Stigmatisierung: Welche Pflegeinterventionen?

Dieses Thema im Forum "Pflegebereich Psychiatrie/Psychotherapie/Psychosomatik/Sucht/Forensik" wurde erstellt von Brady, 01.09.2007.

  1. Brady

    Brady Gast

    Hallo zusammen,

    es ist immer wieder so, dass mir Patienten sagen, bitte keinen Stempel von der Psychiatrie auf meine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für den Arbeitgeber.

    Wie geht ihr damit um? Was sind eure Erfahrungen? Welche Pflegeinterventionen betreibt ihr gegen Stigmatisierung?

    Auch die NANDA-Pflegediagnosen orientieren sich stark an den Defiziten der Patienten. Werden wir damit nicht noch mehr dazu beitragen dem Patienten ein weiteres Etikett zu verpassen?

    Zu dem Thema stelle ich mal diese Seite rein:

    Ruth Fricke: (Ent-) Stigmatisierung psychisch kranker Menschen in der Öffentlichkeit


    Liebe Grüße Brady
     
  2. MiChung

    MiChung Gast

    Hallo Brady,

    ich habe ganz unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Es kommt immer auf den Arbeitgeber der Patienen an und wie lange sie schon dort beschäftigt sind. In den letzten Jahren habe ich es selten erlebt, dass jemand einen neutralen Stempel auf seiner AU - Bescheingung wollte. Wobei wir aber auch zunehmend Patienten behandeln, die keine feste Arbeitsstelle haben.
    Für die Patienten, die noch eine Arbeitsstelle haben bahnen wir, bzw. der Sozialdienst Kontakte zum Integrationsfachdienst, um den Wiedereinstieg in den beruflichen Alltag unterstützend zu begleiten.

    Ansonsten sollte an oberster Stelle die Psychoedukation stehen. Den Patienten Informationen zur und zum Umgang mit der Erkrankung zu vermitteln. Was ist eine Psychose, wie kann sie entstehen, was sind die Frühwarnzeichen, wie kann ich damit umgehen, worauf muss ich achten, etc.
    Bei uns gibt es wöchentlich psychoedukative Gruppenangebote.

    Leider geht die Entwicklung immer mehr in Richtung "defizitorientierter Dokumentation" um den pflegerischen "Aufwand" den Kassen gegenüber deutlich zu machen. Die NANDA Diagnosen sind ein Teil davon. Ich kann mich auch nur ganz widerwillig danach richten, insbesondere weil ich gelernt habe ressourcenorientiert zu schauen und zu dokumentieren...

    Ob durch die Arbeit mit den Diagnosen ein weiterer "Stempel" aufgedrückt wird, weiß ich nicht. Ich empfinde es nicht so.
    Früher stand ich auch immer auf dem Standpunkt, dass eine Diagnose gar nicht wichtig ist, sondern die Schwierigkeiten, die sich ergeben sind zu betrachten und die Möglichkeiten, eine entsprechende Lösung zu finden.
    Viele Patienten hingegen interessieren sich für ihre Diagnose, haben das Gefühl, dass es etwas "Benennbares, Greifbares" ist. Unter diesem Aspekt hatte ich es gar nicht gesehen.

    Zum Thema Stigmatisierung sollte im Anhang noch was Interessantes zu finden sein (wenn ich´s hinbekommen habe *g*)

    LG
     

    Anhänge:

  3. Brady

    Brady Gast

    Hallo MiChung,

    ich erlebe in meinem teilstationären Rahmen öfter, dass Patienten sich darüber Gedanken machen, welcher Stempel auf ihrer AU steht.
    Selbst die Begleitung in den Beruf vom Integrationsfachdienst wird nicht immer so weit akzeptiert, dass dieser mit in den Betrieb geht.

    Dieses ist natürlich deshalb immer wieder Thema in unserer Arbeit.
    Akzeptanz, Annahme, Umgang mit seiner Erkrankung, usw..

    Die Psychoedukation erfolgt auch bei uns täglich im fortlaufenden Programm.

    Ich bin es eben auch gewohnt ressourcenorientiert zu schauen und auch zu arbeiten. Meine Frage hingehend. Kann ich mich dem entziehen, noch defizitärer zu schauen und zu dokumentieren, weil es wichtig für die Eingruppierung und Zahlung der Krankenkasse ist? Will jetzt keine Antwort, aber es ist schon überlegenswert, wohin man uns drängt.

    Liebe Grüße Brady
     
  4. tochter46

    tochter46 Junior-Mitglied

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    Kommt mir sehr bekannt vor, das alles.
    Wir werden immer mehr gebeten AU`s auf formulare der Neurologie auszustellen.
    Es besteht eine große Angst bei den Patienten stigmatisiert zu werden, und in eine Ecke gedrängt zu werden, aus der sie nicht mehr raus kommen.

