Sterbebegleitung - Frage an die Schüler im Forum

Dieses Thema im Forum "Leben und Tod im Krankenhaus, Umgang mit Sterbenden" wurde erstellt von Gaby, 25.01.2003.

  1. Gaby

    Gaby Gesperrt

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    Hallo,


    mit meiner Frage möchte ich gezielt vor allem, die Schüler im Forum ansprechen.

    Sterbebegleitung auf der Station

    Bekommt ihr die nötige Unterstützung. Vor allem bei „ersten Mal“ bekommt ihr die nötige Unterstützung? Wo ist fühlt ihr euch alleine gelassen? Wo seht ihr Handlungs- Informationsbedarf seitens des Pflegepersonals in Bezug auf euch?

    Finden danach Gespräche statt. Schafft ihr es danach loszulassen. Wie sieht die Unterstützung seitens des Pflegepersonals aus?

    Würde mich sehr über eure Erfahrungen, Anregungen und Fragen freuen!

    Liebe Grüße aus Wien

    Gaby
     
  2. Gaby

    Gaby Gesperrt

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    Hallo,


    ich wollte meine Frage noch einmal an die Schüler im Forum richten.

    Vielleicht traut sich ja doch einer Antworten - ein wenig Mut .....

    Ihr würdet mir mit eurer Antwort wirklich weiterhelfen.

    Liebe Grüße

    Gaby
     
  3. Pinzessin

    Pinzessin Senior-Mitglied

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    Hallo Gaby!

    Also auf den Stationen auf denen ich bisher war, fühlte ich mich in puncto sterben immer sehr alleingelassen!
    Ich weiß zwar nicht woran es liegt, aber von den Schwestern dort war wohl jeder der Meinung, dass das wohl jeder mit sich selber ausmachen muß.
    Gespräche sind einem überhaupt nicht angeboten worden und auch wenn man versucht hat, darüber zu reden, wollte keiner.
    Kann ja auch daran liegen, das die betroffenen Schwestern selber nicht so richtig damit klarkommen, aber bei einigen würde ich eher darauf tippen, das sie ein Problem mit dem Tod haben und es soweit wie möglich von sich wegschieben und versuchen es unter verscheidenes abzuhacken und eventuell, ich möchte es mal so ausdrücken, ziemlich abgehärtet sind, sie lassen dieses Thema gar nicht mehr an sich heran.
    Also gute Erfahrungen habe ich keine gemacht, einmal hatte ich 2 Wochen Schule und in der Frühstückspause liest die eine Schwester die Todesanzeige einer Patientin vor, die in der Zeit wo ich in der Schule gewesen bin gestorben ist. Ich habe es erst dadurch erfahren und es ware total schlimm für mich, weil ich mich mit der Patientin und ihrem Ehemann immer sehr gut verstanden habe, und sie mir richtig ans Herz gewachsen ist. Das hat mich echt wie ein Schlag in die Magengrube getroffen, weil echt nicht abzusehen war das sie sterben würde. Ich hätte mich damals darüber gefreut, wenn ich vielleicht erst mal eine kleine Pause für mich hätte haben können, um das alles zu verarbeiten. Und so schiebe ich den Tod eines/r Pat. auf der Arbeit vor mir her und komme erst zu Hause damit raus und trauer dann halt zu Hause, da mir das auf der Station irgendwie noch nie möglich war. Da geht keiner auf einen ein und wenn man Tränen in den Augen hat, interessiert das keinen und man wird noch schief von der Seite angeschaut.

    So ... das war ja jetzt ziemlich umfangreich und ich hoffe Gaby ich konnte dir deine Frage im Ansatz beantworten.
     
  4. Pinzessin

    Pinzessin Senior-Mitglied

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    Hallo nochmal...

    und da hab ich ja auch noch was vergessen!

