Stundenabzug durch Fachweiterbildung - darf der Arbeitgeber das?

Dieses Thema im Forum "Arbeitsrecht / Gesundheitsrecht / Krankenpflegegesetz" wurde erstellt von Schnabelbecher, 21.10.2010.

  1. Schnabelbecher

    Schnabelbecher Junior-Mitglied

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    Hallo Leute,

    ich stehe kurz vor Beendigung meiner OP Fachweiterbildung.
    Ich habe damals von meinem Arbeitgeber einen Zusatzvetrag bekommen,dass ich die Weiterbildung voll bezahlt bekomme und mich im Anschluss daran 3 Jahre ans Haus binde.Soweit ganz normal.Aber: Ich bekomme für die Weiterbildung 280 !! Stunden abgezogen!Ich habe jetzt schon oft gehört,dass das nicht rechtens ist und hoffe von euch Info´s zu bekommen ob es nun rechtens ist oder nicht.Vielleicht kann mir jemand weiterhelfen.!!

    Danke
     
  2. ycassyy

    ycassyy Poweruser

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    Als die Bindung vereinbart wurde hast du bestimmt einen Vertrag dafür unterschrieben. Was stand darin? Wenn eine Stundenkürzung nicht vereinbart wurde ist das unrecht.

    Grundsätzlich ist jede Art der Bezahlung für die Weiterbildung verhandlungssache. Nebenbei bemerkt ist sogar die Bindung ans Haus unrecht. Wenn dein AG mit dir Schriftlich vereinbart hat, das du die Stundenzahl nacharbeiten mußt, hast du Pech. Allerdings mus dir das dein AG erstmal beweisen.

    lg
     
  3. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Wieso ist das unrecht? Eigentlich ist es doch nie eine Bindung, es wird nur vereinbart, dass man bei frühzeitigem Ausscheiden, einen entsprechenden Teil der Weiterbildungskosten mittragen muss.
    Und das finde ich auch völlig in Ordnung...

    Wenn du im Zuge der WB durch exakte Stundenabrechnung Minus gemacht hast, ist das doch sehr leicht nachzuweoisen und kann in irgendeiner Form eingefordert werden. WENN es denn vorher so vereinbart worden ist.

    Oder war die Ausgangssituation anders gemeint?
     
  4. ycassyy

    ycassyy Poweruser

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    Natürlich ist das verständlich gerade für den AG, der investieren muss. Allerdings darf dich ein AG nicht binden, weder finanziell noch per Knebelvertrag. Daher kann man so einen Vertrag aushebeln. Toll finde ich das auch nicht.
     
  5. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Das Ganze ist sogar in den AVR so festgehalten. Würde mich wundern, wenn die dort schon so lange enthaltenen Verfahrensweisen nicht rechtens sind...?
     
  6. narde2003

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    Cassy, du solltest deine Argumente vielleicht mit entsprechenden Links belegen, diese würden uns alle sehr interessieren.
     
  7. ycassyy

    ycassyy Poweruser

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    Ich hab das in der PDL - Ausbildung gelernt. Werde aber mal schauen, wo das Verankert war.

    lg
     
  8. ycassyy

    ycassyy Poweruser

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    Hab mal nen entsprechenden Link gefunden.

    Gute Sitten - JuraMagazin

    Zitat: "Des Weiteren sind Knebelverträge sittenwidrig. Hierbei handelt es sich um Verträge, die eine Vertragsseite übermäßig in ihrer Entfaltungsfreiheit beschränkt."

    Typisch schwammige Aussage, aber reicht um sich im Zeifelsfalle aus einer Zeitlichen Bindung rauszuklagen.

    lg
     
  9. narde2003

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    Das Bundesarbeitsgericht sieht es anders als du, es hat nämlich entschieden, dass eine Verpflichtung im Verhältnis zur Fachweiterbildung stehen muss.
    Fortbildungskosten - Lexikon Arbeitsrecht: Rückzahlung von Fortbildungskosten

    Um aber auf die Ausgangsfrage zurück zu kommen, ob ein Stundenabzug gerechtfertigt ist, hängt damit zusammen, was unterschrieben wurde.

    Habe ich eine Verpflichtung unterschrieben in der dies geregelt ist, oder gibt es eine Dienstvereinbarung dafür?

    Kommt der AG im Anschluss der Fachweiterbildung auf dich zu und sagt, dafür ziehe ich dir X-Stunden ab, so hat er schlechte Karten. Ausnahme, es gibt eine Betriebsvereinbarung die das regelt.
     
  10. Schnabelbecher

    Schnabelbecher Junior-Mitglied

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    Mit einer Bindung an den Betrieb bin ich ja einverstanden das ist ja auch die normale Gangart,damit versucht der AG schließlich zu verhindern,dass man nach der WB abhaut und er auf den Kosten sitzen bleibt.Ich musste eine Vereinbarung unterschreiben,wo dies drin stand.Zudem aber auch,dass mir 280 Stunden abgezogen werden,die durch Mehrarbeit wieder auszugleichen sind.Mehr als arbeiten geht aber im Op nicht und mehr als Dienste schieben kann ich auch nicht.Ein Kollege von mir ,in der WB A&I hat sich schon beschwert und so wurden die Stunden schon auf "nur" 280 nach unten korrigiert.Eigentlich wär´s mir ja Schnuppe,aber ich werde aller wahrschenlichkeit nach am Ende der WB in ein anderes Haus wechseln,die mich "freikaufen" würden.Deshalb versuch ich rauszufinden wie ich aus der Nummer mit den Stunden rauskomme.
     