    Auch wir sind angehalten, keine allzu positive Dokumentationen zu schreiben, und nicht so stark auf die Ressourcen des Patienten einzugehen.
    Wie kann ich mich dem entziehen, das ist eine gute Frage.
    Es fängt doch schon im kleinen an.
    Habe ich Nachtwache, und sehe die Patienten bei den Rundgängen schlafen, kann ich auch nur dies dokumentieren.
    Komme ich am nächsten Abend auf Station, kann ich darauf wetten, das bei diesen Pat. von den Ärzten vermerkt worden ist:
    Pat. hat immer noch ein gestörtes Schlafempfinden.
    Das kann es doch in meinen Augen nicht sein, aber so lange es in erster Linie um Profite geht, und darum das möglichst alle Betten belegt sind, gehen wir in die falsche Richtung.
    In unserem Haus kommt noch hinzu, das alle anderen Fachgebiete nach DRG`s abrechnen, nur die Psychiatrie nicht.
    Dies führt dazu, das wir vermehrt alte und pflegebedürftige Menschen haben, die von inneren Stationen " abgeschoben " werden.
    Wo bleibt dann die Zeit für die Patienten, bei einer 2er Besetzung?

    lg tochter46
     
  5. Brady

    Brady Gast

    Hallo tochter46,

    bist du Dir sicher, dass es Formulare der Neurologie sind? Oder nicht doch Formulare der Psychiatrie?

    Liebe Grüße Brady
     
  6. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Woran erkennt man, dass ein Mensch schläft- und zwar im normalen Schlafmuster? Wie lange wäre eine konsequente Beobachtung nötig und welche Hilfsmittel (z.B. EEG) sind nötig um eine Aussage treffen zu können: "Pat. hatte einen erholsamen Schlaf."?

    Fängt die Stigmatisierung nicht schon da an, wenn ich den Aussagen des Pat. keinen Glauben schenke?

    Elisabeth
     
  7. synapse

    synapse Stammgast

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    Hi Elisabeth,

    ist es denn besser, alles zu glauben was der Patient sagt und die Doku des Nachtdienstes ganz außen vor zu lassen?
    Ich denke schon, das eine Nachtschwester bei den Rundgängen erkennen kann, ob jemand schläft, döst oder ruht. Natürlich kann in den knapp zwei Stunden dazwischen der Patient wachliegen oder unruhiger sein.
    Jeder empfindet die Erholung seines Schlafes unterschiedlich und individuell. Jeder hat eine andere Stundenschlafzeit, die er benötigt.
    Nur, um solche Aussagen völlig realistisch treffen zu können, hänge ich dann jedoch nicht gleich jeden Patienten an einen Überwachungsmonitor, um seine Vitalparameter in der Nacht zu checken.
    Schluß mit meinem OT.

    Gruß
    Synapse
     
  8. MiChung

    MiChung Gast

    Hallo,

    die Diskrepanz zwischen den Einträgen des Nachtdienstes und den Aussagen der Patienten ist auch bei uns ein ständiges Thema... "Glaube ich der Nachtwache oder dem Patienten?" ist dabei aber die falsche Fragestellung.

    Es haben ja beide recht. Die Nachtwache, die bemerkt "der Patient schläft während meines Rundgangs" und der Patient, der sich vielleicht unausgeruht fühlt, weil er durch den Rundgang wach wurde und schlecht wieder einschlafen konnte.
    Also ich persönlich kann in fremder Umgebung nicht so gut schlafen und werde auch eher wach, wenn ich ungewohnte Geräusche höre. Ich denke nicht, dass ich ein Einzelfall bin.

    Ich denke auch, dass oft die Gefahr besteht, dass Patienten selbst durch uns (ungewollt) stigmatisiert werden, wie oft neigt man dazu, Gegebenheiten als Symptom einzuordnen, wenn´s gerade passt?
    Wichtig ist deshalb, den Patienten immer ernst zu nehmen und erst mal davon auszugehen, dass es stimmt was er sagt - außer das Gegenteil ist klar belegbar....

    LG
     
  9. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Da gehe ich mit: es gibt meine Wirklichkeit und die des Pat.. Wirklichkeit hat wenig mit der Realität zu tun... sie wird erWIRKT durch unsere Wahrnehmungsfähigkeit. Diese wiederum ist getriggert durch unsere Erfahrungen, unsere Ansichten.


