News Stellungnahme des DBfK zur Anerkennung und Vergütung von Pflegepersonal

Ute

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Stellungnahme des DBfK zur Anerkennung und Vergütung von Pflegepersonal

Der DBfK begrüßt den Abschluss eines reformierten Manteltarifvertrages für den Öffentlichen Dienst bei Bund und Kommunen. Mit dieser überfälligen Reform sind einige veraltete Strukturelemente abgeschafft worden. Vor allem die Einführung leistungsbezogener Vergütungsaspekte ist zu begrüßen.
Es bleibt abzuwarten, ob es für die Pflegeberufe gelingen wird, die Strukturen und Eingruppierungsmerkmale im neuen Tarifvertrag adäquat zu regeln. Kürzungen der Vergütung sind nicht akzeptabel. Insofern ist der individuelle Bestandsschutz im Sinne der bisherigen Vergütung besonders wichtig. Die schlechteren Regelungen für neu eingestellte Mitarbeiter/innen werden aber auf Dauer für eine große Unzufriedenheit sorgen.

Der DBfK bedauert, dass es bisher nicht gelungen ist, auch einen Tarifabschluss mit den Ländern zu erreichen. Gerade an den von den Ländern geführten Universitätskliniken haben sich in jüngster Zeit deutliche Verschlechterungen der Vergütung und eine Erhöhung der dafür erwarteten Arbeitsleistung gezeigt. Wir fordern die Tarifpartner dazu auf, möglichst rasch einen Abschluss zu erreichen.

Ungeachtet dieser relativ positiven Entwicklung im Öffentlichen Dienst ist die Frage von leistungsgerechten Vergütungen für die Pflegeberufe ein großes Problem. Der Wettbewerb in den Krankenhäusern führt dazu, dass der Kostenfaktor Personal eine immer größere Bedeutung erhält. Das Pflegepersonal als größte Berufsgruppe im Krankenhaus wird hier häufig als besonders ergiebiger Posten zur Kostenersparnis gesehen. Der wirtschaftliche Vergleich der Krankenhäuser in öffentlicher und privater Trägerschaft fällt vor allem wegen der im Durchschnitt schlechteren Vergütungsbedingungen der privaten Träger zu deren Gunsten aus.

Erneut weisen wir darauf hin, dass die volkswirtschaftlichen Folgen von Einschnitten bei der Qualifikation von und der Ausstattung mit Pflegepersonal politisch und gesellschaftlich unterschätzt werden. Der DBfK warnt eindringlich davor, an der falschen Stelle zu sparen.

Erfahrungen mit der Einführung der DRG und den damit verbundenen Effekten in Krankenhäusern im Ausland zeigen, dass die Verdichtung von Leistungen kombiniert mit dem Abbau von pflegerischem Fachpersonal bzw. dessen Qualifikation rasch zu Einbrüchen in der Ergebnisqualität führt. Das heißt, Patienten erleiden nachweislich häufiger medizinische und pflegerische Komplikationen durch die Krankenhausbehandlung und es stirbt eine deutliche höhere Zahl an Patienten an deren Folgen.

Das Pflegepersonal erlebt Einschnitte bei den professionellen Standards, dazu einen enormen Leistungsdruck, bei gleichzeitiger Unsicherheit des Arbeitsplatzes. Wenn sich auf diese Weise die Schere zwischen steigenden Anforderungen und Möglichkeiten der Kompensation immer weiter öffnet, folgt für viele das Burnout. Die aktuelle Reduzierung der Ausbildungskapazitäten bedroht schon heute die notwendige Sicherung des Nachwuchses.

Der DBfK fordert Politik, Kosten- und Leistungsträger dazu auf, die pflegerische Unterversorgung der Menschen in Deutschland und die Überforderung und Ausbeutung der Pflegenden nicht länger zu ignorieren.
Konkret bedeutet dies:
 eine leistungsgerechte Vergütung für alle Pflegenden;
 Personalbemessungsverfahren, die sich am qualitativen und quantitativen Pflegebedarf orientieren;
 eine Pflegepersonalstatistik, die differenzierte Aussagen zu aktuellem und zukünftigem Bedarf und Angebot an Fachkräften möglich macht;
 die Sicherung ausreichender, am Bedarf orientierter Ausbildungsplatzkapazitäten.


Berlin, 13. Mai 2005

Franz Wagner
Bundesgeschäftsführer

Quelle: www.dbfk.de
 

alesig

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Hallo
Wozu Leistungsgerechte Bezahlung, wir Pflegende sollten froh sein, daß wir noch Arbeit haben.
Genügend Personal für jede Station?Wer mit seiner Arbeit nicht fertig wird ist nur schlecht durchorganisiert.
Wenn es zu wenig qualifizierte Pflegende gibt, füllen wir eben mit ungelernten Kräften auf.Denn zum Ärschewischen braucht man keine Ausbildung (O-Ton eines Arztes)
Wenn zu wenig qualifiziertes Pflegepersonal eingesetzt wird, sterben die Alten und Kranken eben früher. Ein Politiker nannte ein rechtzeitiges Sterben ohne der Staatskasse zur Last zu fallen "Sozialverträgliches Frühableben".
Anstatt für Qualität und ausreichender Quantität in der Alten-und Krankenpflege zu sorgen, solte lieber ein Ausschuß für die Förderung von sozialverträglichem Frühableben gebildet werden.
Eine Punkteliste, schön zum abhaken, und wer genügend Punkte auf dieser Lister erreicht hat darf sozielverträglich Früh Ableben. Man spart sich jede Menge Personal und Kosten. Die Pflegeversicherung würde Gewinn machen und die Vorstände der Krankenkassen könnten ihre Gehälter ins uferlose erhöhen.
Pflegende erwirtschaften keinen Gewinn sondern verursachen nur Kosten und sorgen dafür daß Menschen länger leben die wiederum auch nur Kosten verursachen. Warum sollte dies gefördert werden.
Schlechte Arbeitsbedingungen, mäßige Bezahlung, unendlich viele Überstunden, Feiertags-Wochenend-und Nachtarbeit, ungerechte Feiertagsfreiregelung vom Bat, ständige Überbelastung einhergehend mit permanent schlechtem Gewissen, weil man immer das Gefühl hat zu wenig für den Patienten getan zu haben.Dazu kommt noch die wahnsinnige Flut von Papier das ausgefüllt werden möchte in dem wir nachweisen was wir zu tun gedenken, was wir gerade tun und was wir schlußendlich getan haben.
Ich hoffe jeder der dies liest ist sich im klaren darüber, daß dies nicht wirklich meine Meinung wiederspiegelt sondern zynisch gemeint ist.
Vor 30 Jahren habe ich den Beruf der Krankenschwester gewählt, damals ging ich meistens zufrieden nach Hause und hatte noch Kraft meine Freizeit zu gestalten. Heute befinde ich mich fast ständig im Zustand der Unzufriedenheit. Zu wenig qualifiziertes Personal, zu wenig Personal grundsätzlich,zu hohe Fluktuation, zu viel Papierkram, zu wenig Zeit am Patienten usw. usw.
Seit 30 Jahren die gleichen Töne der Gewerkschaften , dem DBfK fällt auch nichts neues ein. Aber geändert hat sich seit dem NICHTS, jedenfalls nicht wirklich erkennbares an der Basis. Vom Papierkram mal abgesehen.
Eine zur Zeit ziemlich frustrierte
Alesig:angry:
 

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