Streichung von Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld

Dieses Thema im Forum "Talk, Talk, Talk" wurde erstellt von Aprilchen, 24.03.2007.

  1. Aprilchen

    Aprilchen Newbie

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    Hi...
    bei uns sollen demnächst urlaubs und weihnachtsgeld gestrichen werden.
    Ich kann mir nicht vorstellen wie man ohne diesen Bonus grade an weihnachten über die runden kommen soll bei dem eh zu niedrigen gehalt.

    Wer hat hiermit erfahrungen bzw. bei wem ist es schon so das die gelder fehlen?

    Mich würden die Gründe interessieren warum es bei euch dazu kam...

    Viele liebe Grüße Aprilchen
     
  2. Patmuc

    Patmuc Stammgast

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    Hallo Aprilchen

    Bist du bei einem privaten Anbieter ?
    Nach welchem Tarif wirst du denn bezahlt?

    Patrick
     
  3. Arme Schwester

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    Bei uns gibt es das schon nicht mehr ;-( Allerdings haben wir letztes Jahr eine sog. jährliche Sonderzahlung bekommen, die unser Arbeitgeber sich jedes Jahr neu ausdenken darf, ob und wieviel er ausschüttet... Wird wohl auch irgendwann ganz wegfallen, genauso wie Wochenend- Nacht- und Feiertagssuschläge *schnief* Und das bei 1100 brutto...*seufz*

    Wo soll das noch hinführen?

    MFG
    :lol1:
     
  4. Joerg

    Joerg Poweruser

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    Das ist total falsch!
    Richtig ist, dass es nach dem TVöD kein Weihnacht- und Urlaubsgeld mehr gibt. Damit wäre auch die Frage bzw. das Posting von Aprilchen beantwortet.
    Richtig ist aus, dass es, seit letztem Jahr, eine Einmalsonderzahlung gibt, die ab 2007 unter dem schönen Namen "Leistungsentgeld" steht.
    Dieses Leistungsentgeld kann der Arbeitnehmer nicht einfach so nach gut Düng verteilen, dafür gibt es Regel! Es wird ein seperater Finanztopf eingerichtet, in dem der Arbeitnehmer jeden Monat (virtuell) 1% seines Bruttos einzahlt (Vorsicht, die meisten Arbeitgeber bestreiten, dass das Geld von uns eingezahlt wird, aber genau das ist der Fall!). Der Inahlt dieses Topfes, über ein Jahr gesehen, ist das Geld welches der Arbeitgeber an seine Beschäftigen weitergeben MUSS!! Nun wird es des Jahr, auf Grund der mangelden Zeit bei der Umsetzung des Tarifvertrages, dazu komme ich gleich noch, so sein, dass dieses Geld im "Gieskannenprinzip" unter den AN aufgeteilt wird, sprich jeder bekommt im Endeffekt das raus was er "eingezahlt" hat.
    Nun ist es so, dass das Leistungsentgeld, wie der Name schon sagt, eine Art Belohnung sein soll, sprich, gute Mitarbeiter können mehr bekommen, weniger gute weniger. Dazu ist es nötig, dass eine Zielvereinbarung getroffen wird. Diese wird im gegenseitigen Einvernehmen zwischen Vertretern der AG und der AN (meist vom Betriebsrat gestellte Mitarbeiter) gemacht. Dabei soll geschaut werden, welche Ziele für den einzelnen Mitarbeiter oder die Abteilung angestebt werden. Diese Ziele genau zu definieren ist, gerade im Gesundheitswesen nicht so leicht, aber z.B. wären eine bessere Dokumentation oder die Optimierung von Arbeitsabläufen durchaus möglich. Nicht möglich sind jedoch Ziele die nicht beeinflussbar sind z.B. weniger Krankheitstage oder höherer Fallzahlen. Nun werden die Ziele schritlich festgehalten und je nach dem, von dem jeweiligen Arbeitnehmer oder dem Abteilungsleiter unterschrieben. Eine Zielvereinbarung kann nicht vom AG diktiert werden. Wenn ich nicht unterschreibe, weil die Ziele unrealistisch sind, muss neu verhandelt werden.
    Nun wird noch festgelegt wie die Verteilung ganau aussieht, darüber wird im Moment bei ver.di noch diskutiert, da die bisherigen Schlüssel zu kompliziert sind.
    Das Ganze klingt ziemlich kompliziert, ist es durchaus auch, aber das ist erst einmal eine Sache zwischen AG und Betriebsrat, da diese beiden erst einmal eine Dienstvereinbarung erzielen müssen. Diese muss, wenn ich jetzt nicht ganz falsch bin, bis 2008 stehen, solange wird mit der Gieskanne verteilt.

    Fakt ist jedoch, das Geld MUSS an die AN weitergegeben werden, es darf für NICHTS anderes verwendet werden, der AG darf dafür auch keine neue Stelle schaffen. Das ist im Tarifvertrag (§18 TVöD) ganz klar geregelt!