    Elisabeth
     
  10. tochter46

    tochter46 Junior-Mitglied

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    Psychiatrie
    @Brady
    ja, es sind AU`s aus der Neurologie und zwar haben wir welche mit dem Stempel Psychiatrische Klinik und Kinik für Neurologie und Psychiatrie.
    Viele Patienten möchten das 2te Formular, um nicht in diese Schublade zu kommen.
    Die hat in meinen Augen verschiedene Gründe, und ich denke die Angst um den Arbeitsplatz spielt bei den Menschen eine große Rolle.

    lg Tochter46
     
  11. Brady

    Brady Gast

    Hallo tochter46,

    Neurologie wäre ja dann das geringste Problem. Denn das ist ja ein Bereich wie...ups, ich habe einen Tennisarm, oder eine Nervenentzündung jeglicher Art. Von Psychiatrie einen Stempel zu bekommen, wäre dann in manch einen ihrer Augen schlimmer.

    Liebe Grüße Brady
     
  12. Sr.Sandra

    Sr.Sandra Stammgast

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    also ich habe es erlebt, dass wir einen Pat. hatten der von uns versehentlich einen Stempel mit Psychatrie drauf auf die bescheinigung erhalten hat, er war ca. 5 Tage später wieder als Pat. da (er war depressiv), weil sein arbeitgeber ihn gekündigt hatte, mit der begründung er sei nicht tragbar als Psychisch kranker mitarbeiter (finde ich unmöglich)
    Also haben wir auf der Station allen nurnoch einen neutralen Stempel gegeben, da es ja keien etwas angeht wieso man in der Klinik ist
     
  13. Schlafmütze

    Schlafmütze Junior-Mitglied

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    @ Elisabet Dinse,
    auch wenn die Frage schon länger her ist ( ich bin neu hier)
    "wie kann man eine Aussage über den Schlaf treffen....EEG?"

    Der Patient der ein Schlafgestörtes Verhalten aufweist, das längere Zeit anhält, sollte normalerweise in ein Shlaflabor....
    Davon mal ab...
    Um eine qualtitative Aussage über die Schlafqualität treffen zu können, reicht es nicht aus im NAchtrundgang zu sehen, das der Patient im Bett liegt....
    dann sollte man lieber nur vermerken, dass der Patient im Bett lag...

    Mehr informationen könnte man bekommen,wenn man den Patienten ein Schlaf-tagebuch führen lässt und ihn Schlaffragebögen ( da gibt es mehrere verschiedene) und Schlafprotokolle, oder Befindlichkeitspässe ausfüllen lässt.

    Bei schlechtem Nachtschlaf existiert ja auch Tagesmüdigkeit, die lässt sich auch am Tag beobachten

    Es gehört aber ja auch zum Krankheitsbild der Depression dazu unter Schlafstörungen zu leiden, es gibt auch einen Wechsel des Schlafrhythmus bei Bipolaren Erkrankungen u.v.a.
    Leider gehört es aber auch zu Nebenwirkungen von Medikamenten auf den Schlaf Einfluss zu nehmen (machen müde oder munter).
    Ausserdem geibt es noch das Krankheitsbild der Insomnie und es gibt tatsächlich die "Erkrankung" den Schlaf nicht registrieren zu können, das wird noch erforscht, aber leider im Alltag noch zu sehr unterschätzt. Das heisst bei den Patienten ist das Vermögen Schlaf als solchen wahr zu nehmen gestört. Letzteres ist natürlich echt fatal.....

    Eine spezielle "Kurve" für eine Tag/Nachtdokumentation entwickle ich zwar gerade, aber ich kann sie noch nicht veröffentlichen.

    Was die AU angeht hatten wir immer einen neutralen Stempel wo einfach Klinikum ...xy drauf stand - nicht die Abteilung...es gab auch den anderen, aber der wurde seltener benutzt.

    Mütze
     
  14. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Die Angaben zum Schlaf und zur Schlafintensität sind ohne EEG stets als subjektiv zu werten.
    Tagesmüdigkeit als Indikator für einen schlechten Schlaf zu nehmen... ginge erst nach Ausschluss aller anderen Ursachen für Müdigkeit: Depressionen, bekannte und unbekannte Nebenwirkungen von Medikamenten, Schlafapnoe usw..
    Tagebuch führen lassen: bringt das nicht eine Fixierung auf das Problem und damit zusätzlichen Streß?

