Stuhlverhalt beim Kleinkind

Dieses Thema im Forum "Fachliches zur Kinderkrankenpflege" wurde erstellt von Anne77, 09.11.2011.

  1. Anne77

    Anne77 Stammgast

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    Hallo,

    ich hätte da mal die ein oder andere Frage.

    Wie lange darf der zeitraum sein, in dem das Kind (18 Monate) keinen Stuhl absetzt, ohne das man gleich Panik bekommt???

    Klingt jetzt vielleicht doof, aber wie wendet man die Laxans supp. an??
    Ich hab das Präperat Nene- Lax, sehen wie Gelee aus, sind um einiges dicker im Durchmesser und lassen sich einfach nicht in den Anus einführen.
    Zumindes drück mein Schnurppi das Supp immer wieder raus, passiert aber nicht bei Paracetamolsupp.

    Bin auch für Alternativen offen und dankbar für neue Tipps.
    Ich achte auch sehr darauf, das es eine ausgewogene Kost gibt.
     
  2. Bachstelze

    Bachstelze Poweruser

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    Ein 18 Monate altes Kind sollte schon spätestens jeden zweiten Tag abführen.
    Die Frage ist, woran es liegt und das sollte frühzeitig beobachtet werden, damit das Kind nicht anfängt des Stuhl wegzudrücken, weil der Stuhlgang Probleme bereitet, denn das würde einen fiesen Teufelskreis verursachen, aus dem man schwer wieder rauskommt.

    Milchzucker, Apfelsaft, geriebener Apfel und anderweitig auflockernde Kost hast Du schon probiert, nehme ich an?

    Lactulose wäre vielleicht auch noch eine Alternative oder Movicol.

    Ich würde das auf alle Fälle mit einem Kinderarzt besprechen.

    Kommen auch Durchfälle zwischendurch vor? Dann steht nämlich auch eine Überlaufkopresis im Raum. Das kommt gar nicht so selten vor und wird meistens spät erkannt, weil die Durchfälle symptomatisch behandelt werden.

    Ich spreche da aus leidvoller Erfahrung.
     
  3. Bachstelze

    Bachstelze Poweruser

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    Mini-Klistiere funktionieren oft besser, als Supps.
     
  4. Anne77

    Anne77 Stammgast

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    Hallo Bachstelze,

    vielen Dank für deine Tipps.

    Apfelsaft, Apfelstücken ung geriebener Apfel ist meine Kleine am liebsten, von anderen Sachen hält sie sich fern zumindest was Obst anbetrifft.
    Bis her gab es nie Probleme mit dem Stuhlgang, im Gegenteil Schnurppi hat bis zu 2x pro Tag Stuhl abgesetzt. Besonders dann, wenn Zähne durchbrechen :mrgreen: und das nicht wenig.
    EInzige Besonderheit, Sie ist ein Heim******er, wo anderes kann Schnurppi kein Stuhlabsetzten (ganz wie die MUtti :lol:).
    Mit dem Kinderarzt habe ich schon darüber gesprochen, der hat mit die Supp verschrieben. Ich werd wohl noch mal das Thema ansprechen, müssen sowie zum Kinderarzt.
    Werd es jetzt mal Lactulose probieren zur Not probier ich Movicol aus.
     
  5. Bachstelze

    Bachstelze Poweruser

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    Wenn es nur "mal" ist, ist es kein Drama - dann ist auch ein Tag mehr ok. Ich dachte Schnuppie hätte das dauernd.

    Hat er noch eine Windel? Oft verdrücken sie, wenn sie plötzlich auf den Topf sollen. Das ist anscheinend irgendwie gruselig.
     
  6. narde2003

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    Geriebener Apfel wirkt aber stopfend und nicht abführend.
     
  7. Bachstelze

    Bachstelze Poweruser

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    geriebener Apfel wirkt stuhlregulierend
     
  8. narde2003

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    Ein Mittel das Stomapatienten empfohlen wird gegen Durchfall und das nicht nur von mir, sondern von führenden Versorgern.
    Allerdings kannte es auch meine Grossmutter schon.
     
