Sture Patientin fügt sich selbst Leid zu - Was tun?

Dieses Thema im Forum "Fachliches zu Pflegetätigkeiten" wurde erstellt von Josee, 20.10.2008.

  1. Josee

    Josee Newbie

    Registriert seit:
    18.10.2008
    Beiträge:
    13
    Zustimmungen:
    0
    Hallo,
    ich dachte, ich frag hier mal nach, weil ich leider nicht mehr weiter weiß. Eine mir zugeteilte Patientin ist so stur, dass sie sich seit Wochen nicht aufrichtet, obwohl sie körperlich dazu in der Lage ist. Mir ist aufgefallen, dass sie zwängend um Aufmerksamkeit bettelt, zb wenn ich im nachbarzimmer bin, würgt sie solang bis sie sich erbricht und mich dann wieder holen kann....Hauptproblem ist aber, dass sie wirklich nicht aufsteht...seit wochen nicht..langsam kommen die anzeichen eines dekubitus. Natürlich kann ich nicht gegen ihren Willen handeln, aber ich mache mir Vorwürfe und sogar zu Hause zerbrech ich mir den Kopf über diesen hartnäckigen Fall. Es ist unmöglich sie außerhalb des Bettes zu waschen....aber wie gesagt nicht körperlich..sondern nach ihrem kopf. Hat jemand vllt schon mal was ähnliches erlebt? Wenn ja, wie habt Ihr das bewältigt? Liebe Grüße Josee:nurse:
     
  2. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

    Registriert seit:
    29.05.2002
    Beiträge:
    19.812
    Zustimmungen:
    167
    Beruf:
    Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
    Akt. Einsatzbereich:
    Intensivüberwachung
    Woran machst du fest, dass sie es körperlich nicht will?

    Pflegeprozess

    Infosammlung: Alter?, Erkrankung?, Einschränkungen?, Orientierung?, Bewußtseinslage?, ev. Medikamente?, Welche Motivation hat sie? Hat sie Schmerzen? Wie sieht ihre Zukunft aus? Hat sie einen Sturz erlebt? Bewegt sie sich gar nicht mehr selbst?

    Problem: Immobilität
    Ursache: ???
    Symptome: ???

    Ressourcen: kann ihrem Willen verbal Ausdruck verleihen?

    Ziel: Mobilisierung zum Zwecke der Körperpflege?

    Maßnahmen: ???

    Eigentlich wissen wir nichts von der Pat. außer deiner subjektiven Wahrnehmung.

    Elisabeth
     
  3. Maniac

    Maniac Poweruser

    Registriert seit:
    09.12.2002
    Beiträge:
    9.602
    Zustimmungen:
    81
    Akt. Einsatzbereich:
    Krankenhaus
    Funktion:
    Führungskraft
    Wo arbeitest du? Ich verstehe die Situation grad so nicht...
     
  4. Bluestar

    Bluestar Poweruser

    Registriert seit:
    11.02.2006
    Beiträge:
    1.976
    Zustimmungen:
    22
    Beruf:
    Krankenschwester
    Akt. Einsatzbereich:
    Dialyse
    Funktion:
    Zuständig für Dialyse, Hygiene, Wundversorgung
    Kommen noch ein paar mehr Infos ??? Sonst wirds schlecht mit gutem Rat....
     
  5. Josee

    Josee Newbie

    Registriert seit:
    18.10.2008
    Beiträge:
    13
    Zustimmungen:
    0
    Bin auf einer Thoraxchirurgiestation. Sie ist um die 50, hat vor einigen Wochen eine Operation durchgemacht. Körperlich ist es möglich für sie zu laufen, weil ich sie schon laufen gesehen habe. Läuft munter. Keine Anzeichen von Schmerzen. Und sobald eine Person in weiß um die Ecke kommt, ist alles wie weggeblasen. Auch Essen unmöglich in der gegenwart von schwestern...sie isst..aber nur wenn keine schwester da ist (laut angehörigen) Deswegen komme ich auf dieses stur. Ich bin fast der Meinung, dass sie sich dieses "Wundliegen" und Schwindelgefühl (durch Alkohol und Essensverweigerung) selbst zufügt. Vllt seh ich diesen Fall auch zu streng aber mich beschäftigt er irgendwie sehr. In diesem gebiet habe ich nciht viel erfahrung, deswegen wären tipps ganz nett.
     