    Zum Thema Sterbebegleitung, da haben wir in der Schule sogar ein Seminar zu gehabt, indem uns eine Psychologin einen ganzen Tag etwas vom sterben erzählt hat (ich fühle mich aber dadurch auch nicht besser imstande damit umzugehen).
    Auf der Station war ich in puncto Sterbebegleitung eigentlich immmer recht alleingelassen.
    Und das schlimmste finde ich ist, das bist jetzt eigentlich alle Krankenschwestern(Pfleger) immer nur den Schülern die Pflege sterbender an die Hand gegeben haben, ohne einen dabei aber zu unterstützen. Ich mußte bis jetzt immer solche Pat. pflegen, d.h. Körperpflege und psychische Unterstützung. Ich mein das waschen ist ja echt kein Thema, aber die psychische Unterstützung ist ja wohl echt hammer. Wie soll ich einer alten Frau die Angst vorm sterben nehmen, wie soll ich damit umgehen? Ich weiß es nicht und fand es auch nicht gut, das ich immer zu diesen Pat. geschickt wurde, ohne das mir einer geholfen hat.´Mittlerweile geht es ja schon, wenn man schon einige sterbenden Pat. betreut hat, ist es nicht mehr so schlimm wie beim ersten mal, doch gerade bei den ersten malen hätte ich mir ein wenig Unterstützung vom Pflegepersonal gewünscht.
    Ich hoffe es gibt vielleicht auch positive Antworten auf dein Frage Gaby, denn wenn nicht wäre das wirklich schade!
    Also schreibt doch mal bitte, wie ihr es auf den Stationen empfindet.
     
  5. Gaby

    Gaby Gesperrt

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    Hallo Steffi,


    vielen Dank für deine Antwort.

    Ich hoffe, es melden sich noch einige Schüler, da mir eure Erfahrungen wichtig sind. Ich hoffe auf einen Austausch. Leider sind Schüler in der Sterbebegleitung oft auf sich alleine gestellt. Irgendwie trifft mich das ziemlich.

    Eine Frage noch Steffi – als du zu deinem ersten sterbenden Patienten gegangen bist – hast das Personal gewusst, dass du noch nie einen sterbenden Patienten betreut hast?

    Liebe Grüße aus Wien

    Gaby
     
  6. carmen

    carmen Poweruser

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    Hallo @all Schüler im Forum,

    scheinbar kommt außer der Schülerin Prinzessin keiner von Euch mit sterbenden oder verstorbenen Pat. in Kontakt.
    Oder steckt Ihr den Tod eines Pat. so einfach weg und geht zur Schülertagesordnung über?
    Die Frage, wie Ihr mit der Situation umgeht, wenn ein Pat. im Sterben liegt oder verstorben ist, wird sicher nicht aus Sensationsgier gestellt.
    Wenn Ihr antworten würdet, könnte man als examiniertes Pflegepersonal Informationen und Erkenntnisse sammeln, Schülerinnen und Schülern optimaler zur Seite stehen und Unterstützung zu geben.


    Schönes Wochenende

    Carmen
     
  7. es

    es Stammgast

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    Hallo ihr!
    *********
    bei mir im dienst ist zum glück noch kein patient gestorben. ich hatte immer das glück, dass sie in meinem frei gestorben sind. eigentlich sterben bei uns die patienten fast immer in der nacht. (und da ich meinen nachtdienst auf ner fk station hatte, ist da keiner gestorben).
    meine absolute horror-visiion ist, dass ich als erstes in ein zimmer komm und jemand gestorben ist bei dem man noch "volles programm machen muss" (also reanimieren und so)
    Vor kurzem wär uns im dienst beinahe eine ältere dame ( ca 85 jahre, pflegepat.) gestorben. beim esseneinsammeln kam die schwester ins zimmer und die pat sass im stuhl am tisch und hat nicht mehr geschnauft. laut mitpat hat sie den arm hoch geschlagen und sei dann in sich zusammen gesunken. (mitpat hat allerdings nicht geläutet). die zwei schwestern die im dienst waren haben dann reanimiert, meine aufgabe war es notfallwagen, absauger, sauerstoff und dienstarzt zu holen (letzteres erwies sich als schwierige aufgabe. ich hab ihn angefunkt "Notfall!! med3, zimmer 33 bitte sofort kommen!!". nunja, gekommen ist er nicht, bzw erst nach mehrmaligem anfunken als die schwestern die patientin schon wieder "hatten".
    beim abendessen haben wir dann darüber geredet. und eine schwester (der ich das absolut nicht zugetraut hätte, normalerweise ist sie ein ziemlicher "drache") hat erzählt, dass sie in ihrer schülerzeit einen dienst hatte in der 4 patienten gestroben sind und so ziemlich in jedem "kammerl" der station ind das sie reinkam eine leiche lag. und dass sie damit absolut nicht klar gekommen ist und zuhause nicht alleine aufs klo gehen konnte weil sie angst hatte dass da eine liegt.
    und wir haben dann noch allgemein übers sterben geredet und warum die eine patientin nicht gehen durfte (angehörige wollten es nicht).
    das fand ich richtig gut.
    auf der station auf der ich zuletzt war war sowieso ein total nettes team, da konnte man mit den meisten reden wenn man wollte.

