Sterilpflege richtig gemacht

stefan1981

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Hi,

Was fällt euch zum Thema Sterilpflege ein?

Wie geht man mit den Sachen um die man reinbringt(Essentablett, Becher,...).

Ich schreibe nachher noch nen bisschen mehr dazu-muss zur Arbeit.

mfg Stefan
 

narde2003

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Hallo Stefan,
meinst du damit Pflege von umkehrisolierten Patienten?

Schönen Tag
Narde
 

Maniac

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Hallo narde und Stefan,

meint ihr damit isolierte Patienten?

Sorry, kenne den Begriff nicht "umkehrisoliert"?

Davon ab kann ich mir unter "Sterilpflege" auch nicht so richtig was vorstellen...
 

flexi

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Hallo zusammen,
wenn man mit "sterilpflege" mal googelt, findet man sowas hier: http://www2.uni-jena.de/med/kim2/KMT/KMTInfo6.html
Das entspricht eigentlich auch der Beschreibung nach der "Umkehrisolation", die die abwehrgeschwächten Patienten vor Krankheitserregern bestmöglich zu schützen hat. Eine interessante Arbeit zu dem Thema "Umkehrisolation" findet man auch hier.

Ist es das, was du meinst, stefan1981?
 

stefan1981

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hallo,

Genaus so meinte ich das auch. Wenn zum Beispiel aufgrund einer Chemotherapie der Leukozytenwert bis unter ein bestimmtes Niveau fällt, dann wird bei dem Patient diese Umkehrisolation angewendet.

Auf der Onkologie handhaben wir das so

- Kittel vor jedem reingehen neu anziehen
- Handschuhe+ Mundschutz+ Kopfschutz anziehen
- Sachen die man mit zum Patienten nimmt müssen nicht extra behandelt werden (Getränkeflaschen, Essentablett,...)- stelle ich mir aber auch schwierig vor
- Hände desinfizieren

- bei einem 2 Mannzimmer wird der 2. Patient automatisch unter dem Aspekt der Sterielpflege gestellt

Werd mir mal die Links anschauen....dann bin ich schlauer....

mfg Stefan


 

narde2003

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Hallo Stefan,
umkehrisoliert werden bei uns Patienten deren Leuko's > 0,5 sind.
Dies bedeutet, dass sie alleine in einem Zimmer liegen.
Der Sinn dahinter ist, diese Patienten sind sehr anfällig für alle möglichen und unmöglichen Erkrankungen, schon ein kleiner Schnupfen kann zu einer Pneumonie werden und tödlich enden.

Durch die Umkehrisolation schützen wir den Patienten vor uns.
Die Patienten liegen in der Regel in Schleusenzimmern, früher benutzte man auch das Life Island, ein Zelt mit Überdruck.
Die Patienten dürfen das Zimmer in der Regel nicht verlassen, und wenn dann auch nur mit Mundschutz bzw. Partikelfiltrierender Halbmaske.

Wir verkleiden uns mit Schutzkitteln, die in der Schleuse liegen, Mundschutz, Handschuhe und Häubchen. Händedesinfektion vor Betreten der Schleuse.

Handtücher und Waschlappen werden nach jeder Benutzung verworfen, das Bett täglich frisch bezogen.

Die Patienten bekommen keimarmes Essen, d.h. keine frischen Salate oder Obst, sondern alles nur gut gekocht, Brot nur abgepackt, genauso die Butter Wurst oder Käse. Getränke nur aus geschlossenen Flaschen (z.B. Mineralwasser)

Zur Mundpflege benutzen wir den onkologischen Standard, den ich nicht auswendig im Kopf habe. Das sind verschiedene Mundspülösungen die in einer bestimmten Reihenfolge genommen werden. Mit dabei ist eine Kamillenlösung und ein Pilzmittel, solltest du es genauer wissen wollen, kann ich gerne nachschauen. Da hat aber sicher jedes Haus sein eigenes Programm.

Wenn du bei der Betreuung von solchen Patienten logisch überlegst ist
der Umgang gar nicht so schwierig, du musst dir immer überlegen, wie schütze ich diese Patienten vor mir und der Umwelt.

Ein schönes Wochenende
Narde
 

stefan1981

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hm....

soweit so gut. Was mich aber noch interessiert (wenn man es ganz genau nimmt) ist, wenn ich zum Beispiel eine Flasche Selters hineinbringe, oder das Essentablett an sich, der Teller wo das Essen drauf liegt, die Handtücher....!

Solche Sachen gehen ja in der Regel durch viele Hände bevor sie im Krankenhaus ankommen. ( Man weiss nie wie die damit umgingen)

Bsp. das Essentablett. Es wird unten gewaschen, dann das Essen draufgelegt (ggf. hat die Frau die es drauf tut gerade einen Infekt?!),
dann sind eventuell Keime draufgekommen die sich während der Wartezeit im Essenwagen vermehren können....?!

Bsp: Wasserflaschen: Die werden in der Fabrik abgefüllt (wobei z.B. die Halterungen für die Flaschen nicht 100 % sauber sind...) dann kommen die in den schmutzigen Kasten (Mikroskopischer Schmutz - Bakterien,....)
und bleiben dann da stehen und können sich vermehren...

Das gleiche Spiel könnte man auch mit der Wäsche treiben....

Vielleicht es es etwas übertrieben von mir - was gut sein kann, was sagt ihr dazu?

mfg Stefan

Ps: eine Schleuse hab ich bei uns noch nie gesehen....
 

narde2003

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Hallo Stefan,
das Küchenpersonal sollte gesund sein und sich laut Hygienerichtlinien die Hände desinfizieren, genauso wie du, bevor du das Essen verteilst.
Unser Geschirr durchläuft eine thermische & chemische Desinfektion in der Spülmaschine - es wird mit 93 Grad gespült und die Temp für 10 Minuten gehalten, desweiteren wird ein entsprechendes Spülmittel verwendet.

Da wir mit Cook and Chill arbeiten, haben wir keine langen Warmhaltezeiten.
Unser Essen wird sofort Schockgekühlt und dann vor dem Servieren regeneriert.

Ich weiss nicht wie es bei euch ist, aber in unserer Wäscheabteilung geht es strenger zu als im OP. Die Wäschedame bekommt einen halben Infarkt, wenn du in ihren heiligen Hallen, die Trennschwelle überschreiten möchtest.

Auch hier ist es so, dass das Personal sich vor der Verteilung die Hände desinfziert. Die Wäsche wird gemangelt, d.h. sie ist mit hohen Temperaturen behandelt worden.

Bei der Abfüllung von Mineralwasser, kenne ich mich nicht aus. Aber auch hier gibt es Hygieneverordnungen. Dass Flaschen nicht sauber in eine Abfüllanlage kommen, kann ich mir allerdings nicht vorstellen. Auch die Kästen werden gespült. Sicher kannst du die Flaschen vor dem servieren desinfizieren, aber dann bitte die entsprechende Einwirkzeit beachten.

CU
Narde
 

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