Suche Rat bezüglich gefäßchirurgischem Eingriff

Dieses Thema im Forum "Pflegebereich Chirurgie" wurde erstellt von Markus23KP, 02.05.2011.

  1. Markus23KP

    Markus23KP Stammgast

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    Hallo zusammen. Bin mal wieder auf der Suche nach Hilfe.

    Mein Opa 82 Jahre alt in mäßigem AZ und schlechtem EZ mit reduziertem Lebenswillen seit 5 Jahren (Seit dem Tod seiner Frau, meiner Oma) klagte am Ostersamstag über Sz am re Fuß. Zum Vorschein kam ein Erysipel re Fuß bis über Knöchel und ein Infizierter D1 und D2 bei Druckulcus D2. Seitdem i.v. AB mit Unacid 1,5 g 2 mal täglich und täglicher NACL 1000 ml gabe. Vorerkrankungen: Herzinsuff NYHA °3-4, Niereninsuff °2, Benigne Prostatahyperplastie (dort vor 5 jahren OP verweigert seitdem Zystofix träger) und eine Chronisch Lymphatische Leukämie alles diagnostiziert seit 2005. Gehstockmobil ebenerdig.

    Heute Angiographie gelaufen (Krea 1,8 trotz 2 l NaCl mit 4 Amp ACC Vorwässern!) Befund: Kollateralisierter Verschluß AFS (art. femoralis superficialis) bds.

    So ich arbeite ja auf Viszeralchirurgie aber mein OPA liegt bei mir auf Station, wird konsilliarisch von den Gefäßchirurgen betreut. Ich also gleich meine Viszeralchirurgen auf den Befund schauen lassen (assistieren im Dienst auch bei Gefäßigen Eingriffen) total geschockt. Also haben meine Docs den Oberarzt Gefäßchir. angerufen, er sieht keine andere Möglichkeit als OP (Gabelplastik oder so?! laut meinen Visceralschirurgen) Oberarzt ging dann ins frei und ich saß da... Mit Marginalen Kenntnissen in Gefäßchirurgie, einem OPA mit Patientenverfügung (seit meine Oma elendig über Wochen mit ARDS auf ITS verstarb) und reduziertem Lebenswillen und ich als Medizinisch Bevollmächtigter (Schriftlich, Notariell seit Oma´s Tod) und dem letzten Satz des Gefäßchir. den ich durch das Telefon nach den Hinweisen meiner Doc´s das mein OPA die OP wohl verweigern werde : "Die OP müss mer machen, dann soll der Markus seinen Opa halt entmündigen für die OP..."

    Tja ich bin jetzt halt auf der Suche nach Gefäßchir. Kollegen die mir eine Meinung sagen wie die Verläufe ähnlicher OP´s bei Ihnen auf Station sind und auf der Suche nach Tipps und Hinweisen die mir bei der Entscheidung helfen... OPA wohnt bei meinen Eltern im Haus, mein Papa - selbst chronisch krank mit chron. aktiv. neuroborelliose und berentet - ist immer da. Ich wohne 8 km weiter könnte 1 mal täglich nach ihm schauen, Pflegestufe für Amb. Pflegedienst ist beantragt. Sein re Fuß ist in Ruhe Szfrei, bei Belastung Sz Skala 3-4 ,Entzündung besser aber noch sichtbar.
    Soll Ich Opa für die OP zureden, hoffen dass alles glatt geht und bei besserer Durchblutung sich sein Fuß verbessert (Realistischer Wunsch?) . Ihn so mit nach Hause nehmen und schauen wie es wird? Oder seine Methode: "Weg mit dem 2 bösen Zehen und bring mich heim."

    Ich weiß Ihr könnt mir die Entscheidung nicht abnehmen, trotzdem hat es schonmal gut getan alles niederzuschreiben... Und evtl hat ja jemand genau den gleichen Fall grad erst gehabt und eine Alternative parat...

    Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit! :-)
     
  2. monaluna

    monaluna Poweruser

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    Hallo,

    du sitzt in einer ganz schwierigen Situation. Versuche mal deine Wuensche an die Seite zulegen. Dein Opa ist ja nicht dementiell, oder habe ich das uberlesen? Ich wuerde meinem Opa die Optionen erklaeren, die er hat und dann seinen Wuenschen entsprechend handlen! Auf gar keinen Fall wuerde ich meinen Opa fuer eine OP entmuendigen lassen die er nicht will. (wenn er klaren Verstandes ist.) Nicht jeder der einen eingeschraenkten Lebenswillen hat, ist nicht mehr zurechnungsfaehig!

    Mein Opa hat eine lebenswichtige OP verneint, und wir mussten es akzeptieren, er ist zwei Tage spaeter verstorben. Haette ihm die BypassOP das Leben gerettet? Wer weiss es! Er war nicht dementiell und somit hat er ein Recht auf ein Selbstbestimmtes Leben in meinem Augen.

    Wuensche dir und deiner Fam. viel Kraft bei was immer ihr auch tuen werdet.
     
  3. olynthchen

    olynthchen Stammgast

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    Du trägst einen ganzen Felsen auf Deinem Buckel.

    Oft will man nicht loslassen aber bedenke, daß Leneswillen nötig ist um das überstehen zu können, was Dein Opa noch vor sich hat.

    Keiner kann Dir sagen, ob das alles problemlos abläuft, denn er hat ein stattliches Alter und mehrere Vorerkrankungen.

    Allerdings finde ich, bist Du von den Ärzten doch nicht wirklich aufgefangen.
    Du scheinst ja nicht viel mehr zu wissen, was getan werden kann als vorher, denn die Bemerkung, Du sollst ihn entmündigen lassen, hätte ich überhört.

    Bespreche mir Deinem Opa noch mal was er will und dann seht weiter.
    Stell Dich aber auch darauf ein, daß er vielleicht etwas sagt, was Du nicht hören willst.

    Viel Kraft wünsche ich Dir
     
  4. Markus23KP

    Markus23KP Stammgast

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    Danke Euch beiden erstmal...!

    Er ist zu allen Qualitäten voll orientiert...! Normalerweise bin ich derjenige der für die klugen Ratschläge da ist (Medizinisch gesehen) aber wenn es um die Familie geht ist man wie blockiert... Da braucht man manchmal Menschen die objektiv mit fachwissen von außen auf die Situation schauen. Morgen finden natürlich ausführliche Gespräche mit Gefäßchir., meinem Opa und mir statt... wollte mir nur schon mal paar Einsichten von außen holen... Danke dafür!
     
  5. flexi

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    Vielleicht schaust dir auch nochmal die Inhalte der vorhandenen Patientenverfügung an.
     
  6. LittleSister87

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    das ist natürlich keine leichte Entscheidung und ich denke ebenso, dass dein Opa das wohl selbst entscheiden muss/kann.
    Ich arbeite in der Gefäßchirurgie und solche OPs sind bei uns die Regel.
    Wenn alles gut verläuft, dann ist der Erfolg wirklich groß und dein Opa könnte wieder ohne Schmerzen laufen. Ebenso würde natürlich das Ulcus besser verheilen durch die verbesserte Durchblutung.
    Aber die Entscheidung liegt natürlich bei ihm....
    lg
     
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