    was ich noch ziemlich heftig fand war folgendes:
    ein pflegepat hatte sehr viel eingestuhlt und eine praktikantin und ich waren am saubermachen. da sagt er auf einmal "schwester ich sterb, amen!" und hörte auf zum atmen (da hab ich erst mal geschluckt). zum glück hat die atmung nach kurzer zeit allerdings wieder eingesetzt. während unserer "säuberungsaktion" von über ner halben stunde (da er immer wieder einstuhlte) wurden seine extremitäten immer weisser und kälter.
    wir haben ihn dann schön gebettet.
    es war grad schichtwechsel und ich habs dann dem spätdienst erzählt und die schwester meinte "ja und, er darf doch gehen".
    ja, gehen darf er, aber ich kann mir einen absolut schöneren tod vorstellen als während ich grad gewindelt werd.
    er ist dann auch im laufe des tages gestorben, aber da war ich dann nimmer auf station.

    aber mein prägenstes ereigniss war in meinem ersten einsatz.
    eine patientin ausm pflegeheim mit einem riesigen dekubitus. das ganze gesäss und der halbe rücken waren offen, ausserdem kleinere dekubiti an den unterschenkeln.
    diese frau hatte wahnsinnige schmerzen, hat ewig viele analgetika bekommen, hat beim lagern usw trotzdem geschrieen wie am spiess. eine ganz liebe alte dame und immer wenn ich zwischendrin kurz zeit hatte hab ich mich zu ihr gesetzt und was zu trinken gegeben. gestroben ist sie schliesslich an einer sepsis. nicht ihr tod hat mich schockiert, er war abzusehen und eine "erlösung" für sie. was mich so schockiert hat waren die dekubiti.
    seitdem werden meine patienten grundsätzlich im zwei stunden rhytmus wenn möglich und nötig öfters. vor kurzem hat eine praktikanntin zu mir gemeint, als sie mir "zugeteilt" wurde, dass man ja mir mir so viel lagern muss. tja, da musste das arme mädel durch. und ich hab ihr erklärt warum und wesshalb darauf bestehe dass meine pat korrekt gelagert werden und da hat sie es dann auch eingesehen.

    aber irgendwie hab ich jetzt recht viel geschrieben ohne viel zum eigentlichen thema sterbebegleitung zu sagen.
    auf den meisten stationen (bis auf einer) hab ich bis jetzt immer jemanden zum reden gefunden wenn ich es wollte. bei uns im haus findet man eigentlich auf fast jeder station jemanden zum reden wenn man es möchte und wird eigentlich nicht alleingelassen. ist natürlich auch davon abhängig wer mit einem im dienst ist.
    von der schule fühle ich mich in dieser hinsicht allerdings nicht wirklich gut betreut. eine bekannte von mir, die an einer anderen schule lernt war 3 tage auf "sterbeseminar", bei uns waren das 2 stunden von der "einfühlsamsten" aller lehrerinnen. aber naja, so ist unsere schule halt.

    naja, liebe grüsse
    eva
     
  8. Rusty

    Rusty Newbie

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    Hallo Ihr Lieben,

    bei mir ist es genauso wie schon von Princessin beschrieben. Ich wurde bisher immer allein gelassen. Bei uns ist es sogar Gang und Gebe, daß die Schüler din Leichnahm vorbereiten und ihn in die Leichenhalle verbringen. Die exam. Schwestern und Pfleger drücken sich davor wenn sie können.

