswürfeln gearbeitet.

    Wichtig ist
    -Zahnprothese einsetzen!
    -Patienten aufrecht hinsetzen
    -immer noch mal trocken nachschlucken lassen
    -erst wieder etwas eingeben, wenn der Patient alles geschluckt hat
    -den Patienten noch ca 20 Minuten aufrecht sitzen lassen

    So leite ich Schüler an, wenn sie unseren Patienten etwas eingeben.

    Erst vor kurzem hatten wir einen Patienten mit einer Pneumonie, der hatte immer wieder Pneumonien wahrscheinlich auf Grund von Schluckstörungen, als die Logopädin kam, hat sie einige male mit ihm geübt und der Patient ist nun zu Hause. Die Schluckstörungen hat er im Krankenhaus gelassen hat seine Tochter an uns geschrieben, der hatte ewig schon Schluckstörungen und niemand kam auf die Idee ihn zum Logopäden zu schicken.

    Natürlich weiß ich, dass die Logopäden nicht jedem helfen können. Es ist aber einen Versuch wert.
     
  18. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    http://www.dysphagiezentrum.de/pdf/VFEDAachenerDiaetektikFobi2004.pdf

    Da es sich hier um eine Pat. handelt, die noch weitestgehden problemlos zu essen scheint und bei der nur bei der Tabletteneinnahme eine Problematik besteht, denke ich, dass der Hausarzt der richtige Ansprechpartner ist. In welcher Form und durch wen eine Schluckdiagnostik erfolgt wird er dann festlegen.

    Elisabeth
     
  19. daktary

    daktary Junior-Mitglied

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    Danke, Elisabeth, für den Hinweis und den wertvollen Link. :idea:
     
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Zunehmende Sprech- und Schluckbeschwerden Pflegebereich Neurologie / Neurochirurgie 24.02.2009

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