Suizid bei Kindern

Gaby

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Hallo,


Suizid bei Kindern kommt leider immer häufiger vor. Vor allem zum Schulschluss leider immer wieder ein Thema.

Was sind die Ursachen?

Der Druck und der Leidensweg der Geschwisterkinder und Eltern ist groß. Haben sie versagt?


Liebe Grüße aus Wien

Gaby
 

Tigermaus

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Hi!
Es ist schon traurig das Kinder das gefühl haben nicht mehr mit der Welt klar zu kommen und den entschluß fassen sich umzubringen. Doch was ist der Auslöser für einen solchen Entschluß?! Was bringt junge Menschen dazu?! Häufig sind es für die betroffene Person unlösbare Problem jeglicher Form. Doch jeder Mensch empfindet Probleme anders und geht auch anders damit um.
Laut Statistik handelt es sich ja in den meisten Fällen um pubertierende Jugendliche. Häufig psychisch labiler als Kinder und Erwachsene. Doch wenn sich ein kind das Leben nimmt so denke ich hat das schwerwiegende Hintergründe. Was könnte es sein? Sexueller Mißbrauch, Angst vor den anforderungen des Lebens, Schule, die Angst vorm Versagen?!
 

Hannes1988

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Hy
nach meiner Meinung ist die Gessellschaft schuld. Wir sind so auf Leistung getrimmt, dass Versagen unentschuldbar ist. Geht mal in die Grundschule, die Eltern unternehmen alles, dass ihr Kind es auf eine höhere Schule kommen. Auch werden die Kinder immer gemeiner zu sich selbst, wenn Kindergartenkinder andere ärgern, weil sie keine Markenkleidung tragen, sollte das mal zum denken anregen. Ich bin ausgebildeter Heilerziehungspfleger und Sozialbetreuer und erlebe so etwas sogar schon im Behindertenbereich.

Ich weiß nicht ob die Statistik aktuell ist, aber in meiner Hepausbildung war Selbstmord die zweit häufigste Todesursache von Kindern und Jugendlichen in Deutschland.
mfg Hannes
ps: sorry für meine Rechtschreibfehler
 

honigelefant

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sowas ist schon sehr heftig und ich denke auch das die umwelt viel dazu beiträgt. ich denke aber auch, dass es oft eine kurzschlussreaktion ist.
woran das wohl alles liegen mag, ich denke viele eltern bekommen auch nicht wirklich mit was mit ihren kindern los ist und haben auch nicht die zeit dafür, wenn sie gerne wollten. heutzutage gehts ja fast nur noch ums geld scheffeln und zu überleben da kommen andere dinge zu kurz oder werden ganz vergessen. achja und nochmal anzumerken ein kind soll doch kind sein und nicht so schwere lasten auf sich tragen, aber viele müssen das und wissen vl deswegen auch nicht weiter.
 

Hannes1988

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Ich glaube die eltern sind sich nicht im klaren dass es so etwas gibt. ich finde, dass dies ein thema ist, dass nicht angesprochen wird (totgeschwiegen). Érschwerden kommt noch hinzu, dass sie glauben, dass dafür eigentlich das personal der schule/ kika zuständig sind, sind ja vom fach.
 

Dialyseheinz

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Wir sind die Gesellschaft!
Wir sind die Eltern, die Lehrer, Erzieherin, und was weiss ich noch alles!
Schuld?
OK!!!!! ICH bin SCHULD! (als Teil der Gesellschaft)
Nur so kommen wir nicht weiter...
Wenn WIR die Gesellschaft sind, obliegt es uns sie so zu gestalten das versagen in die Geselchaft gehört, das platz für Angst ist...
Wenn WIR die Gesellschaft sind, ist es unsere PFLICHT perspektiven zu entwickeln, abgebote zu machen, Leistung zu deffinieren, aufzufangen...
Das ist keine einzelne anonyme Gruppe!
Wir werden nie alle Suizide, seien sie im Affekt seien sie als Bilanzsuizid gemacht worden, verhindern! Wer WILL der WIRD!
WIR müssen HINSCHAUEN!
Ob der sich suizierende Mensch nun 10, 18, 65 Jahre alt ist, spielt keine Rolle. Ob ich, (der Staat) Angebote mache um sagen zu können "selbst schuld wenn sie nicht angenommen werden" spielt keine Rolle.
Aber ob ich ansprechbar bin, hinsehe, verstehe, mich einsetze, mich als teil des verantwortung Habenden sehe - DAS entscheide ich... als Nachbar, Kollege, Autofahrer, Maurer, Strassenkehrer, Politiker....

