Stunden reduzieren da "zuviel" krank?!

Dieses Thema im Forum "Arbeitsrecht / Gesundheitsrecht / Krankenpflegegesetz" wurde erstellt von Diemiez, 23.11.2011.

  1. Diemiez

    Diemiez Newbie

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    Hallo miteinander!
    Ich stöbere hier schon länger im Forum, leider hab ich noch nichts passendes zu meinem Problem gefunden und hoffe, daß ihr mir helfen könnt...

    Nach langem Kampf konnte ich im Frühjahr mein Beschäftigungsumfang ausbauen, da mein HL der Ansicht ist, daß mehr Teilzeitkräfte besser in der Lage seien Krankheitsausfälle abzufangen, als viele Vollzeitkräfte, womit er ja nicht ganz unrecht hat. Aber ganz davon abgesehen bin ich jung und es spricht nichts dagegen Vollzeit zu arbeiten.

    Dummerweise bin ich im Sommer für längere Zeit aufgrund Blinddarms ausgefallen, was vor allem für die Kollegen in der Urlaubszeit sehr bitter war. In dieser Zeit ist noch eine Kollegin ausgefallen, ebenso für längere Zeit und noch heute ist die HL damit beschäftigt alle wieder auf ein annehmbares Soll an Überstunden zu bringen.

    Heute wollte ich mich wegen eines Infekts mit Fieber für den morgigen Tag krank melden, um zumindest einen Tag fieberfrei zu sein um mich anschließend wieder einigermaßen fit ins Arbeitsgetümmel zu werfen. Die einzige Frage meiner PDL war, ob ich nicht die Stunden reduzieren möchte, denn 6 Wochen Krankheitsausfall seien schon heftig und nun noch der Infekt...das würde eindeutig für eine Überlastung sprechen. Habe sie drauf hingewiesen, daß ein akuter Blinddarm nicht das Ergebnis einer Überarbeitung ist :wut: und der aktuelle Infekt nun mal passiert, da alle möglichen Leute zur Zeit mit Erkältungskrankheiten zu kämpfen haben.

    Was soll ich nun tun? Krank zur Arbeit gehen, meine momentan nicht erhaltene Gesundheit sowie meine Glaubwürdigkeit zu riskieren oder zum Arzt gehen mit der Gefahr, daß ich bis Sonntag aus dem Verkehr gezogen werde, wieder Kollegen einspringen müssen und mit der Konsequenz leben, daß meine Stunden zwangsweise reduziert werden?:weissnix:

    Wie würdet ihr handeln?
     
  2. Joerg

    Joerg Poweruser

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    Sehr weitsichtig von Deiner Leitung. Statt mehr Personal einzustellen, dass die die da sind nicht wegen Überlastung krank werden, nimmt man Teilzeitkräfte und lässt die Vollzeit arbeiten. Ist ja auch gut, die wehren sich ja nicht!

    Was ist denn ein annehmbares Maß an Überstunden? Das einzige was normalerweise ein annehmbares Maß ist, ist Null! Ich habe als AG dafür zu sorgen, dass genug Personal da ist um auch mal Krankheit und Urlaub zu überbrücken.

    Ab zum Arzt und krank schreiben, bis Du gesund bist. Alles andere ist unverantwortlich DIR gegenüber! Es geht an erster Stelle um DICH und nicht um Deinen AG oder Deine Kollegen! Wann begreift Pflege das endlich?????

    Lass Deine HL labern, die werden Dir Deine Stunden nicht reduzieren! Mit welcher Begründung denn? Ihr habe Überstunden und die wollen Stunden reduzieren? Wie lächerlich ist das denn? Habt Ihr einen BR oder MAV? Wende Dich an die, die werden diese Aussagen der HL sicher mit Interesse begegenen!
    Aber wie gesagt, ich halte das nur für die üblichen hohlen Parolen und schon weil Du Dir jetzt Gedanken machst und ein schlechtes Gewissen hast, hat Deine HL gewonnen!

    Also nochmal, kurier Dich aus, alles andere ist unverantwortlich, es geht um DICH! Es dankt Dir niemand, wenn Du krank auf Arbeit gehst. Im Gegenteil, machst Du dann Fehler, bekommst Du noch 'nen A...tritt!
     
