Suchtverträge

Dieses Thema im Forum "Pflegebereich Psychiatrie/Psychotherapie/Psychosomatik/Sucht/Forensik" wurde erstellt von Baum, 02.07.2013.

  1. Baum

    Baum Senior-Mitglied

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    Hey, zusammen,

    hab neu auf Psych angefangen und hab euch eine Frage:
    Wenn ihr Alkoholkranke betreut, habt ihr dann Suchtverträge?
    Und habt ihr positive Erfahrungen damit gemacht bzw. Vergleiche zu einer Behandlung ohne solche Verträge?

    Welche Behandlung halten die Psychiatrieerfahrenen für sinnvoller:
    Eine die auf strikte Kontrolle beruht (mit Suchtvertrag, strengen Ausgangsregelungen etc.),
    oder aber eine legere, welche mehr auf Vertrauen beruht und welche gelegentlich (!!) und einfach stichprobenartig Röhrchenblasen vorsieht?

    Mich würde auch sehr die Meinung von Menschen interessieren, die vielleicht sogar einmal in der Situation als Patient waren. Gerne eine private PN schicken, würde mich sehr interessieren, wie man da am geschicktesten und langfristigsten arbeiten kann bzw. was da am besten helfen kann.

    lG, Baum
     
  2. Ente_24

    Ente_24 Junior-Mitglied

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    Die Sucht ist ja im Wesentlichen ein pathologisches Verhaltensmuster; lapidar ausgedrückt: die Krankheit. Ich nehme an ein sog. Suchtvertrag beinhaltet dann irgendein schriftliches Versprechen des Patienten bezüglich seiner Suchterkrankung. Der Konsum von Alkohol und illegalen Drogen auf Station ist normalerweise schon in der Hausordnung spezifisch verboten. Ein Verstoß gegen diese dürfte genauso Konsequenzen haben, wie gegen den Suchtvertrag. Was Verstöße während der Therapie, sprich, auch im Tagesausgang angeht, sollte ein für alle Patienten verbindliches Regelwerk existieren bzw. mit dem Betroffenen entspr. Vereinbarungen getroffen werden.
    Ob man sich jetzt für Vertrauen oder Kontrolle entscheidet, sollte man immer individuell abwägen, aber so, daß alle Pflegepersonen die gleiche Schiene fahren, sonst endet alles im Chaos. Es gibt ja nicht DEN Alkoholiker ...
     
  3. Baum

    Baum Senior-Mitglied

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    Hallo, Ente_24,

    dank Dir für Deine Antwort. Ich habe da mittlerweile auch einen solchen Lösungsweg gefunden, wie Du ansprichst: eigentlich Hausordnung, wobei die Suchtverträge in der Klinik auch individuell angepasst werden können.
    Im Allgemeinen entscheiden aber die zwei Bezugspflegenden und das therapeutische Team zusammen, was Sinn macht, im Idealfall mit dem Pat. zusammen. Ist etwas schwierig am Anfang, da klar durchzublicken, vermutlich, weil es eben nicht die eine richtige Musterlösung gibt ;).
    Dann wäre das Leben wohl manchmal leichter :daumen:.

    Ich wünsche Dir einen schönen Abend und lG,

    Baum
     

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