    Allerdings hat unser Haus ein Seminar zum Thema Tod und Sterben angeboten, an dem ich dann teilnehmen durfte. Außerdem habe ich mich etwas belesen können (Kübler-Ros).

    In der Schule haben wir dieses Thema sinnigerweise "schon" im Mittelkurs. Man hat ja auch vorher noch nichts mit dem Tod zu tun !

    Aber letztendlich herscht auf den Stationen in unserem Haus die Meinung vor, jeder müsse das mit sich selbst ausmachen.

    Ich hoffe das das in anderen Häusern anders ist.

    Liebe Grüße Rusty
     
  9. kohn88

    kohn88 Newbie

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    Hallo,

    also ich bin erstaunt, wie alleine ihr gelassen werdet.
    Wir wurden gleich im ersten Schulturnus mit diesem Thema konfrontiert.
    Ich war also etwas vorbereitet. Trotzallem war es schwer für mich, meinen ersten Pat. beim Sterben zu begleiten. Andererseits hätte ich es auch nicht übers Herz gebracht, ihn alleine zu lassen.
    Doch leider hat mir niemand gesagt, wie ich mich gegenüber den Angehörigen verhalten soll. Denn da sind bei mir die Tränen gerollt.
    Und ich finde diese Momente viel schwerer, als jemandem auf seinem letzten Weg zu begleiten.

    Claudia
     
  10. Blümchen1985

    Blümchen1985 Poweruser

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    Hallo!

    Meine Antwort kommt zwar etwas verspätet, aber besser spät als nie.

    Also mein "erstes Erlebnis" das war auf der Inneren, 1. Einsatz, 1. Woche. Ich hatte Spätdienst, war aber schon um halb 1 statt um 1 da (dass ich um 8 gehen kann --> Jugendschutzgesetz).
    Ich sollte mit essentabletts einsammeln, ich komm in ein zimmer rein, in dem 2 Pflegefälle lagen. Im Vorderem Bett lag auch die eine Patientin zur Tür hin gelagert, dann stand da ein Vorhang. Ich kuck dahinter und da liegt eine Tote mit einer Kerze nebendran. Naja, ich hab das eine Tablett fallen lassen... Erst mal wurde ich angemeckert, warum ich son krach mach, dann kam zum glück eine vom oberkurs und hat das für mich aufgeräumt.

    Also ich hab so die erfahrung gemacht, das vielen schwestern die schüler einfach nervig und lästig sind. Aber das ist mir mittlerweile egal. Es ist ja auch nicht auf jeder Station so.

    Auch mit den Sterbenden ist es nicht immer einfach. Ich finde so ein Sterbeseminar gehört an den anfang der Ausbildung. Wir haben mit unserem Schulleiter darüber gesprochen, er meint er findet es im mittel- oder oberkurs sinnvoller, weil die schüler dann mehr eigne erfahrungen einbringen können. aber was soll ich sagen wenn eine patientin mich fragt, wie lange sie noch zu leben hat wenn sie ab heute nichts mehr isst? oder sie von mir alle pflege ablehnt, weils nach ihrer ansicht eh nix mehr bringt?

    ich finde da die vorbereitung von der schule her schon nicht so toll...

    Ciao Maria
     
  11. carmen

    carmen Poweruser

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    Hallo Prinzessin, Rusty und Blümchen