Ich versuche hinzusehen... (und oft vergesse ich es auch... scheitere...und ertrage es...)
 

rudi09

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Hallo @all,
ich will ja niemand zu nahe treten, aber hier wird schon wieder mal was diskutiert, wo ich hoffentlich mit meiner Meinung nicht alleine stehe: Den Kindern wird von klein auf fast jeder emotionale Stress abgenommen oder sie davor "geschützt", so dass sie letztlich mit Stress nicht umgehen können, keine Bewältigungsstrategien für sich finden und ausprobieren können. Denen fällt dann ausser Ritzen, Schneiden und eben sich Umbringen nichts mehr ein. Wer nicht mit Konflikten umzugehen lernt, weicht diesen aus Unsicherheit eben aus.
MfG
rudi09
 

Maniac

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Den Kindern wird von klein auf fast jeder emotionale Stress abgenommen oder sie davor "geschützt", so dass sie letztlich mit Stress nicht umgehen können, keine Bewältigungsstrategien für sich finden und ausprobieren können. Denen fällt dann ausser Ritzen, Schneiden und eben sich Umbringen nichts mehr ein. Wer nicht mit Konflikten umzugehen lernt, weicht diesen aus Unsicherheit eben aus.
Tschuldige, aber übertriebene Verallgemeinerung. Was sollen solche Provokationen?
 

jackdanielsx84x

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Rudi, ganz ehrlich.....komische Ansichten, ich erlebe das doch etwas anders und die Kinder von heute haben eben auch ganz andere Aussichten als, ja sogar eigentlich ich, zu meiner Schulzeit.
Was willst du denn heute noch werden mit einem Hauptschulabschluß, ich kann dir nur empfehlen: Lies mal das Berufshandbuch der Arbeitsagentur....

Ich habe auch bisher noch keinen Suizid gesehen oder davon gehört, der aus lauter langeweile "durchgeführt" wurde. Diese Äußerung ist für mich einfach fehl am Platze und überflüssig.

Der Beitrag von Heinz klingt zwar wie Werbung für die Website dieGesellschafter.de, aber im Grunde hat er Recht.

Zufällig habe ich einen Nachbarn, der vor nicht all zu langer Zeit einen Suizidversuch unternommen hat und eine aufmerksame Nachbarin dies zeitnah bemerkte. Er hat es sicher nicht aus langeweile versucht, allerdings ist er auch kein Kind.
Man sollte nur bedenken welche Belastungen heut zu Tage auch auf Kindern und Jugendlichen liegen, welche sicher auch ein Effekt der Gesellschaft sind.
Hab ich die neusten Klamotten, steht ne Marke drauf?
Ich kann nicht mit zur Klassenfahrt, weil meine Eltern eben ALG II beziehen oder sogar einen Job haben und dieser nicht genug einbringt...........für manche Kinder soll das belastend sein rudi....


Gruß
Dennis
 

alesig

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Hallo
Mein Sohn war 2mal ziemlich nah dran sich das Leben zu nehmen.
Das erste Mal in der 4.Klasse Grundschule, das 2.mal in der 8.Klasse.
Der Grund - Er hat ADHS und,eine milde Form des Tourette Syndroms ,ist Zeit seines Lebens immer anders gewesen. Ende der 3. Klasse fing das Mobbing an und wurde trotzt Intervention und Bemühungen der Lehrer und uns (den ELtern) immer schlimmer. Er hatte alle Tabletten gesammelt die er im Haus fand, konnte sich nur nicht überwinden sie zu schlucken, weil er wusste ich würde stinksauer sein (seine Worte) wenn er es täte. Gottseidank war ich zu Hause und konnte ihn Auffangen. Ähnliche Situation in der 8. Klasse, nur waren es da die Bahngleise in der Nähe. Der Grund warum er es bleiben ließ war der Gleiche wie in der 4. Klasse.
Ein gleichaltriger Junge in der Paralellklasse hat sich mit 15 Jahren umgebracht, wahrscheinlich Liebeskummer gemischt mit Zukunftsangst.
Angst vor der Zukunft haben sehr viele Teenies, vor allem in der Hauptschule. Schlechte Chanchen auf dem Arbeitsmarkt, ständig üble Schlagzeilen für diesen Schulzweig, Abwertung von vielen aus den weiterführenden Schulen.
Dann noch Eltern die , aus welchen Gründen auch immer, durch Abwesenheit glänzen, oder Eltern die selber keine perspektive mehr haben.
Kids die ohne Grenzen aufwachsen. Die hohen Forderungen die an die Kinder gestellt werden.
Auch Kinder können vereinsamen, ihre Probleme mögen für die meisten Erwachsenen zwar nicht wichtig erscheinen, für die Kids sind sie aber existenziell. Wir brauchen mehr Sensibilität für unsere Kinder und ihre Probleme.Unsere Kinder brauchen Raum, Flächen auf denen sie spielen und laut sein dürfen.
Alesig
P.S. An Rudi09- Wahrscheinlich liest Du die falschen Bücher und Du lebst auf einer Insel ohne Kontakt zu richtigen Menschen. Was Du schreibst, disqualifiziert Dich in meinen Augen als kompetenten Gesprächspartner.
Du willst provozieren nur um des provozierens Willen.
 