  11. narde2003

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    Wenn du es ganz konkret haben willst, musst du es von einem Rechtsanwalt prüfen lassen.
    Ich vermute aber mal fast, dass du wenig Chancen haben wirst, da 280 Stunden auf 3 Jahre verteilt auch nicht die Masse ist und im Anbetracht des Umfangs der Fachweiterbildung auch nicht recht viel.

    Du wusstest doch vorher, dass du einen Teil der FWB in der Freizeit abläuft, oder?
     
  12. Schnabelbecher

    Schnabelbecher Junior-Mitglied

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    Ich weiß nur ,das ich die Einzige bin bei der es so läuft.Bei allen anderen Kurskollegen ist es nicht so.Und die als ich die WB begonnen habe,hatten wir noch einen anderen Träger,mittlerweile haben wir einen neuen Träger und ich habe eine Kollegin,die in einem Haus vom selben Träger arbeitet und sie muss keine Stunden abgeben.Klar musst ich das so unterschreiben,ich hatte schließlich keine Wahl.Und würde ich dort bleiben , wäre es mir egal,denn die 280 Stunden hab ich fix wieder drin,aber jetzt wo ich wechseln will,wird der AG die Stunden ja einfordern wenn ich gehe.............
     
  13. Bluestar

    Bluestar Poweruser

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    Du hast einen Vertrag unterschrieben und willst ihn jetzt nicht mehr einhalten. Dann musst du auch die Konsequenzen tragen....
     
  14. Schnabelbecher

    Schnabelbecher Junior-Mitglied

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    Fakt ist,dass die Regel aller WB-Verträge besagt,dass der WBT sich verpflichtet 3 Jahre nach Beendigung der WB weiter für den AG tätig zu sein,damit dieser auch einen Nutzen aus der WB seines AN hat und die Übernahme der Kosten gerechtfertig ist.Sollte der AN früher ausscheiden,muss er die Kosten zurückzahlen.Logisch!Das passiert ja auch.Also,denke ich,hat es nichts damit zu tun,dass ich irgendwelche Konsequenzen nicht tragen will.Nur scheint der ABzug von Stunden ja nicht der Regel zu entsprechen und ich will nur versuchen so gut wie möglich aus der Sache raus zu kommen.Und ich glaub das würde jeder von euch.
     
  15. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    "Nicht der Regel entsprechen" ist ja nicht illegal. Und nur dann hättest Du eine Möglichkeit, den Vertrag für ungültig zu erklären. Dass eine andere Kollegin einen anderen Vertrag unterschrieben hat, ist kein Argument.

    Wie kommt der Stundenabzug überhaupt zustande? Hast Du für gewöhnlich Bereitschaftsdienst o.ä., was Du während der FWB nicht ableisten konntest? Oder hat Dein AG Dir einfach ein paar freie Tage aufs Auge gedrückt?
     
  16. Schnabelbecher

    Schnabelbecher Junior-Mitglied

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    Wie sie auf die Idee gekommen sind weiß ich nicht.Ich leiste ganz normal meine B-DIenste ab wie vorher auch.Ich habe keine zusätzlichen freien Tage oder Ähnliches.
     
  17. Bluestar

    Bluestar Poweruser

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    Sie muss 280 Std. ihrer Freizeit für die FWB "opfern", bekommt die also nicht bezahlt. Ist bei und ganz genauso.
     
  18. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Ach so.

    Weiß nicht, ob das bei uns die Regel ist, aber ich denke, es ist zulässig.

    Dann wird Schnabelbecher wahrscheinlich nichts machen können. Sowieso sind die Stunden ja bereits zumindest teilweise erbracht.
     
  19. ycassyy

    ycassyy Poweruser

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    Wenn ich das so richtig verstanden habe, werden dir diese Minusstunden vermutlich am Ende deiner Zeit bei deinem jetztigen AG verrechnet. Sprich, wenn du aufhörst wirst du entweder deinen Urlaub für die Stunden opfern müssen oder diese nicht bezahlt bekommen. Wenn du zu kurzfristig kündigst könnte es sogar passieren, das aufgrund der Minusstunden dein momentaner AG sogar noch Gehalt zurückfordert.

    Hätte dir lieber was besseres geschrieben.

    lg
     
  20. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Cassy, hast du etwas gefunden zu der Sittenwidrigkeit eines solchen Vertrages aus deiner PDL-Weiterbildung?
    Den Link zu dem Juraforum würde ich jetzt an Stelle von Schnabelbecher nicht als Argument aufführen wollen, warum sie die Stunden abgezogen bekommt.

    lg
    Narde
     
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