    es ist für mich sehr traurig zu lesen, dass Ihr so sehr allein gelassen werdet, wenn auf der Stat. ein Pat. im Sterben liegt oder sich gerade im Sterbeprozess befindet oder verstorben ist.
    Kann Euch nur empfehlen, dass Ihr eurem Klassenlehrer mehr und immer wieder von derartigen Situationen berichtet und sagt, dass Ihr vom Stationsteam allein gelassen werdet.
    Bei uns auf Stat. gehen wir sehr behutsam mit den Schülerinnen/Schülern um, gerade, wenn es um das Sterben und den Tod eines Pat. geht.
    Azubis im 1. und 2. Kurs kommen gar nicht zu uns, weil es für sie zu belastend wär. Auf einer onkologischen Stat. sterben nun mal viele Pat. und oftmals sind sie auch noch sehr jung.
    Also, wenn wir einen Azubi haben, so stellen wir erstmal die Frage, ob der/diejenige schon ein- oder mehrmals mit dem Sterben- und Tod von Patienten konfrontiert waren, wie sie das empfunden und verarbeitet haben, welche Hilfe vom Team wurde angeboten?
    Wir tasten uns quasi vor, ob der Azubi schon bereit ist, einen präfinalen Pat. mit zu pflegen und zu betreuen. Es werden auch Gespräche über das Sterben und den Tod geführt, so können wir herausfinden, inwieweit der Azubi eine Einstellung zu diesem schwierigen Thema hat.
    Keinesfalls wird der Azubi allein zu einem sterbenden Pat. geschickt, da ist stets eine Sr mit dabei. Erst, wenn der Azubi von sich aus sagt, dass es okay sei, allein zu einem sterbenden Pat. zu gehen, darf er das auch.
    Trotzdem hinterfragen wir öfter, wie das verkraftet wird oder ob es zuviel ist.
    Mit diesem Konzept kommen die Azubis gut mit uns aus und wir mit ihnen.

    Liebe Grüße

    Carmen
     
  12. Mellimaus

    Mellimaus Poweruser

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    Also ich war Anfang des Jahres auf der Onkologie und dort war es schon sehr schlimm. Es sterben in einer Woche sehr viele Menschen auf dieser Station.
    An eine Patintin kann ich mich noch gut erinnern. Es war eine junge Patinetin , vieleicht so Ende 30. Sie hatte schon überall im Körper Metastasen, grosse Schmerzen und hatte überall Ödeme.
    Sie kam eigentlich nur noch zum sterben zu uns. An dieser Patientin konnte ich zum ersten Mal die oft in der Schule beschriebenen Sterbephasen nach Kübler Ross wahrnehmen. Es war ein schwanken zwischen Hoffnung geheilt zu werden, Depression und Agression. Es war schon sehr traurig.
    Irgendwann bin ich in das Zimmer um ihr zu sagen das ich sie zum Schluss der Runde versorgen werde, da es bei ihr sehr aufwendig war sie zu klagern und ich mir auch viel Zeit nehem wolte. Sie hat angefangen zu weinen und zu toben, wir wollten sie sterben lassen und uns nicht mehr kümmern. Das stimmt e natürlich nicht. Sie hat es jedenfalls so wahrgenommen.
    Dann hat sie mich angeschaut und mich gefragt ob sie wirklich stwerben müsse ob sie noch geheilt werden könnte........Ich wusste darauf erst mal nichts zu sagen und musste schlucken. Zwei Sekunden später schaut sie mich an und sagt zu mir das sie sterben muss. Das würde sie an meinen Augen sehen........ich habe daraufhin das Zimmer verlassen und war total schockiert.
    Mir ist dadurch bewusst geworden das man sterbenden Menschen nichts vormachen kann. Sie wissen was los ist und sie haben auch ein Gespür für die Menschen die um sie sind.......

    Ich denke das wichtigste ist das man ehrlich ist zu den Patienten. Es bringt doch nichts wenn die Ptientin weiß das sie voller Metastasen ist und ich sage ich das sie durch eine Bestrahlung geheilt wird.
    Ich bin immer ehrlich und sage den Menschen das die Therapie oftmals nur lindernd ist und das es nicht heilbar ist. Viel sind dafür auchsehr dankbar.

    Auf der Station wurde ich nur einmal gefragt ob ich über das Sterben sprechen wollte. In dem Moment konnte ich aber nicht denn es war zusammanhangslos. Es kam in dem Momenat so rüber, als hätte man sich erinnert das es Schüler auch belasten klönnte.
    Direkt nachdem ich einen toten versorgt habe wurde nie darüber gesprochen......es wurde einfach weitergemacht.