  3. Hypertone_Krise

    Hypertone_Krise Poweruser

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    Wenn Du krank bist, dann musst Du Dich aus dem Verkehr ziehen lassen- unabhängig davon, wie das von Deinen Vorgesetzten gewertet wird. Eine Frage seitens der PDL in diesem Zusammenhang grenzt schon an Nötigung. Ich verstehe Deine Skrupel...die von Dir befürchteten Folgen...aber es kann und darf nicht sein, das derartige von der Leitung verursachte Fehldispositionen letztendlich in dieser Form nach unten durchgereicht werden. Würde jeder Kollege sich im Krankheitsfall konsequnet auskurieren, und jeder Gesunde sich regelmäßig weigern einzuspringen, weil er auf sein Frei angewiesen ist, dann wäre die Leitung gezwungen, anders zu planen...tja...Sch...Konjunktiv...:emba:
     
  4. opjutti

    opjutti Poweruser

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    Hallo Diemiez!

    Nur zu meinem Verständnis:
    Du arbeitest Vollzeit mit entsprechendem Arbeitsvertrag und warst dann im Sommer 6 Wochen krank.
    Jetzt traust du dich nicht deine fiebrige Erkältung auszukurieren, weil deine PDL dir dann Stunden kürzt?
    Wo gibt´s denn sowas??:angry:
    In deinem Arbeitsvertrag steht deine Stundenzahl, die du pro Monat erbringen musst. Da kann keine PDL der Welt dir, ohne deine Einwilligung, plötzlich Stunden wegnehmen. Aus Stundenreduzierung resultiert ein neuer Arbeitsvertrag und dem musst du zustimmen.

    Du bist krank und mit Fieber gehörst du auf gar keinen Fall in die Arbeit. Damit kannst du dir selber schaden (Herz, Nieren). Außerdem sind deine Patienten bestimmt selber nicht ganz gesund und da sollte sich kein Infekt draufsetzen.

    Geh zum Arzt und kurier deinen Infekt aus, gute Besserung

    LG opjutti
     
  5. Bully1959

    Bully1959 Poweruser

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    hallo

    ich glaube ich lese nicht richtig, du bist krank und mit Fieber gehörst du nicht auf der Arbeit sondern nach Hause

    ich hatte einen Glatteisunfall mit Hüftfraktur und war "nur" gute 11 Wochen krank ......... das war dann wahrscheinlich auch überlastung, denn sonst wäre ich bestimmt nicht gefallen

    laß dich doch nicht von soetwas verrückt machen und ich glaube nicht das sie dich zwingen können runter zu gehen mit den Stunden

    du brauchst nur lächelnd sagen "hoffentlich sind sie oder ihre Familei nie krank, denn es könnte Überlastung sein, also vorsicht"

    viele Grüsse
    Bully
     
  6. Fearn

    Fearn Poweruser

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    Und Eure Teilzeitkräfte machen dann unentwegt unbezahlte "Dauerbereitschaft" für einen Bruchteil des Gehalts, der Urlaubs - und Rentenansprüche?

    Dann würde ich vorschlagen: Schaffen wir doch alle Vollzeitkräfte ab. Teilzeitarbeiter arbeiten für 50-75 oder auch für 30 % des Gehaltes dieselbe
    Zeit, wie Vollzeitmitarbeiter und auch nur für einen Bruchteil der Urlaubstage.

    Geht ´s noch?

    Lg fearn
     
  7. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Die aktuelle Situation wurd ja schon besprochen: Krank ist krank.

    Aber was hackt ihr eigentlich alle rum? Der AG hat doch garnichts in diese Richtung gesagt!

    Ihr müsst die Jahressituation sehen: 6 Wochen + jetzt sind schon ne ordentliche Krankheitszeit, die scheinbar NACH deiner Aufstockung aufgetreten ist.

    Das der AG dir hier eine Reduzierung anbietet spricht absolut für ihn und ist deinem Schutz gewidmet!
    Das das 1. Mal eine Appendizitis (damit 6 Wochen krank oder noch andere Sachen? 6 Wochen für nen Blinddarm ist sehr ungewöhnlich) war, weiß dein AG ja nicht. Er sieht nur: Stunden hoch, MA sehr viel krank - das war wohl keine gute Entshceidung und bietet dir eine Option an.