    Nochwas, die Zuschläge werden auch nicht abgeschafft, dass haben die AN schon eingesehen. Und sorry, wieso verdienst Du nur 1100 Brutto?
     
  5. Arme Schwester

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    wieso ich nur 1100 brutto verdiene? Das würde ich auch gerne wissen bei der Arbeit die ich mache, aber mein Arbeitgeber zahlt nur so "viel" und das bei 3 Schichten. Okay, bin 75% angestellt trotzdem ist dies nicht mit dem schönen TVÖD vergleichbar... Was will man aber heutzutage machen? Da geht man doch lieber für das Geld arbeiten, oder?
    An unserer Klinik stehen doch hunderte für eine Stelle als Krankenschwester Schlange, die würde das doch nicht mal jucken, wenn hier welche streiken oder sich über ihren niedrigen Lohn beklagen und mit Kündigung drohen!
    Und um zu der Sonderzahlung zu kommen, die kann der AG sehr wohl mal eben nicht zahlen, denn bei mir im Arbeitsvertrag steht, daß er dazu nicht verpflichtet ist!

    MFG
    :lol1:
     
  6. Joerg

    Joerg Poweruser

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    1. Dein AG darf, vorausgesetzt es ist ein öffentliches Haus und nicht privat oder kirchlich, den TVöD gar nicht umgehen.
    2. Würde es den AG schon jucken, wenn ver.di da mal Rabatz macht, einen Streik organisiert und die Pflege mal für 2 oder 3 Tage still legt. Sowas wirkt extrem gut, kommt aber leider zu selten vor, da Pflege immer schön auf Drohungen und Argumentationswitze der Arbeitnehmer reinfällt! 'Ihr seid in einem sozialen Beruf, ihr dürft nicht streiken' ist ja der beliebsteste Brüller von Seiten der AN, aber genauso falsch wie witzig.
    3. Dieses Passus kannst Du auch durchsteichen. Tarifrecht ist binden, da kann er in Deinen Arbeitsvertrag schreiben was er will. Er muss zahlen.
     
  7. Arme Schwester

    Arme Schwester Senior-Mitglied

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    Hallo Jörg!
    Mein AG ist zum Oktober 2005 aus dem Arbeitgeberverband ausgetreten. Bis zum 31.Dezember galt die Nachbindungsfrist an den TVÖD. Ich bin im Anfang 2006 eingestellt worden und somit konnte mein AG sehr wohl auf den Tarif pfeifen und mich zu so einem Hungerlohn anstellen! Unser Betriebsrat hat auch schon dagegen geklagt - null Chance!
    Tja, dumm gelaufen. Diejenigen, die einen befristeten Arbeitsvertrag nach TVÖD hatten mussten einen Monat arbeitslos zuhause sitzen und sind danach wieder eingestellt worden - mit dem tollen Billig-Vertrag.
    Jetzt in die Gewerkschaft zu gehen, hat auch keinen Sinn mehr, da die ja nicht mehr für uns "zuständig" sind. Nochmal gesagt, wir sind ein öffentliches Haus, 100% Tochter der Stadt. Der Großteil meiner Kollegen wird nach Tarif bezahlt, ich und alle anderen Neueinstellungen nicht.

    Wenn du dich wirklich mit der Arbeitsrecht-Materie auskennst...was soll/kann ich noch tun? Wir, die neuen Billig-Schwestern sind ja in der MInderheit und die anderen interessiert das nicht, da sie ja Tarif bekommen, also kann man nen Streik schon mal vergessen, da werden wir rausgeschmissen und 100 neue aus der Warteliste eingestellt...

    MFG
    :weissnix:
     
  8. Aprilchen

    Aprilchen Newbie

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    Wir sind ein evangelisches krankenhaus....und der Tarif....gute Frage.
    mein Arbeitgeber ist eigentlich nicht das haus sondern der Ev. Diakonieverein.

    Also....alles etwas konfus bei uns...
     
  9. Joerg

    Joerg Poweruser

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    Oh ha, das ist wirklich mies.
    Im Moment bin da ein wenig überfragt in wieweit ver.di jetzt noch in Eurem Haus was richten könnte. Zumindest würde eine Mitgliedschaft nicht schaden, da Dir ver.di auf jeden Fall bei arbeitsrechtlichen Auseinandersetzungen konstenlos zur Seite stehen würde - wie eben bei diesem Thema. Ich könnte mir denken (weiss es aber nicht genau), dass es da irgendwo noch eine Lücke gibt um an ein gescheites Gehalt zu kommen. Nur bin ich eben kein Arbeitsrechtler, sondern nur Betriebsratsmitglied und das in einem Haus, dass dem VKA nicht den Rücken kehrt.
    Ansonsten könnte man Dir nur raten zu gucken, ob Du nicht woanders was bekommst.
     
  10. Steffi1984

    Steffi1984 Poweruser

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    Hi,

    würd mich auf alle Fälle woanders bewerben @arme Schwester, probieren kannst DU es ja vielleicht hast DU ja Glück. Wie willst du denn sonst auf dauer von diesem Lohn leben?
     
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