  6. Spargelhuhn82

    Spargelhuhn82 Stammgast

    Registriert seit:
    14.05.2008
    Beiträge:
    231
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Gesundheits- und Krankenpflegerin
    Akt. Einsatzbereich:
    interdisziplinäre Intensiv
    Nur ne Frage... Alkohol?? :gruebel:
     
  7. Josee

    Josee Newbie

    Registriert seit:
    18.10.2008
    Beiträge:
    13
    Zustimmungen:
    0
    Bei uns haben Pat. ihren eigenen Kühlschrank, natürlich ist Alkohol nicht erwünscht allerdings können und wollen wir nich Sitter spielen. Sind erwachsene Menschen...werden natürlich darauf hingewiesen, das Alkohol überhaupt nicht gut für den Heilungsprozess ist und in Verbindung mit Medikamenten Nebenwirkungen auftreten. Find ich selbst nicht gut.
     
  8. Spargelhuhn82

    Spargelhuhn82 Stammgast

    Registriert seit:
    14.05.2008
    Beiträge:
    231
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Gesundheits- und Krankenpflegerin
    Akt. Einsatzbereich:
    interdisziplinäre Intensiv
    Danke, jetzt verstehe ich. Wie kommst du denn auf den Verdacht, dass diese Patientin Alkohol trinken könnte? Hast du irgendwas gesehen, eine "Fahne" gerochen oder leere Flaschen im Müll?

    Um zu deiner ursprünglichen Frage zurückzukommen... ich denke wirklich dass wir noch einige Informationen mehr brauchen, um dir evtl. Ratschläge geben zu können, wenn das auf die Distanz überhaupt möglich ist. Was für eine OP hatte die Patientin? Welche Nebenerkrankungen liegen vor? Wie war ihr Zustand vor der OP?
     
  9. baumhausprinzessin

    baumhausprinzessin Senior-Mitglied

    Registriert seit:
    03.08.2008
    Beiträge:
    117
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    GuKp
    Akt. Einsatzbereich:
    Innere
    Huhu,
    bewegt sich die Patientin denn gar nicht im Bett, auch kein Drehen oder Beine bewegen? Ab und an müsste sie doch mal auf die Toilette.. oder läuft das per Steckbecken?

    Ich möchte das auf keinen Fall mit meinen Fragen ins Lächerliche ziehen! Die stellten mir sich so..

    Habt ihr schon einmal probiert, die Patientin auf ihr Verhalten anzusprechen?
    Du sagst ja selbst, dass sie die Zuwendung des Pflegepersonals sucht.
    Wenn ihr mit einem ruhigen Gespräch auf sie zugeht und ihr sagt, dass ihr das Gefühl habt, dass es ihr nicht gut ginge, würde die Patientin Aufmerksamkeit erhalten und es ihr alleine davon vielleicht besser gehen.

    Gibt es im Haus eine(n) Sozialdienst/Psychologen/Grüne Dame?

    Niemand verhält sich ohne Grund so und ihr bekommt keine Lösung, wenn ihr die Ursache des Problems nicht kennt.

    Liebe Grüße
     
  10. baumhausprinzessin

    baumhausprinzessin Senior-Mitglied

    Registriert seit:
    03.08.2008
    Beiträge:
    117
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    GuKp
    Akt. Einsatzbereich:
    Innere
    Noch eine Frage..

    sucht die Patientin auch bei den Angehörigen so stark Zuwendung? Oder ausschließlich beim Pflegepersonal?

    Habt ihr vielleicht Informationen aus der ärztlichen Anamnese, dass bei ihr deprssives Verhalten vorliegt oder andere psychologische Diagnosen?
     