    Elisabeth
     
  15. Schlafmütze

    Schlafmütze Junior-Mitglied

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    HAllo Elisabeth,
    ich bin ganz Deiner Meinung. Ich wollte nur sagen, dass eine Überweisung zu einer Schlaflaboruntersuchung sinnvoll wäre, weil man dort sich auch um den Ausschluss anderer Ursachen kümmert. Fragebögen sind zunächst erst mal ein Messinstrument. Fragebögen sind auch einmalig.
    Die Protokolle dagegen sind eher so gestaltet, dass sich daraus für die Schlafmediziner schon einiges ableiten lässt, sie sind auch so gestaltet, das sich schon der Patient auch mit seinem Schlaf etwas mehr auseinander setzen muss, also sie werden über einen längeren Zeitraum verwendet. Das heisst aber nur das Thema rückt für eine Zeit in den Focus. Darin alleine sehe ich keinen Nachteil. Bei Abschluss der Untersuchung wird der Schlafmediziner ein abschliessendes Gespräch führen und Therapievorschlage machen, die von "Selbsthypnose" ( Autosuggestion?) über Verhaltenstherapie, zu Medikamenten reichen können. Das Spektrum der Ursachen ist heute so vielfältig ,wie die Möglichkeiten den Patienten doch an Stellen weiter zu helfen wo man das früher nicht für möglich, oder für nötig gehalten hätte. Ich gehe davon aus das Schlafmediziner die Grund- oder Begleiterkrankungen berücksichtigen bei ihrer Anamnese und Ursachensuche. Jedoch ist es umgekehrt leider (noch) recht selten. Das liegt daran das Schlafmediziner (Somnologen) weiter gebildete Psychiater, Neurologen, Pneumologen, Internisten etc. sind.

    Die Untersuchung im Schlaflabor ist ein Schlaf-EEG mit zusätzlicher Messung vieler weiterer Vitalfunktionen und Körperreaktionen während eines Nachtschlafes. Daher heisst es Polysomnografie ein reines "Schlaf-EEG" würde da nicht ausreichen.

    Ich war bis gestern erst wieder auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin und bin immer noch ( wie jedes Jahr) ganz beeindruckt, was es da wieder alles neues an Möglichkeiten gibt.
    Ganz neu gibt es ein "Schlaflaborforum" hoffe es füllt sich nach und nach dann kann man auch dort über solche Dinge noch diskutieren.
    Forum Schlaflabor - Forschung, Diagnostik, Therapie und Pflege in der Schlafmedizin bzw. im Schlaflabor - Home
     
  16. Brady

    Brady Gast

    Hallo zusammen,

    kommt bitte wieder zum Thema zurück. Es geht hier nicht um Schlafstörungen!

    Liebe Grüße Brady
     
  17. Chris00

    Chris00 Newbie

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    Hallo!

    Also ich kann das vollkommen verstehen, das ein neutrales Formular gewünscht wird, immerhin mag zwar in unserem Umfeld und durch unsere Erfahrung eine offenere und tolerante Meinung bezüglich psychiatrischen Erkrankungen herrscht, aber ich kann mich schon noch sehr gut erinnern, das einige Freunde und Verwandte doch etwas skeptisch waren, als ich mich für die Arbeit in einer Psychiatrischen Klinik entschied.

    Ich habe mich damals mal von mehreren dieser Leute abholen oder hinbringen lassen und muß jetzt noch grinsen, wenn ich dran denke, das sich so gut wie alle noch gewundert haben, das gar keine Gitter an den Fenstern sind und draussen sogar Leute rumlaufen (dürfen).

    Das ist jetzt zwar 10Jahre her, aber es ist nun mal eine Tatsache, das dies ein Bereich mit Erkrankungen ist, die für alle Außenstehenden nur sehr schwer nachvollziehbar und dementsprechend schwer akzeptierbar sind...

    Letztendlich merkt man das auch daran, wie die Umwelt reagiert, wenn Nahestehende selbst erkranken.
    Da ist man selbst manchmal sehr lange blind und das obwohl man doch soooo gut bescheid weiß!!!

    Und der Umgang ist trotz langjähriger Erfahrung trotzdem anders als theoretisch gelernt und auf Arbeit jeden Tag praktisch angewandt.

    Allerdings tue ich mein Möglichstes für eine verbesserte Einsicht meiner Umwelt in dieses Gebiet, in dem ich allen die es hören wollen (oder auch mal nicht :D:D) erzähle, wieviel Spaß es mir macht und das es gar nicht so stressig ist (naja zumindest nicht immer), wenn man mit Freude dabei ist...
    Außerdem vergesse ich nie zu erwähnen, das es dort viele gibt, die auf der Strasse genauso sind=wirken, wie Du und Ich...

    mmmhhh jetzt habe ich doch ein bisschen viel geschrieben, hoffe man konnte zumindest ansatzweise verstehen, was ich ursprünglich mal sagen wollte :gruebel:...

    Chris
     
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