    Bei meiner ersten verstorbenen Patientin musste ich die Tränene zurückhalten. Obwohl ich sie erst seit zwei Tagen kannte. Aber ich fand es schockierend neben der Toten zu stenhen und den Schrank auszuräumen und die Sachen zu zählen.........
     
  13. Sunnylein

    Sunnylein Junior-Mitglied

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    Ich denke das mein Thema, dass ich nun schreibe auch in diesem Bereich passt und ich hoffe das es auch jetzt obwohl das Thema schon länger in das Forum gesetzt geworden ist auch mein Beitrag gelesen wird.

    Vorweg muss ich sagen, dass ich noch keine Schülerin bin, sondern erst Praktikantin bin und ab April meine Ausbildung als Krankenschwester beginne.

    Als mir im September zu Beginn meines Praktikums gesagt worden ist, dass mein Praktikumseinsatz auf einer onkologischen Station sei, war das für mich kein Begriff, doch als mir erklärt wurde, welche Krankheiten diese Patienten auf dieser Station haben, war das für mich erst mal ein Schock. Mein Praktikumseinsatz auf einer "Krebsstation".

    Als der erste Patient gestorben ist, war das für mich schon schlimm, aber zum Glück gab es einige Schwestern und sogar Pfleger mit denen ich darüber reden konnte.

    Aber noch schlimmer war für mich als ich bei einem Patienten, den ich ins Herz geschlossen habe und dem es sehr gut ging, das Bett bezogen habe.
    Er saß am Tisch und ich hab halt das Bett bezogen. Er sagte so, dass er endlich nach Hause will und dann im nächsten Moment sagte er: "Jetzt wird es zum Sterben". Noch heute höre ich noch wie er das sagt und sehe ihn heute noch sitzen, wenn ich in dieses Zimmer gehe. Ich war so geschockt und bekam nur heraus, dass das noch stimmt, da er ja so fit ist und so. Nachmittags ging es dem schon voll schlecht und ich dachte mir noch er wird doch jetzt nicht sterben. Dann ging alles sehr schnell. Er wurde auf Intensivstation gebracht und dann kam er eines Abends wieder zu uns auf die Station spät abends, ich bekamm ihn nicht mehr zu Gesicht und am nächsten Tag las ich die Todesanzeige.

    Heute bereuhe ich es, dass ich damals nicht zu einer Schwester gegangen bin und es ihr gesagt habe, dass er gesagt hat, dass er stirbt, aber ich war einfach so geschockt, dass ich alles in mich hineinfraß.
     
  14. Morningstar

    Morningstar Senior-Mitglied

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    Hallihallo,

    also am Beginn meiner Ausbildung war vorallem das Sterben von Pat im krankenhaus ein Thema, vor dem ich schon irgendwie angst hatte. Alles in allem kann ich aber sagen, das wir Schüler ganz gut betreut werden, am Anfang der Ausbildung hatten wir ein Sterbeseminar und wir haben uns auch mit der Klasse schon oft getroffen und Erfahrungen mit Sterbenden Patienten ausgetauscht. Besonders beeindruckend und dankbar fand ich die Betreuung der Schüler auf Intensivstation. Dort habe ich sehr viele Erfahrungen mit sterbenden Patienten gemacht, am Anfang konnte ich nach solchen Ereignissen auch sehr schlecht abschalten, aber die Schwestern und Pfleger waren immer für mich da, haben sich mit mir auch über meine Ängste unterhalten und meine Gefühle und manchmal auch meine Wut akzeptiert. Sie ließen mir dann auch die freie Wahl, bei einer Totenversorgung zu helfen. Im nachhinein bin ich froh, dass ich dabei geholfen habe. es war ein seltsames Gefühl, einen Patienten zu versorgen, dessen Körper noch ganz warm war und doch war er nicht mehr am Leben!!! Doch durch diese Erfahrung habe ich auch meine Angst verloren vor dem Umgang mit dem Toten, vielmehr begegne ich diesem Moment nun mit viel Respekt und Ruhe. Nur vor einem Moment stehe ich noch ziemlich hilflos da: Das ist der Moment, wenn die Angehörigen des Verstorbenen den Nachlass von Station abholen: Dann verschwinde ich immer...