  11. Josee

    Josee Newbie

    Registriert seit:
    18.10.2008
    Beiträge:
    13
    Zustimmungen:
    0
    soweit ich weiß kam sie an mit starken schwindelgefühl und erbrechen. Das war vor einem Monat. Bin Auszubildende im 1. lehrjahr ,kann leider nicht die Krankenakte auswendig. Zum Alkohol, sie hat mich gefragt ob ich ihr sekt nachschenken kann (ich dachte, sie will auf ein späßchen raus udn hab in den kühlschrank geschaut-> Sekt und Bier, mehrere Flaschen) hab es verweigert mit der Info, dass Alkohol verbunden mit Medikamenten keine Heilung versprechen kann. danach ist mir die "Fahne" erstmal aufgefallen und habe eine Schwester gefragt, ob die "Fahne" öfter vorkam, "Joar, scheint es zu brauchen..."...würde euch gern mehr sagen aber die genaue diagnose weiß ich leider nicht...:cry: deswegen beschäftigt es mich ja so, weil ich keine ahnung davon hab, wie man mit sowas umgeht.
     
  12. Spargelhuhn82

    Spargelhuhn82 Stammgast

    Registriert seit:
    14.05.2008
    Beiträge:
    231
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Gesundheits- und Krankenpflegerin
    Akt. Einsatzbereich:
    interdisziplinäre Intensiv
    Ich fände es schon wichtig, wenn du vielleicht einen Blick in die Krankenakte oder die Kurve wirfst, denn es ist wichtig einen groben Überblick zu haben, sonst sieht es wirklich schlecht aus mit Rat geben. Weil so momentan ist mir gar nichts so richtig klar... Pat. kommt mit Schwindel und Erbrechen... liegt auf einer Thoraxchirurgie... wurde operiert. Woran?

    Ich hoffe du verstehst was ich damit sagen will, wenn wir versuchen sollen dich zu unterstützen und Ratschläge zu geben, brauchen wir einfach mehr Hintergrundinformationen über die Patientin. :-)
     
  13. Josee

    Josee Newbie

    Registriert seit:
    18.10.2008
    Beiträge:
    13
    Zustimmungen:
    0
    Wenn ich nach ihr schaue liegt sie wie gefesselt im bett, druckstellen an den fersen und am steiß lassen für mich drauf schließen, dass es wohl durchgehend so ist. mit reden hab ich es schon versucht....ruhig...an die vernunft appellierend...keine reaktion...nur "ich weiß doch, kind" bei ihr wurde nun ein blasenkatheter gelegt...(für mich ne schlechte entscheidung-> aber ich kann in der probezeit keine kritik bringen) zu den angehörigen: von mir wollte sie sich nciht waschen lassen, nach guten zureden einer anderen schwester auch nciht...wollte es von ihrer tochter am nachmittag machen lassen, hat aber nciht stattgefunden (das gleiche nochmal). Mir macht es nciht den anschein als würde sie sich im krankenhaus nicht wohlfühlen, eher das gegenteil.
     
  14. Lin

    Lin Poweruser

    Registriert seit:
    28.12.2007
    Beiträge:
    1.528
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Krankenschwester
    Akt. Einsatzbereich:
    Urologie
    Wissen die Ärzte darüber Bescheid? Wenn nein, sollten sie umgehend darüber informiert werden, damit sie die eventuellen Wechselwirkungen mit den Medikamten abklären können. Einen Psychiater bzw. Neurologen zu konsultieren, wäre auch ein guter Rat.

    Ich kann mich auch an einen Pat. erinnern, der während der Chemotherapie regelmäßig, besser gesagt in Übermaßen Alkohol konsumiert hat. Unsere Ärzte haben einen Internisten konsultiert, der absichern konnte, dass dadurch die Therapie weitergegeben werden konnte. Neurloge bzw. Psychologische Untersuchungen verweigerte er. Zumindest die Chemotherapie hat geholfen, ob er noch immer ein Alkoholproblem hat, keine Ahnung - man kann halt niemanden seinen Willen aufzwingen.