  9. ludmilla

    ludmilla Poweruser

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    Warum? Wenn die Regelmäßigkeit darin besteht, dass das Kind beispielsweise alle 3 Tage Stuhlgang hat und dabei keine Bauchschmerzen oder sonstige Probleme hat, ist auch alles in Ordnung!

    Genau so kenne ich das auch!
    Abführend wirken Birnen, Aprikosen und Pflaumen, ggfs als Saft oder Kompott.
    Gruß Ludmilla
     
  10. Bachstelze

    Bachstelze Poweruser

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    Na dann....
     
  11. Meggy

    Meggy Stammgast

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    Hallo Anne und Kolleginnen,

    Stuhlverhalt bei Kleinkindern ist im Prinzip bis zum 4. Tag tolerabel.

    Als diätetische Maßnahmen eignen sich ausreichende Flüssigkeitszufuhr, ballaststoffreiche Kost, Obst, v.a. Pflaumen, Mirabellen etc. und wenig Süßes.
    Milchzucker ist nicht mehr so in, weil die meisten Kinder daraufhin eher Blähungen als Verdauung bekommen....

    Meist ist Stuhlverhalt in diesem Alter Zeichen der beginnenden Sauberkeitsentwicklung, d.h. die Kinder lernen Stuhl einhalten, haben aber nicht begriffen, wie er wieder losgelassen werden kann.
    Wenn es hierdurch zur Verstopfung kam, die Stuhlausscheidung unangenehm wurde, wird ein Teufelskreis ausgelöst und erneut Stuhl eingehalten.

    Besonders häufig trifft es Kinder, die sich angewöhnt haben im Stehen zu "drücken", weil sich in dieser Position der Beckenboden nicht so gut öffnet.

    Eine probate Maßnahme ist daher die Unterstützung der Sauberkeitsentwicklung mit Anbahnung einer sitzenden, bzw. hockenden Ausscheideposition, ggf. das Andrücken der Beine an den Unterbauch, um die Bauchpresse zu unterstützen.
    Zur Aufrechterhaltung der Darmperistaltik werden häufige Colonmassagen durchgeführt.

    Movicol junior führt zu einem größeren Stuhlvolumen, welches dazu führt, dass das Kind den Stuhldrang früher wahrnimmt und nicht so lange zurückhalten kann, bis es nur noch harte Klumpen sind.
    Am vierten Tage wäre ein Gleitmittel indiziert (z.B. Glycerinzäpfchen), falls das nicht hilft ein Microclyst.

    Sollte dieses regelmäßig der Fall sein, sollte jedoch ärztlicherseits eine organische Ursache (z.B: M. Hirschsprung) ausgeschlossen sein, wobei s.o. mindestens 90% der kindlichen Verstopfungen ihre Ursache nicht im Darm, sondern im Kopf haben.

    LG,
    Meggy
     
  12. Anne77

    Anne77 Stammgast

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    Vielen Danlk für all die Tipps und Info!

    @ Meggy:

    Musste ein bißchen grinsen, bei deiner Antwort. Schnurppi hat tatsächlich nur im stehen Stuhlgang. Ich merk das immer, wenn Sie gerade kann still in der Ecke vom Sofa bzw vor der Spielekiste steht.
    Wir sind auch gerade dabei, die Geschäfte auf dem Topf zuverrichten (mal mit mehr Erfolg mal mit weniger Erfolg). Allerdings funktioniert es halt noch nicht, das Schnurppi den Topf für das "große Geschäft" nihmt. Ich glaube, den Zusammenhang hat Sie noch nicht hergestellt.

    Die Stuhlgangsprobleme haben wir jetzt erst das zweite mal. Bei ersten mal, war es schon sehr schlimm, deswegen bin ich jetzt immer hinter, wenn es mal mit den Stuhl absetzten nicht klappt.
    Möchte aber auch nicht als panische überfürsorgliche Mutter beim Kinderarzt erscheinen, die wegen jeder Kleinigkeit zum Arzt geht.
    Deswegen meine Frage, wie lange der Stuhlverhalt beim Kleinkind vertretbar ist.
     
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