Suchtverlagerung?

Dieses Thema im Forum "Pflegebereich Psychiatrie/Psychotherapie/Psychosomatik/Sucht/Forensik" wurde erstellt von narde2003, 28.07.2008.

  1. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
    Mitarbeiter

    Registriert seit:
    27.07.2005
    Beiträge:
    13.280
    Zustimmungen:
    63
    Beruf:
    FGuKP I&I, Praxisanleiterin DKG,Wundassistent WaCert DGfW, Rettungsassistentin, Diätassistentin
    Ort:
    München
    Akt. Einsatzbereich:
    HOKO
    Funktion:
    Leitung HOKO
    Hallo liebe Kolleginnen und Kollegen,

    ich stelle immer wieder fest, dass ehemalige Drogenabhängige sehr gierig auf Süsskram und Zucker bzw. Honig sind. Ist das eine Suchtverlagerung oder woran liegt das?

    Ich gönne ihnen den Zucker und Honig von Herzen, nur verwundert es mich einfach, dass 99% von ihnen extrem viel davon konsumieren.

    Ich konnte in der Klinik schon regelrechtes "dealen" mit Honigpäckchen feststellen - für 1 Zigarette kostet 3 Päckchen Honig.:eek1:

    Liebe Grüsse
    Narde
     
  2. Nutella Woman

    Nutella Woman Poweruser

    Registriert seit:
    25.06.2004
    Beiträge:
    546
    Zustimmungen:
    1
    Beruf:
    GuKP; B.A. Pflege- & Gesundheitsmanagement, QMB, M.A. Sozialmanagement
    Ort:
    Ruhrgebiet
    Akt. Einsatzbereich:
    QM, Chefin für FSJler
    Mir ist nur aufgefallen, dass solche Leute gerne doppelte Portionen bestellen - dazu dann Unmengen an Kaffee... Dieses Phänomen ist mir auch ein Rätsel.
     
  3. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

    Registriert seit:
    29.05.2002
    Beiträge:
    19.812
    Zustimmungen:
    167
    Beruf:
    Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
    Akt. Einsatzbereich:
    Intensivüberwachung
    Dieses Phänomen scheint aber nur eingeschränkt zu funktionieren... ich werde nur dick davon. *heulschnief*

    Elisabeth
     
  4. Lin

    Lin Poweruser

    Registriert seit:
    28.12.2007
    Beiträge:
    1.528
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Krankenschwester
    Akt. Einsatzbereich:
    Urologie
    Du hast recht, das ist wirklich eine Suchtverlagerung.
    Ich habe in einer Therapieeinrichtung für Drogen-, Medikamenten- und Alkoholabhängige gearbeitet. Die Klienten bekamen jede Woche ein Taschengeld und konnten mir eine Einkaufsliste schreiben. Aber ich musste aufpassen, dass jeder nur eine gewisse Menge an Zigaretten, Schokolade, etc. bekamen.

    Gruß,
    Lin
     
  5. alesig

    alesig Poweruser

    Registriert seit:
    01.08.2004
    Beiträge:
    461
    Zustimmungen:
    36
    Beruf:
    Krankenschwester
    Ort:
    Bayernland
    Akt. Einsatzbereich:
    Krankenhaus
    Hallo
    Wir haben oft Alkoholiker auf Entzug und die sind auch ganz scharf auf Süßes.
    Suchtverlagerung gibt es doch auch bei vielen Ex Rauchern anstatt Zigarette - Schokolade.
    Alesig
     
  6. Mr. Hunter

    Mr. Hunter Junior-Mitglied

    Registriert seit:
    07.09.2006
    Beiträge:
    56
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Krankenpfleger, Pflegetherapeut WUnde ICW, Vollzugsbeamter
    Ort:
    Lingen (Emsland)
    Akt. Einsatzbereich:
    PDL, Chirurgie
    Funktion:
    Wundexperte
    mir hat mal ein Junky erklärt das der Zucker im ganzen Süßkram dafür sorgt das sich die Toxine schneller abbauen. Teilweise werden Süssigkeiten gegessen um von einem Horrortrip wieder runterzukommen. Woran das nun liegt kann ich aber auch nicht sagen.

    Ich habe ebenfalls beobachtet das der Konsum von Süssigkeiten nach dem akuten Entzug nachgelassen hat.
     
  7. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

    Registriert seit:
    29.05.2002
    Beiträge:
    19.812
    Zustimmungen:
    167
    Beruf:
    Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
    Akt. Einsatzbereich:
    Intensivüberwachung
    Elisabeth
     
  8. dieEv

    dieEv Poweruser

    Registriert seit:
    01.09.2007
    Beiträge:
    1.091
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Krankenschwester
    Ort:
    Hessen
    Akt. Einsatzbereich:
    OP
    Alkoholiker haben meist einen niedrigen Blutzuckerspiegel-die Gluconeogenese in der Leber ist gestört. Auch die Bauchspeicheldrüse kann geschädigt sein.
    Auch andere Drogen schädigen die Leber dauerhaft, die ja Schlüsselfunktionen beim Kohlehydratstoffwechsel hat.
    Möglicherweise wirkt der Süßkram nicht nur aufmunternd und als Ersatzhandlung, sondern ist auch ein Zeichen für einen dauerhaft niedrigen BZ-Spiegel.
     