    Gruß,
    Lin
     
  15. Josee

    Josee Newbie

    Registriert seit:
    18.10.2008
    Beiträge:
    13
    Zustimmungen:
    0
    versteh ich....geht mir nur nicht aus den kopf....
     
  16. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

    Registriert seit:
    29.05.2002
    Beiträge:
    19.812
    Zustimmungen:
    167
    Beruf:
    Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
    Akt. Einsatzbereich:
    Intensivüberwachung
    Eigentlich wissen wir nach wie vor nichts von der Pat. außer deiner subjektiven Wahrnehmung.
    Übrigens ist es oft besser für die Pat. den Alkohol zu substituieren wenn es möglich ist. Deshalb wird auf eine Entgiftung mit all den Problemen im somatischen Bereich verzichtet. Dir steht es dann nicht zu, den Alkohol zu verweigern.

    Mit den wenigen Kenntnissen finde ich es verwegen im 1.LJ schon so eine Aussage zu treffen: Pat. ist stur und will nicht.

    Elisabeth
     
  17. Bluestar

    Bluestar Poweruser

    Registriert seit:
    11.02.2006
    Beiträge:
    1.976
    Zustimmungen:
    22
    Beruf:
    Krankenschwester
    Akt. Einsatzbereich:
    Dialyse
    Funktion:
    Zuständig für Dialyse, Hygiene, Wundversorgung
    Sowas wird doch sicherlich bei den Übergaben im Team besprochen, oder ? Rede mit deinem Mentor darüber und nimm sowas nicht mit nach Hause ! Manche Patienten lassen sich eben nicht helfen und ich denke die Station wird ihr Möglichstes tun, auch wenn es für dich erstmal nicht so aussieht.
    .
    .
     
  18. Josee

    Josee Newbie

    Registriert seit:
    18.10.2008
    Beiträge:
    13
    Zustimmungen:
    0
    okay danke...werd ich versuchen nochmal (!) anzusprechen...
     
Die Seite wird geladen...
Ähnliche Themen - Sture Patientin fügt Forum Datum
Bitte um Hilfe mit meiner sturen Oma! Ambulante Pflege / Private Kranken-Altenpflege zu Hause 10.02.2006
Goodpasture-Syndrom ! Nephrologie / Urologie 26.02.2002
Trachealkanülenwechsel bei beatmeter Patientin ohne Spontanatmung Außerklinische Intensivpflege 11.03.2016
demente Patientin spuckt Der Alltag in der Altenpflege 11.11.2014
Instillagel bei BDK-Anlage bei einer Patientin? Fachliches zu Pflegetätigkeiten 20.10.2014

Diese Seite empfehlen

  • Über uns

    Unsere Online Community für Pflegeberufe ist eine der ältesten und mitgliederstärksten im deutschsprachigen Raum (D/A/CH) und wir sind stolz darauf, dass wir allen an der Pflege Interessierten seit dem Jahr 2000 eine Plattform für unvoreingenommene, kritische Diskussionen unter Benutzern unterschiedlicher Herkunft und Ansichten anbieten können. Wir arbeiten jeden Tag mit Euch gemeinsam daran, um diesen Austausch auch weiterhin in einer hohen Qualität sicherzustellen. Mach mit!

    ©2000-2016 - www.krankenschwester.de - Die Online Community für Pflegeberufe

  • Schnellnavigation

    Öffne die Schnellnavigation

  • Unterstützt uns!

    Unser Team von www.krankenschwester.de arbeitet jeden Tag daran, dass einerseits die Qualität sichergestellt wird, um kritische und informative Diskussionen zuzulassen, andererseits die technische Basis (optimale Software, intuitive Designs) anwenderorientiert zur Verfügung gestellt wird. Das alles kostet viel Zeit und Geld, deshalb freuen wir uns über jede kleine Spende!

Ich stimme zu Weitere Information

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.