    Also Thumbs up für den AG
    Daumen deutlichr unter für die Kommentare hier! Vor allem der Quatsch mit Nötigung usw.
    Ich kann nur den Kopf schütteln :-/
     
  8. Hypertone_Krise

    Hypertone_Krise Poweruser

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    Sorry Maniac, aber nichts gesagt stimmt so nicht. Sie hat die Krankmeldung entsprechend gewichtet und nicht nur zur Kenntnis genommen. Bei sich ständig wiederholenden Krankmeldungen fände ich es auch durchaus legitim, im Rahmen eines klärenden Gesprächs die Belastbarkeit des Mitarbeiters zu hinterfragen - respektive ihm diese Form der Entlastung anzubieten, nicht aber als unmittelbare Reaktion auf eine einzelne Krankmeldung.
    Mal abgesehen davon, vermute ich, dass die Leitung über den Grund sechswöchigen Arbeitsunfähigkeit damals informiert wurde. Der AN ist dazu zwar nicht verpflichtet, aber wer bringt es schon fertig und meldet sich für einen so langen Zeitraum ohne Angabe von Gründen krank? - Wohl nur derjenige,der keinen Wert auf das Verständnis seines AG legt...:wink: @ Diemiez: Bitte korrigiere mich , wenn ich falsch liege.
     
  9. Diemiez

    Diemiez Newbie

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    Erst mal vielen Dank für die schnellen Antworten!

    Ja, ihr habt ja alle recht und tief in meinem Innersten kam nach diesem Telefonat kam dieser Aufschrei: "Das ist MEINE Gesundheit!!!" und ich bin diesbezüglich niemand Rechenschaft schuldig. Demnach wird morgen ein Telefonat folgen (sollte Bescheid sagen, daß ich morgen definitiv komme :verwirrt: ) mit gefaxter AU. Das schlechte Gewissen ggü den Kollegen nagt dennoch - trotzdem: jeder ist seines Glückes Schmied - sie können auch nein sagen...
    PDL wird bestimmt wieder jammern und ich muß mich beherrschen um nicht zu sagen: guggst du, das hast du nun - druck erzeugt gegendruck :engel:

    Zum Thema HL und Personalplanung:
    tja, so ist es und er kommt immer und immer wieder durch, der BR sagt er macht und nichts passiert - ein leidiges Thema! Es fehlt an gewisser Durchsetzungskraft, Zitat der HL: wo kein Kläger, da kein Richter! Das Team zu motivieren gemeinsam stark aufzutreten schlägt fehl, die meisten kochen ihr eigenes Süppchen oder sehen sich nach einem anderen AG um - schließlich könnte es mit Anstrengung verbunden sein etwas zu bewegen :angry:
    Zum Thema Stunden reduzieren:
    habe diese von einer Kollegin in EZ "übernommen", sollte diese wieder da sein, sind sie weg... Und ja, die Krankheit ist nach der Aufstockung der Stunden gekommen, ebenso ja, der AG wußte Bescheid und ja, knapp 6 Wochen sind lang, weil Komplikationen aufgetreten sind. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht stimme ich meinem AG durchaus zu, keine Frage - und nun kommt das aber :besserwisser:: wenn man die anderen beiden Jahre zuvor insgesamt nur 10 Tage gefehlt hat rechtfertigt das keine Überlastung, vor allem wenn die Erkrankung eine rein organische Ursache hat...
     
  10. Maniac

    Maniac Poweruser

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    1.: Mindestens 2 Krankmeldungen, bis so reagiert wurde
    2. wird eine Krankmeldung in diesem Zusammenhang natürlich gewichtet
    3. wurde nur gefragt ob sie wieder reduzieren möchte!
    Und 4.: Sicher wird sie ihrer Leitung das krank mitgeteilt haben, denke da genauso - aber ihre PDL (mit dieser wurde telefoniert) wird mal ganz sicher nicht von allen Mitarbeitern wissen wann wer womit krank war.
    Bei uns wird idR der PDL keine Auskunft darüber erteilt.
     
  11. Hypertone_Krise

    Hypertone_Krise Poweruser

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    @ Maniac: Bei uns melden sich die MA bei der PDL oder eben bei mir krank...gaaaanz selten ohne Angaben von Gründen..manchmal mit der Bitte, die Gründe vertraulich zubehandeln- was für mich eh selbstverständlich ist und wenn ich keine Gründe erfahre, finde ich das auch erstmal o.k....
    Ich finde Deine Sichtweise wirklich und ganz ehrlich interessant...ich selbst bin einfach extrem vorsichtig, was derartige Äußerungen anbelangt, weil sie- wie dieser Thread es ja mal wieder verdeutlicht, einen Mitarbeiter einschüchtern und verunsichern kann- selbst wenn man die Frage als solche durchaus als fürsorgliches Angebot gewichtet könnte...Aber wie schon gesagt: In diesem Zusammenhang empfinde ich sie eben nicht als solches.:emba:
     
  12. Diemiez

    Diemiez Newbie

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    Maniac, du kennst sicher die Art von Frage, die keine negative Anwort duldet...