  9. Lorien

    Lorien Newbie

    Registriert seit:
    16.07.2008
    Beiträge:
    3
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Krankenpflege
    Akt. Einsatzbereich:
    Psychiatrie
    Ich arbeite mit Drogen- und Alkoholabhängigen. Süßkram speziel ist mir bislang nicht so stark aufgefallen, jedoch durchaus eine Neigung überhaupt viel Nahrung zu sich zu nehmen. Da allerdings Viele auch ihre Ernährung vernachlässigt hatten, ist eine Gewichtszunahme bei Diesen durchaus erwünscht. Suchtverlagerung erleben wir aber eindeutig in übermäßigem Tabakkonsum und früher auch Koffeein (bis löslicher Kaffee bei uns verboten wurde). Des Weiteren der häufige Drang nach zusäzlicher Medizin zu bitten bei z.T. offensichtlich vorgeschobenen Gründen. Es ist oft nicht einfach zu erkennen, wann dies nur geschieht aus dem gewohnten Suchtverhalten des Patienten: "Probleme oder Leerlauf --> dann Konsum" Und sei es auch "nur" der Konsum beruhigenden u./o. schlafförderlichen Medikamenten.
     
  10. Savannah

    Savannah Junior-Mitglied

    Registriert seit:
    01.03.2006
    Beiträge:
    63
    Zustimmungen:
    2
    Beruf:
    Fachkrankenschwester Psychiatrie
    Ort:
    Ruhrgebiet
    hallo @ll,

    und damit läuft sich wieder mal ein gutes thema tot. es wird versucht, physiologisch zu erklären, was warum passiert. wir reden von menschen, die meistens genau wissen, dass, wenn sie sich jetzt zum konsum entscheiden, alles auf der strecke lassen.
    entscheidung zur entgiftung...
    da wirds doch spannend, was bieten wir an, ausser regeln? kann doch mit kaffee und honig super gut sein, wenn die BEZIEHUNG stimmt.

    gruss zur nacht
     
  11. Savannah

    Savannah Junior-Mitglied

    Registriert seit:
    01.03.2006
    Beiträge:
    63
    Zustimmungen:
    2
    Beruf:
    Fachkrankenschwester Psychiatrie
    Ort:
    Ruhrgebiet
    ups, off topic...,

    aber wieviel kaffee konsumiert ihr denn so?

    glg
     
  12. dieEv

    dieEv Poweruser

    Registriert seit:
    01.09.2007
    Beiträge:
    1.091
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Krankenschwester
    Ort:
    Hessen
    Akt. Einsatzbereich:
    OP
    Kaffee wenig, aber die Zigarette nach getaner Arbeit wirkt schon entspannend.
    Das Thema war auch nicht "tot", wieso?
     
  13. Lorien

    Lorien Newbie

    Registriert seit:
    16.07.2008
    Beiträge:
    3
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Krankenpflege
    Akt. Einsatzbereich:
    Psychiatrie
    Hm, warum ist da das Thema tot? Das war die Anfangsfrage. *grübel*

    @ Savannah
    Mein Kaffeekonsum ist faktisch 0, aber so 2-5 Tassen schwarzen Tee trinke ich schon i.d.R. *schmunzel*

    Aber ich denke mal, Du wolltest eher eine vergleichende Sichtweise anregen. Doch wenn man die Patienten mal befragt, geben Diese durchaus offen zu, dass sie in der Behandlung mehr Kaffee + Rauchwaren konsumieren als sonst.
     

Diese Seite empfehlen

  • Über uns

    Unsere Online Community für Pflegeberufe ist eine der ältesten und mitgliederstärksten im deutschsprachigen Raum (D/A/CH) und wir sind stolz darauf, dass wir allen an der Pflege Interessierten seit dem Jahr 2000 eine Plattform für unvoreingenommene, kritische Diskussionen unter Benutzern unterschiedlicher Herkunft und Ansichten anbieten können. Wir arbeiten jeden Tag mit Euch gemeinsam daran, um diesen Austausch auch weiterhin in einer hohen Qualität sicherzustellen. Mach mit!

    ©2000-2016 - www.krankenschwester.de - Die Online Community für Pflegeberufe

  • Schnellnavigation

    Öffne die Schnellnavigation

  • Unterstützt uns!

    Unser Team von www.krankenschwester.de arbeitet jeden Tag daran, dass einerseits die Qualität sichergestellt wird, um kritische und informative Diskussionen zuzulassen, andererseits die technische Basis (optimale Software, intuitive Designs) anwenderorientiert zur Verfügung gestellt wird. Das alles kostet viel Zeit und Geld, deshalb freuen wir uns über jede kleine Spende!

Ich stimme zu Weitere Information

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.