spaybell

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Hallo Leute

Ich glaube jeder von uns war schon an dem Punkt angekommen,wo es scheind, dass es nicht mehr weiter geht. Ich find es nicht gut, dass nur die Eltern als Sündenbock dargestellt werden.
Klar ein sicheres Soziales Umfeld kann helfen, aber gerade in der Zeit des Erwachsenwerdens ist es nicht leicht. Keiner versteht einen und alle wollen sich ins eigene Leben einmischen. Sowas kann man nur schaffen mit einer Starken Persönlichkeit (Erziehung) und guten Freunden.
Ich verurteile niemanden der diesen Weg geht, denn jeder ist sein Eigener Herr und entscheidet. Für uns mögen die Gründe Lächerlich sein, aber diese Krisen sind nicht zu unterschätzen und ernst zu nehmen.
Hab jemanden am Suizid verloren. Erst jetzt musste ich begreifen , dass ich es nicht verhindern hätte können.
Traurig aber war.

MfG Spaybell
 

Elisabeth Dinse

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Suizid ist nicht gleich Suizid. Die Ursachen können unterschiedlicher nicht sein. Allen gleich ist schlußendlich der Glaube, dass die Situation keine Lösung zuläßt. Das eigene Leben erscheint wertlos und der einzige Ausweg ist die Erlösung aus der Situation- der Tod.

Was soll/ muss die Gesellschaft hier leisten? Kann sie überhaupt einen Beitrag leisten?

Elisabeth
 

Ellyrobby

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Macht Rudi 09 nicht ganz so fertig, es gibt auch diese Probleme, nur Verallgemeinern kann man das natürlich nicht.
Meine Kinder hatten leider keine einfache Kindheit, die ersten Jahre ganz okay, aber gerade in der Pupertät konnte ich ihnen Trennung und Scheidung nicht ersparen. Meine Tochter hat mit 13 geritzt, mein Sohn hat mit 15 geschnüffelt. Beides haben wir in den Griff bekommen, aber es hätte auch schief gehen können. Erst viele Jahre später konnten sie mir erzählen, was ihre Motive waren. Es war ein Gemisch aus vielem: Probleme in der Schule, Streit mit Freunden, ein völlig abwesender Vater u.s.w. und dazu dieses Gefühl: Wozu bin ich eigentlich etwas nutze. Sie haben mir heute bestätigt(beide sind Mitte 20 und arbeiten nach Ausbildung und Studium ganz zufrieden), das ich immer für sie da war, sie immer zu mir kommen konnten. Damals hatte ich nicht dieses Gefühl, neben der Schichtarbeit dachte ich, das meine Kinder immer zu kurz kamen.
Aber in Watte gepackt habe ich meine Kinder auch nicht, sie mußten im Haushalt ihren Teil leisten. Wir haben zusammen geputzt, gekocht und gebacken. Da kann man auch viel reden. Meine Tochter (24) meint, sie ist in ihrem Freundeskreis, die Einzige die richtig kochen kann. Meine können es beide.
Anders die Tochter einer Bekannten, die mußte nichts daheim tun, weil Mutter und Oma ja daheim waren. Sie durfte sich voll auf ihre Schule konzentrieren, meistens hat sie Fernsehen geschaut. Der Umgang mit meinen Kindern wurde aber auch nicht gerne gesehen, weil die ja sooo fürchterlich waren. Mit 17,5 ist sie dann bei einem Herren eingezogen (20 Jahre älter), hat nicht mal die Schule beendet. Das Jugendamt hat nur die Schultern gezuckt. Nach nicht mal einem Jahr war sie wieder da, aber die Eltern haben sie nicht wieder aufgenommen. War da wirklich genügend Liebe?
Meine kommen auch heute mit jedem Problem erstmal zu mir, auch wenn es manchmal nervt, ich freue mich darüber.
Grüße Elly
 

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