    Das Krank wurde mitgeteilt, damit der AG u. U. besser planen kann, ganz davon abgesehen arbeite ich in einem sehr kleinen Haus wo jeder noch jeden kennt - daher weiß die PDL bwz HL wer mit was wie lang krank war.
     
  13. Joerg

    Joerg Poweruser

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    Bei der Krankmeldung! Na super, ich rufe an, sage ich bin krank und das einzige was ich von meinem Chef höre ist: "Wollen Sie nicht ihre Stunden reduzieren?". Also ganz ehrlich, ich finde Deine Einstellung und Deine Aussagen in diesem Zusammenhang echt grenzwertig!
    Es gibt ja das Betriebliche Eingliederungsmanagment (BEM), das ist gesetzlich vorgeschrieben und bietet eben genau in solchen Fällen eine gut Möglichkeit mit dem MA zu beraten ob die Krankheit ein Fall von Überlastung ist. Beim BEM sind die Spielregeln aber eng gesetzt. Wie das BEM in den Betrieben genau läuft wird in einer Betriebsvereinbarung zwischen AG und Betriebsrat festgelegt. Und genau solche Fragen, wie sie Diemiez bekommen hat, werden da mit Sicherheit nicht gestellt.
     
  14. Fearn

    Fearn Poweruser

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    Ohne den Betriebsrat darf der Arbeitgeber solche Krankenrückkehrgespräche nicht durchführen. Nach einer Grundsatzentscheidung des Bundesarbeitsgerichts (BAG, Beschluss vom 08.11.1994 – 1 ABR 22/94) besteht bei der Führung formalisierter Krankengespräche zur Aufklärung eines überdurchschnittlichen Krankenstandes die Mitbestimmung des Betriebsrats nach § 87 Abs. 1 Nr. 1 BetrVG (Mitbestimmung bei Fragen der Ordnung und des Verhaltens der Arbeitnehmer im Betrieb).

    Es dürfte unbedenklich sein, wenn der Mitarbeiter wegen eines Bruches, oder einer Operation fehlte, die eine reversibele Krankheit betrifft, wenn nach dem Krankheitsgrund gefragt wird.

    Anders sieht es aus, wenn die Erkrankung nicht reversibel ist und zu einer Behinderung oder Erwerbsunfähigkeit führen könnte, und in diesem Fall ist es unter Umständen nicht günstig die Gründe für eine Erkrankung offenzulegen.
    Denn wenn eine negative Gesundheitsprognose vorliegt, dann kann der Arbeitgeber aus gesundheitlichen Gründen kündigen, bevor eine Schwerbehinderung beim Versorgungsamt eine Kündigung erschweren könnte.

    Insofern ist es durchaus ungünstig, wenn man jahrzehntelang immer gewöhnt war seine Krankheitsgründe brav zu nennen und wenn man plötzlich in einer Situation ist, in der die Existenz bedroht sein könnte.
    Ich wäre also tatsächlich vorsichtig, ob man sich das mit dem Nennen der Krankheitsgründe in jungen und halbwegs gesunden Jahren antut.

    Das sieht nur auf dem ersten Blick harmlos aus, und kann sich zu einem ganz ernsten Thema entwickeln.
    Nämlich dann, wenn man diese Gesundheitsprognose nicht mehr positiv erfüllen kann.

    Der Gesetzgeber hat diesen Mechanismus nicht umsonst eingebaut.

    Gesetzt den Fall, die Erkrankung würde auf eine Erwerbsunfähigkeit hinauslaufen, dann bringt man sich bei eine Reduzierung der Arbeitszeit um einen nicht unbeachtlichen Teil seines Lebensunterhaltes,
    da sich eine Erwerbsminderungsrente aus dem Bruttoverdienst berechnet.

    Auch wenn man seinen Dienst nun aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr "schaffen "würde, dann muß der Arbeitnehmer im Falle einer Erwerbsminderung von diesem Einkommen seinen Lebensunterhalt bestreiten.
    CLICK

    So nett ist das leider auch nicht mit der Reduzierung der Arbeitszeit in einem Krankheitsfall nicht, wie sich das anhört, und wer aus gesundheitlichen Gründen, weil es nett gemeint ist, darauf eingehen muß.
    Der wundert sich nicht selten, wie er im Nachhinein in die " Röhre" guckt.