    Euer Morningstar
     
  15. Nicky1972

    Nicky1972 Newbie

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    Hallo
    Ich habe am 1.10 meine Ausbildung begonnen. Ich hatte bis jetzt einen Toten auf Station (bzw. er kam schon tot). Also war es ein mir unbekannter Pat. Trotzdem ein blödes Gefühl. Angst habe ich, allein in ein Zimmer zu kommen und einen Pat. tot zu "finden".
    Wir bekommen in der Schule ein Sterbeseminar, dauert 3Tage oder sogar 1 Woche, aber leider nicht gleich am Anfang.
    Ein Problem mit dem Tod habe ich weniger, aber im Umgang mit Angehörigen. Was sag ich denen? Wie begegne ich ihnen?
    Vielleicht kann hier jemand weiterhelfen?!
    Liebe Grüße
    Nicole
     
  16. Manasa

    Manasa Newbie

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    Hallo Gabi,
    ich hab auch am 1.10. mit meiner Ausbildung begonnen. Wir hatten bisher zwei Sterbefälle auf Station, die ich mitbekommen habe. Es waren sehr eindrückliche Erlebnisse für mich. Erst starb ein Mann, die Schwestern hatten angedeutet, daß er wohl bald gehen wird, und er ging auch, schneller als erwartet. Innerhalb kürzester Zeit verstarb er. Seine Angehörigen waren ein bischen strange (seltsam), mir fiel es schwer sie zu verstehn, es sah so aus, als ob die Frau relativ gefühlskalt und berechnend war. Sie verhielt sich auch sehr komisch. Bei dem anderen Verstorbenen handelte es sich um eine Frau. Sie war sehr alt und ihre Angehörigen waren die ganze Zeit bei Ihr. Ich kannte die Frau realtiv gut, da sie über zwei Wochen auf unserer Station gelegen hat. Sie brauchte sehr lange, bis sie verstarb.
    Probleme bei dem Umgang mit den Angehörigen hatte ich keine, irgendwie findet man einen Weg mit ihnen zu kommunizieren. Ich hab mir davor auch immer einen riesen Kopf gemacht, was sag ich denen, wie verhalte ich mich. Aber ich glaube wenn man sich natürlich verhält und einfach versucht diskret zu sein, dann verhält man sich nicht falsch.
    Das Pflegepersonal auf der Station, bemühte sich sehr gut um mich, sie haben mich gefragt ob ich mir den Verstorbenen ansehen möchte und ob ich dabei sein möchte wenn sie den Körper von all dem Kabelgewirr (und....) befreien. Ich wollte das unbedingt.
    Ich kann im Nachhinein nur sagen, dass es für mich nicht schlimm war, und das die "Schwestern" sehr einfühlsam mit mir umgegangen sind, trotz der ganzen anderen Hektik auf der Station. Meine Mentorin nahm mich beiseite und fragte mich wie es mir geht, und sie war sehr einfühlsam.

    Ich glaube das Sterben gehört zur Pflege einfach dazu, es ist vielleicht wie ein Pflegeabschluß und ist wichtig. Auf der Station auf der ich im Moment eingesetzt bin, gehen sie sehr diskret mit diesem Thema um, und sie versuchen die Würde und die Privatsphäre des Menschen bis in den Tod hinein zu wahren.
     
  17. IsabellBlattmann

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    Hallo!

    Ich arbeite in Stuttgart in einem sehr angesehenen Krankenhaus. Bei uns ist es leider auch so, dass man auf Station mit dem Thema Sterben und Tod ziemlich alleine gelassen wird.
    Das Pflegepersonal geht nicht gerne auf Fragen ein, lieber machen sie es mit sich selber aus. Ich finde das sehr schade, denn in welchem Beruf ist man näher an leben und sterben dran als in unserem? Ich bin der Meinung, man sollte sich auch im Team mal mit dem Thema auseinander setzen sollte!

    Grüsse
    Isabell
    :?
     