    Ich würde das Thema nicht zu sehr verharmlosen, weil das im "Schadensfall" für den Arbeitnehmer eine fiese Fußangel sein könnte.
    Das Thema ist nur bei harmlosen Erkrankungen wirklich harmlos.
    Und bevor keine bestimmte Menge Schwerbehindertenprozente bewilligt sind, besteht auch keinerlei Schutzmechanismus für den Arbeitnehmer.

    Herzlichst Fearn
     
  15. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Woher nimmst du deine Informationen?

    Die Threaderstellerin hat nicht das ganze Gespräch zitiert, sondern gesagt, dass das gefragt wurde.

    Guten Tag, Gute Besserung und Auf Wiedersehn wird es wohl auch noch gegeben haben?
    Vielleicht auch nicht, aber wieso direkt behaupten es gäbe nur diese eine Frage...


    Aber es kann ja auch alles ganz anders sein und die PDL ist ein A******ch. Dann hatte ihr alle recht.
    Ich finde es nur unmöglich, dass immer direkt davon ausgegangen wird. Der AG will einem immer nur Schlechtes :-/


    Ums BEM ging es hier nicht, wenn ich das richtig gelesen habe...
     
  16. lusche

    lusche Poweruser

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    Hallo,
    Das wäre für mich im Zusammenhang mit der gestellten Frage der TE eher unerheblich.
    In Beitrag #1 habe ich gelesen: Die einzige Frage meiner PDL war, ob ich nicht die Stunden reduzieren möchte, ….
    Das ist doch der Punkt, um den es Diemiez geht, wenn ich es richtig verstehe. Nämlich, dass sie ein schlechtes Gewissen gemacht bekommt und reduzieren soll/kann/darf, um dem Ag mehr „Teilzeitrangiermasse“ zu geben...
    Aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen, dass es tatsächlich genau diese Vorgesetzten gibt.
    Eine frühere Chefin von mir reagierte grundsätzlich auf Krankmeldungen mit: tja, wenn du meinst so krank zu sein, dass du nicht zur Arbeit kommen kannst....Das musst du wissen. Und dazu wurde grundsätzlich erwähnt, dass die anderen Kolleg/Innen jetzt meine Arbeit mitmachen müssen. Da gab es zwar ein „Guten Tag“, aber nur, weil sie vorher nicht wusste wer am Telefon war. „Gute Besserung“ und „auf Wiedersehen“ gab es nicht.
    Wenn man über Jahre diese Erfahrungen macht, dann bleibt nicht mehr viel Raum für eine positive Einstellung in Bezug auf ehrliche (Für?) Sorge des Ag.
    VG lusche
     
  17. Joerg

    Joerg Poweruser

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    Stimmt, es würde, wenn vorhanden, in diesem Falle aber greifen, da die TE bereits mehr als 6 Wochen im Jahr krank war.
     
  18. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Mal eine kleine Zwischenfrage: wie gut ist die PDL informiert über die Gründe der AU? Wenn es sich um so einige MA handeln sollte, denen sie vorsteht, dann wäre durchaus denkbar, dass sie nur die Anzahl der Tage sieht, net aber über den Hintergrund informiert ist. Das kann zu falschen Rückschlüssen führen: hoher Krankenstand = Überlastung.
    In dem Falle wäre an dem Angebot der PDL nix verwerfliches zu finden.

    Liegt es tatsächlich so, wie die TE vermutet, dann sollte BR oder MAV eingeschaltet werden. Denn es würde sich m.E. der Aspekt der Nötigung ergeben.

    Elisabeth
     
  19. lusche

    lusche Poweruser

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    Hallo,
    Siehe Post # 12
    VG lusche
     
  20. the fatalist

    the fatalist Junior-Mitglied

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    Halten wir fest:
    1. Das Angebot des Arbeitgebers an sich ist erstmal nicht verwerflich sondern legitim.

    2. Das Angebot wurde stilistisch denkbar schlecht unterbreitet, sowas gehört nicht am Telefon besprochen sondern sollte in einem anderen Kontext stattfinden; Ersichtlich sollte es sein, dass das Angebot zum Schutz des Mitarbeiters dient.
     
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