  18. Katie

    Katie Newbie

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    Hallo,
    also, wenn ich die Antworten so lese, bin ich eigentlich froh, daß ich nicht in der Erwachsenenpflege arbeite sondern bei Kindern. Ich bin schon einige Jahre examiniert und hatte bisher wenig Erfahrung mit Sterbebegleitung, meistens wurden die Kinder von unserer peripheren Station zur Intensiv verlegt zum Sterben.
    Nun hatten wir im letzten Jahr einen Langliegerpatienten (8 Monate alt) mit einer Muskelerkrankung, es war klar, daß er demnächst versterben wird. Wir haben uns als Stationsteam mit den Schülern zusammen gesetzt und beraten, ob wir uns zutrauen, den Patienten und seine Eltern bis zum letzten Moment zu begleiten. Dann wurde für jede Schicht, auch Nachts eine Schwester nur für diese Kind zugeteilt, wir haben alle sehr "gelitten" und waren froh, als er endlich gehen durfte. Es sind fast alle von uns, mit den Schülern zusammen nochmal in den Aufbahrungsraum gegangen und haben sich von dem Kleinen veraschiedet. Und es waren sehr viele von uns auch auf seiner Beerdigung.
    Sicherlich ist es etwas ganz anderes, auf einer Erwachsenenstation zu arbeiten, es kommt wahrscheinlich einfach viel öfter vor, daß hier jemand stirbt. Und ich denke schon, daß man irgendwann sich auch selber schützt, indem man einfach zur Routine übergeht. Sonst könnte man wohl auch nicht lange auf entsprechenden Stationen arbeiten.
    Immer wieder ein schwieriges Thema!
    Gruß Katie
     
  19. aries82

    aries82 Senior-Mitglied

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    Hallo ihr Lieben,

    ich bin jetzt sein fast 1 1/2 Jahren in der Ausbildung zur KS. Ich hatte im letzten September ein Sterbe- und Tod-Seminar. Es ging über drei Tage. Wir sind über diese Tage auch in eine Art Jugendherberge gefahren, um den Schulalltag "draußen zu lassen". Es war soweit okay, das Thema "Sterben und Tod" wurde auch auf den beruflichen Bereich begrenzt. Es gab natürlich auch einige zwischen uns, die durch die Gespräche an verschiedene Erlebnisse erinnert wurden und dann ziemlich an diesem Seminar zu Knabbern hatten. Begleitet wurden wir von unserem Pflege- und Naturwissenschaften-Lehrer (ein supertoller Mann), mit dem man auch gerne über solche Themen redet. FÜr einen Tag kam unserer Sozialwissenschaftlerin dazu.
    Auf Station habe ich schon viele Sterbefälle miterleben müssen, auch alle vor diesem Seminar. Die Verstorbenen werden nach ihrem Tod ja noch "fertig gemacht", sprich: alles "Unechtes" wird entfernt, ... usw. Ich wollte bei der ersten verstorbenen Patientin auch gleich helfen, weil ich dachte, irgendwann muss ich das ja auch alleine machen. Mir wurde gleich gesagt, dass ich das nicht machen muss, nur wenn ich wirklich möchte. Auch danach wurde noch kurz mit mir darüber gesprochen.
    Da muss ich die Schwester, die mit mir an diesem Tag im Dienst war wirklich loben, denn ich hab mich sehr gut aufgehoben gefühlt.
    Trotzdem ist das Sterben eines Patienten immer etwas Trauriges, und so hoffe ich für mich und für Euch, dass ihr damit möglichst wenig konfrontiert werdet.

    CU ... *Aries*
     
  20. Karo6

    Karo6 Poweruser

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    hallo!

    bin erst 4 mon. dabei und habe noch keinen toten gesehen! ich weiss nicht wie ich reagieren würde. viele examinierte sind ziemlich hart und gefühlslos meiner meinung nach, denn ich kam mal zu arbeit und eine exam. fragte mich ob ich schonmal eine toten gesehen habe, ich sagte nein und sie darauf: "ach schade gestern als du nicht da warst ist jem. gestorben, das wär ja die chance gewesen!!" also echt und dabei grinste sie auch noch!!!
    ich würde mir gerne ein gespräch wünschen wenn die situation kommt aber ich bezweifle ob das jemals statt finden würde, auf stat. niemals, wenn dann in der schule...
     
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